TV-Beitrag zu Google Sky und World Wide Telescope

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Thomas_Pfleger

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Liebe Sternfreunde,

auf dem Weg über Bernd Hoffmann erreichte mich die Anfrage eines Redakteurs des Wissenschaftsmagazins "nano": er plant einen Beitrag über Google Sky und Microsoft's "World Wide Telescope" anlässlich der Veröffentlichung dieser Dienste.

Ich hatte mit dem Herrn gestern eine halbe Stunde lang telefoniert und ihm dargestellt, dass viele Sternfreunde diese "Tools" wohl eher nicht als Mittel zur Beobachtungsvorbereitung oder gar während der Beobachtung zur Orientierung am Himmel einsetzen. Ich habe ihm erzählt, dass es dafür spezielle Software gibt, in der Regel von Einzelpersonen oder kleinen Firmen stammt. Deren Absichten und Interessenslagen sind im Gegensatz zu denen von Google und Microsoft auch für mich (und euch?) eher nachzuvollziehen. Er hat von mir auch erfahren, wie wir solche Kartensoftware benutzen: teils vorher um Aufsuchkarten oder Objektlisten zusammenzustellen, teils am Teleskop.

Wie ihr vermuten könnt, halte ich von Google Sky oder WWT als Beobachter nichts. Ich will weder Zeit einsetzen, um über Google Sky oder WWT kundig zu werden noch der Geschichte einfach eine Abfuhr erteilen. Denn immerhin sind Google und Microsoft so bekannt, dass bislang astro-uninteressierte Menschen die Angebote vielleicht aus Neugier wahrnehmen und dann auf den Geschmack kommen bzw. tieferes Interesse entwickeln. Ihr seht schon, ich übe mich in Positive Thinking ;-)

Deswegen will ich den Ball gerne weiterspielen. Daher die Frage:

Wer kennt Google Sky und Microsoft's 'World Wide Telescope' gut genug und hat daran Interesse, dem TV-Redakteur einige Inputs zu liefern bzw. Fragen zu beantworten?

Wer sich angesprochen fühlt, schreibt mir bitte kurz eine PM mit seiner Mailadresse, die ich dann an den Redakteur weiterleiten werde.

Ich habe die Gelegenheit genutzt, das IYA 2009 anzusprechen. Kann gut sein, dass die Amateurastronomie vielleicht mal einen ganzen Beitrag wert werden wird :-)

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Clear skies,
Tom
 
Hallo Tom,

vielleicht meldet sich ja Benny zu Wort. Er hat zum WWT schon eine kleine Seite mit Informationen zusammengestellt.

- Kurzreview - WorldWideTelescope von Microsoft

Google und Microsoft - schön und gut, aber was ist mir Wikisky? Finde ich persönlich besser. Ich nutze es, wenn ich schnell über genaue Sternhelligkeiten Bescheid wissen will (zur Veränderlichenbeobachtung). Da brauch ich mich nicht lange in anderen Datenbanken durchklicken.
 
Hi Nico!

Den Link zum Bericht von Benny kennt Herr Karg schon.

Ich habe Herrn Karg so verstanden, dass für ihn das "Event" der Aufhänger ist: Google und Microsoft veröffentlichen ihre Dienste zum Zugriff auf Himmelsbiolder und -daten. Dass es weitere nützliche (und von Amateuren bzw. Beobachtern intensiv genutzte) Internetangebote gibt (Aladin, Calsky, Horizons, ...) ist nicht das Thema. Zumindest nicht der Schwerpunkt.

Gruß,
Tom
 
Hallo Thomas,

s.a. Vorschau auf die nächste c't (14/2008), da ist eine Besprechung beider Softwaren angekündigt.

Gruß, frank
 
Re: TV-Beitrag zu Google Sky und World Wide Telesc

Hi Tom
Ich habe mir mal die Präsentation von WWT angesehen. Da hieß es, daß es besonders Kinder und Jugendliche an die Astronomie heran führen will und es sollte im Unterricht genutzt werden.
Aber in den Programmen (sowohl GoogleSky als auch WWT) sind wunderschöne Hubble-Bilder zu sehen.
Wenn die Kinder dann durch ein eigenes Teleskop schauen und sehen fast alles nur in schwarz/weiß ist doch die Enttäuschung vorprogrammiert, das Teleskop landet in einer Ecke und verstaubt.
Es müßte etwas geben, was einem genau zeigt, wie die Objekte im Teleskop aussehen, so ähnlich wie bei e&t nur vielleicht noch realistischer, nicht nur die Umrisse, so daß die Kinder nicht enttäuscht werden. Dafür brauchen die sicherlich keinen Beobachtungsplaner ;)
Besser im Teleskop noch mehr sehen als erwartet als nach etwas zu suchen, was man niemals sehen kann.

Liebe Grüße
 
Re: TV-Beitrag zu Google Sky und World Wide Telesc

Hallo Ute,

uas meiner Sicht gibt es nur einen Weg, Enttäuschungen bei Erstbeobachtern (egal welchen Alters) zu vermeiden: ich erkläre ihnen, WARUM man nicht mehr sieht. Weil unsere Augen nicht lichtempfindlicher sind und vor allem, weil das alles da draussen so wahnsinning weit weg ist. Aber (und das ist das Spannende, was mich auch nach Jahrzehnten nicht das Interesse am Beobachten verlieren läßt) trotz dieser Schwierigkeiten kann man es SELBST mit eigenen Augen sehen. Das ist doch ganz was anderes als Konserve! "Live" statt aus der Dose, auch wenn man selbst da niemals hinkommt. Und wir sind als Beobachter jederzeit frei, zu einer anderen Stelle am Himmel zu schwenken. Es gibt nicht nur (mit Großgeräten) viel am Himmel zu entdecken, sondern es gibt auch zu entdecken, was man alles selber sehen kann.

Nach so einer "Voreinstellung" der Erwartungshaltung haben sich schon manche Newbies nach der Beobachtung euphorisch bedankt. Sie waren nicht enttäuscht, denn sie hatten eine ganz persönliche und wertvolle Erfahrung gemacht: ich kann mit eigenen Augen vieles im Weltall selbst sehen.

Andere Vergleiche: warum fahren Leute gerne mal fort? Eigentlich unnötig, denn von praktisch jedem Ort der Erde sind Bilder, Videos, Tondokumente etc. pp. verfügbar. Daheimbleiben schont Umwelt und Finanzen. Und trotzdem ist es was ganz anderes, das Leben einer pulsierenden Metropole oder die Stille und Schönheit einer naturnahen Landschaft selbst zu erleben. Sinneseindrücke sind das eine, die Bilder im Kopf, die sie auslösen sind das andere. Und die bringen die Leute dazu, wiederzukommen! Oder zu handeln.

Es gäbe noch viele andere Vergleiche, warum es reizvoller ist, etwas selbst zu erleben als nur die Konserve zu konsumieren. Ich denke da z.B. sehr gerne an manches geniale Konzert :-)

Unser Zeitalter der Digitalisierung und Virtualisierung bringt es mit sich, dass manche Menschen den Draht zu sich selbst und eigenen Erlebnissen verlieren. Astronomie wirkt "erdend", sie bringt einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und zeigt, dass es außer Internet, SMS, Blogs und "Content" auch noch die reale Welt gibt. Die ist nicht langweilig, nur leider manchmal nicht besonders bequem. Und manches Erlebnis will erarbeitet sein. Doch ein wenig Mühe dabei ist ja eine feine Belohnung wenn man es dann doch geschafft hat (z.B. nach langem Anstieg auf dem Gipfel des Berges zu stehen oder endlich DAS Bild im Kasten hat). Eine mühelose Welt wäre vor allem eines: ätzend langweilig.

Nochmal zum Thema: in "The Cambridge Deep Sky Album" von Jack Newton und Philipp Teece findest Du eine Menge sehr "beobachtungsnah" wirkender Aufnahmen der bekannten Deep Sky Objekte. Und wer vorab einen Eindruck vom Wahrnehmbaren haben möchte, der findet im Netz jede Menge guter Zeichnungen. Aber ich finde am liebsten selber heraus, was es zu sehen gibt. Ist ja langweilig, wenn man alles schon vorher weiß...

Clear skies,
Tom
 
Re: TV-Beitrag zu Google Sky und World Wide Telesc

Hi,

die Diskussion um die Sinnhaftigkeit hatten wir ja schonmal ;) Ich meine das grosse Tammtamm darum ist Käse, es kann Interesse am Thema Astronomie wecken keine Frage, aber nicht sehr viel mehr als ein gutes Buch, lediglich ist die "Hemmschwelle" heutzutage für viele (junge) Leute wohl niedriger wenn sie mal eben was downloaden und installieren können. Dass es zur beobachtenden Amateurastronomie motiviert glaube ich nicht, war aber sicher auch nicht die Intension...

Also: Nette Sache für Leute die sich eh dafür interessieren und aus Langeweile mal was Buntes sehen wollen (wer tatsächliches Backgroundwissen vertiefen möchte nimmt andere wie die oben genannten Quellen) und für Leute die anders keinen Zugang finden.



CS Benny

 
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Re: TV-Beitrag zu Google Sky und World Wide Telesc

hiho,

das WWT hab ich grad mal installiert auf dem PC, finde es aber(im Gegensatz zu den tollen Werbefilmchen) nicht so dolle.
Naja, ist halt wirklich schön bunt gemacht und hat einiges an Foto-Material, doch für den Amateur-Astronomen nicht wirklich zu gebraucne oder?
Ich weiss auch nicht, bin zwar momentan nicht mehr so am Beobachten, aber was mich zum Beobachten gebracht hat, ist, das wirkliche Live-Erlebnis, da hat man siich einfach über ein kleines Fleckchen gefreut, was da irgendwo ist.

Vielleicht ist es auch eine Frage des Verarbeitens von Material. Ich meine es geht ja nicht immer ums "wegkonsumiern" von schönen bunten Bildchen, sondern man sollte sich auch fragen, was das ist, was man da beobachtet oder sieht. In diesem Sinne zählt da nicht so der Satz: "Ein Bild sagt tausend Worte.." ist in diesem Sinne total quatsch oder, ich meine, ein schönes Foto ist zwar ganz nett, doch WAS? ist denn auf den Foto WIE? hat es sich gebildet usw...das sind doch wichtige Fagen oder?
Im Grunde genommen ist das so, als geht man in eine Galerie und schaut sich tausend "alte Meister" an, geht wieder raus und denkt sich: "Wa ja ganz schön, schöne Bilder, schön und interessant.."
Aber wenn man dann mal fragt: "Ja was war denn interessant? Was fantest du den Schön? Warum war es denn schön? " Dann können die Meisten dadrauf nicht antworten..
In diesem Sinne kann ich nur jeden Empfehlen, geht mal mit einer Kunsthisorikerin ins Museeum. Schon beim ersten Bild werden euch die Augen geöffnet..

Was mir beim WWT etwas fehlt, sind zB Audio-Touren. Gibt es da nicht eine Möglichkeite, das ein professioneller Sprecher die einzelnen Objekte erklärt?
Ich denke das wär garnicht so schlecht. Natürlich ist es immer platz und ressourcen-sparender, einfach eine Text zum lesen du printen, doch sowas wär doch nicht schlecht oder? Es bekäme dann noch mehr etwas persönliches...
 
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Re: TV-Beitrag zu Google Sky und World Wide Telesc

hallo,

habe mir soeben mal Google Sky angesehen. Das sind Bilder vom SDSS und DSS mit ein paar Overlays zum ein und ausschalten, wie Messiernummern, NGC, Sonnensystem, etc.

Das ist doch eine brauchbare Sky Simulation, ähnlich vielen Desktop-Sternprogrammen, mit einem All-Sky-Foto wie Starry Night. Auch eine Suchfunktion ist integriert und man kann problemlos nach NGC 5128 fliegen, oder Pi AQL besuchen.

Titan oder Enceladus sind unbekannt, aber Saturn wird gefunden, und das gleich 3x. Ein grosses und zwei kleine Saturnbilder daneben. Kann man im "Ebenen" Tab ein und ausschalten. Von Monden keine Spur, naja, kann ja noch werden. Bei Jupiter dasselbe, von Monden keine Spur.

Ok, für den Anfang finde ich das sehr gut! Nachbesserungen sind ja nicht ausgeschlossen hoffe ich. Zb ein Kontextmenü mit Infos über Objekte wäre toll.

lg Tommy
 
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