Besser: Ultravid 8x20 mit Gummiarmierung!
1. Zunächst zur Vergrößerung: Ich rate ebenfalls zum 8x20, denn …
1.1 ist es noch ein bißchen kompakter und leichter (das ist ja eines der Hauptargumente für ein Kompaktfernglas),
1.2 erleichtert das größere wahre Gesichtsfeld des 8x20 gegenüber dem 10x25 das Auffinden und bei bewegten Zielen das Verfolgen des zu beobachtenden Gegenstandes; dieses Argument halte ich bei Kompaktferngläsern für wichtiger als bei den großen, weil nämlich die scheinbaren Gesichtsfelder der Kompaktferngläser relativ zu denen der größeren Modelle ziemlich „mickrig” sind (Größenordnung nur etwa 48° bis 52° gegenüber etwa 58° bis 68° bei den großen),
1.3 ist das Bild beim 8x20 merklich stabiler, auch wenn man eine „ruhige Hand” wie angeblich unser Kanzler hat, was bei Kompaktferngläsern wegen des sehr geringen Gewichts viel wichtiger als bei großen Ferngläsern ist, deren mehrfach größere „träge Masse” ein stabilisierender Faktor gegen das Bildzittern ist,
1.4 zeigt ein 8fach vergrößerndes Fernglas eine um 56% größere Schärfentiefe, so daß man einen größeren Tiefenbereich scharf übersieht und weniger oft nachfokussieren muß.
2. Dann zur Frage, ob Leder oder Gummiarmierung: Ich rate zur Gummiarmierung, denn …
2.1 fühlt sich das Fernglas in der nahezu alles umschließenden Gummihülle auch bei größter Kälte stets angenehm an, während bei den belederten Modellen große Metallflächen sich dann eisig anfühlen,
2.2 ein Kompaktfernglas ist doch ein „Immer-dabei-Fernglas”, das darum viel öfter und härter beansprucht wird als ein viel seltener benutztes großes; die Gummiarmierung schützt nicht nur die empfindliche Optik, an ihr kann es auch zu keinen Lackabsplitterungen (wie an lackierten Metallteilen) bei unsanften Stößen kommen, die auch bei sorgfältigstem Umgang hin und wieder möglich sind,
2.3 die Gummiarmierung nimmt es nicht so übel wie die lackierten Metallteile, wenn das Fernglas um den Hals baumelt und am Metallreißverschluß des Anoraks (der Winter kommt bald!) scheuert,
2.4 Gummiarmierung macht jedes (auch ein großes) Fernglas zu einem „leisen” Fernglas, das keine oder zumindest nur wesentlich leisere Gräusche verursacht, wenn man es auf einer harten Unterlage ablegt, gegen einen Baum oder Ast oder eine ebenfalls umgehängte Kamera stößt, und so verscheucht man nicht so schnell scheue Vögel oder Wild - jeder erfahrene Jäger achtet auf dieses Ausstattungsmerkmal,
2.5 ein wasserdichtes Fernglas hat in der Belederung eindeutig eine Schwachstelle, auch wenn das Leder gut imprägniert ist, ist es Wasser gegenüber immer empfindlicher als die Gummiarmierung.
Nachtrag: Wenn ich immer von Gummi spreche, so meine ich nicht nur Gummi im strengen Sinne, sondern natürlich auch andere als Armierung von Ferngläsern verwendete Kunststoffe wie „Silikongummi”, Polyurethan usw.
3. Schließlich noch zur Zusatzfrage: Ich hätte keine Bedenken, eines der ersten kleinen Ultravids zu kaufen, denn die hier verwendete Gummiarmierung und die zur Ummantelung benutzte Technologie sind für Leica nicht neu. Ich kann auch von meiner kritischen Begutachtung der neuen kleinen Ultravids auf der „photokina” nur Positives über sowohl die optische Qualität wie meinen Gesamteindruck hinsichtlich Verarbeitung und Materialien berichten.
Walter E. Schön