Umbau 12" GSO Dobson - welche Stangen?

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Teleskopium

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Hallo Allerseits,

ich war bis jetzt recht fleißig mit dem Umbau meines 12" GSO Dobsons in ein Gitterrohr-Dobson beschäftigt. Da es mir nicht so primär aufs Gewicht ankam habe ich mich gar nicht erst bemüht, irgendwelche neuen Gewichtsrekorde aufzustellen - das ist ja mein Erstlingswerk und man muss da erst mal Erfahrungen sammeln.

Nun ist mein Hut zwar nicht extrem gewichtsoptimiert und auch der OAZ (habe mich für einen von JMI EV-3n entschieden) ist nicht der Leichteste (obwohl nur dünnes Sperrholz, Flugzeugsperrholz und Alu verwendet wurde), aber das ist hier anscheinend nicht einmal das Problem. Offensichtlich hat meine Konstruktion noch ein gewisses Gewichtsproblem. Der Spiegel mit Fassung ist noch nicht "umgezogen", doch bereits ohne aufgesetzten Hut ist der Schwerpunkt des Teleskops deutlich weiter oben als gehofft - obwohl ich einen wirklich stabilen und damit schweren Spiegelkasten und 50cm große Höhenräder verwendet habe. Doch bereits die 8 ca. 95cm lange Alu-Stangen (aus dem Baumarkt, 22mm Durchmesser, 2mm Wandstärke) liefern ein recht großes Gewicht mit - okay, dafür ist die Konstruktion schön steif. Aber vielleicht wären weniger dicke Alu-Rohre auch ausreichend gewesen, nur muss man die erst mal bekommen. Daher mal meine Frage, welche Stangen nehmt Ihr und woher habt Ihr diese? (In den Baumärkten hier in der Umgebung, wo ich seit Monaten wöchentlich anzutreffen bin, gibts nichts Anderes). :mauer:

Ich bin mit den Stangen nicht unzufrieden - mit eingebautem Hauptspiegel sollte der Dobson auch mit schweren Okularen noch gut in Balance sein, aber für künftige Projekte würde ich gern wissen wollen, ob es da was Besseres gibt? Außerdem würde ich gern wissen, wie Ihr den Schwerpunkt vorher genau abschätzen könnt? Ich habe das nur Pi mal Daumen geschätzt, wobei ich noch kein so richtiges Gefühl für das Spiegelgewicht hatte - auch das wäre für das nächste Mal zu verbessern.

Naja, letztlich weiß ich momentan noch nicht wirklich, ob das Ganze am Schluß die erforderliche Balance erreicht. Aber notfalls muss die Optik nochmals ins GSO zurück und ich muss das Gewicht oben etwas optimieren - aber das macht die nächsten Tage spannend.

Übrigens habe ich den Hut mit den Spänen vom Fräsen bestreut und geschwärzt - habe ich irgendwo im Internet als Idee aufgeschnappt. Ich finde diese Lösung aber nicht so optimal, das nächste Mal greife ich zur Velourfolie. Zum Einen muss man nämlich erst einmal einen Sprühlack finden, der matt-schwarz genug ist und dann ist es nicht so einfach, die Späne so gleichmäßig zu verteilen, dass eine gleichmäßig raue Oberfläche entsteht - dafür brauchte ich 5 Anläufe.

So, die alten ATM-Hasen werden jetzt vermutlich vor Lachen nicht in den Schlaf kommen. :biggrin: Ich habe ja nichts zu verlieren bei dem Projekt...

Über einen Erfahrungsaustausch in diesem Thread würde ich mich sehr freuen.

Gruß und CS,

Jürgen
 
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Hallo Jürgen,

ich habe 22x1.2 mm an meinem 22" Dobson. Für einen 12" reichen 15x1 mm aus. Eine größere Wandstärke bringt nicht viel für die Stabiliät, sondern erhöht primär das Gewicht.

Im Baumarkt hast Du natürlich nicht die große Auswahl. Such doch mal in den Gelben Seiten nach einem Alu-Großhändler in Deiner Umgebung. Die haben in der Regel alle Durchmesser zu einem Drittel der Preise für die Rohre im Baumarkt.

Post doch mal Bilder von dem, was Du schon fertiggestellt hast, dann kann man Dir besser Tips zur Diät machen :biggrin:

Viele Grüße
Reiner
 
Hallo Jürgen,

Eine Adresse, die mir weitergeholfen hat Alu-Verkauf liefert Alu Profile aller Art geschnitten. Rohre und Befestigungsteile liefert auch Dieter Martini (16, 22 und 30mm). Verglichen mit meinem Martini 16" Dobson (22*1.5mm Rohre) erscheinen mir Deine Rohre etwas stark. 18*1 oder 16*1 müßte für 12" auch reichen.

Ich bin gerade dabei, in meine Rohre Endstücke aus Vollmaterial einzuschlagen und aus Winkelprofil die "offset brackets" ähnlich Kriege & Berry, The Dobsonian Telescope, Seite 237 herzustellen. Kommen dann mit Fahrrad Schnellspannern an den Hut. Mit den Klemmkeilen von Dieter Martini bin ich nicht so gut zurechtgekommen.

Zum Schwerpunkt: MyNewton oder eine einfache Excel Tabelle mit Drehmoment = Kraft*Hebelarm hilft weiter, die größte Unsicherheit sind bei mir die Lasten, vor allem am Hut (welches Okular, welcher Sucher, ...). Bei einem bereits fertigen Bausatz war aber bei mir die Berechnung eigentlich nur von akademischen Interesse.

CS
Arnold
 
Hallo Allerseits,

entschuldigt bitte, dass ich mich so lange hier nicht gemeldet habe - irgendwie habe ich seit meinem Urlaub keine Zeit mehr dafür gefunden.

@Arnold: Danke für den Link, beim nächsten Selbstbauprojekt werde ich mich dorthin wenden, in meiner näheren Umgebung gibts keine Möglichkeit neben dem Baumarkt, an derartiges Material zu kommen.

Ansonsten habe ich wohl das Gewicht des Spiegels deutlich unterschätzt... Dieser ist 3.5cm dick statt wie ich vermutete nur ca. 2.5cm. Jedenfalls ist das Instrument nun fast im Gleichgewicht und es lässt sich auch schnell und leicht - ohne Werkzeug - justieren. Also im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.

Ich mache mal ein paar Bilder wie gewünscht, damit alle sehen worüber wir hier reden. Im Moment habe ich noch zwei kleinere Schönheitsfehler:

1.) Das Teleskop ist eben nur fast ausbalanciert, es hängt minimal schief in der Rockerbox drin (warum weiß ich noch nicht, die Höhenräder sind gleich hoch angebracht) und ab etwa 35° ist es zu kopflastig. Wenn ich den 450g schweren Sucher abmache bleibt es jedoch im Gleichgewicht. Hier bin ich momentan am Überlegen, ob ich mir einen Rigel Quick Finder (nur 80g) zulege. Ob dieser das Problem löst weiß ich noch nicht. Ohne größere Änderungen am Hut lässt sich kaum Gewicht sparen (maximal leichtere Delrin-Schrauben, aber die scheint es in passender Größe nicht zu geben) und die Alu-Stangen haben auch ein kleineres Vermögen gekostet, also für dieses Projekt möchte ich die Stangen aus Budgetgründen erst einmal nicht mehr wechseln. Also Günther, wenn der Rigel Quickfinder nicht genügt und auch das Batterie-Pack am Spiegelkasten angebracht nicht genug bringt dann wird es wohl ein zusätzliches Gegengewicht werden müssen.

2.) Ich verwende die Original-Spinne vom GSO, habe lediglich die Justierschrauben ersetzt gegen ein eigenes "Patent", damit ich ohne Werkzeug justieren kann. Nur die zentrale Arretierschraube, die den Fangspiegel hält muss ich noch mit Werkzeug anziehen. Das wäre nicht so schlimm, wenn ich nicht jedesmal den Fangspiegel ausbauen und in ein Drehpack legen müsste beim Abbauen. Hier suche ich noch nach einer Idee, um den Fangspiegel im Hut zu belassen und diesen dort wirksam gegen Stoß, Staub und Schmutz zu schützen. Hat jemand hier vielleicht dazu einen Tipp für mich?

Gut, Bilder folgen bei passablen Wetter morgen. Ich warte auf meine Chance für ein First Light.

Gruß und CS
Jürgen
 
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Hallo Jürgen,

zum Schutz des Fangspiegels könntest Du ein geschlitztes Okular Drehpack auf den Fangspiegel stecken, eventuell mit Gummiring oder Klettband gesichert. Die Spinne geht dann durch die Schlitze, ist natürlich nicht ganz dicht, aber besser als nichts.

CS Arnold
 
Hallo Arnold,

ja, genauso deswegen habe ich mir eigentlich das Drehpack gekauft. Allerdings fehlen mir noch etwas die Vorstellungen, wie ich das passend bekomme. Denn das Drehpack kann dann ja nicht mehr zum Auf- und Zuschrauben verwendet werden, oder? Hast Du das so umgesetzt und wenn ja, kannst Du das bitte genauer beschreiben oder ein Bild dafür einfügen? Wäre sehr hilfreich für mich.

Danke und CS
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

ich hab da bei Fernrohrland ein Foto gefunden, so könnte es klappen (etwas runterscrollen). . Ich hab mir heute gerade eine entsprechend Plastikflasche im Baumarkt geholt, mein Fangspiegel passt leider gerade nicht mehr in das größte Drehpack. Aber beim Martini Dobson ist er eigentlich sowieso ganz gut geschützt in Hut und Spiegelkasten. Armin Quante hat für seinen 18" einen kleinen Kübel mit Deckel verwendet (letztes Bild!).

Ich denke, daß es bei Dir auch so ähnlich funktionieren könnte.

herzliche Grüße und CS
Arnold

 
Hallo Allerseits,

hier kommen ein paar Bilder von meinem Umbau des 12"-GSO-Dobsons. Ich verwende nur die Fangspiegelhalterung, den Lüfter und natürlich die Optik weiter, der Rest ist selbst neu konstruiert. Dabei habe ich weder besondere handwerkliche Fähigkeiten noch gutes Werkzeug dafür. Lediglich eine Oberfräse habe ich mir zugelegt.

Link zur Grafik: http://images2.bilder-speicher.de/show-image_100b-09090509944808.jpg

Dieses Bild zeigt den Dobson komplett, jedoch noch ohne Sucher (der ist ab etwa 30° zu schwer am Hut, ich arbeite an einer Lösung). Der OAZ ist ein Ev-3n von JMI, hat mir doch besser gefallen als der natürlich leichtere Helikalauszug, der sonst üblicherweise verwendet wird (aber der sieht mir mehr nach eine Glühbirnenfassung aus). Dahinter ist Platz für eine Filterschublade (in Vorbereitung).

Link zur Grafik: http://images2.bilder-speicher.de/show-image_100b-09090509863372.jpg

Der Spiegelkasten mit Deckel zum Schutz des Spiegels. Man erkennt die beiden Maschinengriffe mit M8-Gewindespindel, mit denen der Hauptspiegel (auf Dreieck-Selbstbauspiegelzelle aus Aluminium) von oben justiert wird. Am 3. Dreieckspunkt ist die Spiegelzelle fest angeschraubt. Trotzdem funktioniert die Justage recht gut und vor allem bequem. Der Spiegelkasten selbst ist günstig als Kiste erworben, von der ich den Boden entfernt habe.

Link zur Grafik: http://images2.bilder-speicher.de/show-image_100b-09090509393007.jpg

Hier meine Lösung zum Thema: "Wie befestige ich die Stangen am Spiegelkasten?" Die Lösung entstand einfach dadurch bedingt, dass ich keine Bohrmaschine mit Bohrständer habe. Dadurch ist es schwierig, überhaupt ein Loch senkrecht zu bohren - ein Loch mit einem Forstner-Bohrer in einem bestimmten Winkel verbietet sich da von selbst (die übliche Stangenbefestigung). Stattdessen habe ich ein paar Alu-Winkelschienen aus dem Baumarkt hergenommen, unten geschlitzt und oben doppelt verstärkt (mit Nieten). Oben sind die Stangen angeschraubt, unten wird durch den Schlitz eine M6-Schraube geführt und mit den Maschinengriffen befestigt. Das hält sehr stabil und verbiegt sich auch nicht, wenn das Teleskop geneigt ist.

Link zur Grafik: http://images2.bilder-speicher.de/show-image_100b-09090509237089.jpg

Am Hut weniger innovativ die üblichen Sattelspanner und die gleichen geschlitzten Alu-Winkel.

Link zur Grafik: http://images2.bilder-speicher.de/show-image_100b-09090509206866.jpg

Eigentlich gefällt mir die Idee von Bob's Knobs, aber für $21 drei Schrauben ist mir dann doch etwas Wucher, dafür sollte es dann schon Handfertigung sein :D
Hier meine Antwort: man nehme eine M4-Schraube für die GSO-Spinne und suche im Baumarkt in der Möbelabteilung nach einen Satz Möbelschrauben mit grauen Plastik-Rändelmuttern (leider M5), darunter dann M4-Konterschrauben, schön festgezogen und fertig sind Bob's Knobs für "Arme". :totlach2:

Link zur Grafik: http://images2.bilder-speicher.de/show-image_100b-09090509731183.jpg

Ich wollte meinen Spiegel auch von unten vor Staub schützen, außerdem sollte ein saugender Lüfter für die schnelle Temperaturanpassung des Spiegels sorgen. Also musste die Rückseite zu und dicht sein. Ein Abschlußdeckel aus Sperrholz, mit Moosgummi aus dem Baummarkt abgedichtet, sorgt dafür, dass der Lüfter auch wirklich nur die Luft vom Spiegel absaugen kann.

Link zur Grafik: http://images2.bilder-speicher.de/show-image_100b-09090509186003.jpg

Hier noch mal die Hutbefestigung aus Alu-Winkeln (selbst gesägt aus 1m langen Alu-Winkelschienen). Im Hut erkennt man die schwarz gefärbten Holzspäne (habe ich inzwischen nochmal nachgeschwärzt). Das ergibt eine sehr raue dunkle Oberfläche, aber es krümelt fürchterlich und ist nicht wirklich die optimale Lösung. Das nächste Mal nehme ich nur noch Velourfolie - aber das ist Geschmackssache, vielleicht kann man das auch besser machen als ich.

Link zur Grafik: http://images2.bilder-speicher.de/show-image_100b-09090509961316.jpg

Zum Schluß noch die Rockerbox mit 3 Türstoppern als Füßen (unteres Dreieck), gelagert auf Ebony. Das ist nur 16mm Sperrholz, aber es reicht anscheinend aus. Zur Sicherheit habe ich gegen Durchbiegen noch eine Leiste angeschraubt. Die Box ist schön leicht und auch leichtgängig. Aber sie ist eben nicht zu leichtgängig wie das Original-Rollenlager, wo ein Okularwechsel bereits zum Verstellen führen konnte.

Nun, ich warte noch auf mein echtes Firt Light mit dem "neuen" Gerät, kann also bislang nur auf Trockenübungen als Erfahrung zurückgreifen.

So, ich hoffe auf diesem Wege etwas zurückgegeben zu haben, denn schließlich habe ich mich auch von Euren zahlreichen Ideen inspirieren lassen. Über eine Diskussion und weiteren Erfahrungsaustausch würde ich mich freuen, ich weiß mein Teleskop ist sicher nicht perfekt, aber es ist von mir. Und ich habe bewiesen, dass jeder einen Dobson bauen kann (zumindest ohne Spiegel schleifen, das wäre jetzt mein nächster Schritt...).

CS
Jürgen

PS: Irgendwie sind die Bilder jetzt doch etwas kleiner als ich dachte, ich hoffe es ist dennoch alles zu erkennen. Aber ich wollte Euch einfach lange Ladezeiten ersparen...
 
Hi,

ich hab mir für meinen 12"er für 79Cent bei Edeka einen Aufgusstee gekauft. Das Pulver landete im Müll(das Zeug kann man ned wirklich trinken), den Behälter hab ich gereinigt, vier Einschnitte gemacht damit er über die Fangspiegelspinne passt und fertig!

CS,
Michael
 

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Hallo,

Super!!! Das sind ja gleich zwei tolle Alternativen. Das mit dem Drehpack würde ich nicht zufriedenstellend hinkriegen, aber die "Mülltonne" sorgte zwar anfangs für allgemeine Erheiterung, ist aber praktisch und für mich umsetzbar.

Dann noch die Sache mit dem ungeniesbaren Tee, also gut, man muss auf die Idee erst mal kommen, dass da ein Fangspiegel rein passen könnte... aber dann ist das eine tolle Idee.

Danke an Euch beide! (Mal sehen, was mir als Erstes über den Weg läuft).

CS
Jürgen

PS: An der Technik hier Bilder einzustellen muss ich wohl noch feilen.
 
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