Umbau Lomo Mikroskop-Binokular Ansatz

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tb01

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Dear all,

Teleskop-Binos sind unethisch teuer!
Ich möchte daher einen Lomo Mikroskop-Binokular Ansatz für ein C8 umbauen. Derzeit hat das Bino eine 41,5mm Ringschwalben Führung wie bei Zeiss/Lomo üblich. Es hat eine Eigenvergrösserung von 1,5x.
Wer hat solch einen Umbau schon mal gemacht und kann mir Tipps geben (Wie den Anschluss ans C8 SC-Gewinde machen?, ist der Umbau für 11/4 Zoll Okulare sinnvoll? Oder kann ich einfach Mikroskop Okulare nehmen?)
Bin für jeden Input dankbar!

Clear skies!

Thorsten



 
Hallo Thorsten,
Wie war, wie war. Ich spiele auch immer wieder mit dem Gedanken und mit einer Drehbank dürfte das doch kein Problem sein. Was kostet denn so ein Mikroskop-Binokular und wo kriegt man so was her?
Wie den Anschluss ans C8 SC-Gewinde machen?
Also ich würde in jedem Fall auf 1,25" gehen, denn dann legst Du dich nicht gleich auf einen Teleskoptyp fest.

CS
Rajiva

 
Hallo Thorsten,

mit den sehr kurz bauenden Baader-T2-Adaptern bin ich ganz zufrieden, Grundstock ist der T2-Zeiss-Schwalbe-Adapter, davor käme bei dir noch ein SC-T2-Adapter, falls du das nicht schon als Fotoadapter hast.
Die 23mm-Mikroskopokulare reichen auch, mir zumindest bisher, zu achten ist allerdings möglichst auf ein großes Gesichtsfeld (nebenbei: wie rechnet man eigentlich einfachst annähernd mm-Gesichtsfeld von Mikroskopokularen in Grad scheinbares Gesichtsfeld um?).
Die richtig tollen Mikroskopokulare sind allerdings oft 30mm (macht mit Filmdose ca. 1,25-Zoll), mein Leitz 25x ist das beste 10mm-Okular, das ich bisher kenne. Die guten russischen gibts auch oft in 31mm, manchmal aber auch größer als 1,25-Zoll.
Eigentlich schien mir immer ein Umbau auf 1,25-Zoll-Okularhalterungen sinnlos, da die Mikroskop-Binos meist nur einen freien Durchlaß von 19mm haben - bis ich mal provisorisch 1,25-Okulare mit ca. 60 Grad scheinbarem GF angebaut habe - ein Hochgenuß, eine Vignettierung fiel mir entgegen meiner Erwartung nicht ins Auge.
Aber: Ich weiß mangels Erfahrung nicht, ob du mit dem Mikroskop-Bino ohne größere Barlow als deine 1,5x mit dem SC noch in den Fokus kommst (ca. 100mm zusätzlicher Lichtweg ohne Barlow).

Viel Spaß+cs,
Dietmar
 
Hallo Rajiva, hallo Dietmar!

Danke für Euren input!

Rajiva, ein altes Lomo Mikroskop-Bino kostet bei eBay so um die 50-80 Euro ohne Okulare.

Ich werde es wie Dietmar dann zunächst mal mit 23mm Mikroskop-Okularen versuchen...

Leider weiss ich nicht, wie man das scheinbare Gesichtsfeld von Mikroskop Okularen berechnet...Does anyone know??

Wegen des Lichtweges werde ich wohl einfach die try&error Methode einschlagen...

Auch die käuflich zu erwerbenden umgebauten Lomo-Binos haben nicht die allerbesten Kritiken bei Vergleichstest bekommen - naja irgendwo muss die Preisdifferenz von 350Euro zu 1000Euro ja bleiben...
Ich bin aber optimistisch, das der Selbst-Umbau ein guter Einstieg ins binokulare Vergnügen ist.

Sollte noch irgend jemand weitere Infos zum Umbau - Thema haben - bitte meldet Euch.

Nochmals Merci & clear skies!

Thorsten
 
Hallo Thorsten,
ein altes Lomo Mikroskop-Bino kostet bei eBay so um die 50-80 Euro ohne Okulare
mei, alle schon weg <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Bei der nächsten Gelegenheit schlage ich aber zu. Man das hätte ich nicht gedacht, dass die so günstig sind. Mehr als 30 Euro kostet Alu und eloxieren auch nicht und nen Binoansatz für 100 Euro <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Hoffentlich hat AOM die nicht alle aufgekauft <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Grüße
Rajiva
 
Berechnung des scheinbaren Gesichtswinkels

Hallo Dietmar und Thorsten,

der scheinbare Gesichtswinkel alpha erreichnet sich aus dem Durchmesser d der Feldblende und der Brennweite f des Okulars wie folgt:

alpha = 2 · arc tan (d : 2f)

Begründung: Das Verhältnis aus Gesichtsfeldblendenradius d/2 und Brennweite f des Okulars ist gleich dem Tangens des halben scheinbaren Gesichtswinkels alpha. Wenn das nach alpha aufgelöst wird, ergibt sich die obige Formel.

Diese Berechnung liefert einen korrekten Wert bei allen Okularen, die NICHT verzeichnen, und ist daher der ideale Vergleichswert, wenn man vergleichend wissen will, wieviel „Inhalt“ (Himmelsausschnitt) man bei verschiedenen brennweitengleichen Okularen sieht. Die Berechnung berücksichtigt aber nicht die Verkleinerung des Gesichtswinkels bei tonnenförmiger bzw. die Vergrößerung des Gesichtswinkels bei kissenförmiger Verzeichnung. Da speziell die Weitwinkelokulare oft sehr starke kissenförmige Verzeichnung aufweisen, ergibt sich so eine zum Teil beträchtliche Aufblähung des Gesichtswinkels (um Werte von 20% und mehr), weil der Randbereich stärker vergrößert wird. Derart künstlich vergrößerte Gesichtswinkel sehen dann in den Datenblättern sehr gut aus und üben magische Kaufanreize aus (speziell bei Werten über 80°), haben aber den großen Nachteil, daß z.B. ein außermittig im Gesichtsfeld stehender Mond eiförmig ist oder ein Mars, Saturn, Jupiter usw. beim Durchlauf durchs Gesichtsfeld vom Rand zur Mitte erst mal kleiner und runder und nach der Mitte wieder größer und eiförmig wird.

MfG Walter E. Schön

 
Re: Berechnung des scheinbaren Gesichtswinkels

Hallo Walter,

dankeschön, wenn ich dich richtig verstehe, meinen die GF-Angaben für/auf Mikroskopokularen (z.B. 18mm, 20mm, 22mm) also den Durchmesser der Feldblende, so daß man die allgemein für Okulare geltende Formel für die Berechnung des scheinbaren Gesichtsfelds anwenden kann. Das war genau die Information, die mir fehlte.

Gruß+cs,
Dietmar
 
Mikroskopokulare

> ist der Umbau für 11/4 Zoll Okulare sinnvoll? Oder kann ich einfach Mikroskop Okulare nehmen?

Hallo Thorsten,

der Umbau ist auf jeden Fall sinnvoll. Viele (vor allem ältere) Mikroskopokulare sind einfach aufgebaut und meist vom Typ Huygens oder Ramsden. Man kann da keine optischen Höchstleistungen erwarten. Auch sind Mikroskopokulare natürlich nicht für Teleskope gerechnet. Es gibt beispielsweise für die Lomo oder Zeiss Jena Mikroskope sogenannte Kompensationsokulare. Diese Okulare (mit einem "K" oder "PK" gekennzeichnet) haben eine eigene chromatische Vergrößerungsdifferenz (CVD) und führen bei der Nutzung am Teleskop einen Farbfehler ein. Ihre Aufgabe war früher die Beseitigung des Farbrestfehlers der apochromatischen Mikroskopobjektive. Heute benutzt man CVD-freie Systeme (auch Okulare). Wenn Du Mikroskopokulare nutzen willst, solltest Du darauf achten.

Neben der Eigenvergrößerung wird auf Mikroskopokularen noch die sogenannte Sehfeldzahl in mm angegeben. Bei einfachen Okulartypen entspricht sie dem Durchmesser der Sehfeldblende. Daraus kann man, wie Walter gezeigt hat, das scheinbare Sehfeld des Okulars berechnen. Bei komplexeren Okularen (wo die Sehfeldblende innen liegt) muß das nicht immer funktionieren. Leider haben die meisten Mikroskopokulare mit 23,2mm Steckmaß nur recht kleine Sehfelder - meist ca. 35 bis 40 Grad. Größere Sehfelder sind schon seltener und dann auch nur bei kurzbrennweitigen Okularen anzutreffen. Beim Neukauf solcher Okulare sollte man sich vorher über die Sehfeldzahl informieren. Bei einem 10x Okular mit 25mm Brennweite wird eine Sehfeldzahl von 20mm schon als Weitfeldokular bezeichnet (das macht aber gerade mal 44 Grad scheinbares Sehfeld!). Da gute (Weitfeld-) Mikroskopokulare auch gutes Geld kosten, würde ich besser beim Astrobino auf gängige 1,25" Okulare setzen. Die Auswahl ist deutlich größer, meist sind die Okulare auch billiger und sie sind für die astronomische Beobachtungen gedacht.

Frank.
 
Re: Mikroskopokulare

Hallo Frank,

danke für die Erklärung der "Farben" in den K-Okularen von Mikroskopen - ich hatte hier schon mal meine Erfahrungen mit K-Okularen beschrieben, aber die Gründe nicht gekannt ... wenn allerdings gute billig zu bekommen sind, sollte man nicht einfach nein sagen, finde ich ...
Frage an dich als Mikroskop- und Okularexperten: Gibt es preisgünstige Lösungen für den Ersatz der angeschraubten 23mm-Steckhülsen an den kleinen CZJ-/Lomo-Mikroskop-Binokularen durch größere?
Und: Gibt es preisgünstige Adapterlösungen für 23mm-Okulare auf 1"-Steckmaß? Die könnte man dann sowohl an alten Teleskopen als auch weiter mit 1,25"-Adapter verwenden ...

Gruß+cs,
Dietmar

P.S.: Hast du noch deine Russentonne? Wo gibts denn die von dir beschriebene Gabelmontierung? Gugg mal meine neuesten Fotos mit meinem überholten Rubinar ... "angeb" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...
 
Re: Mikroskopokulare

Hallo Dietmar,

eine Lösung für den Ersatz der Steckhülsen durch 1,25" Versionen kenne ich nicht. Ich hatte mir dazu auch schon mal Gedanken gemacht. Man will ja nach Möglichkeit keine allzu lange Brennweitenvergrößerung durch die Barlowlinse. So sollte der Abstand der Okulare vom Prismensystem so gering wie irgend möglich sein. Das hat auch den Vorteil, daß die Vignettierung bei Okularen mit etwas größeren Sehfeldblenden als 19mm minimal ausfällt. Um das zu realisieren, müßte man die originalen Steckhülsen komplett abschrauben und durch entsprechende Drehteile ersetzen. Man könnte auch die Dioptrienkorrektur demontieren, die alten Hülsen kürzen und einen Adapter "aufpfropfen". Damit steigt aber wieder die Gefahr der Vignettierung. Ich hatte mir schon mal vorgenommen, diesbezüglich bei der Teleskopschmiede in Berlin nachzufragen. Die Jungs haben das schon öfter mit Lomo Binoansätzen gemacht und wissen wie es geht. Frage sie doch mal, was der Umbau kosten würde. Das ist sicher nicht die billigste Lösung, aber dafür ist sie solide.

Eine Lösung für die Adaption von Mikroskopokularen auf 1" kenne ich nicht. Die Hülsen wären ja ziemlich dünnwandig: 24,5 - 23,2 macht 0,65mm Wandstärke. Wenn das auf der Drehbank ohne Probleme machbar ist, dann könnte man sich auf ebay aus der Rubrik Mikroskope preiswert einen alten CZJ Monotubus (gerade oder Winkeleinblick) für wenig Geld besorgen. Der Tubus hat innen 23,2 und aussen 25mm. Damit könnte man zum Dreher gehen ... Andere Lösungen kenne ich nicht. Adapter auf 1,25" kann man auch bei Astrohändlern (z.B. APM) anfertigen lassen. Das wird dann aber sicher teurer wie ein alter Monotubus von ebay, den man abdreht oder kürzt und mit reichlich Epoxidharz in eine alte 1,25" Steckhülse "einpasst" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Noch ein Nachtrag zur Sehfeldzahl. Ich hatte geschrieben, daß die Berechnung des scheinbaren Sehfelds bei komplex aufgebauten Okularen nicht stimmen muß. Sollte sie aber ... Die Sehfeldzahl dient ja dazu, aus eben dieser und der Maßstabszahl des Objektivs das wahre Sehfeld in mm zu bestimmen. Habe ich 20mm Sehfeldzahl und ein 10-faches Mikroskopobjektiv, so sehe ich im Mikroskop einen Bildkreis von 2mm aus meinem Präparat. Bei komplexeren Mikroskopokularen entspricht die Sehfeldzahl sozusagen einem "effektiven" Sehfeldblendendurchmesser. Über den Tangens bekomme ich auch damit das scheinbare Sehfeld mit guter Genauigkeit. Da Mikroskopokulare im Vergleich zu weitwinkligen Astrookularen kaum Verzeichnung im Randbereich aufweisen, sollte das genau genug funktionieren.

Die Russentonne habe ich leider <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> nicht mehr. Sie mußte schon vor einiger Zeit wegen Neuanschaffungen dran glauben. Die Gabelmontierung hatte ich vor Jahren mal im Astromarkt des alten Forums aufgetan. Sie stammt von dem russischen 80/800 Mangin-Cassegrain. Der wurde mal eine Zeit lang von Bresser gemeinsam mit der Gabelmontierung vertrieben, ist aber schon einige Jahre her. Leider gibt es kaum noch russische Optik bei Bresser, heute ist China modern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: CZJ/Lomo-Binoumbau

Hallo Frank,

ja, ich habe auch schon einmal provisorisch bei abgeschraubten Okularhülsen zwei 20mm-"Super/Barium"-Okulare ohne Okularhülsen angebaut und war sehr angetan ... eine weiterführende Idee war dann, nach Abschrauben der Okularhülsen einfach zwei 1,25"-Filter ohne Gläser anzubringen, in die dann 1,25"-Okulare mit dem Filtergewinde (so vorhanden) geschraubt werden. Das würde sogar noch eine minimale Nachfokussierung erlauben.
Noch etwas dann: Für das Leitz-Okulareinsteckmaß 30mm müßte es doch Adapter auf 23mm geben? Zum Ausgleich auf 1,25" können dann wieder die bewährten abgeschnittenen Kodak-Filmdosen dienen (Agfa passt ja nicht).

Gruß+cs,
Dietmar
 
Re: CZJ/Lomo-Binoumbau

> Für das Leitz-Okulareinsteckmaß 30mm müßte es doch Adapter auf 23mm geben?

Hallo Dietmar,

soweit ich weiß, waren die alten 30mm Leitz Okulare für spezielle Großfeldtuben gedacht. Man konnte 23,2mm Okulare mit Adapter am Großfeldtubus nutzen, aber nicht umgekehrt. Frag doch mal bei Leica, für 50 bis 75 Euro sollte so ein Adapter zu haben sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Die Idee mit den 1,25" Filtern ist auch nicht schlecht. Muß ich mir merken.

Frank.
 
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