Re: Mikroskopokulare
Hallo Dietmar,
eine Lösung für den Ersatz der Steckhülsen durch 1,25" Versionen kenne ich nicht. Ich hatte mir dazu auch schon mal Gedanken gemacht. Man will ja nach Möglichkeit keine allzu lange Brennweitenvergrößerung durch die Barlowlinse. So sollte der Abstand der Okulare vom Prismensystem so gering wie irgend möglich sein. Das hat auch den Vorteil, daß die Vignettierung bei Okularen mit etwas größeren Sehfeldblenden als 19mm minimal ausfällt. Um das zu realisieren, müßte man die originalen Steckhülsen komplett abschrauben und durch entsprechende Drehteile ersetzen. Man könnte auch die Dioptrienkorrektur demontieren, die alten Hülsen kürzen und einen Adapter "aufpfropfen". Damit steigt aber wieder die Gefahr der Vignettierung. Ich hatte mir schon mal vorgenommen, diesbezüglich bei der Teleskopschmiede in Berlin nachzufragen. Die Jungs haben das schon öfter mit Lomo Binoansätzen gemacht und wissen wie es geht. Frage sie doch mal, was der Umbau kosten würde. Das ist sicher nicht die billigste Lösung, aber dafür ist sie solide.
Eine Lösung für die Adaption von Mikroskopokularen auf 1" kenne ich nicht. Die Hülsen wären ja ziemlich dünnwandig: 24,5 - 23,2 macht 0,65mm Wandstärke. Wenn das auf der Drehbank ohne Probleme machbar ist, dann könnte man sich auf ebay aus der Rubrik Mikroskope preiswert einen alten CZJ Monotubus (gerade oder Winkeleinblick) für wenig Geld besorgen. Der Tubus hat innen 23,2 und aussen 25mm. Damit könnte man zum Dreher gehen ... Andere Lösungen kenne ich nicht. Adapter auf 1,25" kann man auch bei Astrohändlern (z.B. APM) anfertigen lassen. Das wird dann aber sicher teurer wie ein alter Monotubus von ebay, den man abdreht oder kürzt und mit reichlich Epoxidharz in eine alte 1,25" Steckhülse "einpasst" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...
Noch ein Nachtrag zur Sehfeldzahl. Ich hatte geschrieben, daß die Berechnung des scheinbaren Sehfelds bei komplex aufgebauten Okularen nicht stimmen muß. Sollte sie aber ... Die Sehfeldzahl dient ja dazu, aus eben dieser und der Maßstabszahl des Objektivs das wahre Sehfeld in mm zu bestimmen. Habe ich 20mm Sehfeldzahl und ein 10-faches Mikroskopobjektiv, so sehe ich im Mikroskop einen Bildkreis von 2mm aus meinem Präparat. Bei komplexeren Mikroskopokularen entspricht die Sehfeldzahl sozusagen einem "effektiven" Sehfeldblendendurchmesser. Über den Tangens bekomme ich auch damit das scheinbare Sehfeld mit guter Genauigkeit. Da Mikroskopokulare im Vergleich zu weitwinkligen Astrookularen kaum Verzeichnung im Randbereich aufweisen, sollte das genau genug funktionieren.
Die Russentonne habe ich leider <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> nicht mehr. Sie mußte schon vor einiger Zeit wegen Neuanschaffungen dran glauben. Die Gabelmontierung hatte ich vor Jahren mal im Astromarkt des alten Forums aufgetan. Sie stammt von dem russischen 80/800 Mangin-Cassegrain. Der wurde mal eine Zeit lang von Bresser gemeinsam mit der Gabelmontierung vertrieben, ist aber schon einige Jahre her. Leider gibt es kaum noch russische Optik bei Bresser, heute ist China modern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...
Frank.