Umgang mit langen Auskühlzeiten

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Jan1983

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Hallo Sternenfreunde,

als Anfänger, der mit dem C8 erste Beobachtungserfahrungen gemacht hat, ist mir schon aufgefallen, dass die langen Auskühlzeiten teilweise problematisch sind.

Mal schnell etwas beobachten, für eine halbe Stunde oder etwas länger ist nicht möglich, wenn man das Teleskop aus der warmen Stube erstmal auf den Balkon bringen muss und zwei bis drei Stunden warten muss, um es auskühlen zu lassen. Insgesamt muss man auch immer das Wetter im Auge haben. Abends das Teleskop rausstellen und morgens aufstehen, um Saturn und Mars zu beobachten, kann ja problematisch werden, wenn des nachts ein kleiner Schauer aufgekommen ist und man unverhofft vor einem nassen Teleskop steht.

Ich möchte Euch daher um ein paar Tipps bitten und allgemein Eure Vorgehensweise bei diesen Problem kennenlernen.

Beste Grüße

Jan
 
Hi Jan,

besorg dir doch einfach einen Behälter in dem das C8 OTA vor dem Wetter gschützt gelagert werden kann und stell das ganze dauerthaft auf den Balkon raus, lediglich im Sommer wenns draußen heiss wird sollte es im Haus gelagert werden.

Ich hab letztens z.B. beim Hornbach einen hohen Alukoffer für ~20€ gesehen, würde der C8 Tubus locker rein gehen.

Bei Dauerschlechtwetter oder Schneefall kannst das ganze ja trotzdem noch ins Haus holen.

Gruß, Gerry

 
Hallo


Kann ich nicht nachvollziehen das man 2 Stunden warten muss. Soo spontan ist das doch nie. Und dann fuer Planeten, das sind jetzt nicht die kritischsten Objekte.
Einfach schon mal raustellen, ich hab meines in einer Geoptik Huelle. Bis das aufgebaut ist geht auch noch mal Zeit ins Land.

Gruss

Peter
 
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Hallo Jan,

ich kann deine Bedenken und Erfahrungen nachvollziehen. Auch ich nutze eine C8. Meistens mache ich es so, dass ich das C8 2 bis 3 Stunden vorher auf dem Balkon auf einen Tisch packe und es dann auskühlen lasse. Wie du ja selbst schon erkannt hast ist es besonders wichtig dass Wetter im Auge zu behalten. Schon im Laufe des Tages weiß ich meistens ob es abends gute Bedingungen geben wird. Dazu schau ich auf SAT24 den Wolkenzug an. Daran kann man auch schon für die Nacht ziemlich sichere Prognosen machen. Noch dazu nutzt ich auch das Niederschlagsradar. Das gibt es auch auf SAT24. Damit sind dann gute Planungen möglich.

Ein C8 ist kein Gerät zum schnellspechteln. Dazu eignet sich ein Linsenfernrohr aber sehr gut. Am günstigsten und für viele Beobachtungen sehr gut geeignet ist ein Achromat mit nicht zu kurzer Brennweite. Ich habe einen 100/1000mm Achromat. Der ist sehr schnell einsatzbereit und reicht vollkommen fürs Spazierenschauen. Es ist eben sinnvoll mehrere Geräte zu haben, die sich in ihren Eigenschaften ergänzen. Das ist einfach auch der Grund warum viele Hobbyastronomen verschiedene Teleskope haben.



just my two cents


Gruß
Christian


PS: mal was witziges zum Regenradar. Neulich sagte ich zu meiner Freundin "ich guck mal schnell am PC ob es draußen regnet" :D Sie schaute mich seltsam an... :pfeif:
 
Es gibt da zwei Strategien:

Die eine heißt: rechtzeitig rausstellen und ggf. mit offenen Fenstern zum Beobachtungsplatz fahren. Das letztere ist zwar unangenehm, aber wie sagt der Filosof: there ist no free lunch in this world. Das setzt aber alles voraus, dass man früh genug weiß, dass es klar wird.

Die andere heißt: kauf Dir ein kleineres Zweitgerät, mit dem Du abends nach dem Job scheller reagieren kannst. So bin, alter Spiegelfan, ich zu meinem 90er APO gekommen. Wenn ich um 20.00 nach Hause komme und einen klaren Himmel vorfinde, hab ich keine Lust, eine halbe Stunde 40 Kilo Gepäck einzupacken, eine halbe Stunde rauszufahren und dann eine Stunde lang dem Spiegel beim Abkühlen zuzuschauen. Dann greif ich mir einfach die zwei Notfallkoffer und kann ruck-zuck anfangen.

Grüße,

Klaus
 
Hallo Jan,

die Auskühlzeiten sind wirklich problematisch! Auch für Planetenbeobachtungen muss der Spiegel anständig ausgekühlt sein. Sonst erkennt man die Wolkenbänder, Atmosphärenstrukturen, bzw. den GRF nur sehr schwer und sieht nur einen verwaschenen Ball.

Die Idee, mit einem gemütlichen Achromaten das Firmament zu erkunden, habe ich ebenfalls schon in Erwägung gezogen. Aber irgendwie denkt man sich doch sicherlich beim Beobachten ständig, wie das Objekt mit dem "großen Bruder" ausgesehen hätte/ würde. Daher habe ich den Plan dann doch wieder verworfen. Was mich allerdings immer noch reizt, ist ein gutes Fernglas mit Stativ :-)

Letztendlich finde ich den Vorschlag, das Teleskop in einer Schutzhülle, z.B im erwähnten großen Alukoffer, auskühlen zu lassen, durchaus überlegenswert

 
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Hallo Jan,

ich verwende das C8 zum Planetenfilmen und lagere es im Keller.
Einen Balkon habe ich nicht. Ich muss immer auf der Wiese vor meiner Wohnung aufbauen, was mir nur dann Spass macht, wenn die Wettervorhersage einen klaren Himmel vorhersagt.

Nachmittags lege ich das C8 in den Kofferraum meines Autos, wenn es dort etwas kühler ist, als im Keller. Während des Aufbaus hole ich es dann heraus.

Bei unklarer Wetterlage verzichte ich meist auf einen Aufbau und beobachte nur mit dem Dobson.

Gruß

Ronald





 
Hallo Jan,

bei guter Vorhersage stelle ich das Teleskop schon nachmittags auf die Terrasse (bisher nicht im Sommer, ich habs erst 1 Monat) und lasse es dann bis abends "zusammen" mit der Luft abkühlen.

Wenn ich es auch anfangs nicht so ernst genommen habe,- die Temperaturanpassung ist sehr wichtig, gerade bei hohen Vergrößerungen und DS sollte das Teleskop gut ausgekühlt sein.
Wie ich gelesen habe: pro 10°C delta T mind. 1 Stunde.

Gruß,
Reg
 
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Hallo Jan,

die krasse Variante ist halt jene, das SC aktiv zu belüften. Dann kann man eben auch mit 20 Minuten Auskühlzeit schon gute Bilder erwarten. Optimale Bilder brauchen sicher etwas länger. Nur ist ein solcher Umbau beim SC eine nicht ganz so simple Angelegenheit und von den Adressen, die das mal angeboten haben, weiß ich nicht, wer noch im Geschäft ist.
Es ist leider ziemlich dumm, dass die SC-Hersteller bei ihrem ganzen Berg an innovativem Krimskrams all die Jahrzehnte lang noch nicht auf den Trichter gekommen sind, diese Dinger mit ein paar sauber montierten PC-Lüftern und etwas Staubfilterung zu versehen...

Aber nun, wir wollen ehrlich sein: Der Kunde fragt's ja auch nicht nach, gell?!?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

Also ich fände die Idee gut. Auch für Maksutov Besitzer.
Hatte es schon mehr als einmal, dass ich das Teleskop bei knackigem Abendhimmel rausgestellt habe und nach 2 Stunden war es diesig - da wärs schon schön gewesen, ich hätte eher ran gekonnt.
Und wenn ich (im Winter) meine Kaffeemühle erstmal wieder reingestellt habe, wars das wegen Kondensation sowieso.

Gruß,
Reg
 
Zitat von Sven_Wienstein:
Aber nun, wir wollen ehrlich sein: Der Kunde fragt's ja auch nicht nach, gell?!?
Stimmt - wenn der Hersteller dies nicht anbietet, fragt er auch nicht danach :/

Wenn er es anböte, würde der "Kunde" schon fragen, was dies solle, und wir wären auf dem richtigen Weg.

Ich würde mir Temperatursensoren auf dem Spiegel und der Außenluft vorstellen. Eine Elektronik lässt den Lüfter jeweils solange laufen, bis eine Temperaturdifferenz von ca. 5° erreicht ist. Mit Einberechnung eines Feuchtesensors könnte man die Perfektion noch auf die Spitze treiben :)

Oder auch fest einen integrierten Tauschutz, den man bequem nach außen ziehen kann. Die nötigen Aussparungen für die Mechanik könnte man wieder seitlich zuschieben.

Auf solche Ideen kommt man natürlich nicht, wenn man als stolzer Hersteller die Teile nur im Showroom bestaunt.

Viele Grüße
Dieter

 
Hallo Dieter,

halte ich für Daneben, das Problem der Konvektionsströmungen entsteht nicht am Spiegel und Luftschlieren bilden sich auch noch, wenn die Temperaturdifferenzen <1°C sind. Das muss man alles mal probiert haben - aber man muss auch nicht das Rad neu erfinden. Ein dauerhaft langsam laufender und vibrationsarmer Lüfter mit einem simplen Handregler (der nicht auf die Stromversorgung, sondern auf die Regelelektronik wirkt) genügt aller vollständigst. Das ist keine Hexerei, sondern das machen ganz viele Leute so. Erfolgreich.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

das Problem ist doch, dass sich die Hersteller keine Gadanken dazu machen. Sie haben auch die Möglichkeit gleiche SCs unter gleichen Bedingungen nebeneinander mit und ohne Lüfter zu testen.

Die erste Grundlage zum Verbesserungswillen ist jedoch, mit der nötigen Auskühlzeit nicht zufrieden zu sein.

Viele Grüße
Dieter
 

hello,
schwitzen die spiegel eigentl.
nicht, wenn man den maki/schm.
vom winter wieder in die stube
reinholt?!


 
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Hallo faxfield

klar, das tun sie. Das ist genau wie bei ner Brille.

Warum beschlagen Brillengläser?

Ich denke, wenn man einen Spiegel oder eine Schmidtplatte abdeckt, wird das Phänomen geringer ausfallen oder ganz ausbleiben, weil durch das geringere Luftvolumen nicht mehr genügend Luftfeuchtigkeit in der Umgebung des Spiegels (Glaskörpers) vorhanden ist. Allerdings bleibt die Frage, ob eine Abdeckung sinnvoll ist. Dann vielleicht doch lieber an der Luft trocknen lassen und am nächsten Morgen abdecken.



Gruß
Christian
 
Hallo Christian,

die der Luft ausgesetzte Optik abzudecken, ist sinnvoll, ebenso, sie an der Luft trocknen zu lassen. Ich würde aber kein Entweder-Oder-Szenario daraus machen, sondern eine Sowohl-Als-Auch-Kombination.

Vor den Hereinholen mit einer Abdeckkappe abdecken, danach einige Zeit warten. Anschließend Kappe abnehmen und Tuch drüber, damit sich die Feuchtigkeit nicht staut.

Ist die Optik vor dem Hereinholen nicht beschlagen und die Kappe dicht, so würde ich nur die Kappe benutzen. Die Feuchtigkeit der eingeschlossenen Luft kann offensichtlich nicht kondensieren, die feuchte Luft von außen wird nicht eindringen, da sich die eingeschlossene Luft durch die Erwärmung ausdehnt.

Grüße

fquadrat
 
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