Unrealistische Kometendarstellung in Redshift5

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MiBe

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Die Himmelsdarstellung in RS5 lässt bezüglich Realität stark zu wünschen übrig.
Insbesondere werden völlig unbedeutende Kometen, die man wohl allenfalls im Fernrohr mit Objektivdurchmesser > 100mm suchen kann, völlig übertrieben dargestellt - selbst bei eingestelltem Helligkeitsfilter.

zB im November 2004 war der Komet "Biala" (unbekannt), "himmelsüberspannend" hingemalt, so dass man ihn eigentlich in der Realität nicht hätte übersehen können, wo er doch den halben östlichen Himmel eingenommen haben müsste.

Getoppt wird das noch für die Einstellung am 6.12.2005, wo aus dem Nichts (am 4.12.2005 noch nicht ansatzweise zu sehen!) ein vermeintlich riesiger Komet "Lexell" auftaucht, dessen Kern allein die Sternbilder Orion, Einhorn, großer Hund völlig überstrahlt.

Das wird wieder so ein Komet sein, den in der Realität kaum einer sehen kann.

Auch Dämmerungsphasen werden übertrieben lange dargestellt: In Mitteleuropa wird im Sommer in RS5 der Himmel die ganze Nacht nicht dunkel.

Die Darstellung der Milchstraße ist schlicht eine Zumutung und erinnert an Sharewareprogramme der 80er Jahre - eine Option, die man im Opjektfilter gleich ausstellen sollte.

Die Planeten werden stets mit ca. 100 facher Vergrößerung dargestellt, auch wenn man das ausdrücklich abstellt - kann man nämlich eigentlich im "Objektfilter-Fenster" tun.

Deepsky-Objekte werden willkürlich entweder übertrieben kräftig und bunt dargestellt (u.a. Rosetten-Nebel, Nordamerika-Nebel - so sieht man die selbst in dunkelster Nacht nie!) oder auch gleich mal ganz weggelassen
(Maggelansche Wolke, Pferdekopfnebel)

Ich habe den Eindruck, bezüglich Genauigkeit und Realitätstreue ist RS5 einfach schlampig programmiert.
Effekthascherei hat eine höhere Priorität als realistische Abbildung.

Ich kann keine Empfehlung für RS5 aussprechen !
 
Hallo MiBe!
Auch Dämmerungsphasen werden übertrieben lange dargestellt: In Mitteleuropa wird im Sommer in RS5 der Himmel die ganze Nacht nicht dunkel.
Je nach Breitengrad ist das aber korrekt: wenn du nördlicher als 48,5 Grad bist, dann gibt es die Zeit der "Weißen Nächte". Das bedeutet, dass die Sonne in unterer Kulmination im Norden weniger als 18 Grad tief unter dem Horizont steht. Mitten in Deutschland (50-51 Grad Nord) ist dann so ca. acht Wochen lang keine astronomische Dämmerung anzutreffen. Aus meiner Sicht liegt hier *kein* Fehler vor.

Die anderen von dir angesprochenen Punkte klingen gar nicht gut, aber da will ich nix zu sagen. Generell ist aber klar, dass Helligkeitsprognosen für Kometen sehr problematisch sind. Redshift kann nichts vernünftiges ausrechnen, wenn die Elemente und Helligkeitsparameter nichts taugen. Das betrifft aber jede Software, die Kometen darstellt. Garbage in, garbage out <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Redshift 1 habe ich mal gekauft, als es neu und hochgejubelt war. Die erste Version war nicht in der Lage, die Zeiten des Mondauf- und -untergangs in kniffeligen Sonderfällen korrekt zu berechnen. Das hat mich enttäuscht, da Redshift ja angeblich von einem Team von Dutzenden russischer Entwickler geschrieben wurde - und ich die MA/MU-Zeiten alleine korrekt hinbekommen habe. So schwer ist das dann auch wieder nicht. Der damalige Bug war aber geeignet, mein Vertrauen in die QS bei Redshift zu untergraben. Dazu kam dann noch, dass ich trotz Registrierung nie ein Upgrade-Angebot erhalten habe. Ich bin nicht bereit, für jede neue Version einer bereits gekauften Software wieder den vollen Preis hinzulegen. Das war's dann bei mir mit Redshift...

Gruß,
Tom
 
Hallo MiBe,

Du nimmst den Mund aber ganz schön voll! Und es ist wohl auch hier so wie es fast immer ist - laut gebrüllt und voll daneben gehauen! Hättest Du Dich z.B. mal dem Lexikon-Eintrag zu dem Kometen Biela auseinandergesetzt, dann hättest Du auch bemerkt, dass es diesen Kometen nicht mehr gibt und es sich hier lediglich um die Darstellung eines historischen Kometen handelt. Im Lexikon steht: Komet Biela

Ein Komet des 19. Jahrhunderts, der berühmt wurde, weil er vor seinem vollständigen Verschwinden in zwei Teile zerbrach. Ursprünglich war er 1772 von Montaigne von Limoges entdeckt worden. Bei seiner Wiederentdeckung 1826 konnte W. von Biela seine Bahn und deren 6,6 Jahre betragende Periode hinreichend genau berechnen, um den Kometen mit den beiden vorhergehenden dokumentierten Erscheinungen in Verbindung zu bringen. Als er 1846 wiederkehrte, bestand er aus zwei Teilen. 1852 waren die beiden Komponenten weiter als zwei Millionen Kilometer voneinander entfernt, folgten aber derselben Bahn. Seitdem wurde er nicht mehr beobachtet.

Ein November-Meteorstrom, die Andromediden, rührt vom Bielaschen Kometen her und trat gelegentlich, sowohl vor als auch nach dem Auseinanderbrechen des Kometen, brillant in Erscheinung.

Und mit Lexell verhält es sich ganz genau so. Auch hierzu mal den Eintrag aus dem Lexikon: Lexell (D/1770 L1)

Ein von C. Messier 1770 entdeckter Komet, der aber nach A. Lexell (1740-1784) benannt wurde, weil dieser dessen Bahn berechnete. Lexell konnte damit zeigen, daß der Komet 1767 dem Planeten Jupiter so nahe kam, daß er dadurch auf eine andere Bahn geriet, auf der er der Erde so nahe kam, daß er sichtbar wurde. Er flog damals in einem Abstand von 1.2 Millionen Kilometern an der Erde vorbei. Damit ist er bis heute der erdnächste beobachtete Komet gewesen. Im Jahre 1779 kam er Jupiter jedoch wieder sehr nahe und änderte dabei seine Bahn so stark, daß er nie wieder gesehen wurde.

Man muß halt vorsichtig sein, was man an Filtern einstellt und was nicht. Und man sollte sich auch schon mal etwas intensiver mit einem Programm beschäftigt haben, bevor man es in den Boden stampft. Das ist einfach nur unfair.

Zu den Dämmerungszeiten hast Du ja schon eine Antwort bekommen.

Was die Darstellung der Milchstraße angeht kann man geteilter Meining sein. Mir reicht das so, weil nur die Info wichtig ist, wo denn die Milchstrasse ist. Und wenn ich mich am Anblick der Milchstrasse erfreuen will, dann gehe ich vor die Tür und nicht vor den PC.

Deine Behauptung, dass die Planeten immer mit 100-facher Vergrößerung dargestellt werden ist schlicht falsch und unzutreffend. Bei mir auf jeden Fall nicht.

Deepsky Objekte werden fast immer nur durch ein Symbol dargestellt und nicht durch ein echtes Foto/Bild. Mann will damit lediglich andeuten, welchen Charakter das Objekt hat. So wird z.B. für alle Kugelsternhaufen immer das gleiche Symbol-Bild benutzt, egal wie das Objekt in Natura aussieht.

Und zu Deinem letzten Satz kann ich nur sagen, dass die Programmierer von Redshift auf jeden Fall sauberer programmiert haben als Du getestet hast.

Im Klartext. Die Berechnungen von Redshift stimmen, sind sehr genau und für die allgemeine Beobachtungspraxis mehr als ausreichend. Und von Effekthascherei kann absolut keine Rede sein!

Mit freundlichem Gruß
Toni Mayer
 
>Wenn ich mich am Anblick der Milchstraße erfreuen will, gehe ich vor die Tür und nicht an den PC.
Jo Toni, recht Du hast.
Ich nutze RS 5 ebenfalls als Beobachtungsplaner und Sternkartenlieferant. Und bin ebenfalls recht zufrieden damit. Die Objekte die ich damit aufgesucht habe waren auf jeden Fall alle an ihrem Platz. Über die Darstellungsart kann man sich zwar streiten aber das kann ein alpiner 7 mag Spechtler mit einem 3 mag Großstadtbeobachter auch.
CS Udo S
 
Voll getroffen, nicht danebengehauen. Kometen, die seit 1852 oder sogar 1779 nicht mehr beobachtet werden können, sollten eben für das Jahr 2005 auch nicht mehr angezeigt werden, denn es gibt die nicht mehr.

Also eindeutig schlampig recherchiert. Eine Update für die Kometendatenbank RS5 wäre also das Mindeste, was man erwarten dürfte.

Die Planeten werden in RS5 (zumindest mit dem letzten Update) immer scheibenförmig dargestellt.

Bei den Deepsky-Objekten kann man zwischen Symbol und Bild wählen. Die Symboldarstellung benutze ich nicht und auf die habe ich mich auch nicht bezogen.
Die Bilddarstellung ist jedenfalls oft willkürlich und man tut besser daran, Fotos aus dem Internet für die entsprechenden Objekte einzubinden bzw. zu ergänzen.

Außerdem sind die Bilder nicht für alle Kugelsternhaufen gleich, auch in Redshift nicht.

Ich denke mal, du hast dich nicht mit dem Programm auch nicht intensiv befasst, sonst würdest du wissen, dass man zwischen Symbolen (die sind natürlich immer gleich) und real aussehend sollenden Bildern wählen kann, und nicht behaupten, es gäbe nur Symbole, die - als solche - alle gleich aussehen müssen.

Und an den Berechnungen habe ich letztlich auch keine Mängel gefunden, sie mögen stimmen.

Wenn ich z.B. Sonnenaufgang / -untergang für meinen nächsten Urlaub in Teneriffa ermitteln möchte, kann ich das mit RS5 sicher tun. Wenn ich für Beobachtungen wissen will, wo ich Saturn suchen muss, wirds wohl auch richtig funktionieren.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Halo MiBe,

es soll doch tatsächlich mit Redshift möglich sein, sich den Himmel auch für sehr weit zurückliegende Zeiträume anzusehen, und dann will ich auch die Kometen sehen, die es damals zu sehen gab. Also müssen Sie auch in der Datenbank enthalten sein. Soweit dazu.

Wie, bitte schön, soll Redshift denn Planeten sonst darstellen. Planeten sind auch in den kleinsten Teleskopen als Scheiben sichtbar, im Unterschied zu stellaren Objekten. Also was gibt es da zu bemängeln. Außerdem hast Du ja nicht die scheibenförmige Darstellung bemängelt, sondern Du hast behauptet, Planeten würden immer mit dem Faktor 100 größer abgebildet, und dass ist nunmal nicht wahr.

Das man in Redshift zwischen Symbol und Bild auswählen kann ist absolut richtig. Aber es steht nirgendwo geschrieben, das dieses Bild dann auch das Bild des ausgewählten Objektes ist. Insoweit handelt es sich bei den Bildern halt doch um eine symbolhafte Darstellung - und ich habe auch genau das gesagt. Das dies nicht für absolut alle Objekte zutrifft ist auch richtig. Für ein paar Deepsky Objekte sind tatsächlich kleine Fotos des tatsächlichen Objekt eingebunden. Und wem das nicht reicht, der kann sich ja echte Bilder aus dem Internet ziehen und sie in Redshift einbinden, das geht nämlich auch, was übrigens ein weiterer Vorteil von Redshift ist.

Das ich mich mit dem Programm nicht richtig beschäftigt hätte ist eine ziemlich dumme Behauptung, die Du Dir hättest sparen können, denn Du hast offensichtlich nicht begriffen, was ich in meinem Beitrag ausgesagt habe. Und dann aus diesem Unverständnis heraus zu sagen, das ich das Programm nicht genau kenne ist schon ziemlich gewagt.

Und wenn Du hier im Plenum mal den Suchbegriff Redshift eingibst, wirst Du feststellen, dass es eine ganze Menge Leute gibt, die mit Redshift - genau wie ich - sehr zufrieden sind.

Mit freundlichem Gruß
Toni Mayer


 
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