Unterschied 10x42 gegenüber 10x50?

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anatolli

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Hallo an alle!

Nun gut die Öffnung ist größer bzw. kleiner, das ist mir klar.Daß das 10x50 nicht für Wanderungen optimal ist ist mir auch klar. Für unter Tags (Tageslicht) sind wahrscheinlich beide überdimensioniert, da finde ich mein 10x25 optimal bezüglich Größe/Gewicht/Leistung. Doch wie siehts bei Dämmerung und Sternenhimmel aus?
Sieht man mit dem 10x50 deutlich mehr oder ist der optische Unterschied im Verhältnis zum Größenunterschied so gering, daß sich das 10x42 durchsetzt.
Ist ein 10x42 und ein 10x50 eine Überbesetzung, wenn man sie nur für zu Hause einsetzt?
PS: Gemeint sind Leica 10x50,10x42;
vielen Dank für Eure Antworten
Martin
 
Hallo Martin!

Ist ein 10x42 und ein 10x50 eine Überbesetzung, wenn man sie nur für zu Hause einsetzt?
Die Kombination ist zumindest ungücklich. Wie Du schon geschrieben hast, ist der Öffnungsunterschied nicht besonders relevant. Die bessere Dämmerungsleistung hat zwar das 10x50, aber wozu braucht man die, wenn man nicht in der Dämmerung beobachtet?

Wenn Du den Wunsch nach zwei Gläsern hast, würde ich eher mit der Vergößerung beim 50er nach oben gehen (12x50), damit die wirkliche Auflösung steigt. Das sieht man schon mehr Sterne in der Milchstraße und bei offenen Sternhaufen, allerdings ist dann ein Stativ erforderlich. Dazu würde ein 7 bzw. 8x40 passen, was freihändig deutlich angenehmer ist, als ein 10x40.

Bei der Preisklasse, die Du angedeutet hast, sollte man für Astro eventuell ein Miyauchi 15x60 mit 45° Einblick + anständigem Stativ in Betracht ziehen. Das wiegt 1.800g, ist also schon ein Klopper. Das 12x50 Ultravid hat 1.050g, ginge terrestrisch noch freihändig, astronomisch überkopf nicht mehr.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Martin,

kenne mich zwar mit Leica nicht besonders aus, aber meine Erfahrungen mit 10x50 (was ich anfangs für das absolute
Ideal für Astro gehalten habe) sind inzwischen nicht mehr ganz so toll, wie ich mir das ursprünglich vorgestellt habe:
1) 10x50 ist kein "immer mit dabei Universal-Glas" mehr, da ist das Maximum für mich ca. 10x40
2) es zeigt astronomisch auch nicht so überwältigend mehr wie man es sich vorstellt, dafür sind eher 20x60 angesagt
oder für dunkelsten Himmel 11x80 oder Topqualität Fujinon 10x70
3) wenn es sich um ein wirklich gutes Top-Fernglas handelt wie Leica, wirst Du mit dem 10x42 am "realen" Himmel sicher
nur unwesentlich weniger sehen als mit dem 10x50 (die Helligkeitsempfindung im Auge geht logarithmisch, dadurch
brauchst Du die 4fache Objektivfläche für doppelt so hell - das wäre ein 11x80)
4) der Kontrast gegen den Himmel spielt eine sehr wichtige Rolle und da haben Gläser mit Pupille 3-4 den Vorteil
(20x60 = Austrittspupille 3, 10x40 =4)
Das 10x50 ist für mich inzwischen eher ein typisches Jäger-Dämmerungsglas, wobei da auch die Unterschiede zum
10x40 nicht unbedingt umwerfend sind, wenn man mal bedenkt, daß das halt auch nur so ca 1/4 Stunde lang
reicht bis es absolut zu dunkel ist (da ist dann vielleicht Nachtsichtgerät besser, kenne ich aber noch nicht aus eigener
Anschauung).

Bei "billigen" Einsteigergläsern bis so 200€ sind halt 10x50 noch bezahlbar und meist Porro, während die billigen
Dachkantgläser (da ist evtl. auch 500€ noch billig, s.Erfahrung von mir und R.Andreas mit Minox) doch recht
große Probleme mit Reflexen und Bildfeldwölbung haben können.
Wenn's ganz billig sein soll ist auch das Lidl 10x50 für ca. 25€ noch ganz brauchbar, bringt allerdings nicht mehr
als ein 10x30 Canon IS.

Kurz gefaßt: für immer dabei ist wohl ein Canon 10x30 IS wegen der Stabilisierung ein Optimum, wenn Wasserdichtigkeit
und Langlebigkeit nicht so im Zentrum stehen (der Stabi macht es freihändig optisch Klassen besser als jedes
andere 10x), für mehr sehen bei Astro incl. Mond würde ich ein Tento 20x60 mit/ohne Stativ (deep sky evtl. noch ohne)
empfehlen und für "absolutes Optimum bei dunkelstem Himmel" wohl ein Fujinon 10x70. Beide Gläser absolut
untauglich für andere Anwendungen. Oder ein Schrägeinblick-Miyauchi. Oder (billigst) das nächste Planetarium
bzw. das Internet, z.B. http://www.ne.jp/asahi/stellar/scenes/english/seikei.htm
(leider sind die meisten schönen deep sky Objekte halt mur fotografisch in voller Schönheit zu erfassen)

Gruß
 
Ergänzung nach "sagenhafter" Nacht mit Alpenhimmel:
in dieser Nacht war der Nordamerikanebel (NGC7000) so gut da, daß ich glaubte, ihn mit bloßem Auge sehen zu können!
Der Vergleich ergab:
Canon 10x30 IS : keine Chance, nur Schwärze wo er sein sollte
Tento 20x60 : dasselbe (beide Austrittspupille 3)
Olympus 10x50 DPSR: man sieht etwas, aber keine Details!

Wenn man dazu nimmt, daß ich den NGC 7000 mit dem 11x80 Danubia schon deutlich gesehen habe,
ist hiemit der Tatbestand bestätigt, daß mit AP5-7 bei flächigen, dunklen Objekten halt doch deutlich mehr
gesehen werden kann als mit AP 3-4

Gruß
 
Hallo,Herr Hanz,

Ich habe eine frage.

Die Miyauchi 20*77 IB hat 3,8mm AP. Heißt das, man sieht dem Nordamerikanebel, weniger detailreich als 11*80 oder 22*100?

Viele Grüße

Cihan
 
Hallo Herr Cihan,

leider kenne ich das Miyauchi 20x77 nicht, es unterliegt aber bezüglich Austrittspupille sicher den normalen
optischen Gesetzen: dunkelste Objekte werden mit voll geöffneter Pupille am hellsten auf die Netzhaut des
Auges projiziert und daher sind Ferngläser mit AP7 (von 7x50 bis 11x80, darüber kenne ich keine obwohl das
Fujinon 25x150 mit Pupille 6 sicher auch in diesem Bereich liegt) am ehesten geeignet sehr dunkle Objekte
(also mit geringster Flächenhelligkeit) zu zeigen.
Soweit die Theorie, in der Praxis hat sich das bei mir bisher kaum bestäütigt, aber ich beobachte auch die meiste
Zeit keine so dunklen Objekte (die auch nur bei optimal dunklem Himmel zu sehen sind). In der Praxis ist neben
der AP vor allem auch die Qualität der Vergütung entscheidend, da kann ein AP7 Glas mit schlechter Vergütung sicher
weniger zeigen als ein AP5 Glas mit guter. Deshalb war mir auch dieser Test mit dem NGC7000 = Nordamerikanebel
so wichtig, zeigt er doch ganz klar daß auch mehr Öffnung (Tento 20x60) und bessere Vergütung und optimaler
Kontrast (Canon 10x30 IS) eben die größere AP von 5 für solche Objekte nicht ersetzen können.

Also zurück zum guten alten Binoctem? Zumindest für so guten Himmel wohl eine schlüssige Folgerung, die viielleicht
Frank Schäfer (besonders auch was das Miyauchi betrifft) noch näher kommentieren könnte!

Gruß
 
Binoctem?

> Also zurück zum guten alten Binoctem? Zumindest für so guten Himmel wohl eine schlüssige Folgerung

Hallo hanz,

die Folgerung ist schlüssig, was soll ich da noch kommentieren? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Es geht doch nichts über ein Binoctem, mal abgesehen von einem Fujinon <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Abgesehen davon zählt für die Beobachtung von Objekten wie dem Nordamerikanebel wohl ein optimaler Kontrast zwischen dem lichtschwachen Nebel und dem Himmelshintergrund. Dazu muß man aber nicht zwingend 7mm AP haben. Ich habe den Nebel auch schon gut mit meinem 10x50 beobachten können und manchmal bilde ich mir ein, daß er sich bei besten Bedingungen im Nikon 10x35 ebenfalls zeigt. Deutlich einfacher ist er dann im 7x42 zu sehen. Was hier noch zählt, ist ein großes Sehfeld. Gerade NGC 7000 wird dann gut sichtbar, wenn man um das Objekt der Begierde genügend Raum hat. Solche ausgedehnten, lichtschwachen Exemplare leben in der Wahrnehmung als ganzes vom Kontrast, mit dem sie sich vom Hintergrund abheben. Habe ich 2 Grad Sehfeld, dann sehe ich den Nebel auch, aber es sind halt schon große Teile vom Sehfeld "erhellt". Habe ich 7 oder 8 Grad Sehfeld, dann sehe ich den Nebel eingerahmt von der "dunkleren" Umgebung. Eine ausreichend große AP brauche ich natürlich. Wie groß die sein muß, das kann man nur individuell herausfinden. Da spielt die Himmelsaufhellung am Beobachtungsort wohl auch eine Rolle.

Man kann sich natürlich auch einen Nebelfilter greifen und Jagd auf NGC7000 machen. Nur geht das eben nicht mit jedem Fernglas. Und wenn's nicht geht, dann hilft nur eine sehr gute Optik mit AP 5-7 und Kontrast ohne Ende. Ich glaube, hier sind wir uns einig.

In der nächsten klaren Nacht werde ich mich mit dem kleinen Miyauchi 15x60 über die Milchstraße hermachen. Es sollte mich wundern, wenn ich NGC 7000 nicht abschießen kann. Schaun wir mal ...

Frank.
 
Re: Miyauchi 15x60 und NGC7000

Hallo Frank,

wartest wohl auch immer noch auf die nächste gute Nacht? Ich auch. Aber mit AP4 gebe ich Dir ohne Filter keine große
Chance!

Gruß
 
Re: Miyauchi 15x60 und NGC7000

> wartest wohl auch immer noch auf die nächste gute Nacht?

Hallo hanz,

ich warte immer auf die nächste gute Nacht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Insofern also nichts neues. Oder beziehst Du die Frage auf das Miyauchi 15x60? Mit dem Minibino hatte ich inzwischen ein paar richtig klare Nächte (Nächte mit Mond nicht gezählt). Die dabei gesammelten Eindrücke waren ausreichend, um die auf Bezahlung wartende Rechnung vor Ablauf des Testzeitraums zu begleichen. Der Nordamerikanebel läßt sich übrigens gut mit dem Miyauchi einfangen, das gleiche gilt für den Cirrusnebel (den linken Teil). Für die Schwinge bei 52 Cyg wäre ein Nebelfilter angesagt oder eine Nacht in den Alpen. Eine Wanderung durch die Sternwolken im Schwan ist einfach eine Wucht! Es ist schon was feines, wenn man völlig entspannt im Beobachtungsstuhl lümmeln kann und sich nicht den Hals verrenken muß. Die Arme werden auch nach längerer Beobachtungszeit nicht schwer und Zittern tut auch nichts mehr. Das ist schon eine andere Qualität, als wenn man versucht, ein 10x50 einigermaßen ruhig zu halten. Seit ich das Miyauchi habe, rücke ich zum binokularen Spechteln nur noch mit diesem und einem 7x42 oder dem Nikon 8x30 für ein weites Sehfeld aus. Das beschränkte Sehfeld von etwas mehr als 3 Grad ist der einzige Nachteil, den ich beim Miyauchi sehe. Selbst mein geliebtes Dekarem bleibt zuhause. Die Kombi aus Miyauchi und einem Übersichtsglas ist in meinem Fall ideal für Beobachtungsorgien auf die Schnelle. Wenn ich mit Teleskop zu einem dunklen Standort flüchte, dann geht natürlich das Dekarem mit.

Frank.
 
Re: Miyauchi 15x60 und NGC7000

Hi Frank,
wie ich schon ein paar Mal durchblicken ließ, war ich von dem Miyauchi einst auf dem BTM auch sehr angetan. Wenn ich mein stabilisiertes Canon (15x45) nicht schon hätte ... hast Du mal Gelegenheit gehabt, das Miyauchi mit den 22x Okularen zu testen?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Miyauchi 15x60 und Okulare

Hallo Karsten,

> Wenn ich mein stabilisiertes Canon (15x45) nicht schon hätte ...

Sowas kann man doch verkaufen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

> hast Du mal Gelegenheit gehabt, das Miyauchi mit den 22x Okularen zu testen?

Ja, ich habe die Dinger gleich mit gekauft. Wie man beispielsweise auf der HP von Christian Losch lesen kann, sind die 22x Okulare von der Randschärfe nicht so toll. Dafür hat man halt WW feeling. Es scheint recht unterschiedliche Geschmäcker zu geben, was die Auswahl der Standardokulare betrifft. Christian schreibt, daß er die 22x Okulare favorisiert. Ich gucke lieber mit 15x, auch wenn dann "Plössl-feeling" aufkommt. Das hängt im wesentlichen von den Objekten ab, die man beobachten will. Wenn es in die Milchstraße geht, dann ziehe ich die größere AP vor. Nordamerika- oder Cirrusnebel sind damit deutlich einfacher zu sehen, auch bemerkt man bei gutem Himmel einen Hauch der Nebel um Gamma Cygni. Bei 22x wird es hier schon ziemlich duster. Anders sieht die Sache bei offenen Sternhaufen und helleren Galaxien aus. Hier ist man mit 22x besser bedient. Da der AP Abstand bei den 22x Okularen schon ziemlich knapp ist, wird es bei hoch stehenden Objekten etwas schwierig. Wenn der Schwan in Zenitnähe steht, dann muß man ja auch den Kopf ziemlich weit nach hinten neigen. Und hier sind die 15x Okulare wegen dem größeren AP Abstand angenehmer im Einblickverhalten. Der liebe Gott hat aber ein Einsehen mit den geplagten Miyauchi Nutzern: die Anzahl der offenen Sternhaufen im Schwan hält sich in Grenzen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Schöner wäre es natürlich, wenn man Fremdokulare nutzen könnte. Ich werde mich auf jeden Fall auf die Suche nach einer mittleren Vergrößerung machen. Okulare um die 18x oder 19x bei gemäßigtem WW Effekt wären eigentlich ideal. Eventuell könnte man bei den Mikroskopikern fündig werden. Zeiss hat tolle Weitfeldokulare mit 15,6mm Brennweite und Sehfeldzahl 16 bei den Stereomikroskopen. Das wäre dann 19x mit ca. 54 Grad scheinbarem Sehfeld. Ich könnte mir vorstellen, daß die Zeiss Vergütung einem schön kontrastreichen Bild entgegen kommt. Es kann aber gut sein, daß so ein Okularpaar teurer ist wie das Miyauchi mit Wechselokularen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />. Um beim Miyauchi in den Fokus zu kommen, braucht man ja Okulare mit außen liegender Sehfeldblende und einem maximalen Durchmesser der Steckhülse im Miyauchi eigenen Format. Ist halt alles nicht so einfach. Ich werde mal nachforschen, was die drei anderen Mikroskophersteller im Angebot haben und ob man solche Okulare für das Miyauchi anpassen kann.

Das Problem bei den Miyauchi Okularen ist der Wechsel im dunkeln. Das ist eine ziemliche Fummelei, die auf Dauer nervt. Die Okulare verkanten gern beim Einstecken und man ist beim Wechseln immer ein Weilchen beschäftigt. Nun werden die Miyauchi's schon so lange gebaut und den Konstrukteuren fällt einfach keine intelligente Lösung ein.

Frank.
 
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