Venus 24.3.

Canonist

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Hallo zusammen.
Bei dem guten Start in die Woche gelang auch wieder eine Venusbeobachtung. Beleuchtung gerade mal ein Prozent, Sichel verschiebt sich jetzt nach links, da Venus bereits deutlich auf der Morgenseite der Sonne. Abstand zur Sonne am Himmel rund 8,5 Grad.
Diesmal mit dem R-Filter aufgenommen, das ergab das schärfste Ergebnis, noch besser als IR 685. Schön erkennbar ist die unterschiedliche Helligkeitsverteilung entlang des beleuchteten Teils. Die hellste Stelle ist jetzt Richtung 8 Uhr gewandert. Ausmessung der Hörnerspitzen ergab ca. 215 Grad. Mehr als vorgestern!
CS
Rudolf
 

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Moin,
hmmm ... der Messkreis ist aber nicht ganz zentrisch :geek:

aber mal 'ne andere (-vielleicht ja dumme, sorry - ) Frage: die Lage des Terminators, und damit auch die innere Begrenzung der Sichel ist doch eigentlich nur die die Position von Sonne und Venus alleine bestimmt, oder? Die äussere Begrenzung, was quasi die Dicke der Sichel ausmacht, hängt natürlich dann noch davon ab, aus welcher Position wir auf der Erde dann drauf schauen.
Die Sichel müsste also immer senkrecht zur Verbindungslinie Venusmitte-Sonne ausgerichtet sein, und damit die hellste Stelle entlang der Sichel auch immer genau in der Mitte liegen, wenn man, wie es ja im visuellen Spektralbereich bei Venus der Fall ist, von einer komplett diffusen Lichtstreuung ausgehen kann.
Bzw., perfekt ist nix, auch rein diffuse Labert-Flächen zeigen ja bei streifendem Lichteinfall einen gewissen spielgenden Anteil, also m.o.w. einer Vorwärststreung. Aber auch dieser 'Sonnenreflex' müsste dann immer in der Mitte der Sichel liegen, oder?
Hmm ?
VG -CptB
 
Hi.
Was meinst Du mit nicht zentrisch? Dass der Messkreis nicht genau auf dem Planetenrand liegt? Das sollte das Ergebnis aber nicht bedeutsam ändern, solange die Mitte stimmt.
Deine Grundannahme zum hellsten Reflexbereich teile ich grundsätzlich so. Das wäre wohl die ideale Theorie.
Tatsächlich habe ich aber am selben Tag auch eine Aufnahme mit CH4-Filter gemacht und die scheint zwei Helligkeitsschwerpunkte zu haben. Der zweite lag etwa bei 6 Uhr. Insofern scheint mir die Praxis von der Theorie abzuweichen. Warum, wäre die interessante Frage.
CS
Rudolf
 
Hi nochmal,
danke für die Erläuterungen, dann liege ich also grundsätzlich richtig. Dass die hellste Stelle der Sichel jetzt doch vom Solarpoint abweicht, dafür kann ja dann eigentlich nur die Atmosphäre in Frage kommen. Die Annahme der weitgehend diffusen Reflexion ist anscheinend zu ideal. Streifender Lichteinfall auf Wolken in unterschiedliche Höhen erzeugt ja u.U: auch kontrastreiche Schattierungen.
Die Sache hat mich halt interessiert, weil ich in meiner (ziemlich improvisierten) Aufnahme einen deutlich hellen Bereich der Sichel abseits der Mitte bemerkt habe, was ich mir nicht erklären konnte (Wird in diesem Fall aber aufgrund der schlechte Datenqualität wohl eher ein Artefakt sein).
Aber In den Aufnahmen auf ALPO sowie hier im Forum auch sieht man ebenfalls helle Bereich an verschiedenen Positionen., d.h. da ist grundsätzlich wohl doch was reales dran, die Atmosphäre wird da wohl schon etwas mitmischen.
VG -CptB
 
Hallo CptB,
in der Venusatmosphäre sind metalische Partikel in Kristalform vorhanden. Diese erzeugen im UV-Licht das streifige wolkige Aussehen. Um was es sich bei diesen Partikeln handelt ist immer noch rätselhaft. Die Reflektion erfolgt eher wie an einer verchromten Kugel.
Viele Grüße Frank
 
Hallo Carsten, Frank.
Das ist in der Tat eine interessante Frage. Ich füge daher noch ein weiteres Bild vom 24. März an, diesmal statt R-Filter in CH4 aufgenommen. Ich habe darin mit einem Strich zwei Bereiche begleitet, die heller sind als der Rest (mindestens sehe ich das so...). Das würde tatsächlich dafür sprechen, dass atmosphärische Umstände die Reflektion durchaus beeinflussen könnten. Die CH4-Version weicht im Übrigen von der R-Version damit ab. Dort war nur ein Helligkeitsmaximum etwa bei 8 Uhr feststellbar.
Leider muss man zu den meisten Venusergebnissen aus der zweiten Märzhälfte, wo dieses Thema interessant wurde, feststellen, dass die Beobachter sie für eine entsprechende Auswertung schlecht aufgenommen haben. Die Sichel ist in fast der Hälfte aller Beobachtungen derart ausgebrannt, dass keine Helligkeitsverläufe mehr rekonstruierbar sind. Die meisten werden ein solches Phänomen wohl auch nicht auf dem Plan gehabt haben. In einigen Fällen ist zu markante Nachschärfung schuld am Ausbrennen. Einige wenige Aufnahmen lassen sich aber heranziehen, und da gibt es tatsächlich Inkonsistenzen.
Bevor man da aber gänzlich sicher sein kann, dass sie atmosphärischer Natur sind, bedürfte es eines Ausschlusses von Bearbeitungseinflüssen. Meine beiden gezeigten Venüsse sind bei nur drei Prozent Verwendungsrate gestackt. Ich müsste höhere Raten ausprobieren, um sicher zu sein, dass es auch dann die selben Helligkeitsverläufe gibt.
CS
Rudolf
 

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So, gleich ausprobiert.
Hier die CH4-Version mit 60% Verwendungsrate. Sie bestätigt das Ergebnis des 3-prozentigen Stacks, ich finde sogar die zwei markierten Helligkeitsschwerpunkte sind jetzt sogar noch deutlicher zu sehen.
Damit scheidet ein zufälliges Bearbeitungsartefakt aus, der Effekt darf als real angesehen werden.
Wäre die nächste Frage: Warum in CH4, aber in R oder IR685 so nicht zu sehen...?
CS
Rudolf
 

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