Canonist
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Hallo zusammen.
In den Wolkenlücken tagsüber habe ich gestern (30. Mai) nach Venus gesucht. Laut Guide stand sie 2,2 Grad von der Sonne entfernt. Weit genug weg, dachte ich mir, und hab's versucht. Die Auffindung war überraschend einfach, ich habe sogar gute Videos aufnehmen können, wenngleich enorme Mengen an Weidenpollen im Bild herumflogen, die im direkten Sonnengegenlicht sehr hell werden. Bilder dazu in einer späteren Mail.
Angespornt durch den Erfolg wollte ich es heute wieder probieren - nicht wissend, dass der Abstand sich nochmals auf 1,72 Grad verringert hat. Angesichts gut blauen Himmels (wenn mal gerade eine Wolkenbank vorüber war) dachte ich, Versuch macht klug. Sonne zentriert, Filter ab, sieben RA-Minuten nach links, ca.30 Minuten Deklination nach unten. Uaahhh: Hell!!!
Blick ins Okular ging nur mit zusätzlichen Filtern. Die größte Gefahr ging aber nicht unbedingt von der Sonne aus, die war noch gut außerhalb des Blickfeldes des Refraktor, sondern von überraschend heranziehenden Wolkenfetzen, die urplötzlich Sonnenhelle ins Okular brachten.
Wieder waren unglaubliche Mengen an Weidenpollen unterwegs, in mehreren gegenläufig verwehten Höhenschichten offensichtich, und nahe der Sonne noch heller als gestern. Das zweite große Problem bestand darin, in dem irren Gewusel eine stehenden Lichtfleck zu finden, von dem ich nicht wusste, wie hell er überhaupt so nah an der Sonne noch aussehen würde. Nach fast einer Stunde immer wieder durch Wolken erzwungener Pausen hat es dann am Nachmittag tatsächlich noch geklappt: Venus in nur 1,72 Grad von der Sonne!
Nach nochmal 20 Minuten hatte ich sie dann auch auf dem CCD-Chip. Die vier aufgenommenen Videos haben aber - bis auf eines - allen Bearbeitungsversuchen widerstanden. Weder AS2 noch das ansonsten robustere Giotto kamen mit den hellen Weidenpollen klar und addierten falsch.
Anstelle eines Bildes, das es zwar von einem der Videos gibt, aber auch nicht mehr als einen kleinen runden, hellen Punkt zeigt, weil ich nur bei 1600mm fokal aufnehmen konnte (mit Barlow zu viele Reflexe, noch mehr Helligkeit im Bildfeld, und Planet nicht mehr richtig zu finden) zeige ich deshalb gleich das Video:
Aufgenommen am 7"-Starfire mit IR-Pass-Filter und noch drei weiteren Gelb- und Orangefiltern vor der Kamera, weil niedrigstes Gain und kürzeste Zeit schon überbelichtet waren. Der Kontrast ist deutlich angehoben, visuell war Venus eine kleine blass-bläulich-weiße Scheibe inmitten von "Schneetreiben". Das zeigt ein anderes Farbvideo mit der ASI224MC ganz gut. Aus Platzgründen hier die DMK21-SW-Version in komprimierter Form:
www.diefotomaus.de/astro/Venus 31. Mai 2016.avi
(Bitte copy und paste in Browser, bei URL wird sonst nach dem Punkt abgeschnitten; sorry für die blöde Benennung)
Und merken: Don't do this at home - only in dedicated observatorys
CS (jetzt rücken gerade die Gewitter an, von denen wir bislang noch gar nichts hatten)
Rudolf
In den Wolkenlücken tagsüber habe ich gestern (30. Mai) nach Venus gesucht. Laut Guide stand sie 2,2 Grad von der Sonne entfernt. Weit genug weg, dachte ich mir, und hab's versucht. Die Auffindung war überraschend einfach, ich habe sogar gute Videos aufnehmen können, wenngleich enorme Mengen an Weidenpollen im Bild herumflogen, die im direkten Sonnengegenlicht sehr hell werden. Bilder dazu in einer späteren Mail.
Angespornt durch den Erfolg wollte ich es heute wieder probieren - nicht wissend, dass der Abstand sich nochmals auf 1,72 Grad verringert hat. Angesichts gut blauen Himmels (wenn mal gerade eine Wolkenbank vorüber war) dachte ich, Versuch macht klug. Sonne zentriert, Filter ab, sieben RA-Minuten nach links, ca.30 Minuten Deklination nach unten. Uaahhh: Hell!!!
Blick ins Okular ging nur mit zusätzlichen Filtern. Die größte Gefahr ging aber nicht unbedingt von der Sonne aus, die war noch gut außerhalb des Blickfeldes des Refraktor, sondern von überraschend heranziehenden Wolkenfetzen, die urplötzlich Sonnenhelle ins Okular brachten.
Wieder waren unglaubliche Mengen an Weidenpollen unterwegs, in mehreren gegenläufig verwehten Höhenschichten offensichtich, und nahe der Sonne noch heller als gestern. Das zweite große Problem bestand darin, in dem irren Gewusel eine stehenden Lichtfleck zu finden, von dem ich nicht wusste, wie hell er überhaupt so nah an der Sonne noch aussehen würde. Nach fast einer Stunde immer wieder durch Wolken erzwungener Pausen hat es dann am Nachmittag tatsächlich noch geklappt: Venus in nur 1,72 Grad von der Sonne!
Nach nochmal 20 Minuten hatte ich sie dann auch auf dem CCD-Chip. Die vier aufgenommenen Videos haben aber - bis auf eines - allen Bearbeitungsversuchen widerstanden. Weder AS2 noch das ansonsten robustere Giotto kamen mit den hellen Weidenpollen klar und addierten falsch.
Anstelle eines Bildes, das es zwar von einem der Videos gibt, aber auch nicht mehr als einen kleinen runden, hellen Punkt zeigt, weil ich nur bei 1600mm fokal aufnehmen konnte (mit Barlow zu viele Reflexe, noch mehr Helligkeit im Bildfeld, und Planet nicht mehr richtig zu finden) zeige ich deshalb gleich das Video:
Aufgenommen am 7"-Starfire mit IR-Pass-Filter und noch drei weiteren Gelb- und Orangefiltern vor der Kamera, weil niedrigstes Gain und kürzeste Zeit schon überbelichtet waren. Der Kontrast ist deutlich angehoben, visuell war Venus eine kleine blass-bläulich-weiße Scheibe inmitten von "Schneetreiben". Das zeigt ein anderes Farbvideo mit der ASI224MC ganz gut. Aus Platzgründen hier die DMK21-SW-Version in komprimierter Form:
www.diefotomaus.de/astro/Venus 31. Mai 2016.avi
(Bitte copy und paste in Browser, bei URL wird sonst nach dem Punkt abgeschnitten; sorry für die blöde Benennung)
Und merken: Don't do this at home - only in dedicated observatorys
CS (jetzt rücken gerade die Gewitter an, von denen wir bislang noch gar nichts hatten)
Rudolf