Venus am Abendhimmel

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coltrane

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Nachdem ich es endlich geschafft habe mich hier einzuloggen,
muß ich unbedingt von einer ganz besonderen Beobachtung
berichten. Am 31.08. habe ich versucht, die Venus am Abendhimmel
zu finden. Nach einem kurzen Blick ins Himmelsjahr war ihre
Position festgestellt: Gleiche Deklination wie die Sonne, bei
3,5 Grad Abstand. Mit meinem 10x50 Fernglas begann ich ohne
große Zuversicht die Suche. Aber schon nach wenigen Sekunden
hatte ich Erfolg. Überraschend deutlich war Venus zu sehen
(das Wetter war allerdings auch nahezu perfekt).
Ein einmaliger Anblick: Direkt neben der Sonne (die etwa 20 Minuten
vor ihrem Untergang auch ohne Filter angenehm zu sehen war) noch
einen anderen Himmelskörper zu sehen. Die Helligkeit dieses
Planeten ist einfach ein Phänomen.
Ich freue mich schon auf das nächste Frühjahr, da ist Venus
endlich wieder als strahlender Abendstern zu sehen. Wer denkt
daß Mars momentan sehr hell ist, der soll sich schon mal auf
was gefaßt machen. Im Vergleich mit Venus ist er einfach nur blaß.
 
Hallo Coltrane,
mach das möglichst nie wieder...
Mit dem Feldstecher in Sonnennähe zu beobachten heißt mit dem Feuer zu spielen!
Selbst bei Sonnenuntergang ist die Sonne meist noch viel zu hell, um sie gefahrlos im Feldstecher
ansehen zu können. Meist heißt das B L I N D H E I T... also nie mit einem Teleskop, und sei es auch
noch so klein, in die Sonne schauen. Ich spreche aus Erfahrung! Ich habe mir mit einem 75mm Newton
das rechte Auge verblitzt, als der Okularfilter platzte! Also VORSICHT !!!
CS
Timm
 
Hallo Timm,
Deine Bedenken in Ehren, aber das war absolut harmlos.
Außerdem bin ich kein Anfänger mehr und weiß selbst
wie gefährlich das sein kann.
Ich habe ja nicht direkt in die Sonne gesehen, sondern diese
meistens außerhalb des Gesichtsfeldes gehalten
Desweiteren bezweifle ich, daß die Sonne so nah am
Horizont noch Schaden anrichten kann. UV-Strahlung
kommt da bestimmt keine mehr durch und die Helligkeit
war auch nicht so schlimm. Da tut ein bei Nacht
entgegenkommendes Auto schon mehr weh.
Außerdem konnte ich mir diesen einmaligen Anblick
nicht entgehen lassen. Was nimmt man als Sternen-
beobachter nicht alles in Kauf.
 
Hi Coltrane,
das sollte natürlich kein "Schulmeistern" oder Besserwissen sein, sondern für die gemeint, die keine
Ahnung haben und nun die Venus in Sonnennähe suchen wollen! Denn gefährlich ist es immer.
CS
Timm
 
Moin!

Ich meine auch: Das, was Du da getrieben hast, war eine sehr gefährliche
Sache. Du kannst mir auch nicht erzählen, daß Du einerseits die Venus sehen
konntest und andererseits behauptest, die Sonne würde hier keinen Schaden
mehr anrichten.
Ich hab' zwar auch "Ahnung", würde aber trotzdem nicht mit dem ungefilterten
FG so nah an der Sonne herumfuhrwerken. Da ist mir mein Augenlicht zu schade für.
 
Nur zur Information,
ich habe schon viele Sonnenauf- und Untergänge
im Fernglas beobachtet und kann immer noch
einwandfrei sehen. So lange die Sonnenstrahlen
keine Schmerzen verursachen sehe ich da
kein Problem. Außerdem habe ich ja die Venus
beobachtet (und werde es wieder tun) und nicht
die Sonne.
 
also ich dachte, Du bist ein "ernshafter Beobachter" und dann schreibst Du sowas.
Meine Augen sinds jedenfalls nicht-des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Klarinetto
 
Hi Klarinetto,
ich geb dir recht... ich wollte es aber nicht so krass sagen
und nur Nachahmer warnen!
Es sollte sonst besser heißen: des Blinden Wille ist sein Himmelreich.
CS
Timm
 
Also ich weiß gar nicht was ihr habt.
Klar muß man bei so etwas vorsichtig sein,
aber so schlimm war's nun wirklich nicht.
Die Sonne ist in dieser Position nichts weiter
als eine helle Fläche. Wenn ich bei Nacht in eine
Taschenlampe sehe tut das mehr weh ist aber
ebenfalls völlig ungefährlich.
Alle Anfänger seien aber trotzdem gewarnt,
das ist schon richtig.
Noch ein Wort zu meinem Freund Klarinetto:
Jetzt verfolgst du mich schon Threadübergreifend,
naja, ich werde schon wieder zurückschlagen.
 
Hi Coltrane,
nicht für dich, sondern für alle Nachmacher:
Wenn man die Sonne (-27m) nur als "helle Scheibe" sieht, sieht man die Venus (-3m) um 24 Größenklassen schwächer! Da sieht man aber nix von der nur 3,5° entfernten Venus! Und wenn Venus sichtbar wäre, ist die Sonne zu gefährlich! Da spielt man mit dem Feuer...
Also bitte nicht so nachmachen, sondern mit einem Trick arbeiten: Man stellt sich so auf, dass die Sonne durch ein
Haus verdeckt ist. Dann kann man es ja versuchen. Die Venus steht jetzt links der Sonne.
Aber Vorsicht! Beobachtung auf eigene Gefahr!!!
CS
Timm
 
Hallo coltrane,

ganz schön leichtsinnig, was Du da spielst:

Ich habe ja nicht direkt in die Sonne gesehen, sondern diese
meistens außerhalb des Gesichtsfeldes gehalten

Das heißt also, teilweise hattest Du die Sonne im Gesichtsfeld. Nicht verwunderlich bei einem so kleinen Abstand zwischen Zielobjekt und Sonne.

UV-Strahlung
kommt da bestimmt keine mehr durch und die Helligkeit
war auch nicht so schlimm. Da tut ein bei Nacht
entgegenkommendes Auto schon mehr weh.

Auch visuelles Licht schadet. Im übrigen geht es nicht um Schmerz, sondern um die Energiedosis, die Deine Netzhaut abbekommt. Du spürst wahrscheinlich gar keinen Schmerz, während das grelle Sonnenlicht in Deinem Auge zerstörerische photochemische Reaktionen in Gang bringt. Sag bloß, Du weißt das nicht?!

Wenn der Himmel so klar war, daß Venus nicht vom Streulicht der Sonne überstrahlt wurde, dann merkst Du erstens kaum, wenn Du Dich mit Deinem Feldstecher der Sonne näherst. Zweitens ist die Extinktion dann so gering, daß von einer gefahrlosen Beobachtung aufgrund der Horizontnähe keine Rede sein kann.

Was nimmt man als Sternen-
beobachter nicht alles in Kauf.

Den Verlust des eigenen Augenlichts riskieren nur die dümmsten unter uns.

calzone, tu was Du willst. Aber behalte im Hinterkopf, daß hier auch Unerfahrene mitlesen. Denen muß man klar sagen: So wie Du darf man da keinesfalls herangehen.
 
Du kannst nicht verlangen, dass wir hier ruhig stillsitzen, wenn wir der Meinung sind, dass dein Beobachtungsverhalten riskant ist.

Ich bin kein Pathologe sondern Physiker, allerdings einige berufliche Kenntnisse im medizinischen Bereich habe ich schon.

A) Vorsicht vor der Annahme, Schmerz oder der Helligkeitseindruck ist ein Hinweis für die Gefährlichkeit von Strahlung. Die fiesesten Strahler sind die Infrarotlaser, die zerstören dir völlig schmerzlos deine Netzhaut, ohne das du das überhaupt mitbekommst und dich per Lidschluss schützt. Dies deshalb, weil die Netzhaut wie viele innere Organe keine Wärmerezeptoren hat. Tödliche radioaktive Strahlung tut ja auch nicht weh.

B) Preisfrage ist: Was schmerzt eigentlich bei hellem Licht? Wenn du dunkel adaptiert bist, dann haben sich in deinen Netzhautzellen, genauer den Stäbchen viele Moleküle des lichtempfindlichen Rhodopsin in den Stäbchen angesammelt. Fällt nun massiv Licht auf die Stäbchen, wird das Rhodopsin chemisch umgewandelt und die Stäbchen feuern wie verrückt el. Signale ans Hirn.

Das ist eine gewaltige Energieverschwendung, deswegen warnt das Hirn mit dem Blendschmerz den Körper, die Lichtintensität zu reduzieren, zB in Form der Irisverengung oder des Abwenden von der Lichtquelle. Nach einigen Minuten ist das Auge auf die Helligkeit adaptiert, es existiert weniger Rhodopsin im Stäbchen. Deshalb schmerzt der Blick in die Taschenlampe im Dunkeln so wie ein Blick bei Tageslicht in die Sonne. Die Energieleistung einer Taschenlampe ist allerdings deutlich geringer als die der Sonne, wie du mir hoffenlich glaubst.

C) Eigentlich würde ich die größte Gefahr von dem menschlichen Auge als relativ dunkel wahrgenommenen Rot und dem für den Menschen unsichtbaren nahen Infrarot erwarten. Diese Spektralanteile werden bis ins nahe Infrarot genauso von den Linsen gebündelt (Brennglas!), sie werden trotzdem im Auge nicht als besonders hell wahrgenommen und dürften bei Sonnenuntergang von allen Lichtanteilen am besten durch die Atmosphäre dringen(bin mir da nicht 100% sicher, http://www.wisag.ch/images/Gross7_CD2.gif), jedenfalls deutlich besser als UV-Licht. Ich laß mich aber gerne eines besseren belehren.

D) Es gibt viele Fälle in den früheren Jahrhunderten, wo Forscher, wie zB Carsten Niebuhr, durch Starren auf helle Flächen im Alter blind wurden. Wie der verzögerte pathologische Mechanismus funktioniert, weiß ich nicht, aber wie beim Gehirn gibt es wohl verschiedene Formen von kranken/ inaktiven/ "toten " Zellen, und wenn eine Sehzelle andgültig abgestorben ist, dann kann sie nicht mehr durch evtl. Teilung von Nachbarzellen ersetzt werden.

Das Thema erinnert mich verflixt an die Laserdiskussion. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
Ich verfolge dich nicht...
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
warum auch?
Anfänger dürfen mit Filter schauen, und Massa Coltrane mit seiner allübergreifenden Beobachtungserfahrung darf "Ohne"..

Da hilft nur Sarkasmus.

Klarinetto
dems mal wieder so richtig Spaß macht hier...
 
Da geb ich euch Recht, man kann mit Sonnenstrahlung nicht vorsichtig genug sein und sich da auch nicht auf eventuelle Schutzreflexe unserer Augen verlassen. Damit dem Thema immer wieder Nachdruck verliehen wird finde ich diese Diskussion durchaus sinnvoll.
Wie verhält es sich eigentlich im Alltag wenn man mal so aus Versehen ganz kurz in die Sonne gerät z. Bsp. wenn man mit dem Auto um die Ecke kommt und die tiefstehende Sonne plötzlich genau da ist oder man durch ein Fensterglas mit der Reflexion geblendet wird? Auch beim "dranvorbeisehen wollen" kann man selbst mit Sonnenbrille was ungesundes abkriegen. Werden solche Ereignisse vom Körper als Dosis abgespeichert führt das später dann zu Augenschäden? Gut, ohne optische Lichtsammler siehts vielleicht nicht ganz so gefährlich aus bei sehr kurzen Momenten. Aber vorkommen kann das ja.
Unsere Augen sind nunmal die nichtersetzbare Endoptik im System, da nutzt im Schadensfall der teuerste Apo vorm Okular nichts mehr...

Grüße Steffen
 
Um den Effekt wirklich abschätzen zu können, müßte man wohl eine kontrollierte Studie dazu durchgeführt werden, aber das bekommt man wohl nicht durch die Ethikkommission. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Oder zumindestens eine Tierstudie mit anschliessender histologischer Überprüfung.

Ich argumentiere mal aus evolutionärer Sicht (mache ich häufig, wenn ich nicht mehr weiter weiß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> ).
Jagdopfer werden wohl häufiger in Richtung Sonne gestanden haben, und da wäre es für das Überleben unserer Vorfahren wohl schlecht gewesen, wenn sie vor dem 35 Lebensjahr schwere Augenschäden davongetragen hätten. Der evolutionäre Druck für den Menschen, der sich zu 90 % auf den Augensinn verlässt, wäre wohl immens groß. Die Menschen lebten in Kleingruppen zusammen, da war ein Ausfall eines erwachsenen männlichen Jägers gleich existenzbedrohend.
Gelegentliches kurzfristiges Hingucken dürfte wohl daher nicht schwer schaden. Genaues weiß ich aber nicht und die Leute wurden damals auch nur 35 Jahre alt.
Wenn man aber tagsüber minutenlang in die Sonne blinzelt oder gar mit einer UV- oder infrarotdurchlässigen "Sonnen"-Brille in die Sonne schaut , dann sind schwere Augenschäden vorprogrammiert und auch vielfach dokumentiert (gerade die SoFi nach dem Weltkrieg).

Etwas anderes ist es IMHO, wenn man mit einer Linsenoptik die Energie einer großen Fläche auf einem Punkt bündelt. So ein Fernglas sammelt knapp 300 mal mehr Licht ein als das unbewaffnete Auge, und so kann denn ein Sonnenuntergang, der für das unbewaffnete Auge noch ungefährlich sein mag, mit dem Fernglas brandgefährlich werden.
 
Alles klar, ich hab's ja kapiert.
Sonnenbeobachtung ist gefährlich und das
habe ich auch nie bestritten.
Allerdings mit einer Einschränkung:
Steht die Sonne weniger als 1 Grad über dem
Horizont, ist sie absolut harmlos, sonst wäre
wohl die halbe Bevölkerung blind.

Ich habe in meinem ersten Beitrag geschrieben,
daß die Sonne "angenehm" zu sehen war.
Dieser Begriff war allerdings nicht ganz
zutreffend, aber ich konnte ja nicht ahnen, welchen
(berechtigten) Aufruhr das verursacht.
Tatsächlich war die Sonne an jenem Tage noch
blendend hell, und eine Beobachtung riskant.
Aber wie schon mehrfach gesagt, habe ich
die Venus beobachtet; das mit der Sonne habe ich
nur beiläufig erwähnt - das war schon sehr unüberlegt.
Ich kann allen versichern, daß ich die Sonne nur
dann beobachte, wenn sie lediglich als blaßrote
Scheibe am Horizont steht.


 
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