Verblendung von 2-Spiegel und Nasmyth Systemen

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Schwastian Beinsteiger

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Hallo allerseits,

ich suche nach Tipps wie man eine vernünftige Verblendung Plant und einrichtet, für 2 Spiegel Systeme wäre ein solider Start, für Nasmyth umso besser, falls man da überhaupt sowas noch benötigt.

Den Breitenverlauf kann man sich ja ungefähr vom Strahlengang ableiten, aber bei der richtigen Länge hörts dann auf.
Manche Programme zeigen das zwar an, aber mehr als "Ok... aber WIE?" kommt da auch nicht bei raus bzw. manchmal tut sich der Computer auch schwer mit der angegebenen fs Größe und macht die Blende fast so groß wie den HS was überhaupt keinen Sinn ergibt.

Wäre dankbar wenn mir da jemand weiterhelfen kann, ob jetzt mit einer Formel, einer Annäherung oder als Beschreibung ist erstmal egal.
Meinetwegen auch eine Skizze falls jemand Bock drauf hat anhand der Daten was zu konstruieren.

mit freundlichen Grüßen
Florian
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Idealerweise zieht man das rückwärts auf. Einfach mal die maximal möglichen "Blickachsen" von Mitte und Rand vom OAZ durch den Tubus einzeichnen. Die Blenden sollten so groß sein, dass von dem beabsichtigten ausgeleuchteten Feld auch vom Rand keine direkte Sichtlinie an den optischen Elementen vorbei aus dem Teleskop heraus existiert.
Wenn beim Newton zB der Tubus vorne schon direkt nach dem OAZ aufhört, kann man oft durch den OAZ am FS und Tubusrand vorbei direkt in die umgebung schauen, oder bei Cassegrain-artigen von hinten am Blendkragen vorbei direkt nach draußen, das muss verhindert werden, während ein winziger spalt am äußersten GF Rand ggf toleriert werden kann.
Außerdem sollten sie auf der Achse nicht in den Strahlengang hineinragen und am besten auch die Randausleuchtung nicht zu stark beschneiden.
Es ist hilfreich, sich einmal auch den Strahlengang Off Axis zusätzlich einzuzeichnen.

LG
Olli
 
Hi Florian,
das Problem mit diesem Streulichtschutz seh ich darin, dass der dunkle Rand rund um den Sekundärspiegel sehr schmal und dessen Hintergrund - im Gegensatz zu Newton oder Mak-Newton - keine dunkle Tubuswand, sondern der helle Himmel ist.
  • Im Haupttubus kann man keine Blende setzen, die würde die Öffnung des Hauptspiegels verringern.
  • Wenn man irgendwo im Okularauszug eine Blende setzt, beschneidet sie in der Ebene des Sekundärspiegels den Strahlengang nicht scharf und verursacht so Streulichteinfall oder Verlust von Bildfeldausleuchtung. Je weiter diese Blende vom Okular entfernt ist, desto schärfer und somit besser. Im Idealfall dient also der Fangspiegel selbst in Kombination mit einem "turmhohen" Okularauszug als Blende. Dafür ist es auch vorteilhaft, wenn der Fangspiegel nicht ganz hinten sitzt, sondern eher gegen Mitte.
  • Ausserdem ist darauf zu achten, dass die Innenwände des Blendrohrs am Sekundärspiegel bei streifendem Lichteinfall nicht glänzen, also z.B. Veloursbelag oder Lichtfallen.
Die Konstruktion hat ja keine optischen Gründe bzw. Vorteile, sondern um den Strahl besser ausblenden zu können.

Viel Erfolg,
Nik
 
Hallo Florian,

der kleine Umlenkspiegel der den Strahl seitlich auslenkt benötig eine relativ dünne Röhre nach vorne als Blende die alles außer dem Sekundärspiegel ausblendet ohne den vom HS kommenden Strahl abzuschatten - also nicht zu lang. Da wo der OAZ auf diesen Umlenkspiegel blickt bekommt die Röhre eine seitliche Aussparung ähnlich wie beim Justierlaser um auf die Mattscheibe schauen zu können. Sollte sich per 1 zu 1 Skizze leicht ermitteln lassen: Strahlengang einzeichnen und danach die Maße festlegen.


Viele Grüße Felix
 
Hallo,

danke für eure Hinweise, ich denke ich habs jetzt verstanden, grade der tipp das man mit dem Blendrohr nur noch den FS sehen kann, aber das ohne vom HS die Strahlen abzuschneiden ist das was mir grade zum "Klick" verholfen hat.
Das kann man wie erwähnt dann geometrisch Ermitteln, der Rest den man noch am FS vorbei schauen kann ist dann der blendkragen, der Winkel ergibt sich aus der Geometrie und die Länge dann vom sehen.
Der Okularauszug ist übrigens wirklich sowas wie ein Turm, von Tubus bis Fokus sind 9cm die Mittelposition.
Das einzige noch nicht klare ist mit dem schräg Einfallenden Licht, also das Feld am Himmel meine ich nicht eine Straßenlaterne nebenan xD
Der Off Axis Strahlengang, hab grade nochmal geschaut
Das wird man vermutlich auch auf dem Papier Ermitteln können, der Begrenzer ist dort ja der Tubus Rand.

Mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Hallo Florian,

Das einzige noch nicht klare ist mit dem schräg Einfallenden Licht, also das Feld am Himmel meine ich nicht eine Straßenlaterne nebenan xD
Der Off Axis Strahlengang, hab grade nochmal geschaut

dazu der Hinweis daß man das visuell kaum sieht. Selbst bei extrem visuell ausgelegten Newtons mit mini-Obstruktion und wenigen mm zu 100% ausgeleuchtetem Feld sieht man davon so gut wie nix. Heißt: Strahlen die unter leichtem Winkel einfallen werden zwar vom Rand des HS nicht gesammelt aber von der ganzen übrigen Fläche.

Bedeutet für die Praxis: wenig Streulicht wirkt wenig, die Verblendung muß nicht 100% "lichtdicht" sein.

Genauso wirkt leichte Abschattung nur sehr wenig bis nicht merkbar - denk an die ganzen Teleskope die nicht die genannte Öffnung nutzen - das kommt meistens erst heraus wenn ein armer Irrer wie meiner einer das Gerät zerlegt oder umbaut und hier davon berichtet, CC6 und CC8 mal so erwähnt...;) oder diverse ältere günstige Weitfeld-FHs mit viel zu langem OAZ. Da war das Erstaunen auch groß daß wenn man den OAZ kürzt das Ding viel heller und bunter wird...

Achte auf matte Oberflächen wie von Nik erwähnt das bringt mehr. Und: Blenden niemals so bauen daß das Licht an Flächen verbeistreift - das bringt schöne Aufhellung, Kegelblenden bei Maks sind hier eine gängige Fehlerquelle. Das ist bei den GSO CCs besser mit der zylindrischen Blende am Sekundärspiegel weil die Innenseite im Schatten liegt.


Viele Grüße Felix
 
Blenden niemals so bauen daß das Licht an Flächen verbeistreift - das bringt schöne Aufhellung, Kegelblenden bei Maks sind hier eine gängige Fehlerquelle. Das ist bei den GSO CCs besser mit der zylindrischen Blende am Sekundärspiegel weil die Innenseite im Schatten liegt.
Dafür haste da dann das Streiflicht an der Außenseite des Zylinders.
Ideal wäre der Winkel dazwischen, steiler als der Strahlenkegel vom HS, damit die Innenseite im Schatten bleibt, aber immernoch leicht konisch, damit die Außenseite "hinter sich selbst" verachwindet.

LG
Olli
 
Hallo Olli,

oft sieht man durch ein zentrales Blendrohr nur die glänzende Innenseite, ich habe noch nie gesehen daß an dieser Stelle die Außenseite störend aufgehellt ist. Als allgemeiner Hinweis aber zutreffend wenn man es perfekt haben will und es gibt bestimmt Fälle in denen man es genau so machen sollte wie Du schreibst. Hängt auch von der Auslegung ab.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Florian,

ich habe selbst vor wenigen Jahren einen Cassegrain mit Nasmyth-Fokus gebaut. Infos dazu findest du hier: Nasmyth Cassegrain
Ein wichtiges Fazit: Für den Nasmyth-Fokus brauchst du wie für den klassischen Cassegrain zwingend Streulichtblenden.

Die Auslegung der richtigen Blendengeometrie ist nicht trivial, es gibt aber Formeln dafür. Auch geometrisch kann man sich das gut aufzeichnen und nachmessen. Links zu hilfreichen Webseiten muss ich erst wieder raussuchen. Ich war in der glücklichen Lage, auch mit einem professionellen Optikdesignprogramm arbeiten zu können.

Viele Grüße,
Andreas
 
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