Vergleich: Kallisto 2024-09-04 und Winjupos

uff .... ich les' hier mal interessiert mit ... ohne mich da jetzt auch noch einzumischen ... .;)
VG CptB
 
Bei strittigen Fragen wie dieser gibt es eine klare Methode des ziemlich sicheren Nachweises: Mehrere Videos nacheinander machen. Ergibt sich bei der Bearbeitung ein gleiches oder mindestens sehr ähnliches Aussehen, darf man schon mal halbwegs sicher von realen Strukturen ausgehen.
Da würde ich widersprechen. Es ist aber zumindest ein Indiz. Ich habe auch schon Aufnahmen von Callisto gemacht. Auf jeder war dieselbe Struktur zu sehen. Nur konnte ich die in keinem Planetariumsprogramm zuordnen. Die wird es dann wohl auch nicht gegeben haben. Bei einer so kleinen Abbildung können sich auch die Artefakte widerholen. Das ist so wie bei Kratern an der Auflösungsgrenze beim Mond. Die sehen auch alle gleich aus mit den selben Ringartefakten.

In Mikes Bild sind die beiden hellen Bereiche und wohl auch die dunkle im oberen Bildteil sehr wahrscheinlich aber real. Das zwischendrin kann sein, vielleicht auch nicht. Einen richtigen Nachweis hat man erst, wenn man das ganze mit einem anderen Setup mit anderem Sampling macht und am besten eine andere Person das bearbeitet. Alternativ kann man auch ein Video aus Aufnahmen in größeren Zeitabständen machen. Wenn die Strukturen mitrotieren, dann wird es die sehr wahrscheinlich auch geben.

Ansonsten finde ich das nicht verwerflich, wenn man so eine Aufnahme erst mal gegen Zweifel verteidigen muss. Das ist ja alles im Grenzbereich. Die Daten sind durch die Schärfung schon extrem stark manipuliert.
 
Och Mike.
Erstens musst Du Dich nicht gleich angegriffen fühlen, wenn es Mitleser gibt, die sich kritisch mit Deinen Ergebnissen oder Deinem Workflow auseinandersetzen.
Und zweitens kannst Du tun und lassen, was Du magst.
Verständnis muss Deine Aussage bei mir dennoch nicht unbedingt hervorrufen.

Müssen muss ich beim Thema Astronomie gar nichts, denn das ist ein Hobby und kein Zwang. Trotzdem findet jeder im Laufe der Jahre auch zu bestimmten Arbeitsformen, die Prioritätenentscheidungen beinhalten. Wenn ich am Taghimmel Planeten jage, was akut mit Mars und Merkur gut möglich ist, dann steht bei mir das umfängliche Tagesthema Sonne und h-alpha klar hinten an. Trotz Sonnenscheins ohne Ende habe ich wochenlang keine Sonne beobachtet, weil Planeten und Sonne einfach zuviel wären. Und da ist mir Mars einfach wichtiger, dem widme ich ausreichend Zeit, die es für verwertbare Ergebnisse braucht.

Wenn Du Deine Zeit so vollstopfen möchtest, um möglichst viele Ergebnisse zu produzieren, ist das auch ok. Es wird - so mindestens meine Erfahrung - aber auch mit Qualitätseinbußen einhergehen, weil man eben nicht Spitze sein kann, wenn man unter Zeitdruck steht oder Gelegenheiten liegen lässt. Nicht nur Ralf Burkart berichtet immer wieder, wie lange er an einem Planeten klebt, bis die entscheidende gute Seeingphase kommt. Hast Du vorher beobachtet, entgeht Dir der perfekte Moment. Das ist auch meine häufige Erfahrung. Dienstag morgen war ich ausnahmsweise mal um 5 Uhr draußen. Bis 8 Uhr habe ich Mars dreimal in RGB aufgenommen. Ein Bild war sehr gut, zwei durchschnittlich...

Was heißt, ganz schön viele Einzelaufnahmen? Da müsstest Du ein bisschen mehr Workflow preisgeben, dann verstehe ich/verstehen wir das hier sicher auch. Wir sind ja schließlich allesamt keine Anfänger in diesen Fragen. Also bitte ein wenig konkreten Input.

Zu den beiden Bildern:
Die Auflösung bei Mars entspricht dem, was derzeit mit großen Geräten wie den unseren machbar ist. Da hast Du die Auflösung gut ausgenutzt. Die Farbgebung sehe ich kritisch, sie enthält zu wenig Blau, wodurch die NPH gelblich erscheint, sie ist aber an sich fast weiß, gelegentlich sogar leicht bläulich. Randartefakte sind derzeit bei der Schärfung kaum vermeidbar, man kann aber in der Bearbeitung des finalen Bildes etwas dagegen unternehmen (hab ich bereits beschrieben).

Dein Mondbild sehe ich als in der Auflösumng recht gut, ansonsten aber eher unterdurchschnittlich. Das ist zuvorderst der deutlichen Überschärfung geschuldet, die sich auch durch die allenthalben sichtbaren Überschwinger an den Kanten hohen Kontrastes abzeichnet, zum anderen der mangelnden Histogrammeinstellung. Die Lichter sind vollständig ausgebrannt und die Tiefen sind nicht schwarz, sondern ein Grau im 50%-Bereich.

Ich hoffe, Du kannst mit meiner ehrlichen Einschätzung umgehen. Sie kann und soll ja auch im besten Falle eher dazu dienen, es vllt noch besser hinzubekommen, und das Potenzial dazu sehe ich durchaus.
Mir ist Feedback wichtig, und das bekomme ich auch in der Mailingliste genauso. Anerkennung für schöne Bilder und Topergebnisse zu erhalten, ist gut und gerecht. Aber mit Kritik muss man auch leben und umgehen können, im besten Fall konstruktiv. Und nur so ist die meine hier zu verstehen.
CS
Rudolf
Hi Rudolf, zum Mond:
Zielsetzung war die Flussschlingen der Rimae Posidonius möglichst gut aufzulösen. Das ist gelungen, zeig mir doch mal ein schärferes Bild von der Rille.( Aber bitte nicht vom LRO :) ) Hier ein Detailausschnitt: 2024-08-24-0138_7-R_lapl5_ap4_Drizzle30.jpg
CS Mike
 
Hi Rudolf, zum Mond:
Zielsetzung war die Flussschlingen der Rimae Posidonius möglichst gut aufzulösen. Das ist gelungen, zeig mir doch mal ein schärferes Bild von der Rille.( Aber bitte nicht vom LRO :) ) Hier ein Detailausschnitt:Den Anhang 430398 betrachten
CS Mike
Ist es. Wenn das allein das Ziel war, erreicht. Ich glaube aber aus eigener Erfahrung, dass dies auch mit weniger Überschärfung, also kleineren Schärfungsradien und weniger Prozenten, zu einem noch ansehnlicheren Ergebnis führen würde. Eine korrekte Histogrammeinstellung ist dabei im Übrigen hilfreich.
Ich gehe jetzt nicht auf die Suche nach schärferen Bildern, bin aber sicher, dass es sie gibt! Davon solltest Du bei Deiner Einschätzung indes auch ausgehen.
 
Man müsste Mike mal besuchen und über die Schulter schauen. Er teilt da wenig mit und manches kann ich nicht nachvollziehen. ZB mit welcher Brennweite und f Verhältnis wird aufgenommen, was sitzt im Strahlengang? Scheinbar ist der ADC nicht korrekt eingestellt wie er im vorherigen Post mitteilt? Das wäre bei einer farbcam enorm wichtig! Eine Mono mit Interferenz Filtern ist da besser. Manche scheuen halt den Aufwand. Der Tinziani aber nicht, er hat das Potential erkannt.
Aber damit wäre im Fall der Monde ein eigene Gegenprobe möglich. Da es keinen anderen gibt der vergleichbares zeigt bin ich da auch eher geneigt ein überscharftes Rauschen zu sehen.

Der Kallisto entspricht einem Mondkrater von 2 km. Kann man da im Inneren Albedo Unterschiede mit einem großen Amateur TELESKOP auflösen! Ich bin geneigt mein Equipment mal an den großen Refraktor in Potsdam zu hängen.
Vll bekomme ich eine Erlaubnis?
VG Frank
 
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Mike,
wie checkst du das seeing vorher? Das Summenbild würde mich auch einmal interessieren, wie Holger schon schrieb.
VG Frank
 
Hallo Leute, ich habe da keine großen Geheimnisse, ich verwende doch seit über 2 Jahren immer die gleichen optischen Komponenten: 18"UC Obsession( von mir ein wenig aufgemotzt), Paracorr2, 3xTV Barlow, ADC von TS, ASI462mc von ZWO mit Infrarotcut Filter.
Öffnungsverhältnis dürfte ca. 14.5 sein.
Neu dazugekommen ist heuer ein Feathertouch Fokussiermotor und ein Tubusumbau.
20240831_061837.jpg

Seeing schätze ich an Jupiter am Monitor:
S/3 : gerade noch brauchbar
S/8: Ruhiges, nur von sehr langsam schwachen Wellen durchzogenes Bild.

Wenn ich meine Arbeit an dem Projekt abgeschlossen habe( ich hoffe nächstes Jahr, je nach Wetterlage) schreibe ich ausführlich und nachvollziehbar darüber einen Artikel.
CS Mike
 
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