Verschmutzung von Newton-Teleskopen

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Gauder

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Hallo zusammen,

ich bereite mich quasi grad seelisch auf einen Teleskopkauf vor und les schon ne ganze Weile hier und da um Informationen zu sammeln. Und da Newtons für den gleichen Preis die größere Optik bieten, ziehe ich ein solches eher in Betracht als ein Refraktor. Aber eine Frage stellt sich mir da noch: verschmutzen Newton Teleskope nicht relativ schnell, weil sie ja vorne offen sind? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />

Ja ja, ich weiß, ein Fernrohr ist zum Durschauen, nicht zum anschauen. Aber trotzdem kann ich mich damit im Moment nicht anfreunden.

Wie problematisch ist denn eine Verschmutzung (wie sie durch den normalen Gebrauch auftritt; sei es Schmutz, Staub, Tau etc.) für das Bild, und wird auf Dauer nicht die Optik in Mitleidenschaft gezogen?


Dann stellt sich mir da noch eine Frage bzgl. einer Motorsteuerung. Ist sowas denn überhaupt empfehlenswert, da einem das Fernrohr ja quasi ständig davonläuft. Ob man jetzt steht oder sitzt man muss ständig "hinterherrennen".

Natürlich dreht sich das Teleskop nicht so schnell, aber gerade dann sollte eine manuelle Mitführung doch genau so gut oder schlecht sein!?


Danke schonmal für die Antworten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/appl.gif" alt="" />
 
Hallo Philipp,

sicher erzähle ich Dir nichts neues, wenn ich sage, dass das Teleskop bei Nichtgebrauch natürlich abgedeckt sein muss. Allerdings muss man es schon mal öffnen, wenn man durchschaut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> Wenn man das so macht, hat man ziemlich lange (jahrelang) keine Probleme mit einer verschmutzten Optik. Etwas Staub auf dem Spiegel macht sich erst mal de facto nicht bemerkbar und sollte nicht entfernt werden. Kritischer sind da schon Pollen etc. Dann sollte man - möglichst selten und sehr vorsichtig, damit man sich keine Kratzer auf die Spiegeloberfläche holt - den Spiegel mit dest.Wasser säubern, was eigentlich ziemlich einfach ist.

Den zweiten Teil Deiner Frage verstehe ich allerdings nicht so richtig... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" /> "Hinterherrennen" musst Du so oder so, ob Du manuell oder elektrisch nachführst... Letzteres ist allerdings entspannender...

Gruß
André
 
Hallo Phillip,

wenn Du in den Newton hineinsiehst, ist die Verschmutzung schockierend. Beim Durchsehen ist sie unmerklich. Es gibt leute, die Leuchten nach ein paar Beobachtungsnächten mal mit der Taschenlampe in den Tubus. Nun, sowas ist das gefährlichste, was man tun kann. Liegen nun 1000 Staubkörner auf dem Spiegel, dann leuchten einen 1000 grelle Punkte ins Gesichts und man schreit auf vor Schreck. Nüchtern betrachtet bedecken aber 1000 Staubkörner gerade mal einen Qadratmillimeter Optikfläche, ein NICHTS, und dementsprechend klein ist die Störung.
Wer sich dagegen durch falsche Reinigung riesige Bereiche der Optik mit feinen Kratzern bedeckt, der ruiniert wirklich die Optik weil er so eine große Flächenwirkung erzeugt.
Bei normaler Benutzung kann man mit einem Newton sicher 5 Jahre beobachten, ohne den Zwang zur Reinigung zu haben. Ab dann kann man sich Gedanken machen, den Spiegel mal kontaktlos zu reinigen. Dazu gibt es diverse Anleitungen, unter anderem auf meiner Homepage.
Für Leute mit ganz viel Angst gibt es den Baader Turbofilm, eine optisch wenig störende Folie, die man vor die Öffnung setzt.

Was Dein hinterherrennen angeht, schau mal wie langsam sich der Himmel bewegt und sag das nochmal!
Dann sieh es im richtigen Verhältnis: Das Teleskop bewegt sich mit 15° pro Stunde. Das sind 0,0042° pro Sekunde. Jupiter 200x vergrößert bewegt sich im Okular aber scheinbar 200x so schnell, 0,84° pro Sekunde. Und ohne Nachführung ist der dann in 20 Sekunden aus dem gut scharfen Mittenbereich des Okulares herausgewandert.
Als, wer rennt hier? Das Teleskop ohne Motor lässt nur das Bild rennen. Aber: Dobsonauten kommen damit auch ohne Motor klar.

Clear Skies
Sven
 
Moin Philipp!

Newtons verschmutzen nicht mehr oder weniger als andere Teleskoptypen. Willst Du beobachten, mußt Du die Optik der Umwelt aussetzen, das gilt ebenso für Refraktoren, Cassegrains oder weiß der Geier...
Übertriebener Putzfimmel schadet den opt. Flächen oft mehr als eine leichte Verstaubung an Einbußen bringt. Daß man sein Scope nicht im Regen stehen läßt, dürfte klar sein. Bei Nichtbenutzung sollte man das Teleskop abdecken und den Tubus nach Möglichkeit waagerecht lagern. Dann braucht man die Optik jahrelang nicht zu reinigen.

Hier bei A.de gibt es das schöne Board "Teleskop-Pflege und -Bedienung" - da ist schon massenhaft berichtet worden, was man am besten tut, wenn einem mal die Optik zutaut oder wie man opt. Flächen an einem Teleskop reinigt. Also keine Bange und lies' mal ein bischen in diesem Board, anstatt Dir großartig Sorgen zu machen.

Zur mot. Nachführung: lebensnotwendig ist das nicht, aber bequem. Was Dir davonläuft, sind die Sterne und nicht das Teleskop. Da sollte man also händisch nachführen, wie das z.B. beim Dobson usus ist. Eine motorische Nachführung ist eine feine Sache, vor allem, wenn's um höhere Vergrößerungen bei der Beobachtung geht.
 
Hallo!

Zum Thema Schmutz, kann ich Dir eine Geschichte von mir erzählen:

Ich beobachtete jahrelang mit einem 150/1200 Bresser "Phönix"(Refraktor auf EQ5) . Immer wenn das Objektiv mit Taubeschlagen war, legte ich unter Tags einen Socken, mit Reiskörner gefüllt, in das Objektiv. So wurde die Feuchtigkeit aufgenommen ohne das Tauflecken zurückblieben.
Da ist mir(nicht nur einmal!)passiert, das ich bei der nächsten Beobachtung vergaß, das ich einen Socken vorne im Objektiv hatte und beobachtete munter weiter. Das Bild war lediglich etwas dünkler(weniger Lichtfläche!)aber nicht weniger scharf, so das ich dem Seeing die Schuld zuschob!
Ich will damit sagen, das Du etwaiger Beschmutzung nicht so viel Wert einräumens solltest. So wenig wie möglich putzen heisst die Devise. Leiber etwas weniger Lichtfläche zur Verfügung, als die gesamte Fläche zu beschädigen, in dem Du zuviel oder falsch reinigst!Was die elektrische Nachführung angeht, habe ich folgende Erfahrungen gemacht:

Wer einmal eine solche hat, will den Komfort nicht mehr missen. Du kannst so ruhig einmal ein paar Minunten telefonieren oder Satelitten, Sternschnuppen beobachten, kommst zurück und das Objekt ist noch immer im Gesichtsfeld des Okulares. Wenn Du fotografieren willst, mußt Du Dir so eine Nachführung ohnehin zulegen.
Die Leute ohne Nachführung behelfen sich auch mit Weitwinkel- oder gar Ultraweitwinkelokularen , dann bleibt das Objekt auch etwas länger im Gesichtsfeld.Das ständige Nachschupfen oder Nachdrehen ist so und so nur bei den höheren Vergrößerungen erforderlich.Ob Dir das lästig ist oder nicht, kann Dir nur die Praxis zeigen.

lg Michael
 
Hi,

danke für die zahlreichen Antworten - das geht ja flott hier <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Dann muss ich mir wegen dem Schmutz also keine Gedanken machen; sehr gut


Zur zweiten Frage: ich dachte mir halt, wenn das Teleskop automatisch bewegt wird muss man eben ständig "mitgehen". Wenn man es manuell regelt, bewegt man das Teleskop halt dann, wenn es soweit ist; und hat somit mehr Ruhe. Angesichts der Tatsache, dass bei hohen Vergrößerungen aber manche Objekte schnell wandern, muss man auch ständig nachregeln; somit ist die Ruhe zum Beobachten wieder dahin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Nun gut, zu Beginn werd ich es sowieso erstmal ohne GoTo probieren - dann seh ich weiter.

Also nochmal, vielen Dank für die Antworten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
 
Nun gut, zu Beginn werd ich es sowieso erstmal ohne GoTo probieren - dann seh ich weiter.

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Für eine elektrische Nachführung ist KEIN goto erforderlich!
Ein "goto" ist ein Positionierungssytem, Nachführen kann man auch ohne goto!Vorsicht also, denn sonst wird es teurer als Du vielleicht willst!

lg Michael
 
Aja, natürlich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Danke für den Hinweis!
 
Hi !

Nachführungsjogging am Okular:

Auf jeden Fall wackelst du (auch völlig nüchtern) mehr (und die Beobachtung störender) rum, als sich das Okular bei der motorischen und der händischen Nachführung von dir weg, oder auf dich zu bewegt. Das Okular kann sich aber- sagen wir mal in einer Stunde- schon den einen oder anderen Zentimeter entgegengesetzt der Ekliptik wandern. Damit muss man leben :-) Aber das wirst du sogar ohne Konditionstraining schon irgendwie schaffen ;-))

Bernd
PS: Höchstens man hat nen schön nachgeführten Planspiegel vor dem Fernrohr.Dann bewegt sich das Okular garnicht.
 
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