steve11
Aktives Mitglied
Hallo Binogemeinde,
im Forum wurde schon einige Male nach den Ferngläsern von Vixen gefragt. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, einige davon zu testen und zwar jeweils das 8x32 und 10x42 Ultima und Apex Pro. Auch durch das Foresta 10x42 konnte ich einen Blick werfen, schied es aber wegen seiner gegenüber dem 10x42 Ultima recht deutlich schwächeren Optik (Kontrast, Schärfe) von vornherein aus. Beim Foresta frage ich mich übrigens, wie Vixen die Wasserdichtigkeit erreicht, denn das Glas hat Außenfokussierung. Die Apex Pro Ferngläser - in den USA als Celestron Regal vertrieben - haben eine Ausstattung, die durchaus Oberklassenniveau erreicht. Die Armierung ist griffig und trotzdem unempfindlich. Für Daumen und Zeigefinger gibt es definierte Griffflächen, mit deren Hilfe das jeweilige Glas, jedenfalls bei mir, sehr gut in der Hand liegt. Drehaugenmuscheln mit Einrastungen an den Endstufen und Brillenträgerokulare vervollständigen zusammen mit funktionalen Köchern und Schutzdeckeln den sehr positiven Verarbeitungseindruck dieser Baureihe. Wasserdichtigkeit und Stickstofffüllung sind ebenfalls gegeben bei diesen sehr robust wirkenden und angenehm leichten Dachkantgläsern.
Leider hielt die Optik nicht ganz das, was die Ausstattung versprach. Zwar waren der Kontrast und vor allem die Schärfe in der Bildmitte hervorragend und geradezu auf - sagen wir Leicaniveau. Die Randschärfe ließ aber insbesondere beim 8x32 zu wünschen übrig. 2/3 des Bilddurchmessers wurden scharf abgebildet, dahinter fällt die Schärfe merklich und zum Rand hin immer deutlicher ab. Phänomenal beim 8x32 war andererseits der Nahpunkt von ca. 1,8 m. Das habe ich so bisher nur beim 8x32 Minox gesehen. Das 10x42 zeigte zwar etwas weniger Randunschärfe, dafür aber mehr Farbsäume bei Motiven, die einen hohen Kontrast aufwiesen.
Beide Gläser, insbesondere aber das 8x32 hatten sehr große Probleme mit unerwünschten Lichtreflexen. Bei tiefstehender Sonne war dadurch, je nach Betrachtungswinkel, teilweise kaum noch eine vernünftige Beobachtung möglich. Dieser Eindruck bestätigte sich dann - wenn auch weniger gravierend - nachts am Mond oder an meiner obgligatorischen Teststraßenlaterne. Von dieser Reflexorgie irritiert, nahm ich mein 10x50 Leica zur Hand um einmal zu vergleichen, was da los war und siehe da: auch im Leica waren bei tiefstehender Sonne und Gegenlicht Reflexe erkennbar, die mir zuvor kaum aufgefallen waren. Doch dort waren sie so schwach oder so gut abgemildert, dass sie kaum einmal störend ins Gewicht fielen. Das Kriterium der Reflexfreiheit spielt allerdings nur bei besonderen Beobachtungsbedingungen eine Rolle, die in der Praxis beim Gebrauch eines Fernglases eher selten auftreten. Mond- und Planetenbeobachtung sind schließlich nicht unbedingt die Domäne des astronomischen Fernglasgebrauchs - abgesehen vielleicht von der Mondfinsternis demnächst. Das eigentliche Problem, welches ich mit den Apex Pro und zwar wiederum beim 8x32 in besonderem Maße hatte, waren die zu stark ausgeprägten kissenförmigen Verzeichnungen. Gerade Linien waren zum Bildfelrand sehr stark verbogen. Beim Schwenken des Glases verlor das Bild seine flächenmäßige Homogenität so, dass ich nach längerem Beobachten einen Anflug von Seekrankheit verspürte. Ich vermute, dass diese Verzeichnungen optisch in einem Zusammenhang mit der sehr großen Mittenschärfe dieser beiden Gläser stehen. Diesen Eindruck hatte ich ebenfalls kürzlich beim 8x32 Nikon HG, einem ebenfalls extrem scharf abbildenden Fernglas, zur Zeit das in dieser Hinsicht vielleicht stärkste Glas seiner Klasse überhaupt. Auch bei diesem Glas hatte man beim Schwenken einen "Karusselleffekt", wenngleich auch milder als bei Vixen. Vielleicht gibt es hier wieder eines der optischen Gegensatzpaare, bei denen Verbesserungen auf der einen Seite immer zu Lasten der anderen Eigenschaft geht. Ich könnte mir vorstellen, dass man sich nach einiger Zeit an die von mir bemerkten Verzeichnungen gewöhnt. Da ich aber wirklich ein Intensivnutzer von Ferngläsern bin und diese nachts wie tagsüber fast täglich gebrauche, möchte ich meinen Augen etwas gönnen, was ihnen einfach guttut.
Im direkten Vergleich zu den Apex Pro zeigten die Ultimas (In den USA als Celestron Ultima vertrieben) eine etwas größere Bildhelligkeit bei etwa gleichem Kontrast und fast, aber nicht ganz gleich guter Mittenschärfe auf. Die Ultimas haben in Sachen Reflexe ähnliche, vielleicht nicht ganz so stark ausgeprägte Probleme wie Apex Pro. Das Bild ist aber insbesondere beim 8x32er Ultima wesentlich harmonischer und mit deutlich weniger Verzeichnungen um einiges angenehmer zu betrachten. Das Sehfeld ist trotz deutlicher Randunschärfe mit 8,3 Grad beachtlich ebenso wie das beim 10x42 Ultima mit 6,6 Grad (weniger Randunschärfe als beim 8x32 Ultima) und damit umfangreicher als jeweils bei den Apex Pro. Insgesamt erschien mir die Optik der Ultima Porroprismengläser etwas besser als die der Apex Pro. Den gleichen positiven Eindruck hatte ich auch beim Blick durch das 10x50 Ultima, das sich zusätzlich durch eine sehr gute Bildhelligkeit bei gegenüber dem 10x42 eingeschränkter Sehfeldgröße auszeichnet. Die Ultimas sind klassische Weitwinkel-Porrogläser "Made in Japan" mit stülpbaren Gummiaugenmuscheln und einer recht hochwertig wirkenden Kunstlederarmierung. Das Gewicht beider Gläser ist bauartbedingt angenehm leicht - 520g bzw. 625 g. Sie weisen auch den Nummerncode auf, dessen Bedeutung hier im Forum schon einmal aufgeschlüsselt wurde. Das 10x42 hat übrigens das gleiche Gehäuse wie das 8x32er. Objektivseitig wurden lediglich die Röhren durch ein ca. 5 cm längeres Endstück verlängert. Zum Lieferumfang gehören ein sehr guter Köcher, Plastikschutzdeckel und ein Reinigungstuch (!). Wenn man den Preisunterschied bedenkt und Wasserdichtigkeit kein entscheidendes Kriterium ist, ist klar, auf welche Gläser meine Wahl fallen würde. Für Brillenträger sind freilich die Apex Pro aufgrund des größeren Austrittspupillenabstandes wiederum besser geeignet. Die hier besprochenen beiden Ultima Gläser sind mit Brille bedingt - je nach Brillenmodell etc. - geeignet. Doch dürfte in den meisten Fällen selbst bei einem geringfügig reduzierten Sehfeld genügend Sicht übrig bleiben. Bei der Beobachtung des Sternenhimmels zeigten alle hier besprochenen Gläser mittig die berühmten Nadelstiche ohne erkennbare Astigmatismen.
Steve
im Forum wurde schon einige Male nach den Ferngläsern von Vixen gefragt. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, einige davon zu testen und zwar jeweils das 8x32 und 10x42 Ultima und Apex Pro. Auch durch das Foresta 10x42 konnte ich einen Blick werfen, schied es aber wegen seiner gegenüber dem 10x42 Ultima recht deutlich schwächeren Optik (Kontrast, Schärfe) von vornherein aus. Beim Foresta frage ich mich übrigens, wie Vixen die Wasserdichtigkeit erreicht, denn das Glas hat Außenfokussierung. Die Apex Pro Ferngläser - in den USA als Celestron Regal vertrieben - haben eine Ausstattung, die durchaus Oberklassenniveau erreicht. Die Armierung ist griffig und trotzdem unempfindlich. Für Daumen und Zeigefinger gibt es definierte Griffflächen, mit deren Hilfe das jeweilige Glas, jedenfalls bei mir, sehr gut in der Hand liegt. Drehaugenmuscheln mit Einrastungen an den Endstufen und Brillenträgerokulare vervollständigen zusammen mit funktionalen Köchern und Schutzdeckeln den sehr positiven Verarbeitungseindruck dieser Baureihe. Wasserdichtigkeit und Stickstofffüllung sind ebenfalls gegeben bei diesen sehr robust wirkenden und angenehm leichten Dachkantgläsern.
Leider hielt die Optik nicht ganz das, was die Ausstattung versprach. Zwar waren der Kontrast und vor allem die Schärfe in der Bildmitte hervorragend und geradezu auf - sagen wir Leicaniveau. Die Randschärfe ließ aber insbesondere beim 8x32 zu wünschen übrig. 2/3 des Bilddurchmessers wurden scharf abgebildet, dahinter fällt die Schärfe merklich und zum Rand hin immer deutlicher ab. Phänomenal beim 8x32 war andererseits der Nahpunkt von ca. 1,8 m. Das habe ich so bisher nur beim 8x32 Minox gesehen. Das 10x42 zeigte zwar etwas weniger Randunschärfe, dafür aber mehr Farbsäume bei Motiven, die einen hohen Kontrast aufwiesen.
Beide Gläser, insbesondere aber das 8x32 hatten sehr große Probleme mit unerwünschten Lichtreflexen. Bei tiefstehender Sonne war dadurch, je nach Betrachtungswinkel, teilweise kaum noch eine vernünftige Beobachtung möglich. Dieser Eindruck bestätigte sich dann - wenn auch weniger gravierend - nachts am Mond oder an meiner obgligatorischen Teststraßenlaterne. Von dieser Reflexorgie irritiert, nahm ich mein 10x50 Leica zur Hand um einmal zu vergleichen, was da los war und siehe da: auch im Leica waren bei tiefstehender Sonne und Gegenlicht Reflexe erkennbar, die mir zuvor kaum aufgefallen waren. Doch dort waren sie so schwach oder so gut abgemildert, dass sie kaum einmal störend ins Gewicht fielen. Das Kriterium der Reflexfreiheit spielt allerdings nur bei besonderen Beobachtungsbedingungen eine Rolle, die in der Praxis beim Gebrauch eines Fernglases eher selten auftreten. Mond- und Planetenbeobachtung sind schließlich nicht unbedingt die Domäne des astronomischen Fernglasgebrauchs - abgesehen vielleicht von der Mondfinsternis demnächst. Das eigentliche Problem, welches ich mit den Apex Pro und zwar wiederum beim 8x32 in besonderem Maße hatte, waren die zu stark ausgeprägten kissenförmigen Verzeichnungen. Gerade Linien waren zum Bildfelrand sehr stark verbogen. Beim Schwenken des Glases verlor das Bild seine flächenmäßige Homogenität so, dass ich nach längerem Beobachten einen Anflug von Seekrankheit verspürte. Ich vermute, dass diese Verzeichnungen optisch in einem Zusammenhang mit der sehr großen Mittenschärfe dieser beiden Gläser stehen. Diesen Eindruck hatte ich ebenfalls kürzlich beim 8x32 Nikon HG, einem ebenfalls extrem scharf abbildenden Fernglas, zur Zeit das in dieser Hinsicht vielleicht stärkste Glas seiner Klasse überhaupt. Auch bei diesem Glas hatte man beim Schwenken einen "Karusselleffekt", wenngleich auch milder als bei Vixen. Vielleicht gibt es hier wieder eines der optischen Gegensatzpaare, bei denen Verbesserungen auf der einen Seite immer zu Lasten der anderen Eigenschaft geht. Ich könnte mir vorstellen, dass man sich nach einiger Zeit an die von mir bemerkten Verzeichnungen gewöhnt. Da ich aber wirklich ein Intensivnutzer von Ferngläsern bin und diese nachts wie tagsüber fast täglich gebrauche, möchte ich meinen Augen etwas gönnen, was ihnen einfach guttut.
Im direkten Vergleich zu den Apex Pro zeigten die Ultimas (In den USA als Celestron Ultima vertrieben) eine etwas größere Bildhelligkeit bei etwa gleichem Kontrast und fast, aber nicht ganz gleich guter Mittenschärfe auf. Die Ultimas haben in Sachen Reflexe ähnliche, vielleicht nicht ganz so stark ausgeprägte Probleme wie Apex Pro. Das Bild ist aber insbesondere beim 8x32er Ultima wesentlich harmonischer und mit deutlich weniger Verzeichnungen um einiges angenehmer zu betrachten. Das Sehfeld ist trotz deutlicher Randunschärfe mit 8,3 Grad beachtlich ebenso wie das beim 10x42 Ultima mit 6,6 Grad (weniger Randunschärfe als beim 8x32 Ultima) und damit umfangreicher als jeweils bei den Apex Pro. Insgesamt erschien mir die Optik der Ultima Porroprismengläser etwas besser als die der Apex Pro. Den gleichen positiven Eindruck hatte ich auch beim Blick durch das 10x50 Ultima, das sich zusätzlich durch eine sehr gute Bildhelligkeit bei gegenüber dem 10x42 eingeschränkter Sehfeldgröße auszeichnet. Die Ultimas sind klassische Weitwinkel-Porrogläser "Made in Japan" mit stülpbaren Gummiaugenmuscheln und einer recht hochwertig wirkenden Kunstlederarmierung. Das Gewicht beider Gläser ist bauartbedingt angenehm leicht - 520g bzw. 625 g. Sie weisen auch den Nummerncode auf, dessen Bedeutung hier im Forum schon einmal aufgeschlüsselt wurde. Das 10x42 hat übrigens das gleiche Gehäuse wie das 8x32er. Objektivseitig wurden lediglich die Röhren durch ein ca. 5 cm längeres Endstück verlängert. Zum Lieferumfang gehören ein sehr guter Köcher, Plastikschutzdeckel und ein Reinigungstuch (!). Wenn man den Preisunterschied bedenkt und Wasserdichtigkeit kein entscheidendes Kriterium ist, ist klar, auf welche Gläser meine Wahl fallen würde. Für Brillenträger sind freilich die Apex Pro aufgrund des größeren Austrittspupillenabstandes wiederum besser geeignet. Die hier besprochenen beiden Ultima Gläser sind mit Brille bedingt - je nach Brillenmodell etc. - geeignet. Doch dürfte in den meisten Fällen selbst bei einem geringfügig reduzierten Sehfeld genügend Sicht übrig bleiben. Bei der Beobachtung des Sternenhimmels zeigten alle hier besprochenen Gläser mittig die berühmten Nadelstiche ohne erkennbare Astigmatismen.
Steve
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