Deneb
Aktives Mitglied
Hallo Leute,
am Montag hatte ich wieder eine tolle Nacht. Um kurz vor 23 Uhr war ich oben auf dem Hohloh (1000mNN) angekommen. Es war mit +8°C so richtig warm (zumindest fand ich das), auch der Wind war kein Thema. Ganz so klar wie die letzte Nacht war es leider nicht mehr, der Himmel war aber trotzdem wieder total super.
Zuerst hab ich mich natürlich dem Kometen Q4 Neat gewidmet. Auch eine Zeichnung konnte ich machen. Den Schweif konnte man heute Nacht sogar mit dem bloßem Auge sehen, wenn auch nicht sehr deutlich. Im Teleskop waren dann natürlich sehr viele Einzelheiten erkennbar. Man konnte zwei Schweife erkennen, einer, der so ca. im 70° Winkel von dem Hauptschweif weggezeigt hat, und zum anderen den breiten Staubschweif, in den der dünne und recht helle Plasmaschweif eingebettet war. Sah einfach total super aus!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Dann hab ich mir ein neues Projekt überlegt: Wieviele Galaxien kann man in dem offenen Sternhaufen Mel 111 im Sternbild Coma- Berenices erkennen?? Bei 10 Galaxien hab ich dann aber aufgehört, weil ich noch in den Comahaufen wollte, um dort weitere Galaxien mit Helligkeiten von 14m5(p) bis 15m0(p) zu beobachten. NGC Objekte waren kaum noch darunter, dafür dann aber viele UGC, PGC und Leda- Galaxien. Ich war aber doch überrascht, wie einfach manche Galaxien mit 15m0(p) zu sehen waren. Ok, viele davon waren auch stellar, was das ganze doch ein wenig einfacher macht. Naja, auf jeden Fall konnte ich wieder um die 20 Galaxien ausmachen, womit die Anzahl der beobachteten Galaxien in diesem Haufen nun auf über 60 gestiegen ist. Allerdings hab ich gestern nur die eine Seite des Haufens genauer beobachtet, die andere folgt in der nächsten Nacht. Wahrscheinlich sind mit 8 Zoll doch so um die 80 Galaxien in diesem 300 Mio. Lichtjahre entfernten Haufen beobachtbar.
Als ich dann so ein kleines bisschen in der Gegend rumgeschaut habe, ist eine wunderschöne Feuerkugel über den Himmel gezogen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Sie war in etwa so hell wie Venus, vielleicht auch ein kleines bisschen heller. Hinter sich hat sie einen kleinen, glitzernden Schweif hergezogen und ist dann im Sternbild Skorpion verschwunden. Sah einfach nur super aus!!
Kurze Zeit später konnte ich dann auch noch zufälligerweise ein Iridiumflare mit einer Helligkeit von -8mag beobachten. Unter einem solchen Himmel ist das die reine Wucht. Da bekommt man richtig Angst um seine Dunkeladaption, so hell ist das. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Als nächstes Ziel hab ich dann den Skoprion angesteuert, der wieder einmal in voller Pracht über dem Horizont zu sehen war. Auch den Stachel konnte man hell über den Bäumen glitzern sehen. Dort hab ich mich durch die ganzen Sternhaufen mit den komischen Namen gewühlt. War bei Deklinationen von zum Teil unter -35° gar nicht so einfach, aber immerhin konnte ich ein paar erlegen, auch wenn sich mir nicht alle zeigen wollten.
Dann hab ich erstmal eine Pause mit heißer Schokolade, ein paar Keksen und Musik eingelegt, bevor es weiterging. Als nächstes standen sehr seltsame Objekte auf dem Programm, die wahrscheinlich nur sehr selten beobachtet werden. Zumindest hab ich hier noch keinen Bericht darüber gelesen. Es sind Objekte, die nicht leuchten.... genau, es sind die Dunkelwolken, also Staubwolken, die die dahinterliegenden Sterne verdecken. Nachdem ich in der ersten Nacht keinen Erfolg hatte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" />, wollte ich das nochmal probieren. Die große Frage war, wie beobachtet man diese Dinger?? In der ersten Nacht hab ich einfach mal das Okular mit der kleinsten Vergrößerung reingeschraubt, in der Hoffnung, dass sich diese Wolken als dunkle Flecken von der Milchstrasse abheben, aber weit gefehlt. Diese Dinger hatten nicht die geringste Lust, sich zu zeigen!!!
Aber ich dachte mir, so leicht kommt ihr mir nicht davon. Und endlich hab ich den Trick herausgefunden: Zum einen braucht man richtig dunklen Himmel, denn die Dunkelwolken reagieren meiner Meinung nach noch viel mehr auf die Himmelshelligkeit als alle anderen Deep Sky Objekte. Man darf auch nicht so niedrig vergrößern, weil man sonst nicht so viele Sterne sieht. Man muss also zum einen schauen, dass man die Vergrößerung so hoch wählt, dass viele schwache Sterne sichtbar sind, aber zum anderen auch darauf achten, dass man noch ein großes Gesichtsfeld hat. Die optimale Vergrößerung lag bei mir bei 100x, bei einem Gesichtsfeld von 42'. Wenn man so eine Dunkelwolke dann eingestellt hat, fällt einem zuerst noch nicht viel auf. Die Wolke wird erst sichtbar, wenn man das Teleskop laufend hin und her bewegt. Man muss nur schauen, dass einem dabei nicht schwindelig wird.... Auf jeden Fall kann man sie dann mit indirektem Sehen ausmachen. Die Dinger sind aber echt nicht so einfach zu beobachten, wenn man mal von den beiden hellen Dunkelwolken in der Gegend von Atair im Adler ausgeht. Naja, immerhin konnte ich an die 7 Stück von ihnen beobachten.
Dann kündigte sich auch schon wieder die Dämmerung an, und ich hab mir noch einen Blick auf den Kometen Bradfield gegönnt!!! Ganz ehrlich, der sieht auch total super aus. Er ist einfach zu finden, schon im Sucher zu sehen und der lange, dünne Gasschweif geht einmal quer durch das Gesichtsfeld.
Abschließend hab ich noch 5 planetarische Nebel in der "Pn- Alley" beobachtet, zumindest nenn ich die so. Die "Pn- Alley" geht vom Schwan bis hinunter in den Schützen. Dort sind superviele planetarische Nebel zu beobachten, allein in den Sternbildern Schwan und Adler findet man zusammen über 20 Stück. Viele der Nebel erschienen nur als Stern, konnten aber mit einem OIII schön herausgeblinkt werden. Beim Blinken ist sofort klar, welcher der Sternchen der Nebel ist. Ein schöner Trick. So spart man sich genaue Aufsuchkarten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ja, und dann war die Nacht auch schon wieder zuende. Man merkt richtig, wie kurz die Nächte mittlerweile geworden sind, aber zum Glück werden sie in 4 Wochen wieder länger. Wir haben die Durststrecke also nun fast geschafft. Ist schon komisch, wenn man um 23 Uhr erst so richtig loslegen kann und schon wieder um 4 Uhr morgens aufhören muss. Kaum hat man angefangen, muss man auch schon wieder aufhören.
Also, dann wünsche ich allen einen schönen und klaren Himmel.
Bis dann,
Christian
am Montag hatte ich wieder eine tolle Nacht. Um kurz vor 23 Uhr war ich oben auf dem Hohloh (1000mNN) angekommen. Es war mit +8°C so richtig warm (zumindest fand ich das), auch der Wind war kein Thema. Ganz so klar wie die letzte Nacht war es leider nicht mehr, der Himmel war aber trotzdem wieder total super.
Zuerst hab ich mich natürlich dem Kometen Q4 Neat gewidmet. Auch eine Zeichnung konnte ich machen. Den Schweif konnte man heute Nacht sogar mit dem bloßem Auge sehen, wenn auch nicht sehr deutlich. Im Teleskop waren dann natürlich sehr viele Einzelheiten erkennbar. Man konnte zwei Schweife erkennen, einer, der so ca. im 70° Winkel von dem Hauptschweif weggezeigt hat, und zum anderen den breiten Staubschweif, in den der dünne und recht helle Plasmaschweif eingebettet war. Sah einfach total super aus!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Dann hab ich mir ein neues Projekt überlegt: Wieviele Galaxien kann man in dem offenen Sternhaufen Mel 111 im Sternbild Coma- Berenices erkennen?? Bei 10 Galaxien hab ich dann aber aufgehört, weil ich noch in den Comahaufen wollte, um dort weitere Galaxien mit Helligkeiten von 14m5(p) bis 15m0(p) zu beobachten. NGC Objekte waren kaum noch darunter, dafür dann aber viele UGC, PGC und Leda- Galaxien. Ich war aber doch überrascht, wie einfach manche Galaxien mit 15m0(p) zu sehen waren. Ok, viele davon waren auch stellar, was das ganze doch ein wenig einfacher macht. Naja, auf jeden Fall konnte ich wieder um die 20 Galaxien ausmachen, womit die Anzahl der beobachteten Galaxien in diesem Haufen nun auf über 60 gestiegen ist. Allerdings hab ich gestern nur die eine Seite des Haufens genauer beobachtet, die andere folgt in der nächsten Nacht. Wahrscheinlich sind mit 8 Zoll doch so um die 80 Galaxien in diesem 300 Mio. Lichtjahre entfernten Haufen beobachtbar.
Als ich dann so ein kleines bisschen in der Gegend rumgeschaut habe, ist eine wunderschöne Feuerkugel über den Himmel gezogen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Sie war in etwa so hell wie Venus, vielleicht auch ein kleines bisschen heller. Hinter sich hat sie einen kleinen, glitzernden Schweif hergezogen und ist dann im Sternbild Skorpion verschwunden. Sah einfach nur super aus!!
Kurze Zeit später konnte ich dann auch noch zufälligerweise ein Iridiumflare mit einer Helligkeit von -8mag beobachten. Unter einem solchen Himmel ist das die reine Wucht. Da bekommt man richtig Angst um seine Dunkeladaption, so hell ist das. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Als nächstes Ziel hab ich dann den Skoprion angesteuert, der wieder einmal in voller Pracht über dem Horizont zu sehen war. Auch den Stachel konnte man hell über den Bäumen glitzern sehen. Dort hab ich mich durch die ganzen Sternhaufen mit den komischen Namen gewühlt. War bei Deklinationen von zum Teil unter -35° gar nicht so einfach, aber immerhin konnte ich ein paar erlegen, auch wenn sich mir nicht alle zeigen wollten.
Dann hab ich erstmal eine Pause mit heißer Schokolade, ein paar Keksen und Musik eingelegt, bevor es weiterging. Als nächstes standen sehr seltsame Objekte auf dem Programm, die wahrscheinlich nur sehr selten beobachtet werden. Zumindest hab ich hier noch keinen Bericht darüber gelesen. Es sind Objekte, die nicht leuchten.... genau, es sind die Dunkelwolken, also Staubwolken, die die dahinterliegenden Sterne verdecken. Nachdem ich in der ersten Nacht keinen Erfolg hatte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" />, wollte ich das nochmal probieren. Die große Frage war, wie beobachtet man diese Dinger?? In der ersten Nacht hab ich einfach mal das Okular mit der kleinsten Vergrößerung reingeschraubt, in der Hoffnung, dass sich diese Wolken als dunkle Flecken von der Milchstrasse abheben, aber weit gefehlt. Diese Dinger hatten nicht die geringste Lust, sich zu zeigen!!!
Aber ich dachte mir, so leicht kommt ihr mir nicht davon. Und endlich hab ich den Trick herausgefunden: Zum einen braucht man richtig dunklen Himmel, denn die Dunkelwolken reagieren meiner Meinung nach noch viel mehr auf die Himmelshelligkeit als alle anderen Deep Sky Objekte. Man darf auch nicht so niedrig vergrößern, weil man sonst nicht so viele Sterne sieht. Man muss also zum einen schauen, dass man die Vergrößerung so hoch wählt, dass viele schwache Sterne sichtbar sind, aber zum anderen auch darauf achten, dass man noch ein großes Gesichtsfeld hat. Die optimale Vergrößerung lag bei mir bei 100x, bei einem Gesichtsfeld von 42'. Wenn man so eine Dunkelwolke dann eingestellt hat, fällt einem zuerst noch nicht viel auf. Die Wolke wird erst sichtbar, wenn man das Teleskop laufend hin und her bewegt. Man muss nur schauen, dass einem dabei nicht schwindelig wird.... Auf jeden Fall kann man sie dann mit indirektem Sehen ausmachen. Die Dinger sind aber echt nicht so einfach zu beobachten, wenn man mal von den beiden hellen Dunkelwolken in der Gegend von Atair im Adler ausgeht. Naja, immerhin konnte ich an die 7 Stück von ihnen beobachten.
Dann kündigte sich auch schon wieder die Dämmerung an, und ich hab mir noch einen Blick auf den Kometen Bradfield gegönnt!!! Ganz ehrlich, der sieht auch total super aus. Er ist einfach zu finden, schon im Sucher zu sehen und der lange, dünne Gasschweif geht einmal quer durch das Gesichtsfeld.
Abschließend hab ich noch 5 planetarische Nebel in der "Pn- Alley" beobachtet, zumindest nenn ich die so. Die "Pn- Alley" geht vom Schwan bis hinunter in den Schützen. Dort sind superviele planetarische Nebel zu beobachten, allein in den Sternbildern Schwan und Adler findet man zusammen über 20 Stück. Viele der Nebel erschienen nur als Stern, konnten aber mit einem OIII schön herausgeblinkt werden. Beim Blinken ist sofort klar, welcher der Sternchen der Nebel ist. Ein schöner Trick. So spart man sich genaue Aufsuchkarten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ja, und dann war die Nacht auch schon wieder zuende. Man merkt richtig, wie kurz die Nächte mittlerweile geworden sind, aber zum Glück werden sie in 4 Wochen wieder länger. Wir haben die Durststrecke also nun fast geschafft. Ist schon komisch, wenn man um 23 Uhr erst so richtig loslegen kann und schon wieder um 4 Uhr morgens aufhören muss. Kaum hat man angefangen, muss man auch schon wieder aufhören.
Also, dann wünsche ich allen einen schönen und klaren Himmel.
Bis dann,
Christian