Von Fischen und Sternen

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Andreas_Scheid

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Hallo zusammen,
mal wieder ein Beitrag zum Jahr der Astronomie:

Datum: 29. August
Ort: Zu Hause im Taunus
Zeit: 21:00 Uhr bis 1 Uhr
Grenzgrösse: (Mond mehr als halb voll)
Wetter: am Anfang leicht bewölkt, später klar
Geräte: 8“ Newton, f/5, parallaktisch, 15x50 Fernglas, Tschibo-Refraktor


Seit fast 3 Jahren betreibe ich nun aktiv unser Hobby.
Angefangen hat alles beim Besuch einer kleinen Vereinssternwarte ganz in der Nähe zusammen mit Familie, einem Cousin und dessen Partnerin. Letztere waren damals auch ganz begeistert und so hatten wir vereinbart, das wieder einmal zu wiederholen. Inzwischen habe ich ja meine eigene Ausrüstung, also verabredeten wir uns diesmal im kleinen Kreis.

Meine Frau war dieses Wochenende nicht zu Hause. Also hatte ich den ganzen Tag mit einem anderen Hobby von mir zugebracht und mein Aquarium komplett ausgeräumt und wieder neu gestaltet und aufgebaut. Eine ziemlich stinkende Drecksarbeit. Gut dass meine Frau das nicht mit ansehen musste ;) . Zur Entspannung hatte ich also genau das Richtige geplant.

Der Abend war wegen des Mondes natürlich suboptimal, aber auch ein Blick auf unseren Trabanten sollte dabei sein. Gegen 20:45 Uhr machten mein 14-jähriger Sohn und ich uns mit der Ausrüstung im Auto auf den Weg zu den anderen Beiden. Dazu mussten wir den Ort nicht einmal verlassen, da wir in deren dunklen Garten nahe am Ortsrand verabredet waren.

Beim Aufbau erklärte ich das Teleskop und die Montierung. Auch erklärte ich die Bedeutung der Justage eines Spiegelteleskopes. Während dessen stellte mein Sohn voller Vorfreude auch seine Ausrüstung auf. Und das immer wie es sich gehört unter Rotlicht.
Für den tief stehenden Mond mussten wir uns dann doch noch beeilen, da er hinter einem Baum zu verschwinden drohte. Einige kurze Blicke mit nur 2 Vergrößerungen waren gerade noch möglich. Danach gab es nur noch Äste und Blätter zu sehen. Mein Sohn hatte es da einfacher. Er trug sein Gerät einfach dem Mond hinterher.
Wir Anderen stiegen kurz aufs Fernglas um und schwenkten auch schon mal zu Jupiter hinüber. Die beiden staunten nicht schlecht, dass man auch mit dem Fernglas so einfach die Jupitermonde sehen konnte, aber ein Mond fehlte. Am Teleskop fanden wir ihn unmittelbar am linken Rand des Planeten (in Wirklichkeit also rechts). Wie ich später nachschlug handelte es sich um Io. Wir schauten im Laufe des Abends immer wieder einmal nach, wie er sich rasch vom Rand entfernte. Mit zunehmendem Abstand war das auch im kleinen Refraktor gut zu beobachten.
Danach durften einige Standartobjekte wie M13, M57, Cr399, Albireo, Ha/Chi nicht fehlen. Ich versuchte den Einfluss von Vergrößerung und AP zu erklären und zeigte die Unterschiede. Überhaupt fürchte ich, habe ich meine Mitbeobachter ganz schön zugetextet bei der Beschreibung von drehbarer Sternkarte, Reiseatlas und Peiltechnik. Da es zunehmend dunkler wurde warfen wir auch noch einen Blick auf M31 nebst Begleitung.

Alle waren fasziniert über all die Dinge, die normalerweise dem bloßen Auge verborgen bleiben. Immer wieder war ein Oh und Ah zu hören, besonders als ich immer erklärte, wie weit entfernt das alles ist. Bei der Suche nach diversen Doppelsternen machte auch mein Sohn begeistert mit. Wie besessen studierte er die Sternkarte. Da der Mond immer tiefer hinter Bäume und Büsche sank, war die Milchstrasse zu vorgerückter Stunde sehr klar zu erkennen.
Im Laufe des Abends wurde es allerdings auch ungewohnt kalt. So stand die weibliche Mitbeobachterin plötzlich mit frisch aufgebrühten Tee neben mir. Nachdem wir schließlich alles anhatten was wir mitgenommen hatten und auch schon den ersten Wärmepad bemüht hatten, bauten wir gegen 1:00 langsam wieder ab und fuhren den kurzen Weg nach Hause.

Ein schöner Beobachtungsabend war das in ungewohnter Runde. Keine außergewöhnlichen Objekte, aber viel Spaß.

Gruß und klaren Himmel
Andreas
 
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