Willkommen zurück aus dem Urlaub!
Auch hier meine Erfahrung geteilt:
Ich bin quasi in vergleichbarer Situation und einen kleinen Schritt weiter und habe mich letztendlich für ein EAA (Electronically Assisted Astronomy) Setup mit ASIAir entschieden. Budget war nicht unlimitiert aber großzügig im vierstelligen Bereich angesetzt. Ich hatte "Erfahrung" mit einem Vollautomat (Seestar S50), welches ich immer noch schätze und empfehle und bei mir die Initialzündung für ein intensiveres "Einsteigen" brachte. Background ähnlich, Akademiker (Medizin), IT-affin, jahrzehntelange Begeisterung für Astronomie/Astrophysik etc.. Ich wohne Bortle ~4,5-4,7, da fiel neben der Erfahrung, dass visuelles Setup mich nicht befriedigt (zu schlechte Sichtergebnisse), schnell die Wahl auf ein komfortableres Setup, welches ich rein astrofotografisch via Smart Device (in meinem Fall iPad) steuern kann.
Wichtige Orientierungs-Websites:
Astrobin:
https://app.astrobin.com/equipment/explorer/telescope?page=1 - Astro-Fotodatenbank (
AstroBin) und mehr mit der Möglichkeit nach Equipment (Teleskop, Kamera, Filter etc.) zu filtern ->
https://app.astrobin.com/equipment/explorer/telescope?page=1 bietet erste Orientierung für den DeepDive zur Entscheidungsfindung!
astronomy.tools - u.a. Field of View (FOV) Calculator für visuelle und Imaging Setups -> was sehe ich mit welchem Setup (Sicht-/Bildausschnitt)
astronomy.tools
Ich habe regelhaft KI Tools für Fragen, Definition, Zusammenhänge und Unklarheiten bei der Planung meines Setups genutzt und kann das wärmstens empfehlen. Und wie viele hier meinen: Versuche Dir solche Setups mal live anzuschauen. Wenn Du Dir dann sicher bist, Geld dafür in die Hand zu nehmen, weiterlesen...
Hier mein aktuelles Setup und kurze Anmerkungen warum ich mich dafür entschieden habe oder für wichtig halte:
Montierung: ZWO AM5 auf TC40 Stativ- Einer der größten Einzel-Kostenpunkte. Die AM5 aktuell die eierlegende WMS. Möchte man eigentlich nur einmal kaufen, ich wollte eine hochpräzise nachführende, mobile Montierung (noch einfach trag- und transportierbar) mit Harmonic Drive und für eventuell folgende (u.U. schwerere) Optiken gerüstet sein.
Optik: Askar 120APO inkl. 1.0 Flattener (benötigst Du zu Bildkorrektur bei DSO) und und 0,8 Reducer (korrigiert ebenfalls und vergrößert den FOV) - Ich habe lange mit Petzval APOs (Askar PHQ Linie und ZWO APOs) geliebäugelt, da hier die Korrekturlinsen in der Teleskoparchitektur fest verbaut sind und somit Backfokusberechnungen wegfallen/bereits integriert sind. Nach Beratung scheinen die aber in den aktuell Serien Probleme zu machen und wurden häufig retourniert (es wurde mit pot. Problemen bei der Schmelze begründet). Ggf. ist das aber nochmals zu verifizieren. Wenn Deine Vorliebe aber in Richtung DSO-Astrofotografie geht, ist ein solider APO (apochromatischer Refraktor) eine gute Wahl. Die Askar APO Serie sind solide verarbeitet und bieten exzellentes Preis-Leistungsverhältnis für Einsteiger und sind in verschiedenen Öffnungen kurz- mittelfristig verfügbar.
ASIAir: Astrocomputer, der Dein Setup vernetzt und auf mobilen Endgeräten steuerbar macht. Sehr Einsteigerfreundlich und innerhalb der ZWO-Komponenten sowie der marktüblichen Platzhirsche kompatibel und zugänglich. Auch hier gibt es Alternativen, allesamt weniger einsteigerfreundlich, teils mehr Optionen und Open Source, dafür frickeliger und mitunter mit Unsicherheiten behaftet. Es gibt durchaus auch kritische Stimmen zu ASIAir. Preispolitik, Funktionalität - für Einsteiger irrelevant und in Summe auch ein eher kleinerer Kostenpunkt.
Kamera: ASI2600MC Pro (ich warte noch auf Versand). Ja teuer, aber wenn es das Budget erlaubt die kompromisslos beste Wahl.
ZWO Zubehör: EAF (Elektronischer Auto-Fokusser - wird am Teleskop montiert, um Fokussierung zu automatisieren...), 5x2" motorisiertes Filterrad. Wird dann alles über ASIAir gesteuert.
Guiding: Ich hatte schon ein Svbony SV106 60mm und nutze es als Guidescope mit ein ASI120MM Kamera. Es gibt auch OAG (On-Axis-Guider), dann benötigst Du kein montiertes Sucherrohr und das Guiding läuft über Deine Hauptoptik.
Filter: Eine Frage des Geschmacks und Geldbeutels: Meines Erachtens nichts verkehrt macht man mit dem Multiband - Optolong L-Pro, C1 und C2 (Duo-Schmalbandfilter Set) für den Einstieg mit MC-Kameras, UV/IR Sperrfilter. Von SHO- und L-RGB (nur mit Monochrom-kameras) würde ich anfangs die Finger lassen.
Thema Bildbearbeitung: Fester - undiskutabler Bestandteil bei Astrofotografie. Long Story short-> PixInsight, (
PixInsight — Pleiades Astrophoto) quasi die Sweet Spot-Lösung. Einarbeitung nicht ohne aber auch keine Unmöglichkeit. Kostenpunkt 350€ nach 45d Trial + 100-150 für PlugIns (BlurXTerminator usw. siehe RC-Astro.com)
"Kleinmist": Heizbänder, M48 Abstandsringe (Backfokus beachten!), Stromversorgung... 12V Netzteile und Jackery o.ä. Powerstations- je nachdem ob mobil sein willst. Zum Schluss gehen nochmal ein paar Scheine für ordentliche Aufbewahrung (ich habe ein Hardcase-Koffer für die optischen/empfindlichen Bauteile), kurze USB-Kabel und QoL-Zubehör...
Mir ist klar, dass ich hier klotze, und nicht kleckere. Das mag manche verschrecken. Für mich geht ein Lebenstraum in Erfüllung und ich grinse mich in den Schlaf. Die Kosten für die genannten Komponenten liegen in Summe bei etwas über 8k. Das Setup ist kostenintensiv und hoch-performant für einen "Einsteiger" - jedoch sehe ich bei Dir auch die "bisweilen problematische" Situation wie bei mir eines astrophysikalisch sehr gut belesenen Einsteigers mit präzisen Ergebnisvorstellungen und gehobenen Wünschen und erweiterten Möglichkeiten.
Bei Wunsch nach konkreteren Austausch auch gerne via PN.
CS Thomas