Vorstellung eines blutigen Anfängers und Einstiegsequipment

vogelmann

Neues Mitglied
Liebe Leute und Astro-Experten - seid gegrüßt

Jetzt habe ich mich auch mal dazu durchgerungen, Nägel mit Köpfen zu machen. Ich bin der Stephan, ursprünglich aus dem hohen Norden und wohne seit einigen Jahren in der Schweiz. Aufgrund meiner großen naturwissenschaftlichen Neigung (bin selbst PhD Chemiker) beschäftige ich mich seit fast 20 Jahren intensiv mit Astrophysik und möchte der Theorie mal etwas Praxis folgen lassen :-)
Das heisst konkret für mich, dass ich primär an eher tieferen Blicken interessiert bin (Nebel, Galaxien etc.) und weniger innerhalb unseres Sonnensystems schauen möchte. So meine Vorstellung derzeit.
Ich hätte gerne wirklich solides Equipment, mit welchem ich auch nach dem Sammeln einiger Erfahrungen noch Spaß habe. Bin nicht so der große Fan davon, dann wieder was neues kaufen zu müssen. 🙈 Eine Anbindung an den PC wäre ideal, ebenso eine (voll)automatische Aufhängung/Justierung. Ich weiß nicht ob das unrealistische Wunschvorstellungen sind aber vielleicht habt ihr ja ne erste Idee. Preislich habe ich erstmal kein Limit - es sollte realistisch sein. Vielleicht max. Richtung 10k.

Danke schon einmal im voraus und beste Grüße aus dem Süden :-)

Stephan

PS: Falls ihr weitere Infos braucht, immer her mit den Fragen
 
Grüezi in die Schweiz,

Und willkommen im Forum.

Da hast jetzt natürlich in ein Bienennest gestochen :) Es gibt nämlich sehr verschiedene Ansätze für die Astrofotografie und entsprechend verschieden sind die Geräte. Refraktor, Newton oder Katadioper als Optik? Klassische Deutsche Montierung oder die neuen Strainwave / Harmonic Drive Montierungen? Willst Du große Felder oder kleine Objekte fotografieren?

Für erste Erfahrungen ist ein kleiner Apo-Refraktor immer eine gute Sache. Je nach Neigung bleibt es sowieso nicht bei einem Teleskop. Das mit dem einmal kaufen und dann glücklich für alle Tage wird also nix. Es empfiehlt sich also, klein anzufangen und das Equipment langsam aufzubauen. Mit der Erfahrung lernt man auch seine Vorlieben kennen.

Vielleicht ein gutes Buch als Einstieg lesen. Da lernst Du auch die Begrifflichkeiten kennen und die verschiedenen optischen Konzepte und deren Vor- und Nachteile.

Im Herbst gibt es auch immer wieder Teleskop Treffen, wo man Equipment direkt befühlen und erfahrene Kollegen befragen kann.

Alles Gute für den Einstieg!

CS.Oli
 
Hallo Stephan,
willkommen im Forum!

Und Glückwunsch, zu dem Vorhaben, mit gesundem Budget in Equipment zu investieren.

Ich gehe davon aus, dass Dir in den nächsten Stunden unzählige Empfehlungen aus ebenso unzähligen Richtungen angereicht werden......

Damit die Empfehlungen aber auch nah an Deinen tatsächlichen Bedarf herankommen, wären noch ein paar Informationen deinerseits sinnvoll.
Zum Beispiel , was Du vorhast: Zu beobachten oder zu fotografieren, oder beides......
Auch wo Du Dein Equipment überwiegend einsetzen möchtest, Garten zuhause, irgendwo, wo Du hinfahren möchtest.....
Wie dunkel es dort ist...... (Bortleklasse)
Wie schwer das Ganze sein darf, was Du tragen kannst...
Ob Du sehr technikaffin bist, also auf hohen Automatisierungsgrad Wert legst....
Welche Vorkenntnisse Du hast.....
Ob Du vielleicht schon konkrete Vorstellung bezüglich der Bauart hast, Linsenteleskop, Spiegelteleskop ......

Bin sehr gespannt, welche Empfehlungen dieses Mal herauskommen, und vor Allem, was Du daraus machen wirst.

Viel Spaß und viel Erfolg!

CS

Dietmar
 
Hallo Stephan,

von mir auch ein Willkommen im Forum und viel Spaß hier.

dass ich primär an eher tieferen Blicken interessiert bin (Nebel, Galaxien etc.)
also Deep Sky.

Eine Anbindung an den PC wäre ideal, ebenso eine (voll)automatische Aufhängung/Justierung
alles machbar.
Die Aufhängung heißt Montierung und diese wird auf einem Stativ befestigt. Der Autmonatismus, nicht voll, heißt GoTo.
Es gibt verschiedene Varianten.
- EQ-, deutsche-, oder auch parallaktische Montierung
- Alt/AZ = Alt = Altitude = Höhe, AZ = Azimuth = Horizontale - vereinfacht, rauf/runter und links/rechts. Hier zu gehört auch die Rockerbox. Zusammen mit einem Newton Teleskop nennt sich das Dobson.
- Sonderformen
Welche bevorzugt wird, ist davon abhängig was man machen möchte. Fotografie oder visuelle Beobachtung mit Okular.

Es gibt nämlich sehr verschiedene Ansätze für die Astrofotografi
Hier spricht Dich Oli @VisuSCor direkt auf die Astrofotografie an.
Hier wäre interessant zu erfahren, ob Du gleich in dieses anspruchsvolle Metier einsteigen willst oder erst grundsätzliche Erfahrungen sammeln willst und Dich an die Astrofotografie ran arbeiten willst.

Für erste Erfahrungen ist ein kleiner Apo-Refraktor immer eine gute Sache. Je nach Neigung bleibt es sowieso nicht bei einem Teleskop. Das mit dem einmal kaufen und dann glücklich für alle Tage wird also nix. Es empfiehlt sich also, klein anzufangen und das Equipment langsam aufzubauen. Mit der Erfahrung lernt man auch seine Vorlieben kennen.
sehe ich auch so.
Die hier oft zitierte eierlegende Wollmilchsau gibt es schlicht nicht.
Denke, wie Oli, das eine geduldige und ruhige Herangehensweise empfehlenswert ist. Wo es hin gehen wird, ist am Anfang recht schwierig einzuschätzen.

Weiterhin wirst Du nicht um hin kommen, Dir Grundlagen und Wissen anzuschaffen. Sonst kann es schnell passieren, dass man aneinander vorbei redet.

Im Herbst gibt es auch immer wieder Teleskop Treffen, wo man Equipment direkt befühlen und erfahrene Kollegen befragen kann.
ebenso eine Volkssternwarte besuchen und/oder versuchen Kontakt mit Kollegen in der nähren Umgebung zu suchen.

Von mir auch einen guten Start in das angestrebte Hobby.

Gruß :coffee: :teleskop:
Mathias
 
Damit die Empfehlungen aber auch nah an Deinen tatsächlichen Bedarf herankommen, wären noch ein paar Informationen deinerseits sinnvoll.
Zum Beispiel , was Du vorhast: Zu beobachten oder zu fotografieren, oder beides......
Auch wo Du Dein Equipment überwiegend einsetzen möchtest, Garten zuhause, irgendwo, wo Du hinfahren möchtest.....
Wie dunkel es dort ist...... (Bortleklasse)
Wie schwer das Ganze sein darf, was Du tragen kannst...
Ob Du sehr technikaffin bist, also auf hohen Automatisierungsgrad Wert legst....
Welche Vorkenntnisse Du hast.....
Ob Du vielleicht schon konkrete Vorstellung bezüglich der Bauart hast, Linsenteleskop, Spiegelteleskop ......
:y:
das sind mal so grundlegende Überlegungen im Vorfeld, die gemacht werden sollten.
Was auch, m.E. wichtig ist, wie passt das neue Hobby in das private und berufliche Umfeld ? Die Beobachtungszeiten, außer Sonne - NIE OHNE ENTSPRECHENDE FILTER - , sind nun mal spät abends und nachts.
Weiterhin an das Wetter denken.
 
Hallo Stephan,

willkommen hier im Forum! Ich lese aus Deinem Text u.a. "blutiger Anfänger", "Vollautomatik" und quasi kein Budgetlimit.

Je nach den Antworten auf die weiteren Fragen an Dich (siehe der Beitrag von Dietmar) gibt es viele Möglichkeiten, nicht nur bei stationärer Aufstellung und/oder fotografischer Orientierung. Falls eine stationäre Aufstellung und v.a. die Fotografie Themen sein sollten kommen ggfs. andere Empfehlungen in Frage. Refraktoren wurden schon genannt, diese spielen vor allem in der Deepsky-Fotografie eine Rolle.

Wenn es eher in Richtung Mobilität und der von Dir genannten Vollautomatik gehen soll vielleicht dies hier eine Möglichkeit:

Wenn es denn eher vorerst manuell, aber qualitativ erste Liga und wesentlich grössere Öffnung, sein soll:
Evtl. kombiniert mit:

Das sind mal drei Empfehlungslinks aufgrund der bisher von Dir zur Verfügung gestellten Informationen. Das Ganze kann, je nach Deinen weiteren Antworten, aber auch noch in eine andere Rcihtung gehen, sowohl was die Teleskopart aber auch die Öffnung betrifft. Nicht zu vergessen, Zubehör wird einen erheblichen Teil des Budgets in Anspruch nehmen.
 
Hallo zusammen

Vielen lieben Dank an dieser Stelle erst einmal. Damit, dass ich so viele so kompetente und ausführliche Antworten in so kurzer Zeit erhalte, habe ich nicht gerechnet und euch definitiv unterschätzt :-)
Da ich derzeit im Urlaub in Fernost bin, würde ich euch gerne noch eine Woche vertrösten wollen, bevor ich auf alle o.g. Fragen antworte. Außerdem werde ich den Input nutzen und mich spezifisch bis dahin weiterbilden…schauen wir mal, wo die Reise hingeht.

Viele Grüße und ein schönes Rest-WE
 
Ciao Stephan,

wenn Du live sehen willst ist ein Dobson empfehlenswert. Wenn Du 'Automatik' willst (also nicht selbst suchen), kann man das machen mit

- Ein Teleskop aus der Reihe StarSense von Celestron (Handy-Display wird hierbei benutzt) z.B.:

- Irgendeinen passenden f/5...f/4 Dobson kaufen (Grösse egal, empfehlenswert erstmal nicht grösser als 12" Durchmesser, f/5...f/4) und dazu als 'automatischen' Aufsuch-Helfer dann:
BBLabs Sucher PiFinder (Flat Version)

Es ist überhaupt nicht nötig parallaktisch Montierungen zu kaufen. Eher im Gegenteil, ein Dobson ist hochgradig intuitiv (jederzeit mit der Hand bewegbar) und steckt vom Budget MAXIMAL viel in die Optik und nicht anderes. Das ist also eine hocheffiziente Art, das Geld zu investieren - WENN man visuell beobachten will. Viele Neulinge, halten Dobson aber für 'irgendwie komisch' - kannste vergessen: die grössten Amateurteleskope (D=0.5m und grösser) sind i.a. Dobson-Teleskope.
Guckmal: https://www.cruxis.com/scope/img1070/1070_Movingaround_full.jpg

AUSSERDEM: musst Du - für visuelle - erheblich investieren in Okulare (das neben dem Spiegel) 2. Glied in der optischen Kette. Empfehenswert sind Okulare mit grossem Gesichtfeld, sog. UWW (82°) oder XWW (100°) Okulare. In guter Quali kostet ein Okularsatz etwa 1500 Euro.

Empfehlenswert wäre bei einem, solchen Anfang ein 10" Dobson mit Aufsuch-Elektronik. 10" sind noch gut handhabbbar und bereits ein recht grosses Teleskop und beschäftigt Dich 10+ Jahre locker !

Lies hier die wichtigsten (wenn man so will) 'Grundregeln' zum Thema:

Hier kannst Du - bei Interesse an visueller Beobachtung - (fast) alles relevante lesen:

Ich bin PhD Physiker ;) und selber so unterwegs: https://eyes4skies.de/v2/HOME/home_files/Dob+Man_w.jpg
Ich suche zu Fuss und mit Karten auf einem Notebook, Berichte wären z.B. hier zu lesen:

Wichtig für visuelle Beobachtung sind:
- eher grösseres Teleskop
- gute Okulare
- dunkler Himmel und daher
- Transportierbarkeit (das wäre bei 10" Öffnung noch recht gut gegeben)

Für ca 2500-3000 Euro kämst Du ziemlich gutem Equipment (Richterskala ist oben offen), also viel günstiger als Du dachtest. Später kauft man sich dann einen 16...20" Dobson als Upgrade... (ca 6000+ Euro) - damit würde ich aber NICHT anfangen an Deiner Stelle... (man behält später beide Teleskope parallel).

Good luck + lg,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Erfahrung zeigt:
Zu Anfang seiner "Astronomie als Hobby"-Karriere weiß man mangels längerer praktischer Erfahrungen gar nicht so genau wo einem die Reise hinführt. Der eine schätzt sich besser ein, der andere weniger gut.
100% Treffer ist aber absolute Ausnahme, sodass man üblicherweise immer mehr oder weniger Lehrgeld bezahlt.
Dem einen fesselt die visuelle Beobachtung, der nächste möchte recht zügig automatisiert Bilder erstellen, der nächste kniet sich stundenlang in die Bearbeitung seiner fotographischen Rohdaten. Der eine mit möglichst handlichen Equipment, dem nächsten ist kein Teleskop zu groß. Der eine versucht gerne aus einfachen Mitteln viel herauszuholen, dem nächsten geht bei edlen Teleskopen erst richtig das Herz auf, der eine braucht stets die neueste Technik, der andere steht auf Oldtimer und deren Restauration.

Gleich zu Beginn genau das zu treffen, was einem selbst auf Dauer die größte Befriedigung schenkt ist fast unmöglich.

Oft merkt man erst im Laufe der Zeit: Die Schlepperei nervt, das Teleskop ist mir qualitativ nicht gut genug , für das Geld hätte ich mir auch 2 kaufen können und wäre flexibler, das Geld hätte ich besser in ein hochwertiges Teleskop gesteckt, statt in 3 von denen 2 kaum genutzt werden....

Daher würde ich eher klein dort einsteigen, wo ich denke am besten aufgehoben zu sein, statt direkt in die Vollen zu gehen.

Und als allererstes vielleicht mal eine Sternwarte oder Teleskoptreffen besuchen.

Gruß Horst
 
Hallo Stephan,

Ich möchte mich Horst anschließen und noch hinzufügen: insbesondere am Anfang lohnt es sich gebraucht zu kaufen. So kannst du die Teleskope, Kameras, Filter, etc. meist für +/- null oder nur geringen Verlust verkaufen, falls (meist ist es: wenn) du doch was anderes ausprobieren möchtest.

Viele Grüße,
Hendrik
 
Herzlich Willkommen.
Bin selber noch Anfänger und nur visuell im Sonnensystem unterwegs. Aber eins habe ich aber schon mal gelernt. Die Montierung ist enorm wichtig. Hol dir eine "zukunftssichere" Montierung mit genug Kapazität und Tragfähigkeit. Denn, wenn du später dein Teleskop wechseln willst, sollte deine Montierung nicht der limitierende Faktor sein. Zu den Modellen und Ausführungen können dir andere besser helfen.
 
Hallo Stefan,

Schweiz, (für m. W. Geindelwald) vor vielen Jahren Urlaub gemacht. Beob. mit einem Bino 20x70/Stativ. Nur schöne Erinnerungen, Sterne wie auf Samt gebettet, ob das heute noch der Fall ist ?????

Gruß
Günther
 
Bei deinem Budget würde ich all in gehen!
Wenn du knipsen willst, dann wären meine Zukunftssicheren Tips;

Montierung: ZWO AM5N
Stativ: Entweder das TC-4 oder ein Berlebach
Teleskop: Ich mag mein ASKAR 103 sehr! Mit 1x und 0.8x reducer! Oder du nimmst was kürzeres im Bereich 80mm Öffnung..
Kamera: Etwas im Bereich der ASI2600 MC Pro
OffAxisGuider mit guter Guiding Cam!
Und dann die Gretchenfrage: ASIAir oder Nina… Ich würde immer wieder auf ASIair gehen! Ja, die Cams sind etwas teurer - aber das System funktioniert einfach..
Denk auch an die Stromversorgung, und rechne mit 500€ für PixInsight mit den Plugins… einen guten PC hast du?!
 
Hallo,

ich würde es auch so machen wie mein Vorredner Jörg, wir haben auch ähnliches Equipment, aber ich tu mich inzwischen immer schwerer, Ratschläge zu geben. Zum einen, weil es zig andere mögliche Ansichten gibt und man ganz schnell Widerspruch erntet, zum anderen muss jeder seine Erfahrungen selbst machen und die eigenen Vorlieben herausfinden, das geht nur durchs „Machen“. Lehrgeld ist unvermeidlich, egal wie viel Gedanken man sich vorher macht. Daher am besten tatsächlich die Geräte bei jemandem besichtigen, der sie schon hat. Das ist aber nicht immer möglich. Ich hab sehr viel durch YouTube Kanäle gelernt. Auch über Equipment.

LG Olaf
 
Willkommen zurück aus dem Urlaub!

Auch hier meine Erfahrung geteilt:

Ich bin quasi in vergleichbarer Situation und einen kleinen Schritt weiter und habe mich letztendlich für ein EAA (Electronically Assisted Astronomy) Setup mit ASIAir entschieden. Budget war nicht unlimitiert aber großzügig im vierstelligen Bereich angesetzt. Ich hatte "Erfahrung" mit einem Vollautomat (Seestar S50), welches ich immer noch schätze und empfehle und bei mir die Initialzündung für ein intensiveres "Einsteigen" brachte. Background ähnlich, Akademiker (Medizin), IT-affin, jahrzehntelange Begeisterung für Astronomie/Astrophysik etc.. Ich wohne Bortle ~4,5-4,7, da fiel neben der Erfahrung, dass visuelles Setup mich nicht befriedigt (zu schlechte Sichtergebnisse), schnell die Wahl auf ein komfortableres Setup, welches ich rein astrofotografisch via Smart Device (in meinem Fall iPad) steuern kann.

Wichtige Orientierungs-Websites:

Astrobin: https://app.astrobin.com/equipment/explorer/telescope?page=1 - Astro-Fotodatenbank (AstroBin) und mehr mit der Möglichkeit nach Equipment (Teleskop, Kamera, Filter etc.) zu filtern -> https://app.astrobin.com/equipment/explorer/telescope?page=1 bietet erste Orientierung für den DeepDive zur Entscheidungsfindung!

astronomy.tools - u.a. Field of View (FOV) Calculator für visuelle und Imaging Setups -> was sehe ich mit welchem Setup (Sicht-/Bildausschnitt)

Ich habe regelhaft KI Tools für Fragen, Definition, Zusammenhänge und Unklarheiten bei der Planung meines Setups genutzt und kann das wärmstens empfehlen. Und wie viele hier meinen: Versuche Dir solche Setups mal live anzuschauen. Wenn Du Dir dann sicher bist, Geld dafür in die Hand zu nehmen, weiterlesen...

Hier mein aktuelles Setup und kurze Anmerkungen warum ich mich dafür entschieden habe oder für wichtig halte:

Montierung: ZWO AM5 auf TC40 Stativ- Einer der größten Einzel-Kostenpunkte. Die AM5 aktuell die eierlegende WMS. Möchte man eigentlich nur einmal kaufen, ich wollte eine hochpräzise nachführende, mobile Montierung (noch einfach trag- und transportierbar) mit Harmonic Drive und für eventuell folgende (u.U. schwerere) Optiken gerüstet sein.

Optik: Askar 120APO inkl. 1.0 Flattener (benötigst Du zu Bildkorrektur bei DSO) und und 0,8 Reducer (korrigiert ebenfalls und vergrößert den FOV) - Ich habe lange mit Petzval APOs (Askar PHQ Linie und ZWO APOs) geliebäugelt, da hier die Korrekturlinsen in der Teleskoparchitektur fest verbaut sind und somit Backfokusberechnungen wegfallen/bereits integriert sind. Nach Beratung scheinen die aber in den aktuell Serien Probleme zu machen und wurden häufig retourniert (es wurde mit pot. Problemen bei der Schmelze begründet). Ggf. ist das aber nochmals zu verifizieren. Wenn Deine Vorliebe aber in Richtung DSO-Astrofotografie geht, ist ein solider APO (apochromatischer Refraktor) eine gute Wahl. Die Askar APO Serie sind solide verarbeitet und bieten exzellentes Preis-Leistungsverhältnis für Einsteiger und sind in verschiedenen Öffnungen kurz- mittelfristig verfügbar.

ASIAir: Astrocomputer, der Dein Setup vernetzt und auf mobilen Endgeräten steuerbar macht. Sehr Einsteigerfreundlich und innerhalb der ZWO-Komponenten sowie der marktüblichen Platzhirsche kompatibel und zugänglich. Auch hier gibt es Alternativen, allesamt weniger einsteigerfreundlich, teils mehr Optionen und Open Source, dafür frickeliger und mitunter mit Unsicherheiten behaftet. Es gibt durchaus auch kritische Stimmen zu ASIAir. Preispolitik, Funktionalität - für Einsteiger irrelevant und in Summe auch ein eher kleinerer Kostenpunkt.

Kamera: ASI2600MC Pro (ich warte noch auf Versand). Ja teuer, aber wenn es das Budget erlaubt die kompromisslos beste Wahl.

ZWO Zubehör: EAF (Elektronischer Auto-Fokusser - wird am Teleskop montiert, um Fokussierung zu automatisieren...), 5x2" motorisiertes Filterrad. Wird dann alles über ASIAir gesteuert.

Guiding: Ich hatte schon ein Svbony SV106 60mm und nutze es als Guidescope mit ein ASI120MM Kamera. Es gibt auch OAG (On-Axis-Guider), dann benötigst Du kein montiertes Sucherrohr und das Guiding läuft über Deine Hauptoptik.

Filter: Eine Frage des Geschmacks und Geldbeutels: Meines Erachtens nichts verkehrt macht man mit dem Multiband - Optolong L-Pro, C1 und C2 (Duo-Schmalbandfilter Set) für den Einstieg mit MC-Kameras, UV/IR Sperrfilter. Von SHO- und L-RGB (nur mit Monochrom-kameras) würde ich anfangs die Finger lassen.

Thema Bildbearbeitung: Fester - undiskutabler Bestandteil bei Astrofotografie. Long Story short-> PixInsight, (PixInsight — Pleiades Astrophoto) quasi die Sweet Spot-Lösung. Einarbeitung nicht ohne aber auch keine Unmöglichkeit. Kostenpunkt 350€ nach 45d Trial + 100-150 für PlugIns (BlurXTerminator usw. siehe RC-Astro.com)

"Kleinmist": Heizbänder, M48 Abstandsringe (Backfokus beachten!), Stromversorgung... 12V Netzteile und Jackery o.ä. Powerstations- je nachdem ob mobil sein willst. Zum Schluss gehen nochmal ein paar Scheine für ordentliche Aufbewahrung (ich habe ein Hardcase-Koffer für die optischen/empfindlichen Bauteile), kurze USB-Kabel und QoL-Zubehör...

Mir ist klar, dass ich hier klotze, und nicht kleckere. Das mag manche verschrecken. Für mich geht ein Lebenstraum in Erfüllung und ich grinse mich in den Schlaf. Die Kosten für die genannten Komponenten liegen in Summe bei etwas über 8k. Das Setup ist kostenintensiv und hoch-performant für einen "Einsteiger" - jedoch sehe ich bei Dir auch die "bisweilen problematische" Situation wie bei mir eines astrophysikalisch sehr gut belesenen Einsteigers mit präzisen Ergebnisvorstellungen und gehobenen Wünschen und erweiterten Möglichkeiten.

Bei Wunsch nach konkreteren Austausch auch gerne via PN.

CS Thomas
 
Und als Nachtrag zum Beitrag oben, weil es mir heute noch durch den Kopf ging, 2 Empfehlungen:

1. Bei APOs ab 100mm Öffnung würde ich die 20cm Säulenverlängerung (falls es das TC40 Stativ o.ä wird) mit bestellen! Gerade bei steilen Positionen besteht sonst die Gefahr des "Hängenbleibens" am Stativ. Das Stativ an sich ist aber, genau wie die 20cm Säulenverlängerung (beim Preis dafür nicht erschrecken) absolut wertig!

2. Zur Überbrückung von bewölkten Nächten oder Klarwerden über das Thema Bildbearbeitung sei nochmals das relativ neue Buch bzw. die 2. Auflage zum Einstieg in PixInsight von E. Wischnewski "PixInsight lieb gewinnen" wärmstens empfohlen. Es hilft mir persönlich enorm beim Einstieg in die definitiv nicht selbsterklärende Bildbearbeitungssoftware.

Viel Spaß und angenehme Entscheidungsfindung!

CS Thomas

IMG_4130.jpg
 
Das ist zu wenig Input
Wenn es visuell sein soll käme au h ein größerer Gotodobson oder Push to in Frage, fotografisch geht es in ganz andere Richtung.
VOR allem Standort oder Transportmögöglichkeit spielt auch eine große Rolle...Man könnte statt AM5 auch was großes nehmen ST25 zB. Falls Dickers Teleskop geplant ist.
Du bist in FernOst na da bestellen viele.

Gruß Frank
 
Selbst wenn der Input noch so groß ist, Erfahrung wird man nicht nachlesen können, sondern muß sie sammeln...

Ebenso erscheint einem oft einiges anders, wenn das "erste Verliebtsein" verglüht ist und der Alltag Einzug hält.

Alles Dinge die man mit einkalkulieren sollte und zumindest mich von einem Einstieg in die Vollen bremsen würde...

Gruß Horst
 
Tach auch,

Alles Dinge die man mit einkalkulieren sollte und zumindest mich von einem Einstieg in die Vollen bremsen würde...
:y:
Auch wenn bei mir mittlerweile, wenn ich mich an die aktuellen Preise halte, Werte um die 5k rum stehen/liegen, das ist alles nicht auf einmal angeschafft worden, auch wenn ich zu beginn des Hobby die finanziellen Mittel zu mehr gehabt hätte.
Meine Richtung zu EAA hat sich erst über die Jahre entwickelt. Die verschiedenen Komponenten wurden über die Jahre auch kleiner und leichter. Die damals angeschaffte EQ-6 R wurde immer weniger genutzt, der Dobson aus der dritten Etage blieb auch immer öfter stehen, ... ... ...

Computer zur Steuerung, in (fast) allen möglichen Variationen durchgespielt, kam erst später dazu.
Kurzum, es hat sich alles nach und nach aufgebaut, bedingt auch durch verschiedene Interessensentwicklungen.

Gruß :coffee: :teleskop:
Mathias
 
Hallo,

ich bin der Meinung, dass wenn jemand relativ klare Vorstellungen hat, wie der Threadersteller, dann kann man ihm auch raten,"in die Vollen" zu gehen. Stephan hat nur noch nicht gesagt, ob er visuell oder fotografisch unterwegs sein will. Da er von Vollautomatismus und PC-Anbindung gesprochen hat, gehe ich davon aus, dass die Tendenz zumindest mittelfristig zur Fotografie geht. Und dann kann man ihm nur raten, vom Lehrgeld anderer mitzulernen und bestimmte Ausprobierfehler zu überspringen. Viele scheuen sich am Anfang auch, direkt viel Geld auszugeben, weil es ja auch nicht unbedingt sofort auf einmal vorhanden ist und daher erst mal günstig eingestiegen wird, um überhaupt einsteigen zu können.

Wenn mir aber jemand sagt, dass er schon gewisse Vorstellungen vom Hobby hat, da sogar seit 20 Jahren Astrophysik betreibt und die Schmerzgrenze bei 10k EUR liegt, dann muss man die zwar nicht verbraten, aber dann kann man durchaus dazu raten, einmal zu kaufen, und dafür richtig. Genau das hat Stephan ja auch gesagt. Ich gehe davon aus, dass er schon aufgrund seiner jahrelangen theoretischen Beschäftigung mit dem Thema kein klassischer Anfänger ist.

Also: Montierung ZWO AM5N. Top-Montierung, die modern ist und hohe Tragfähigkeit hat. Damit hätte er auf Jahre hinaus Ruhe.
Teleskop: Deep Sky wird priorisiert. Da gibt es verschiedene Apos, die glücklich machen. Der Askar 103 oder 120 Apo ist mit den entsprechenden Reducern und Flatternern eine gute und variable Wahl, dazu nicht übertrieben teuer. Mir selbst sind die schon zu groß, aber das ist halt Geschmacksache. Jedenfalls taugen beide auch visuell, also wäre auch das abgedeckt, ohne in absehbarer Zeit neu kaufen zu müssen.
Kamera: IMX571, ob von ZWO oder einem anderen Hersteller, egal. Dazu noch ein Guiderohr (WO Uniguide) und eine Guidingkamera (ZWO 220 mm zum Beispiel).
PC-Steuerung: Hier empfehle ich NINA mit Mini-PC, obwohl ich selbst die Asiair nutze. Stephan traue ich zu, NINA schnell zu beherrschen und da er von PC-Anbindung spricht, macht das Sinn. So ist er auch bei der Kamerawahl frei.

Filter, Okulare etc. sind dann Zubehör, die nach und nach dazu kommen können.

Mit diesem Equipment wäre er in jedem Fall zufrieden, es wäre kein Fehlkauf und er kann damit auf Jahre hinaus Astronomie in jedwede Richtung betreiben. Wenn ihm die langen Rohre zu lang oder groß sind, kann er sich dazu ja noch einen kleinen Weitfeld-Apo kaufen, der passt immer ins Budget. Wenn er mit eigenen Augen mehr sehen will, kommt halt später ein großer Dobson dazu.

CS Olaf
 
N'abend zusammen,

dass wenn jemand relativ klare Vorstellungen hat
nun ja, das hier:
Das heisst konkret für mich, dass ich primär an eher tieferen Blicken interessiert bin (Nebel, Galaxien etc.) und weniger innerhalb unseres Sonnensystems schauen möchte. So meine Vorstellung derzeit.
derzeit :unsure:, hört sich für mich nicht ganz so klar an. Eher, wie es öfter erwähnt und aufgezeigt wird, dass man am Anfang noch nicht wirklich weiß wohin es gehen soll. Weist Richtung Deep Sky, aber so klar scheint es noch nicht zu sein.
Eine Anbindung an den PC wäre ideal, ebenso eine (voll)automatische Aufhängung/Justierung. Ich weiß nicht ob das unrealistische Wunschvorstellungen sind
hört sich für mich auch nicht so an, als hätte man sich vorab schon etwas mehr mit der Thematik auseinandergesetzt.

Ob fotografisch oder visuell erschließt sich mir so auch nicht aus den gemachten Angaben.
Ja, PC-Anbindung weist in Richtung Fotografie. Visuell mit Computer zu arbeiten macht für mich keinen Sinn. Ich muss daneben stehen, denn ich will ja durch das Okular schauen, da reicht der Handcontroller. Den kann ich in der Hand halten und mit etwas Übung bediene ich das Ding auch ohne drauf zu schauen. Außer ich hüpfe alle fünf bis zehn Minuten von Objekt zu Objekt, was m.E. dem visuellen Beobachten abträglich ist.

Ich weiß das es neue Techniken auf dem Markt gibt und es immer mehr in Richtung App und mobile Endgeräte geht und das für mich letztendlich auf die Astrofotografie abzielt.

Ich wäre damals bei Anschaffung der EQ-6 R sicherlich nicht abgeneigt gewesen eine AM3 oder 5 anzuschaffen, allein schon vom Gewicht her. Finanziell wäre das allemal drin gewesen, aber die gab es noch nicht.
Vorher war es aber eine EQ3-2, einfach aus dem Grund, dass ich noch nicht wusste, ob es überhaupt bei dem Hobby bleibt. Habe auch vorher jahrelang alles verschlungen was mit Astronomie zu tun hat, aber ob mir das irgendwie geholfen hat in die beobachtende Astronomie einzusteigen :unsure:.

Ich wundere mich teilweise darüber, das sehr oft dazu geraten wird sich das Geraffel auf einer Volkssternwarte, bei Sternentreffen, Kontakte zu Kollegen in der Nähe zu suchen, ... ... ... es aber bei der Angabe ab einem gewissen Budget so gut wie gar nicht mehr auf taucht. OK, hier zwei mal, aber eher wenig, wenn ich an andere Threads denke.

Letztendlich muss das jeder selbst entscheiden.
Aber es sei gestattet, neben den High-End Vorschlägen auch alternative und andere Herangehensweise aufzuzeigen.
Man mag mir auch Wortklauberei anzeigen, aber mei ;) ich kann das ab.

Gruß :coffee: :teleskop:
Mathias
 
Am Ende muß sich jeder selbst einschätzen können, wissen bin ich mit 4" oder 5" bestens aufgehoben? Hätte mir ein handlicher 3" nicht genauso genügt und Schlepperei erspart? Oder gucke ich doch eher neidvoll auf den schönen 7" ?

So habe ich z.B. einen hervorragenden 16" Dobson. Tolles Gerät. Hätte ich vor 5-6 Jahren aber mit Freude gegen einen gleichartigen 20" getauscht. Jetzt schau ich eher etwas neidisch auf den 14" eines Freundes...

Ganz blöd, mich würde heute die visuelle Astronomie nicht mehr packen.

So gebe ich statt konkreter Equipmentempfehlungen lieber ein paar Denkanstöße...

Gruß Horst
 
Ganz blöd, mich würde heute die visuelle Astronomie nicht mehr packen.

So gebe ich statt konkreter Equipmentempfehlungen lieber ein paar Denkanstöße...
:y:
kann mir das auch nicht mehr vorstellen in der jetzt kommenden Zeit am Okular zu stehen... brrrrrrrrrrrrrr :ROFLMAO:.
Als Denkanstöße fasse ich meine Aussagen auch auf.

Gruß :coffee: :teleskop:
Mathias
 
Ich finde und erkenne mich in vielen Punkten in Stephans Vorstellungen und Annahmen absolut wieder. Auch sind Fotografien von Deep Space Objekten in all seiner Faszination alleine durch Astrocomputer wie ASIAir und nicht zuletzt durch smarte Teleskope weit zugänglicher geworden und haben viel breitere Nutzer und damit Präsenz generiert. Das motiviert eben viel mehr Menschen (wie mich auch), jetzt diesen Schritt zu gehen. Und wie auch hier schon an anderer Stelle vermerkt, muss da jeder seinen eigenen Weg gehen, und landet nach Jahren mit elektronischen Gadgets dann vielleicht doch bei der tragbaren "Litfaßsäulen-Dobsons" und geht aufs Feld um visuelle Erfahrungen zu machen oder hat eben ein 16" EdgeHD oder den krassesten APO mit allem astrofotografischen Zampano. Alles möglich! Mir haben die Unterhaltungen und das Lesen im Forum in vielen essentiellen Punkten extrem schnell weiter gebracht. Häufig durch initiale "schau Dir das mal an..." die eine Kaskade an steilen Lernprozessen nach sich zogen.

Dabei ist realistischer Weise das Spektrum an Möglichkeiten und Geschmäcker heute eben gigantisch. Vom Einstiegs-Smartie wie dem Seestar S50/S30 oder dem Dwarf 3 für kleines Budget 500-700€, welche ganz gemütlich nebenbei ein paar nette Astrofotos aufs Smartphone bringen, die noch dazu (ausgenommen bei Planetenaufnahmen) häufig besser aussehen als jeder vergleichbare visuelle Setup. Wenn Geld investiert werden möchte, kann hier auch das Celestron Origin, ein Unistellar Evscope 2 (die gibt´s sogar mit elektronischem Okular) wirklich tolle Ergebnisse liefern, sogar als "Partygadget" im Garten und - ergebnisorientiert - erst recht, wenn noch eine Nachbearbeitung mit entsprechender Software stattfindet. Die Rolle der "Smarties" wird daher in Zukunft eine immer größere Rolle einnehmen - meine Meinung.

Klar sind das hier alles nur Denkanstöße und Möglichkeiten. Die müssen aber so konkret sein, dass Stephan für sich eine Orientierung finden kann und dabei auch weiß, was er sich genauer anschauen möchte oder sollte (um gewisse Details und Möglichkeiten zu verstehen), was welche Ergebnisse liefert und was dadurch für ihn nicht oder nur am Rande interessant bleibt. Für mich z.B. war es fundamental wichtig zu verstehen, wie groß der Unterschied und Aufwand zwischen visuellen Setups hinsichtlich der Sichtungsqualität und EAA Setups ist. Visuell war für mich daher relativ schnell erledigt, dafür sind EAA Systeme oder gar Smart Telescopes - für mich - einfach einsteigerfreundlicher und belohnen mit schnelleren sowie besseren Ergebnissen und letztere sogar so niedrigschwellig, dass nahezu keinerlei Vorkenntnisse oder tiefgehende Auseinandersetzung nötig sind.

Ich denke neben Möglichkeiten und Vorschlägen aller Art ist es eben wichtig, in begleitenden Parametern für sich eine Position zu finden. Und all das tun diese Beiträge hier für Stephan. Oftmals weiß man anfangs eben gar nicht, dass man diesbezüglich etwas entscheiden oder vorbedenken sollte oder hat dazu Vorstellungen, die nicht umsetzbar sind. Dazu gehören Dinge die hier schon angesprochen wurden, wie groß darf es sein, wie spezifisch, wie teuer, wie vielseitig, wie lernintensiv - nicht jeder hat neben Job und Familie wirklich eine Vorstellung, sondern eben "nur" großes Interesse, welches in besagten Aktionismus mündet. Umso konkreter wir dabei eine Vorstellung von einem gewünschten Setting und Ergebnis bekommen, umso besser lässt sich diese mit der Realität abgleichen.

Ich denke das wesentliche ist längst gesagt, daher an Stephan - stell einfach auf Basis dessen hier alle möglichen Fragen die Dir in den Sinn kommen! Hier sind genügend geduldige, auskunftsfreudige Menschen mit unterschiedlichsten Sichtweisen und Meinungen zur Sache, die sie Dir regelhaft frei (und mehr oder weniger gut begründet) nahebringen! Mich inklusive. Daher erstmal setzen lassen, weiter grübeln, stöbern, nachschauen, recherchieren - und gerne wieder und weiter fragen, egal um welche Zusammenhänge es zum Thema auch gehen mag! Es gibt keine "dummen" Fragen.

CS und einen schönen Abend in die Runde
Thomas
 
Ich hab ja weiter oben empfohlen, auf YouTube Informationen über Equipment einzuholen, wenn man nirgends mitbeobachten kann, keinen Verein besuchen kann oder will und keinen Laden in der Nähe hat. Es ist halt immer so, dass konkrete Kaufempfehlungen Widerspruch provozieren. Das ist okay, es gibt einfach zu viele richtige Ansätze in diesem Hobby. Ich hab begründet, warum ich das Equipment für sinnvoll halte. Stephan muss das mit eigenen Vorstellungen abgleichen. Dass sich Vorstellungen durch eigenes Tun verändern können, kennt auch jeder hier. Mit dem vorgeschlagenen Equipment wird er aber nicht enttäuscht werden, es ist modular und deckt verschiedene Felder ab. Aber das geht eben nur bei einem Budget, das nicht jeder zur Verfügung hat. Daher kann man das Stephan raten, aber nicht jedem Anfänger, der sich hier meldet.

CS Olaf
 
Hallo zusammen

Ich danke euch noch einmal für die umfangreichen Antworten. Sorry für die späte Rückmeldung aber nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub war ich wieder komplett im "Hamsterrad" absorbiert und habe das Thema fast vergessen. Allerdings hatte ich zwischenzeitlich sehr viel Zeit, mich etwas tiefer in die Materie reinzulesen und mir auch diverse YouTube-Videos anzuschauen.

Letztlich war ich anfangs nicht konkret (und mir hat auch das Vokabular gefehlt): Was mich interessiert, ist ganz klar die Astofotografie. Und hier dann auch der tiefere Blick in Richtung Galaxien, Nebel, etc.
Bezüglich der Lichtverschmutzung bei mir würde ich mal anhand der Standardbeschreibungen bzw. der "light pollution map" mich irgendwo zwischen 3 und 4 (mit Tendenz zu 3) auf der Bortle-Skala einsortieren. Müsste ausreichen, um schon einige Sachen von meinem Balkon aus zu sehen. Balkon klingt jetzt klein - der hat aber knapp 50m2 und Platz für längere Beobachtungen sollte vorhanden sein.

Bezüglich Equipment fand ich den Vorschlag von Thomas oben schon extrem nah an dem, was ich am Ende vermutlich brauchen werde. Ist ggf. wirklich erstmal, als wenn man sich als Fahranfänger einen Ferrari kauft aber man wächst rein... hoffentlich :D

Ich werde auf jeden Fall mal Kontakt zu den örtlichen Astro-Truppen aufnehmen und mir ein paar Treffen geben. Aber letztlich wird das ein schönes Projekt - vermutlich basierend auf obigem Equipment-Vorschlag.
@Tomas: Ich würde dann auch gerne das Angebot annehmen und bei Zeiten auf dich zurückkommen bzgl. Rückfragen zu deinen Posts.

Vielen lieben Dank euch nochmal - die Diskussion hat mir sehr geholfen.

Liebe Grüsse aus dem Süden
Stephan
 
@Tomas: Ich würde dann auch gerne das Angebot annehmen und bei Zeiten auf dich zurückkommen bzgl. Rückfragen zu deinen Posts.

Hi Stephan,

schön von Dir zu hören! Das Hamsterrad kenne ich! Das Angebot steht, gerne auch per PN an mich, ich schaue hier regelmäßig vorbei. Gerne können wir der Einfachheit halber auch einfach mal telefonieren!

VG/CS
Thomas
 
Ich werde auf jeden Fall mal Kontakt zu den örtlichen Astro-Truppen aufnehmen und mir ein paar Treffen geben
...... willkommen.
Dein Ansinnen aus o.a. Zitat, ist in meinen Augen der beste an dich selbst gerichtete Ratschlag :)
Du kannst in Tierforen, Dokus, YouTube, Bücher und in Jägerschaften etc. alles über einen Eber lernen, bis in das kleinste Detail, ein theoretischer Experte werden.
Wenn dir ein aggressiver Vierbeiner auf deinem Spaziergang begegnen sollte, wirst du vll. feststellen, wie schnell du in der Praxis die Beine in die Hand nehmen musst.
Eine Begegnungserfahrung kann Leben retten, die in deinem Fall an dich selbst angewiesene Handlungsanweisung eine Enttäuschung.
Viel Spaß bei der Entscheidungsfindung und schöne erlebnisreiche Beobachtungen, mit welchem Gerät auch immer :y:
 
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