Vorteil von Einzelfokusierung?

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AstroCarsten

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Hallo,

es gibt bei Ferngläsern ja zwei Arten von Fokusierung. Einmal die Fokusierung über den Mitteltrieb mit Dioprienausgleich für ein Auge und zum anderen die Einzelfokusierung für jedes Okular.

Welchen Vorteil bietet hier die Einzelfokusierung? Eigentlich ist sie doch komplizierter, da ich für jedes Auge erst einmal fokusieren muss und wenn ich auf ein Objekt in einer anderen Entfernung umschwenke geht alles wieder von vorne los. Da ist die Fokusierung über den Mitteltrieb doch wesentlich schneller und komfortabler.

Oder was meint ihr?

Viele Grüße

Carsten
 
vom Beobachtungskomfort her kann ich keine Vorteile erkennen.
Es ist aber wohl so, dass Gläser solcher Bauart einfacher abzudichten sind. Der Vorteil liegt also eher im Bereich der Fertigung.

Anders herum möchte ich ergänzen, dass (grade bei 7-fach) dieses Konstruktionsprinzip auch nicht zwingend ein grosser Nachteil sein muss. Man gewöhnt sich schnell daran. Ich besitze seit einiger Zeit ein 7x40 BGA und war vor der Entscheidung diesbezüglich auch erst am Zweifeln.

Grüße
 
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Ein Mitteltrieb ist teurer und schlechter abzudichten. Allerdings ist der Mitteltrieb für Naturbeobachtungen fast Vorraussetzung.
Im Astro- und Marinebereich allerdings nicht, bei zweiterem muss das Glas sogar dicht sein. Für Astro hat die Einzelokularverstellung einem billigen(!) Mitteltrieb-Glas gegenüber den Vorteil, dass die Fokussierung durch Druck auf die Augenmuschel nicht beeinflusst wird.
 
Hallo Carsten,

da es kaum Dachkanter mit EF gibt (Zeiss 8x30 Safari; ehem. Zeiss 6x42 "Skipper"; Zeiss 7x40 B/GA) findet man diese eigentlich nur bei Porro-Ferngläsern die eine erhöhte Anforderung an die Dichtigkeit und Robustheit (der empfindliche und wohl auch teure Mitteltrieb fällt weg) stellen; also in erster Linie Militärferngläser und Gläser für die Seefahrt. Die Gläser haben meist eine 7-8-fache Vergrößerung welche über einen großen Schärfetiefenbereich verfügen. Ein junger Soldat zum Beispiel (im Vollbesitz seines Akkomodationsvermögens) muss ein 7-fach Glas bis auf 20 m herunter nicht nachfokussieren, was er wahrscheinlich sowieso nicht macht, denn er wird im Dienst wohl kaum Schmetterlinge oder Singvögel beobachten.

Ich glaube, man kann sagen, dass die EF in diesem Bereich der Anwendung wirklich sehr sinnvoll ist.

Verfügen solche Ferngläser zudem noch über optisch herausragende Eigenschaften, wie z.B. das Fujinon 7x50 FMT-SX, so sind diese auch für den ein oder anderen Privat-Anwender interessant, trotz EF und des meist hohen Gewichtes.

Bei meinem Fujinon 10x50 empfinde ich die EF schon als eine Einschränkung, auch aufgrund meines nachlassenden Akkomodationsvermögens. Bei einem 15- oder 16-fach vergrößerndem Fernglas würde ich mir unbedingt eine Zentralkokussierung wünschen.

Gruß,
Bernhard
 
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Hallo Leute,

die Einzelfokussierung ist nur ein vorteilhaft für den Hersteller, es ist nämlich schwierig und teuer, ein Glas mit Mitteltrieb zu bauen, welches dauerhaft wasserdicht bleibt. Bei einer Einzelfokussierung hingegen ist das kein Problem.

Ich bin allerdings der Meinung, daß die Einzelfokussierung das Glas, auch wenn es nur 7 fach vergrößert, für die Naturbeobachtung nahezu unbrauchbar macht. Bewegte Objekte im mittleren und nahen Entfernungsbereich wie z. B. Vögel, Schmetterlinge, Eidechsen oder Eichhörnchen sind schon aus dem Bildfeld verschwunden, bevor man mit der umständlichen Einzelverstellung fokussiert hat. Ich würde daher für diesen Zweck sogar lieber ein nicht wasserdichtes Glas mit Mitteltrieb kaufen, als ein wasserdichtes Modell mit Einzelokularverstellung.

Für den Astrobereich hat die Einzelokularvertsellung keine Nachteile aber auch keine Vorteile. Eigentlich sind die Modelle mit Einzelokularverstellung fast ausschließlich für den Marine- und Militärbereich entwickelt worden, hier ist Robustheit gefragt und Entfernungen von unter 30m spielen hier keine Rolle.

Gruß

Manfred
 
Hallo,

hier noch ein kleiner Nachtrag aus einem früheren Beitrag von mir:

Ob und wie man mit einer Einzelokularverstellung zurecht kommt, hängt von einigen Faktoren ab. 1.) Von der Vergrößerung des Fernglases und der damit verbundenen Schärfentiefe. 2.) Wie häufig man zwischen den verschiedenen Beobachtungsentfernungen wechselt. 3.) Vom Akkomodationsvermögen der Augen. 4.) Von der Bedienbarkeit der Okulare. 5.) Von der Geschicklichkeit des Benutzers.
In der Praxis wirkt sich dies so aus, dass ich beim 7x50 selten den Fokus verändere, beim 10x50 aber wesentlich öfters nachstellen muss. Es ist für mich gar keine Frage, dass ein Mitteltrieb ein enormer Komfortgewinn ist, wenn man häufig nachfokussieren muss.

Gruß,
Bernhard
 
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Hallo Bernhard,

da ich jetzt auch das Fujinon 10x50 FMT-SX habe, kann ich das bestätigen. Das Glas ist jedoch für reine "Fernbeobachtungen" natürlich auch am Tage ein Genuss! Für "immer dabei" und als "Allround-Glas" würde ich es aber nicht nehmen. Für Astro finde ich gerade die Einzelfokussierung sehr schön. Einmal eingestellt, passt alles. Die anderen Effekte (wie z.B. Robustheit und Dichtheit) sind in anderen Anwendungsbereichen wie schon angesprochen aber sicher viel bedeutsamer, so dass man die Nachteile dafür gern in Kauf nimmt.

NGC224, Du bist doch wenn ich mich richtig erinnere, einer von den Birdern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ... für die ist m.E. Zentralfokussierung eigentlich das wichtigste am Fernglas überhaupt? Weil bis man zwei Okulare eingestellt hat, ist der Vogel weg ... denk ich mir mal so. Ich würde inzwischen sagen (jaa ich staune über mich selbst), dass eigentlich ein Dachkant-Glas den Vorteil einer Abdichtung trotz Innenfokussierung bietet und darüber hinaus auch noch i.d.R. für den Nahbereich besser geeignet ist.

Gruß
Adson
 
Hallo Carsten,

aus meiner Sicht ist der einzige Vorteil die mechanische Robustheit (keine wacklige Okularbrücke und einfacher abzudichten), daher ist dieser Typ auch nur bei Seefahrt, Astronomie und Militär verbreitet.

Für Astronomie kann es ein echtes Plus sein, wenn nicht jedesmal die bei billigen Gläsern meist wacklige Okularbrücke nachgibt und die Unendlicheinstellung der beiden Sehkanäle versaut.

Gruß
 
Hallo Carsten!
Da sich bei mir in im Laufe der Jahre ca.40 Ferngläser aus vielen Ausführungen und Preisklassen angesammelt haben hier meine Erfahrungen:Will ich das Glas neben Himmelbeobachtung auch für Erd-bzw.Naturbeobachtung im " Nahbereich" nutzen verwende ich nur Gläser mit Mitteltrieb.Für Erdbeobachtung über größere Entfernung (über 50m)und Himmelsbeobachtung ziehe ich Gläser mit Einzelokularverstellung vor weil da das Scharfstellen entfällt.Ausnahme ist das von mir auch benutzte 25x80 Steiner Observer.Bei diesem muß ich beide Okulare leicht verstellen wenn ich vom näheren Bereich auf große Distanzen und auch auf Himmelsbeobachtung wechsle.Da ich jedoch schon über 50 bin weiß ich nicht ob das auch bei jüngeren Benutzern erforderlich ist.Ich verwende wechselnd jedoch auch Gläser mit Mitteltrieb(7x50,8x56,10x50,20x80 und 25x100)für die Himmelsbeobachtung.
Gruß hunter
 
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