Warum sieht man meistens die Vorderseite

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yarosso

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Hallo Matthias
Arne hat eigentlich schon alles gesagt. Eine kleine Ergänzung wäre noch dass wir bei M57 zufällig direkt auf den Pol dieses Sternenrestes blicken was aber nicht heißt dass das nun "vorne" ist.
CS, Matze
 
Hallo Matthias,

das ist einfach Zufall, so wie wir zufällig Galaxien von der Kante oder in der Draufsicht sehen können. Bei Staubscheiben um junge Sterne oder aktive Galaxienkerne ist es genauso. Alles eine Frage des Blickwinkels.

Gruß - Nico
 
Hallo Matthias,

falls du (ich beschränke mich mal auf M57) mit 'von vorne draufgucken' den Effekt meinst, daß der Nebel in der Mitte dunkel und an den Rändern hell ist, so gibt es eine enfache Erklärung: der Nebel an sich bildet eine relativ gleichmäßige, kugelige (oder wohl eher eiförmige) Schale um den Stern. Sieht man in Richtung des Zentrums des Nebels, so schaut man fast senkrecht auf die 'Schale'; sieht man sich dagegen den Rand an, so guckt man streifend auf die 'Schale', also effektiv liegen dort mehr Moleküle, Teilchen oder sonstwas in der Sichtlinie. Wenn es sich zum Beispiel um zum Leuchten angeregtes Gas handelt, scheint das am 'Nebelrand' dichter zu sein, und damit heller - das ist ein rein optisch-geometrischer Effekt und unabhängig davon, aus welcher Richtung man auf den Nebel schaut. Auch wenn es ein absolut kugelrunder Nebel ohne 'vorne' und 'hinten' wäre, würde er so aussehen: in der Mitte dunkel, am Rand hell.

Bei anderen Nebeln, die nicht so gleichmäßig um einen Stern liegen wie die planetarischen Nebel, oder wenn sie durch Reflexion von Sternenlicht an Staubteilchen 'leuchten' [zumindestens könnte ich mir vorstellen, daß es da eventuell Polaristationseffekte gibt], ist der Anblick natürlich davon abhängig, aus welcher Richtung man draufschaut.

Na gut, ich hoffe, ich habe die Frage richtig interpretiert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Jetzt aber ab ins Bett, sonst verschlaf ich es heute Morgen wieder... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />

Viele Grüße,
Claudia
 
Hallo Claudia,

[M57]der Nebel an sich bildet eine relativ gleichmäßige, kugelige (oder wohl eher eiförmige) Schale um den Stern.
Meines Wissens nach ist das nicht korrekt. M57 besteht eher aus einem Torus um den Zentralstern, er erscheint uns also tatsächlich rein zufällig als Ring. Würden wir aus der Ebene auf ihn schauen, würde er eher wie der Hantelnebel aussehen.

Viele Grüße,
Michael
 
Das ist genau das richtige Beispiel! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

M57 sehen wir von "oben" = Ring
M27 sehen wir von der "Seite" = Hantel.

Sonnige <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" /> Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 
Mhh, jetzt bin ich irgendwie verwirrt, heißt das jetzt das das Aussehen nur Zufall ist und kein optisches Phänomen oder sonst irgendwas ist, oder irre ich mich schon wieder... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
 
Bei den Planetarischen Nebeln vermutet man
(wenn ich recht informiert bin),
dass sie immer so bipolar aussehen
wie der Hantelnebel, und die beobachteten
vielen Formen lediglich von der Perspektive
herrühren (ich hoffe, gerade nicht völligen
Unsinn zu verzapfen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" />).

Die Gasnebel wie M42 hingegen
sind völlig irregulär.

Gruss
Thorsten
 
Jetzt wird es mehr vertsändlicher, danke <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
auch nochmal danke für die anderen Antworten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
 
Hallo,

planetarische Nebel gibt es in vielen verschiedenen Formen (und Farben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />). Wikipedia hat einen schönen Artikel dazu. Laut diesem Artikel sind aber nur etwa 10% bipolar.

Wie Thorsten schon schreibt darfst Du diese planetarischen Nebel nicht mit Emissionsnebeln wie dem Orionnebel und dem Adlernebel verwechseln, die eine ganz andere Erscheinung darstellen.

Und dann gibt es ja auch noch die Reflexionsnebel wie z.B. die Nebel um die Plejaden, die wieder anderen Ursprungs sind ...

Vielleicht könntest Du mit dem Wissen über die verschiedenen Nebelformen Deine Frage nochmals präzisieren? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Viele Grüße,
Michael
 
Servus an Alle,
irgendwie verstehe ich die Frage nicht, bzw. wie man auf so eine Frage kommt.

Auf die großen Entfernungen ist es doch gar nicht möglich dreidimensional zu sehen, deshalb kann man auch nicht sagen, dass man in etwas hinein kuckt oder irgendeine Öffnung in eine Richtung zeigt.

Man sieht doch quasi nur eine bunte Ebene, so gesehen ergibt die Frage keinen Sinn.

Gruß, Alex
 
Hallo,
ich hatte gemeint, warum die Nebel halt mit der "Öffnung" zu uns weisen, also das wir praktisch direkt in sie hineinsehen.
Und das mit den eigenarteigen formulierungen hab ich so an mir, hat mir leigder shon eine 4 im Referat beschert... aber nicht weitersagen psst psst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
 
Hallo Michael,

M57 besteht eher aus einem Torus um den Zentralstern,

Ups, lag ich wirklich so weit daneben? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
Aber wenn ihr das alle so überzeugt darlegt, nehme ich natürlich alles Geschriebene zurück und behaupte das Gegenteil... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

(Ich gebe auch zu, daß ich nicht gut informiert bin, welche Nebelformen statistisch am häufigsten sind. Das, was ich oben schrieb, war nur eine Vorstellung und eine kühne Vermutung, die mir in diesem Moment aber irgendwie logisch erschien.)

Viele Grüße,
Claudia

 
Da die Erde das Zentrum des Universums ist, haben wir immer auf alles den besten Blickwinkel.
So und nicht anders!

Tom
 
Genau Tom!
Das ist wie mit dem Mond. Die Objekte haben sich alle mit der Erde synchronisiert! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />
 
hmm, und ich dachte sie wäre eine Pizza... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
 
Die Frage ist nicht so abwegig wie es scheint.
Damit es überhaupt zur Sternentstehung kommt, muß eine Wolke schon sehr kompakt werden, damit sie kollabieren kann.
Das ganze geschieht wohl abschnittsweise:
Beim Orionnebel können wir nur ein kleines Stück in die Wolke hineinsehen.
Sind dann Sterne entstanden( in diesem Fall das Trapez und umliegende Sterne), dann blasen sie mit ihren Teilchenwinden die Umgebung frei und ionisieren durch das starke UV - Licht die Umgebung und heizen sie auf.
Dadurch wird in die Wolke eine Art "Hohlraum" aus heißem verdünnten Gas getrieben. Liegt dieser "Hohlraum" oder diese "Blase" auf der uns zugewandten Seite der Dunkelwolke, dann haben wir eine Chance, in diesen "Hohlraum" zu sehen.
Orionnebel, Lagunennebel, Adlernebel, Rosettennebel, Carinanebel.... bei den genannten ist diese Blasenartige Struktur augenfällig.
Da der Rest der Wolke meist völlig undurchsichtig ist (im sichtbaren Licht, im infraroten Licht sieht man sehr wohl hinein - siehe Aufnahmen vom "Spitzer-Teleskop" oder dem "2 Mass" -Katalog), kommt uns das nicht nur so vor, als würden wir von vorn in die Wolke hineinsehen.
Ich will mich gerne korrigieren lassen, aber ich glaube schon, daß man speziell am Beispiel Orionnebel Laien den Ablauf der Sternentstehung erklären kann.
Mit "Laie" meine ich nicht Dich sondern die Leute, die ich ab und zu durchs Rohr schauen lasse..

Felix
 
Ich finde die ursprüngliche Frage mit der "Vorderseite"sehr sehr gut. Den sie stellt auch unseren eigenen Standort Erde in Frage. Eine Straßenlaterne sieht von jeder Seite gleich aus, so auch der hantelnebel und Orion?? Das sind aber keine Straßenlaternen!! Wir werden z.B beim Orion von der "Seite" betrachtet erkennen können welcher Trapezstern näher der Erde zugewand ist.Sicher <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" /> haben diese Sterne von der Seite betrachtet keinerlei geometrische Beziehung , wie z.B. trapezförmig, zueinander. Es könnte z.B. ein Parallelogram oder ein extrem langezogenes Rechteck sein. Genauso würde sich der Orionnebel-so auch der Handelnebel und der Ringnebel (warscheinlich kugelförmig, wie schon angedeutet) in einer gänzlich anderen Form darstellen, wobei Verdichtungen der Dunkelwolken in der selben Achse zu finden wären.Kennt jemand von euch eine dreidimensionale Darstellung des Orionnebels.?
Martin
 
Hallo Martin,

und der Ringnebel (warscheinlich kugelförmig, wie schon angedeutet)
Nein, immer noch nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />. Bereits in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat man darauf hingewiesen, daß die Helligkeitsunterschied zwischen dem Ring und seinem Inneren zu groß sind um die Theorie der Kugelform aufrecht zu erhalten. Man geht von einem Torus, einem Donut oder auch einem kurzen Zylinder aus (beschreibt aber im Endeffekt alles das gleiche). Die Eiform entsteht dadurch, daß wir in einem Winkel von etwa 45! auf diesen Torus blicken.

Aber stimmt schon, wäre sicherlich mal interessant, ein 3D-Modell des Orionnebels zu sehen. Da ergibt sich aber wohl das Problem, daß man die Entfernung zu einzelnen Nebelstellen messen müsste und das stelle ich mir sehr schwer vor.

Viele Grüße,
Michael
 
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