Was bildet schärfer ab ?

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photon63

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Hi Sterngucker,

unlängst fragte mich mein Beobachtungspartner, welche Optik schärfer abbildet, und zwar fotografisch. Zur Disposition standen dabei zwei unterschiedliche optische Konzepte, ein guter 4" Apochromat bei f/8 bzw. ein guter 8" bei f/4.

Bei beiden Systeme ergiebt sich eine Brennweite von ca. 800 mm. Der Apo ist nicht obstruiert und produziert somit ein helleres erstes Beugungsscheibchen; der Newton ist fotografisch ausgelegt und hat eine Obstruktion von 30%. Beim Newton wandert eine gewisser Anteil von Licht vom ersten ins zweite Beugungsscheibchen => die Punkthelligkeit verteilt sich dadurch etwas.

Der Apo hat das Problem nicht, sondern konzentriert einen Großteil des Lichtes im ersten Beugungsscheibchen. Bildet der Apo jetzt detaillierter und feiner ab als der Newton?

Gruß
Peter
 
Also ich halte das für eine rein akademische Frage. Wenn die Optiken denselben Qualitätsstandards genügen, wirst du fotografisch keinen Unterschied merken (außer an den Spikes der Newton-Fangspiegelstreben), weder bei CCD und schon gar nicht bei Film.
Das erste ins Auge stechende Kriterium ist das der Randschärfe, welche du mit beiden Geräten nur mit Korrektor erreichst.
Der zweite Punkt ist die viermal längere Belichtungszeit des Refraktors und nicht zuletzt der wesentlich höhere Preis desselben.
 
Hi PW,

mit der Korrektur in den Bildecken über einen Korrektor hast Du natürlich Recht, ebenso die längere Belichtungszeit.
Das Seeing sollte mal bei dieser Betrachtung nicht relevant sein.

Mir geht es hier um die Güte der Sternabbildung (mal abgesehen von den Spikes). Deiner Meinung nach produziert ein Apo trotz mehr Lichtintensität keine feinere Sternabbildung!

Gruß
Peter
 
>Deiner Meinung nach produziert ein Apo trotz mehr Lichtintensität keine feinere Sternabbildung!

Tut er in der Regel und rein mathematisch schon, die Auflösung von Film und normalen CCDs wird aber m.E. normalerweise nicht ausreichen um das sichtbar zu machen.

Selbst ein schlechtes SC erreicht im Zentrum eine Spotgr. von max. 20-30 my, das sind 2-3 Pixel auf einer handelsüblichen CCD. Und von einem APO oder einem guten Newton kann man sicher mehr erwarten.
(Siehe auch Spotdiagramm)
 
>Deiner Meinung nach produziert ein Apo trotz mehr Lichtintensität keine feinere Sternabbildung!

Tut er in der Regel und rein mathematisch schon
Tut er eben nicht! Beim 8" ist das Beugungsscheibchen nur halb so groß wie beim 4". Das Bisschen Licht, das beim 8" durch den Fangspiegel in die Ringe wandert, kann man dagegen getrost vernachlässigen.

Im übrigen stimme ich aber meinen Vorrednern zu, das alles wird man fotografisch nie auflösen. Viel wichtiger ist es da, wie die Bildfehler sich über das gesamte Bildfeld verhalten. Beim 8" f/4 wird man ohne Komakorrektor wohl nicht glücklich werden.
 
Hallo Peter

Das ist eben wieder so eine Frage, die von der praktischen Seite her betrachtet
über die reine nutzbare Schärfe hinausgeht.

Da stellt sich wieder die Frage was man damit alles machen will.
Werte für die Schärfe, die man ja immer so hört sind beim 4/800 Newton (Bsp. R200SS) ca. 15µ, manchmal sogar noch deutlich weniger, und das übers ganze Bildfeld (Kleinbild). Ich meine auch mal gehört zu haben, daß ein guter Apo der gennanten Kampfklasse mit ca f/6-f/8 eine maximale Schärfe erreichen kann, die sogar noch bei der Hälfte liegt. So scharf wie der Newton sollte er aber allemal sein.
Natürlich aber ist man mit f/4 beim Newton viel Schneller mit der Belichtung fertig, kann bei dunklem Himmel tiefere Aufnahmen erwarten und ist nicht so extrem an den Schwarzschildeffekt gebunden, genauso wie auch mit allerlei Filtern gearbeitet werden kann.
Natürlich muss ein f/4 System auch extrem genau fokusiert werden. Ist das ganze System dann auch noch recht temperaturanfällig und der Fokus verstellt sich während der Aufnahme oder einer Aufnahme Seire, isses aus mit der Schärfe.
Was aber bei den kurzen Belichtungszeiten wohl nicht so schnell vorkommen kann.

Ein f/8 Apo ist zwar nicht nicht so lichtstark, aber ich denke eine Schärfe
von knapp 10µ ist auch bei einem f/8 System nicht leicht zu treffen, es sei den man nutzt eben das Rasiermesser zum Fokusieren. Bei f/8 sind natürlich schon recht lange Belichtungszeiten zu erwarten. Zeit genug, um dem Film, bei chemischer Fotografie, Zeit zum Arbeiten zu geben und sich zu wellen, was auch wieder auf kosten der maximalen Schärfe geht.
Auch stellt sich die Frage ob unser Seeing immer die Nutzung einer solchen Schärfe zulässt.
Natürlich bietet der Apo auch zumeist die Möglichkeit einer Mittelformatkamera genügend Licht zu bieten, womit sich dann viel größere Aufnahmefelder erzielen lassen. Hat man dann hinterher einen Abzug eines 6x6 oder 6x7 Dias in der Hand, welcher nicht sehr viel größer ist als ein KB Abzug, dann wirken die Sterne auf diesem Abzug natürlich auch einiges kleiner und feiner, da der Abbildungsmaßstab ja ein anderer ist.

Aber ich denke nicht, daß man in der Praxis auf den ersten Blick einen Unterschied zwischen der Apo und der Newton aufnahme sieht, solange keine Beugungskreuze im Bild sind. Wobei ich aber auch schon Leute gesehen habe, die sich Holzleisten vors Apoobjektiv stecken, um schöne Kreuze ins Bild zu bekommen.

gruß,
André


 
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