Timm
Aktives Mitglied
Hallo Spechtelfreunde,
weil ich die Bilder aus meinem Spanienaufenthalt mit klaren Nächten
und dunklem Himmel noch im Kopf habe, wollte ich mal sehen, was man in der
Nähe von Dortmund alles sehen kann. Hier mein Bericht:
Beobachtungsort: Holzwickede-Opherdicke am Haarstrang. 21. Februar 03, 21 30 Uhr bis 23 30 Uhr.
Die Grenzhelligkeit für das bloße Auge lag bei 5 m, das heißt, die Umriss-Sterne des kleinen Wagens
waren alle zu sehen. Das Seeing war besch... ich konnte zwar Gamma Leonis und Castor trennen, aber
die Sterne waren nicht punktförmig, sondern zitternde und wabernde Scheiben. So sahen auch Juppi und
Saturn aus! Aber ich wollte mal sehen, was ein lichtverschmutzter Himmel in der Nähe einer Großstadt hergibt.
Der erste Test: M 78 im Orion. Die Nebelschwaden um zwei Sternchen deutlich zu erkennen. Mit O III Filter
viel kontrastreicher. Dann M 42: mit dem 9mm Nagler und Nebelfilter fliegt man durch die Nebelmassen...
das Trapez zeigt die E aber nicht die F Komponente. Ein Schwenk zum Leo: Dank Telrad steht der NGC 2903
mit dem 40mm Pentax im Bildfeld. Groß und recht hell. Mit dem Nagler 9mm sehe ich fast nichts... also habe ich
mal wieder den Nebelfilter vergessen! Aber dann... eine helle, strukturierte Galaxis, sehr groß und in der Mitte
viel heller. Ich meine, zart die Spiralstruktur zu sehen. Wieder dauert es Dank dem Telrad nur Sekunden und
ich habe M 65/M66 im 40mm Bildfeld. Beide recht groß, beide mit hellem Kern. Aber auch bei hoher Vergrößerung
und damit dunklem Hintergrund sind keine Strukturen erkennbar. Mir fällt ein, dass M 3 in den Jagdhunden
schon zu sehen sein müsste. Ich brauche die Sternkarte, weil ich den schon ewig nicht mehr gesehen habe.
Mit dem 40mm schnell gefunden: schon jetzt sind Einzelsternchen zu sehen. Mit dem LV 5mm ist das ganze
Gesichtsfeld voll mit ungezählten Sternen, ein atemberaubender Anblick!
Weiter zum Eskimonebel im UMA: wieder keine Probleme beim Auffinden, der PL ist im 40mm im Bildfeld.
Bei V 200x und Nebelfilter sind deutlich die "Augen" zu sehen. Weiter zum M 51... schon wieder im Bildfeld!
Das macht Spass und geht schneller als mit jedem Goto-Teleskop! Bei hoher Vergrößerung ist deutlich die
Spiralstruktur zu sehen. Jetzt probiere ich gleich M 100... hier dauert es eine Minute, bis ich die lichtschwache
und große Galaxis gefunden haben. Ich bin einige Male drüber gefahren und habe sie übersehen. Mit höherer
Vergrößerung ist ganz schwach etwas Struktur zu erkennen. Vielleicht auch nur, weil ich aus Spaniens klarer
Luft weiß, wie es aussehen kann. Zum Schluss ein Schwenk auf Virgo: Beginnend bei M 84/M 86 starte ich
einen Spaziergang durch den Virgohaufen... viele schwache Galaxien sind zu sehen... egal, wo ich hinschwenke,
fast immer sind eine oder mehrere Galaxien zu sehen. Welche? Keine Ahnung... zurück zu bekannten Objekten:
die offenen Haufen im Fuhrmann und Zwillingen, dann den Eskimonebel. Mit 200x und Nebelfilter sind deutlich
Strukturen zu erkennen. Das "Gesicht" ist aber nicht gut zu sehen. Zum Abschluss noch ein gewagter Versuch:
der Rosettennebel! Den habe ich in Spannien auf 950m Höhe als riesigen, vollen Ring gesehen und deshalb
bin ich überrascht. Auch in der Stadt sind Teile des Nebels mit dem Pentax 40mm und mit O III Filter erkennbar!
Schwach aber deutlich! Nach zwei Stunden kriecht die Kälte durch meine Kleidung und ich baue wieder ab.
Nach zwei Minuten ist das Baby verstaut und ich fahre wieder nach Hause. Es lohnt sich also doch, in der Nähe
einer Großstadt zu beobachten!
Instrument: das Baby (16 Zoll Dobson 1:4,4)
Clear skies
Timm
weil ich die Bilder aus meinem Spanienaufenthalt mit klaren Nächten
und dunklem Himmel noch im Kopf habe, wollte ich mal sehen, was man in der
Nähe von Dortmund alles sehen kann. Hier mein Bericht:
Beobachtungsort: Holzwickede-Opherdicke am Haarstrang. 21. Februar 03, 21 30 Uhr bis 23 30 Uhr.
Die Grenzhelligkeit für das bloße Auge lag bei 5 m, das heißt, die Umriss-Sterne des kleinen Wagens
waren alle zu sehen. Das Seeing war besch... ich konnte zwar Gamma Leonis und Castor trennen, aber
die Sterne waren nicht punktförmig, sondern zitternde und wabernde Scheiben. So sahen auch Juppi und
Saturn aus! Aber ich wollte mal sehen, was ein lichtverschmutzter Himmel in der Nähe einer Großstadt hergibt.
Der erste Test: M 78 im Orion. Die Nebelschwaden um zwei Sternchen deutlich zu erkennen. Mit O III Filter
viel kontrastreicher. Dann M 42: mit dem 9mm Nagler und Nebelfilter fliegt man durch die Nebelmassen...
das Trapez zeigt die E aber nicht die F Komponente. Ein Schwenk zum Leo: Dank Telrad steht der NGC 2903
mit dem 40mm Pentax im Bildfeld. Groß und recht hell. Mit dem Nagler 9mm sehe ich fast nichts... also habe ich
mal wieder den Nebelfilter vergessen! Aber dann... eine helle, strukturierte Galaxis, sehr groß und in der Mitte
viel heller. Ich meine, zart die Spiralstruktur zu sehen. Wieder dauert es Dank dem Telrad nur Sekunden und
ich habe M 65/M66 im 40mm Bildfeld. Beide recht groß, beide mit hellem Kern. Aber auch bei hoher Vergrößerung
und damit dunklem Hintergrund sind keine Strukturen erkennbar. Mir fällt ein, dass M 3 in den Jagdhunden
schon zu sehen sein müsste. Ich brauche die Sternkarte, weil ich den schon ewig nicht mehr gesehen habe.
Mit dem 40mm schnell gefunden: schon jetzt sind Einzelsternchen zu sehen. Mit dem LV 5mm ist das ganze
Gesichtsfeld voll mit ungezählten Sternen, ein atemberaubender Anblick!
Weiter zum Eskimonebel im UMA: wieder keine Probleme beim Auffinden, der PL ist im 40mm im Bildfeld.
Bei V 200x und Nebelfilter sind deutlich die "Augen" zu sehen. Weiter zum M 51... schon wieder im Bildfeld!
Das macht Spass und geht schneller als mit jedem Goto-Teleskop! Bei hoher Vergrößerung ist deutlich die
Spiralstruktur zu sehen. Jetzt probiere ich gleich M 100... hier dauert es eine Minute, bis ich die lichtschwache
und große Galaxis gefunden haben. Ich bin einige Male drüber gefahren und habe sie übersehen. Mit höherer
Vergrößerung ist ganz schwach etwas Struktur zu erkennen. Vielleicht auch nur, weil ich aus Spaniens klarer
Luft weiß, wie es aussehen kann. Zum Schluss ein Schwenk auf Virgo: Beginnend bei M 84/M 86 starte ich
einen Spaziergang durch den Virgohaufen... viele schwache Galaxien sind zu sehen... egal, wo ich hinschwenke,
fast immer sind eine oder mehrere Galaxien zu sehen. Welche? Keine Ahnung... zurück zu bekannten Objekten:
die offenen Haufen im Fuhrmann und Zwillingen, dann den Eskimonebel. Mit 200x und Nebelfilter sind deutlich
Strukturen zu erkennen. Das "Gesicht" ist aber nicht gut zu sehen. Zum Abschluss noch ein gewagter Versuch:
der Rosettennebel! Den habe ich in Spannien auf 950m Höhe als riesigen, vollen Ring gesehen und deshalb
bin ich überrascht. Auch in der Stadt sind Teile des Nebels mit dem Pentax 40mm und mit O III Filter erkennbar!
Schwach aber deutlich! Nach zwei Stunden kriecht die Kälte durch meine Kleidung und ich baue wieder ab.
Nach zwei Minuten ist das Baby verstaut und ich fahre wieder nach Hause. Es lohnt sich also doch, in der Nähe
einer Großstadt zu beobachten!
Instrument: das Baby (16 Zoll Dobson 1:4,4)
Clear skies
Timm