Servus David,
ich war mittlerweile 2x mit Teleskop in Namibia und ein paar mal sonst auf der südlichen Erdkugel.
Meine Favoriten des Sudlichen Himmels sind (ohne jetzt eine Reihenfolge festzulegen):
- Eta Car (NGC 3372): ein unglaublich großer, heller und reich strukturierter Nebel, schon mit bloßem Auge zu sehen. Im Teleskop mit UHC-Filter und 125x beeindruckend. Der "Schlüssellochnebel" ist fantastisch zu sehen. Schönster Gasnebel am Südhimmel.
- Lagunennebel (M8): Schon mit bloßem Auge sichtbar. Im Teleskop unbeschreiblich, hell und so groß wie auf lang belichteten Aufnahmen.
- Trifidnebel (M20): Wie auf einer Fotografie, ganz scharf begrenzte Dunkelwolken
- Tarantelnebel (NGC 2070): Auch ohne optische Hilfe sichtbar. Im Teleskop bei jeder Vergrößerung stark strukturiert, umlagert von vielen Nebelfetzen. Der Nebel selbst ist nicht mal so groß, aber seine "Tarantelbeine" laufen noch weit hinaus.
- NGC 6188: Recht unbekannter Nebel im Sternbild Norma, dafür aber umso interessanter. Mit UHC-Flter bestimmt über 2° lang, scharf nach Westen begrenzt und ziemlich hell. In seinem Zentrum sitzt der offene Sternhaufen NGC 6193, der dem ganzen noch eine besondere Note verleiht.
- NGC 6164-5: Ein kleiner Nebel um einen Wolf-Rayet-Stern. Erst bei hoher Vergrößerung wird seine Struktur sichtbar: ein kleines "S" um den Zentralstern. Mit Nebelfilter gut zu sehen.
- Omega Cen (NGC 5139): hellster Kugelhaufen am Himmel. M 13 ist vergleichsweise lächerlich klein und schwach. Die meisten Sterne haben die gleiche Helligkeit, und er ist nur schwach zum Zentrum konzentriert. Mit bloßem Auge ein heller Klecks am Himmel, im Feldstecher fantastisch, im Teleskop unbeschreiblich. Interessant war es, die "Urschreie" der Beobachter am Teleskop zu hören.
- 47 Tuc (NGC 104): Nicht ganz so hell wie w Cen, aber immer noch heller als M 13. Gut auflösbar, im Zentrum sehr stark konzentriert.
- Helixnebel (NGC 7293): Schon im Feldstecher ohne Filter gut sichtbar, im Teleskop unverschämt hell, wenn man den Anblick von Europa aus kennt (ob das an der Zenitlage des Helixnebels in Namibia lag?). Viele Strukturen sichbar.
- Cen A (NGC 5128): Im Teleskop zwei helle Halbkugel, die von einem dunklen Balken getrennt werden. der Balken selbst ist nochmals von helleren Flecken unterbrochen. Diese Galaxie verdient den Namen "Hamburger-Galaxie".
- NGC 4945: sehr helle edge-on-Galaxie im Centaurus. Bei hoher Vergrößerung passt sie nicht mehr ins Gesichtsfeld, zerplatzt in viele einzelne Knoten.
- NGC 45: schon im 20x100 Feldstecher gut zu sehen, im Teleskop sehr hell und groß, stark strukturiert und Zentrum asymmetrisch weit außen gelegen. Eine der hellsten Galaxien am Südhimmel.
- NGC 253: hellste edge-on-Galaxie am Himmel. Bei hoher Vergrößerung unglaublich strukturiert, passt dann aber schon nicht mehr ins Gesichtsfeld. Zusammen mit dem Kugelsternhaufen NGC 288 bildet sie ein hübsches Paar am Himmel.
- Große Magellansche Wolke: Hellste Galaxie am Himmel überhaupt, schon im Aufgehen sichtbar. Im Teleskop zerplatzt sie in etwa 400 NGC-Objekte. Enthält viele schön strukturierte Gasnebel. Etliche helle Sternhaufen und Nebel sind nicht verzeichnet, dafür waren einige NGC's ziemlich unscheinbar.
- Kleine Magellansche Wolke: nicht ganz so hell wie die Große, aber immer noch gut mit dem bloßem Auge sichtbar. Eingerahmt von den Kugelhaufen NGC 104 und NGC 362. Im NGT etwa 40 Sternhaufen und Gasnebel sichtbar.
Was mich aber vielleicht noch mehr dort beeindruckt hat, war die gesamte Beobachtungssituation in der trockenen, klaren Luft (ohne jedes Streulicht):
- Venus wirft Schatten !
- Die Milchstraße hat ihr Zentrum im Zenith
- richtig dunkel wird es erst, wenn die Milchstraße untergegangen ist
- Sterne gehen auf, wie wenn man eine Lampe einschaltet: Plopp ! und genauso unter...
- ein 7.5 mag Himmel mit bloßem Auge.......
- Extinktion am Horizont ist eine Erfindung der Europäer: die Sterne sind knapp über dem Horizont genauso hell wie im Zenith.
Ich hoffe, dass Dir das einen ungefähren Eindruck vermittelt.
Beste Grüße
Stefan
Das Schmuckkästchen fand ich dagegen nicht so berauschend.