Welche Astrofotografie Kamera entspricht DSLR ?

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Dieshe

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Hallo zusammen,

ich habe eine Nikon D80 und überlege wie und ob ich sie zur
Astrofotografie einsetzen kann. Zum Beispiel hat sie nur eine
Spiegel Vorauslösung mit 0,4s Verzögerung - was mir sehr kurz
erscheint.

Meine Frage ist nun: Welche spezialisierte Astrofotografie Kamera
entspricht denn einer durchschnittlichen Spiegelreflex Kamera?
Am besten ein oder mehrere konkrete Modelle (nur als Beispiel).

Ich möchte gerne abschätzen in welcher Preiskategorie man da so
liegt. Bevor ich mir nun einen Fernauslöser und Adapter etc. für
meine DSLR kaufe könnte es ja sein, dass ich schon in einer
vergleichbaren Preiskategorie eine vergleichbare Astrofotografie
Kamera bekomme.

Danke
Dieshe
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Dieshe,

Spiegelvorauslösung würde wohl eher für Mond-Schnappschüsse von Interesse sein. Und da denke ich, hast Du von astronomischen CCDs eher falsche Vorstellungen. Sowas ist nicht für das Geld einer IR-Fernbedienung zu haben. Da liegt wohl einzigst eine Webcam in Reichweite.

Lies mal hier: http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-astrofotografie.html
Danach kannst Du uns vielleicht über Deine Foto-Ziele informieren.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

vielen Dank für Deine Antwort und den Link.
Ich habe das geschriebene aufmerksam gelesen.

Meine Foto-Ziele sind demnach "Langzeitbelichtung"
für "Sterne und Nebel".

Danke auch noch mal für die warnenden Worte an "Anfänger".
Ich habe schon viele Artikel in dieser Richtung gelesen.

Dennoch beschäftige ich mich halt grad auf meine Art mit
diesem Thema und mich würde dabei interessieren wie
teuer eine vergleichbar gute Astro-Kamera im Gegensatz
zu einer Spiegelreflex ist - und welche dieses
beispielsweise dann wäre.

Meiner Meinung nach sollte die doch deutlich günstiger sein
wenn man bedenkt, dass bei der sehr vieles was bei einer
DSLR dabei ist einfach fehlt.

Also um mal konkret zu fragen:
Worin unterscheiden sich die folgenden Kameras von einer
guten Spiegelreflex (Nikon D80 beispielsweise) in Bezug
auf "Langzeitbelichtung" für "Sterne und Nebel":
- Orion Kamera StarShoot SolarSystem 5 MP Color (224 €)
- ZWO Kamera ASI 120 MM Mono (204 €)

Ich hoffe meine Frage ist nun besser und spezifischer formuliert.

Vielen Dank
Dieshe
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Dieshe,

die beiden von Dir genannten Kameras sind "astronomische Webcams", die für Planetenfotografie benutzt werden. In der Beschreibung steht was von 50 Bildern pro Sekunde. Das ist "Kurzbelichtung", nicht "Langzeitbelichtung"!

Für Deepskyobjekte (Galaxien, Nebel) nahezu unbrauchbar.

Und Du mußt sie zwingend mit einem Laptop betreiben. Die beiden Kameras haben weder "Bedienelemente", noch einen internen Speicher oder ein Display.
 
Hallo Dieshe,

außerdem sind die Bildsensoren von Webcams und Planetenkameras mit CCD-Chip wesentlich kleiner als die von DSLRs, d.h. sie bilden nur einen deutlich kleineren Teil des Gesichtsfeldes Deines Teleskops oder Objektivs ab, was bei Planeten ja auch reicht, bei den größeren Nebeln, mit denen man meist beginnt, aber nicht. Wenn Du die Daten Deines Teleskops oder Objektivs (Öffnung und Brennweite) und die Daten verschiedener Sensoren (Sensorgröße in mm, oder Pixelgröße in Mikrometer und Auflösung, findet man im Netz) hast, kannst Du das Gesichtsfeld in der Freeware Stellarium simulieren lassen oder auch hier berechnen:

Field of View Calculator

Mit großen (Schwarz-Weiß-)CCDs für Deep Sky (=Nebel etc) erzeugt man ein Farbbild, in dem man die Bilder der einzelnen Farbkanäle (Rot, Grün Blau + Luminanz) einzeln aufnimmt und später zusammenfügt. Das ermöglicht eine präzisere Farbwiedergabe als bei einer (Farb-)DSLR, wo die "Farbmischung" durch Interpolation zustande kommt. Außerdem kann man mit gekühlten CCDs länger Belichten, da die Kühlung das Bildrauschen unterdrückt. Die Handhabung ist allerdings viel aufwändiger und größere CCD-Sensoren sind deutlich teurer. Für eine CCD-Kamera mit dem KAF-8300 Bildsensor, der eine ähnliche Größe wie der Sensor einer DSLR im APS-C-Format hat, bezahlst Du ab 2000 Euro. Eine bereits modifizierte APS-C-DSLR (die Modifikation erhöht die Empfindlichkeit im Rotbereich damit Wasserstoffnebel schöner 'rauskommen, ohne Modifikation der DSLR müsstest Du SEHR lange unter SEHR dunklem Himmel belichten um diese Nebel ähnlich abzubilden - und eine modifizierte DSLR taugt nur noch bedingt für Tageslichtfotografie) kriegst Du gebraucht hier im Forum für 2-300 Euro.

Ich würde Dir, wenn Du sie "nur" am Teleskop und nicht mit bereits vorhandenen Objektiven einsetzen willst, eine gebrauchte 1000D (bzw modifiziert als 1000DA angeboten) von Canon empfehlen. Die ist robust und leicht, recht rauscharm, kann LiveView (wichtig zum Fokussieren) und Du musst kein Notebook und keine Stromversorgung dabei haben/aufbauen/verkabeln/einstellen. Adapter und Fernauslöser bräuchtest Du allerdings trotzdem...und über die hohen Anforderungen an Montierung und Nachführung hast Du dann ja wahrscheinlich auch schon einiges gelesen oder?

 
Zitat von Dieshe:
Meine Foto-Ziele sind demnach "Langzeitbelichtung" für "Sterne und Nebel".
Zitat von BastiH:
...und über die hohen Anforderungen an Montierung und Nachführung hast Du dann ja wahrscheinlich auch schon einiges gelesen oder?
Hallo Diesche,

da ich weder eine DSLR-Kamera noch eine hinreichend stabile Montierung mit entsprechender Präzisionsnachführung besitze, werde ich voraussichtlich sogar mit Kostenvorteilen eine ASI1600MM anschaffen und mit kurzen Belichtungszeiten arbeiten. Beispiele für das, was man mit dieser Technik erreicht, kannst Du Dir hier anschauen.

Gruß, Jan
 
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