Zitat von fbrand:
Überraschenderweise ist das gute alte RGB die beste Methode um den Mars wirklich naturgetreu abzubilden.
Hallo zusammen,
zwei Sachen in der Diskussion verstehe ich nicht wirklich:
1. Warum ist überraschend, dass unter den beschriebenen Methoden die RGB-Methode die besten Bilder liefert? Alle anderen Methoden arbeiten mit nur 2 (gemessenen) Frabwerten und sind deswegen von Natur aus viel schlechter in der Lage, eine Farbe im dreidimensionalen Farbraum korrekt zu beschreiben...
2. Was hat die im Link geführte Argumentation mit der Frage zu tun? Wenn ich nach der Farbe des Marses (oder jedes beliebigen Gegenstandes) Gedanken mache, dann doch nicht über die Aufnahmetechnik... Anders ausgedrückt: Die Farbe des Objekts wird nicht dadurch festgelegt, dass ich RGB als Farbraum wähle (nebenbei: welchen RGB-Farbraum), sondern durch die Gewichtung der drei Kanäle - in der praktischen Fotografie die Belichtungszeiten...
In so fern muss ich auch Wellmann widersprechen, der zwar sher laut behauptet, die eigenen Augen seien die einzig wahre Referenz für die Farbe. Aus meiner Sicht, muss man sich zunächst sehr tiefe Gedanken über Relfexions-, Transmissions- und biologische Metamerie Gedanken machen, um sich der Frage nach der Farbe des Mondes zu nähern. Das Fängt bei der Definition an:
- Wenn wir die eigentliche Reflexionsfarbe der Mondoberfläche meinen, dann haben die Rover Missionen die Frage sehr gut geklärt, weil sie Aufnahmen mit eingeschwenckter Normfarbtafel gemacht haben. Hiermit kann man die Relfexions-Metamerie relativ gut herausrechnen. somit hat man auch einen Referenzpunkt.
- Wenn wir die "Farbe" des Mars als ganzes (inkl. Athmosphäre) meinen, so bräuchte man einen Satelliten in der Marsumlaufbahn, mit einer auf den Mars gerichteten kalibrierten Kamera und einem Spektralphotometer in Sonnenrichtung. Aus den Daten könnte man das Reflexionsspektrum und damit die "Farbe" des Mars rausrechnen.
- Der optische Eindruck von der Erdoberfläche aus betrachtet ist m.E. kaum messtechnisch erfassbar. Hier ist die Methode "dem optischen Eindruck durch das Teleskop angleichen" wahrscheinlich die beste, wenn auch sehr subjektive Methode. Nicht nur, dass wir ohnehin alle verschiedene Farben unterschiedlich wahrnehmen, diese Unterschiede ändern sich auch mit der Lichtintensität. Was wir in dunklen Nächten glauben wahrzunehmen läßt sich daher vor hellen Computerschirmen kaum reproduzieren...
Viele Grüsse,
Florian