Welche max. Vergrößer. braucht man für Nebel & Co?

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janjan

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Ich wollt nur mal fragen, mit bis zu welchen Vergrößerungen kann man Deep Sky
Objekte ( Nebel usw) sehen?
Ich habe im Netz mal nachgeschaut , aber nichts finden können.
Ich hatte bisher auch keine Möglichkeit das auszuprobieren.
Ich weiß, dass man eine entsprechend große Teleskopöffnung braucht , aber bis zu welchen Vergrößerungen kann man die meisten Nebeln , Sternhaufen usw noch gut betrachten?

Ein frohes und gesundes neues Jahr für alle
Ja
 
Hallo Jan,

die Vergrößerung ergibt sich aus dem Quotient Brennweite Teleskop/Brennweite Okular. Da die deep sky-Objekte sehr unterschiedliche Ausdehnung haben, kann man keine Standard-Vergrößerung angeben. Beispielsweise ist der ausgedehnte Cirrhus-Nebel im Schwan besser bei kleiner Vergrößerung zu sehen (z.B. 50-fach), während der deutlich geringer ausgedehnte Ringnebel in der Leier bei der gleichen Vergrößerung nur als kleiner Fleck erscheint und man für bessere Detaildarstellung stärker vergrößern muss (z.B. 120-fach).

Die Teleskop-Öffung bistimmt die Lichtsammelmenge - bei deep sky Objekten wichtig, da mit zunehmender Öffnung immer mehr wenig helle Objekte zu sehen sind bzw. das einzelne Objekt mit zunehmender Öffnung immer heller wird.

Also einfach ausprobieren, welcher Nebel in welcher Vergrößerung jeweils ganz ins Gesichtsfeld passt.

Gruß und CS,

Martin
 
Je nach Objekt unterschiedlich.

Faustregel: lichtschwache und ausgedehnte Objekte wie Galaxien, offene Haufen: Vergrößerung = Teleskopöffnung in mm/2

kleinere und hellere Objekte wie planetarische Nebel, Kugelhaufen Öffnung/2 bis volle Öffnung

Offene Haufen eigentlich sowieso eher mit Fernglas und möglichst viel Sehfeld drumrum, also schwächstmögliche Vergrößerung.

Ansonsten ist es jedes Objekt wert, auch mal höhere Vergrößerungen auszuprobieren. Beim Orionnebel kann man auch mal im 12"er mit 300fach draufhalten, beim Zirrusnebel wäre diese Vergrößerung völliger Unsinn am 12er.

Nicht zuletzt spielen auch die Bedingungen eine Rolle. Wenn man einen Standort hat, der besonders oft sehr transparent (klar) ist wie z. B. in den Alpen, kann man auch mehr vergrößern bei vergleichbar ästhetischem Eindruck. Beispiel:

im 100mm Rohr habe ich mit 90fach auf den Krebsnebel gehalten bei Topbedingungen. Normalerweise verträgt der hier eher 50-60 fach. Aber in dieser Nacht war 90fach von der gleichen Bildqualität an diesem Objekt - mit mehr Details. Sonst liefert diese Vergrößerung eher nur Matsch am 4-Zöller.

Wie MArtin schon meinte: Einfach probieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke schon mal,
Wenn ich mit einem Celestron C8 und einem guten UHC bzw. OIII Filter,
Dann auch bis ca. 400x sinnvoll vergrößern kann, wieviele DeepSky Objekte werde ich insgesamt sehen können?
Mir geht es erstmal darum zu wissen, abgesehen von Wetterbedingungen usw. - allein von der Vergrößerung her, ob sich die meisten Nebel mit z.B 50x , 100x 120x betrachten lassen?
Oder ganz einfach gefragt: Welcher Nebel ist am weitesten entfernt? Und mit welcher Vergrößerung könnte ich ihn sehen?

Viele Grüße
Jan
 
Ich habe mit 'nem 8-Zöller noch nie bis 400-fach vergrößern können, ein einziges Mal 300-fach. Und da sieht man nur bei hellen Objekten noch etwas, da sich dieselbe Lichtmenge ja auf eine größere Fläche verteilt. Mit dem 12-Zöller macht 200-fach bei guten Bedingungen im Deep-Sky-Bereich noch Spaß.

Gruß, Günther.
 
Hallo Jan,

die MENGE der deep sky - Objekte, die Du sehen kannst, hängt NICHT von der Vergrößerung ab - im Gegenteil. Schwache Nebel werden mit zunehmender Vergrößerung schlechter und nicht besser sichtbar. Du kannst bei Kugelsternhaufen mit zunehmender Vergrö?erung zwar mehr Deteails auflösen, aber die einzelnen Sterne erscheinen mit zunehmender Vergrößerung dem Auge immer dunkler.

Auch spielt nicht die Entfernung alleine die limitierende Rolle, sondern die Helligkeit. Nebelfilter wiederum können bei manchen Nebeln den Kontrast zur Umgebung verstärken, aber nicht die Gesamthelligkeit erhöhen.

Mein Tipp: Schau Dir in einem Sternatlas die Helligkeiten der deep sky Objekte an und beginne zu testen. Hier kann man keine Pauschal-Angaben machen.

Gruß und CS,

Martin
 
Zitat von janjan:
Ich wollt nur mal fragen, mit bis zu welchen Vergrößerungen kann man Deep Sky
Objekte ( Nebel usw) sehen?
Hallo Jan,

wenn der Himmel passt (etwa an dunklen Orten in der Eifel), dann reicht für die Deep-Sky-Beobachtung schon die einfache Vergrößerung aus - die der Augen. Vieles hängt von der Himmelshelligkeit ab, also je dunkler dein Beobachtungsplatz, desto mehr Deep-Sky siehst du auch. Wie Martin schon sagt, ist die Vergrößerung eher zweitrangig, weil es wegen der Luftbewegung in der Atmosphäre (Seeing genannt) sowieso meist bei 250x bis vielleicht 300x bleibt, einmal im Jahr ist vermutlich mehr drin. Wichtiger sind da eben die Lichtsammelfläche, ein möglichst dunkler Ort und Erfahrung im teleskopischen Sehen.

Da du extra nach weit entfernten Objekten fragst: Da sind eigentlich vor allem Zentralgalaxien in großen Abell-Galaxienhaufen zu nennen und natürlich die Quasare/Blazare als die wirklich entfernsten Objekte für Hobbyastronomen.

P.S. Mit einem Achtzöller schätze ich jetzt einfach mal, dass es an die 1.000 Objekte sein werden, die man unter entsprechendem Himmel sehen kann. Die große Mehrheit davon wird aber lediglich als ein winziger schwach sichtbarer Fleck aussehen - und Quasare sind sowieso nicht als Punkte sichtbar.

Grüße aus dem Bonner Raum ...
 
Moin Nico!

> Mit einem Achtzöller schätze ich jetzt einfach mal, dass es an die 1.000 Objekte sein werden, die man unter entsprechendem Himmel sehen kann.

Das ist reichlich tiefgestapelt. Hier ein Beispiel, wie schon mit 4,3" Newton-Öffnung deutlich mehr als 1000 Objekte machbar sind.
--> http://www.himmel-und-er.de/liste.htm

Da der Achtzöller die vierfache Lichtsammelfläche eines solchen TAL-1-Newton besitzt, erhöht sich die machbare Grenzgröße um gut 1,5 Größenklassen. Man kann ja mal aus Jux alle Objekte bis +13 mag. in seinem Lieblingsastroprogramm anzeigen lassen. Das sind dann wirklich Massen. Es geht von diffusen Nebeln aller Größen über Offene und Kugelsternhaufen, Planetarische Nebel bis hin zu Galaxien(-haufen) und Quasaren. Tausende Objekte wären das - und jede Objektklasse erfordert andere Vergrößerungen.

Die Eingangsfrage ist insofern unsinnig gestellt, inetwa wie: "Mit wieviel km/h fahre ich mit dem Auto durch die Gegend? 50, 100, 200 oder 300 km/h?" :augenrubbel: ;)
 
Hallo,

Zitat von blue_scape:
Wie Martin schon sagt, ist die Vergrößerung eher zweitrangig, weil es wegen der Luftbewegung in der Atmosphäre (Seeing genannt) sowieso meist bei 250x bis vielleicht 300x bleibt, einmal im Jahr ist vermutlich mehr drin. Wichtiger sind da eben die Lichtsammelfläche, ein möglichst dunkler Ort und Erfahrung im teleskopischen Sehen.
Die Vergrößerung spielt bei sehr vielen Objekten (die großflächigen Objekte wie Nordamerikanebel und Co. mal ausgenommen) eine entscheidende Rolle und hängt direkt mit der Öffnung zusammen. Es gibt z.B. sehr viele Galaxien, die erst bei höheren Vergrößerungen sichtbar werden. Mit meinem 8"er musste ich teils auf 200x hochgehen, damit ich eine Chance hatte. Noch höher zu vergrößern macht bei nebeligen Deepskyobjekten eher selten Sinn (außer sehr helle Objekte wie M57, M13, ...). Aber in der Tat gibt es auch viele Objekte, die schon bei geringer Vergr. sichtbar werden. Ich hatte mal unter weniger guten Bedingungen mit 8" und 37x auf den Virgohaufen gehalten: Über 40 Galaxien habe ich gezählt, wobei noch mehr möglich war.

Ansonsten würde ich sagen, dass 200x bei 8" eine Vergrößerung ist, die man i.d.R. kaum überschreiten muss um mehr zu sehen. Allerdings ist bei Deepsky bei 200x das Bild schon recht dunkel, woran man sich erst gewöhnen muss (gerade bei sehr schwachen Objekten).

Die Anzahl beobachtbarer Objekte ist mit 8" enorm und dürfte weit über 1000 liegen. Nimmt man noch Doppelsterne hinzu, wirds richtig viel ;) Allerdings sind dann viele Objekte kein leichtes Ziel für einen Anfänger. Und der Himmel muss passen.

Gruß, Robert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich danke euch :-)
Ist genau das, was ich wollte.
Jetzt habe ich eine sehr gute Vorstellung davon, wieviele Objekte ich tatsächlich sehen werden könnte/kann.

Grüße
jan
 
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