welche Stackingsoftware für die Milchstraße

Rudolfo

Aktives Mitglied
Hallo Kollegen
eine Frage an die Fans.
Ich habe am letzten Wochenende ca. 40 lights am See mit ein wenig Vordergrund Ufer und seitl. Bootshütte von der Milchstrasse gemacht und wollte Euch fragen welche Software zum Stacken am besten geeignet ist.
Setup: Stativ, Sony 6000 APS-C, Samyang 12 mm f2, ISO 1600, 13 sek., RAW, (jedes Bild ist 25 MB groß).

als nächstes möchte ich gerne mal mit der Nachführung Staradventurer GTi die Milchstrasse fotografieren.
dazu habe ich gleich mal eine Frage:
GTi nach Norden ausrichten, und dann hier die Frage: was soll ich dann eingeben für den Befehl GoTO?
wie lange soll ich dann belichten und wieviele Bilder?



am 2. Tag das gleiche wieder.
Außerdem habe ich weil ich zuvor vergessen habe noch 30 Darks mit Deckel aufs Objektiv drauf gemacht.
Leider erst ca. 30 Min. später. Ob ich die Kamera bewegt habe oder nur angeschubst bin weiß ich gar nicht. Ist das schlimm? Was meint Ihr.
Beim nächsten Einsatz weiß ich auf jeden Fall Bescheid.

in der Hoffnung auf bald eine freie Sicht verbleibe ich mit einem

Servus

Rudi
 
Hallo Rudi,
Sequator ist für so Nightscape Aufnahmen ganz praktisch, weil da den Vordergrund auswählen kann. Ich hatte das aber auch schonmal mit PixInsight gemacht und das hat genauso geklappt. Man muss ja eh hinterher mit Photoshop oder so dran. Bei komplexen Vordergründen ist es wahrscheinlich einfacher, wenn man getrennte Bilder von der Milchstraße (mit möglichsts wenig Vordergrund) und dem Vordergrund macht und das ganze dann kombiniert.

GoTo brauchste nicht. Einfach die Klemmen lösen und Kamera von Hand ausrichten. Hauptsache die Nachführung läuft.

Wie lange und wieviele Bilder kann man pauschal nicht sagen. Die Einzelbelichtungen sollten so sein, dass nichts ausgebrannt ist. Wieviele Bilder man stacken muss, hängt davon ab, wie stark die Einzelbilder rauschen. Damit die Unterdrückung der Ausreißer gut funktioniiert, braucht's schon ein paar Bilder. Einfach mal ausprobieren. Mach 30 Bilder und stack hinterher mal nur einen Teil davon. Dann sieht man ja den Unterschied und Du weißt, ob es beim nächsten Mal auch weniger tun. Mehr schadet jedenfalls nie, aber bringt irgendwann nicht mehr viel Verbesserung.

Das mit dem Bewegen der Kamera bei den Darks verstehe ich nicht. Da muss doch nur die Temperatur passen. Der Deckel sieht doch überall gleich aus?!
Gruß
André
 
Hi André
Vielen Dank für die schnelle Info.
Ich habe mal die 40 Bilder mit dem Sequator gestackt und den Vordergrund eingefroren.
Geht eigentlich ganz gut. Bin schon mal fürs erste begeistert.
Für mich als Anfänger:
Zum GoTo dann nur den oberen Teil lockern und die Kamera auf die Milchstraße ausrichten.
Der untere Teil wo der Polarsucher ist der bleibt ja dann automatisch auf den Polarstern.
Habe ich das so richtig verstanden?

Fährt dann die GoTo auch in die richtige Richtung? Oder muss ich da noch etwas beachten?.
Rechts rum drehen oder linksrum drehen den oberen Teil?
Vorab natürlich einschalten - ist klar.

Mit dem Bewegen der Kamera meinte ich dass ich die Kamera bereits für einen neuen Ausschnitt bewegt habe.
Bei den darks darf die Kamera doch nicht bewegt werden- oder ist das egal wenn ich die darks nach ca. 30 min später mache und ich den Kamera Standort verändert habe.
Das war mein Problem oder auch nicht was ich mit dem Bewegen der Kamera gemeint habe.
Grüße
Rudi
 
Hi,
Eine Frage dazu.
Hab mir jetzt auch mal Sequator runtergeladen. Möchte Milchstraße mit Vordergrund und fixierter Kamera aufnehmen. Spiel es ein Rolle, ob ich die Fotos zum stacken als RAW, oder normal jpeg mache?
 
Zum GoTo dann nur den oberen Teil lockern und die Kamera auf die Milchstraße ausrichten.
Der untere Teil wo der Polarsucher ist der bleibt ja dann automatisch auf den Polarstern.
Habe ich das so richtig verstanden?
Ich meinte überhaupt kein Goto verwenden und das Achsenkreuz komplett manuell verstellen, sowohl die Stundenachse (die sich um den Pol dreht), als auch die Deklination. Wenn Du vorher ein Star Alignment gemacht haben solltest, dann ist das anschließend natürlich hinfällig. Aber wie hast Du denn die Kamera auf der GTI montiert? Wenn da ein Kugelkopf drunter ist, dann hast Du doch eh alle Freiheitsgrade zur Verfügung und brauchst nur noch das Tracking starten.
Bei den darks darf die Kamera doch nicht bewegt werden- oder ist das egal wenn ich die darks nach ca. 30 min später mache und ich den Kamera Standort verändert habe.
Nee, das ist völlig egal. Das sind doch nur Kalibrationsbilder. Es geht darum, den Dunkelstrom des Sensors herauszurechnen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bildsensorkalibrierung) Der ist zum Glück nicht orts- sondern nur temperaturabhängig. Das kannste im Prinzip auch zuhause oder am nächsten Tag machen, solange die Temperatur des Sensors, ISO und Belichtungszeit identisch sind. Bei den ungekühlten Kameras ist das halt so eine Sache mit der Temperatur, weil die oft über den Zeitraum der Aufnahmen hinweg nicht konstant ist. Wenn Dein Sensor aber kein ausgeprägtes Muster im Dunkelstrom aufweist, kann es gut sein, dass Du unter Umständen sogar bessere Ergebnisse erzielst, wenn Du die Darkframes weglässt, als wenn Du sie bei der falschen Temperatur machst. Das war mir jedenfalls bei meiner Canon mal aufgefallen. Zu der Sony kann ich leider nichts sagen. Das ist aber eher ein Problem, wenn man stundenlange Deep Sky Aufnahmen macht.

Hab mir jetzt auch mal Sequator runtergeladen. Möchte Milchstraße mit Vordergrund und fixierter Kamera aufnehmen. Spiel es ein Rolle, ob ich die Fotos zum stacken als RAW, oder normal jpeg mache?
Interessante Frage. Bei Jpeg schmeisst man sicher einiges an Dynamikumfang weg, aber selbst wenn man das durch entsprechend viele Einzelbelichtungen wieder herausholt, könnte ich mir gut vorstellen, dass die Kompressionsartefakte zu irgendwelchen Mustern führen. Wäre ein interessanter Versuch. Hab ich noch nie ausprobiert. Raw to the core :)

Gruß
André
 
Hi André
Ich habe nur den Polsucher auf den Polarstern ausgerichtet- mehr nicht. Keine weiteren Befehle an die Nachführung. Ich habe keinen GoTo Befehl an die Nachführung ausgeführt.

Dann kann ich ja wie zu zuvor geschrieben hast den oberen Teil lockern und auf die Milchstraße ausrichten und die Nachführung macht ihren Job. So habe ich das verstanden.
(Kamera ist natürlich auf der Nachführung montiert und Nachführung ist auch auf Sternen geschwindigkeit eingeschaltet).
Ist für mich das manuelle GoTo laienhaft ausgedrückt)

Nun zu Variante 2 ( super Idee von dir)
Ich habe auch einen Kugelkopf und wenn ich den auf die Nachführung mit der Kamera montiere und auch gleich auf die Milchstraße ausrichten und die Nachführung einschalte kann es doch gleich los gehen.
Oder muss ich dann trotzdem noch vorher etwas machen? ( z.B. Einnorden ?)
Gruß
Rudi
 
Hallo Klaus,
bezüglich Deiner Frage, ob es einen Unterschied macht, ob die Photos zum Stacken als RAW oder als JPEG aufgenommen werden: Ja, das macht einen grossen Unterschied, da in der Regel JPEG Aufnahmen eine Farbtiefe von nur 8 Bit pro Kanal haben, RAW hingegen in der Regel je nach Kamera 12 bis 14 Bit. JPEG ist ausserdem ein verlustbehaftetes Graphikformat, so dass auch durch die Komprimierung noch zusätzlich Information verloren geht. Das merkt man dann sehr schnell und sehr stark bei der Bearbeitung solcher Aufnahmen in den Farbverläufen.
Viele Grüße
Hubert
 
Dann kann ich ja wie zu zuvor geschrieben hast den oberen Teil lockern und auf die Milchstraße ausrichten und die Nachführung macht ihren Job. So habe ich das verstanden.
(Kamera ist natürlich auf der Nachführung montiert und Nachführung ist auch auf Sternen geschwindigkeit eingeschaltet).
Ist für mich das manuelle GoTo laienhaft ausgedrückt)
Ich weiss nicht genau was Du mit "oberen Teil" meinst. Die Deklinationsachse?
Wie drehst du ohne Kugelkopf überhaupt die Kamera? Wenn die Kamera direkt fest auf der Montierung sitzt, kann man doch gar nicht den Bildausschnitt so drehen, wie man ihn braucht, oder übersehe ich hier was?

Oder muss ich dann trotzdem noch vorher etwas machen? ( z.B. Einnorden ?)
Ohne Einnordung macht die Nachführung keinen Sinn. Schau dir am besten mal in Stellarium oder einem anderen Planetarium Programm an, wie die Bewegung der Objekte am Himmel abläuft. Das kann anfangs schon mal etwas verwirrend sein, aber nur wenn die Rektaszensionsachse auf den Himmelspol ausgerichtet ist (das machste ja beim einnorden) und die Nachführung läuft, wird die Bewegung der Erde kompensiert.
CS
André
 
Zurück
Oben