Hi,
ein Allroundgerät ist ein Gerät das keine spezielle Auslegung hat, sprich für kein Einsatzgebiet optimal ist, dafür aber eher vielseitig ist mit entsprechenden Vor- und Nachteilen.
Gehen wir das mal am oft genannten 8"f/6 Newton durch:
Mit 8" bringt er viel Licht, was gut ist für Deepsky, aber auch für Mond und Planeten. Duetlich weniger Öffnung bedeutet mehr oder weniger gravierende Einschnitte bei DS, wegen der geringeren Lichtsammelleistung.
Das Öffnungsverhältnis ist dann zu betrachten, zusammen mit der tatsächlichen Brennweite. Hier sind es f/6 und 1200mm. F/6 ist bei Newton ein mittleres Öffnungsverhältnis, was mittlere Obstruktion bedeutet. Auf Großfeld, auf rein DS oder fotografische Geräte haben eher f/4 und etwas kleiner, aus Gesichtsfeld-und Belichtungszeitgründen. Sie sind aber hoch obstruiert, und haben durch den sehr großen Fangspiegel einen Kontrastnachteil gegen über einem normal dimensionierten f/6 Rohr. genau die gegenteilen Vor- und Nachteile hat dagegen ein auf Planeten ausgelegter f/8 Newton.
Die Großfeldbeobachtung, die entsprechende Gesichtsfelder erfordert, was wiederrum von der Brennweite abhängt, spielt erst ab rd 1m Brennweite mehr und mehr eine Rolle.
So ist mein 317/1596 Dobson, zwar mit f/5 eher den Großfeldgeräten vom Öffnungsverhaltnis her zuzuordnen. Allerdings ist mit knapp 1,6m Brennweite das Gerät schon so groß das selbst mit den Gesichtsfeldgiganten unter den Okularen nur noch knapp 1,5 Grad Feld am Himmel erreichbar sind, was für Großfeld schon etwas wenig ist.
Eine ähnliche Betrachtung, allerdings mit etwas anderen Vorzeichen kann man auch für die Refraktoren machen, die ebenfalls mit recht unterschiedlicher Auslegung zu haben sind.
Anders sieht es da bei MC und SC aus, die fast ausschließlich sehr kleine Öffnungsverhältnisse haben und somit z.B. nicht für Großfeld ausgelegt sind.
All dies heißt jedoch nicht, das andere Anwendungen als die wofür das Scope konzipiert ist nicht gehen. Sie gehen mitunter schon, aber eben nicht so gut.
CS