Welchen Feldstecher für den Nachthimmel?

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Re: Docter vs. Fujinon

Hallo Serenitatis,

das Fujinon 10x50 ist sicherlich optisch eines der besten Ferngläser, die es gibt.

Du betonst hier aber, dass dieses Gerät auch gut für die Ornithologie geeignet sei. Dem muss ich ganz entschieden widersprechen, denn:

1. reicht der Nahbereich ( ca. 8m ) nicht aus, um beispielsweise im nahen Buschwerk herumturnende Grasmücken oder Laubsänger zu beobachten. Auf ca. 3m mindestens sollte man ein gutes Orniglas schon scharfstellen können.

2. ist die Okulareinzelverstellung viel zu umständlich und langsam, um z. B. einen Greifvogel im Flug scharfzustellen. Bis man mit dem Glas fokussiert hat, ist der Vogel längst weg.

3. 1,4 kg mögen für einen kurzen Spaziergang noch tragbar sein, für eine Tagesexkursion in in schwierigem Gelände ist das Gewicht definitiv zu hoch.

Ich betreibe seit ca. 35 Jahren die Vogelkunde als Hobby, dabei treffe ich oft Gleichgesinnte. Ein Orni mit einem 10x50 mit Einzelokularverstellung ist mir noch nicht vorgekommen, woran das wohl liegt?

Übrigens verstehe ich nicht, wie Du das mit der großen Schärfentiefe meinst. Die Schärfentiefe aller 10x50-Gläser ist gleich - da macht auch Fujinon keine Ausnahme - und deutlich geringer als bei jedem 7x50- oder 8x32-Modell.

Beste Grüße

Manfred
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hallo,

ich kann Manfred hier nur ausdrücklich zustimmen.
Ich bin ebenfalls begeisteter Vogelbeobachter und mein Lieblingsglas dafür ist das 8x30 Nikon EII - da bleibt zumindest frei Hand sogar mein Leica 10x42 nur zweite Wahl.
Die 8x Vergrößerung ist viel ruhiger zu halten und die Schärfentiefe ist größer. Beides führt in Verbindung mit dem Mitteltrieb zu sehr schneller Scharfstellung. Desweiteren ist natürlich das riesige Gesichtsfeld von 8,8° und das geringe Gewicht von großem Vorteil bei der Beobachtung von Vögeln.
Auf große Entfernungen nutze ich allerdings gerne mein Fujinon 16x70 auf einem Stativ, z.B. im Urlaub als Spektiversatz. Damit habe ich schon stundenlang Gemsen, Steinböcke und einen Adlerhorst beobachtet. Hier ändert sich aber die Entfernung kaum und das beidäugige Sehen bringt erhebliche Vorteile beim längeren beobachten gegenüber einem Spektiv, bei dem man durch das einäugige Beobachten schnell ermüdet.

Viele grüße, Jürgen
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hi Leute,

er wurde schon mehrfach gesagt: Die Fujinons sind Astrogläser und nicht für die Ornothologie gebaut. Dafür sind sie, wie mehrfach gepostet, zu schwerfällig und durch Einzelfocusierung zu umständlich. Ihre wahre Begabung zeigen sie bei Nacht am Firmament. Da sind sie nahezu ungeschlagen.

Wer sich auf Ornithologie einläßt nimmt so und so Zeiss, Letz oder Swarovski. Ich kenne kaum jemanden aus diesem Bereich (der es genauso betreibt wie wir die Astronomie), der ein anderes hätte.
Ich hab`s gerade mal in den vergangenen Tagen mit meinem Miyauchi 20x77 probiert. Klasse!!! Entweder Du bewegst den Videokopf und der Vogel ist unscharf oder du stellst mit beiden Händen die Scharfe ein und der Vogel ist weg.
So hat jedes Glas, wie ein Teleskop auch, seine eigenen Motive.

Gruß
Winfried
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hi Manfred, hi Jürgen, hi Winfried,

na das ist ja eine Aufregung, die ich nicht ganz verstehe! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Worin besteht denn der Unterschied zwischen einem Fujinon 10x50 und einem Fujinon 16x70, Jürgen? Wieso soll das 10x50 für die Vogelbeobachtung nicht geeignet sein, das 16x70 hingegen doch? Einzelokulareinstellung haben beide. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Ich hatte oben übrigens von meinen Erfahrungen geschrieben und denen meiner Freundin. Und wir beide sind auch schon seit langer Zeit dabei. Kennt Ihr überhaupt das Fujinon-Glas? Habt Ihr selbst damit schon stundenlang auf der Lauer gelegen? Hier im Forum brechen immer gleich Glaubenskriege aus, wenn jemand über andere Erfahrungen berichtet als der Mainstream. Und es ist schlicht Unfug zu schreiben, das Fujinon würde sich für Tagbeobachtungen, speziell Vogelbeobachtungen nicht eignen. Durch stetes Aufwärmen immer gleicher Ansichten werden diese nicht besser oder zutreffender.

Das Fujinon 10x50 hat übrigens einen Nahbereich von etwa 4-5 Metern. Und wesentlich näher war ich persönlich an Vögeln wie unlängst an der Nordsee z.B. Tringa totanus, Tringa nebularia, Branta bernicla oder vor ein paar Tagen Alaunda arvensis auch nicht dran. Bei einer Vogelexkursion schaarten sich übrigens kürzlich ziemlich Viele mit "Ah und Oh" um mein auf Einbeinstativ montiertes Fujinon 10x50.

Mit Schärfentiefe meine ich, dass ich nicht permanent an der Schärfe nachregeln muss. An anderen Ferngläsern fummele ich wesentlich häufiger an der Schärfe herum als beim Fujinon 10x50.

CS

Serenitatis
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hallo Serenitatis,

was den Nahbereich des Fujinon 10x50 angeht, bin ich nun total verwirrt. Berhard Loos - ein großer Fujinon-Fan - hat in einem Beitrag hier bei seinem Exemplar einen Nahbereich von 15m! festgestellt, Du schreibst nun etwas von 4-5m. So groß kann die Exmplarstreuung doch nicht sein!

Wenn Du an der Küste beobachtest, sind meist größere Beobachtungsabstände die Regel als im Wald oder in Gärten. Ich glaube Dir daher gern, dass mit dem Fujinon schöne Beobachtungen am Meer möglich sind, das ideale Orniglas ist es deshalb noch lange nicht. Deine Beobachtungen von Rotschenkel, Grünschenkel, Ringelgans und Feldlerche waren sicher toll, die Verwendung der lateinischen Vogelnamen machen sie aber nicht bedeutsamer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />, sondern nur für viele Leser hier unverständlicher.

Nochmals zur Scharfentiefe: Diese ist ( fast ) ausschließlich von der Vergrößerung abhängig, wobei Gläser mit niedrigen Vergrößerungen mehr Schärfentiefe ( = weniger häufiges Nachfokussieren ) bieten als hochvergrößernde Gläser. Als 10X-Glas hat das Fujinon auf jeden Fall weniger Schärfentiefe als jedes 8X-Glas.

Beste Grüße

Manfred
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hallo Manfred,

jetzt habe ich eben genauer nachgeschaut: Naheinstellung beim 10x50 sind etwa 5 bis 6 Meter und nicht 4 bis 5 Meter, wie ich vorhin geschätzt hatte.

Ich hatte übrigens nicht vom "idealen Orniglas" geschrieben! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Das sind nicht meine Worte. Ich wehre mich aber dagegen, das Fujinon 10x50 als völlig unbrauchbar für Vogelbeobachtungen zu bezeichnen.

Zur Schärfentiefe: Ich glaube, das ist ein eher subjektives Maß. Ich habe u.a. ein anderes 10x50-Fernglas, bei dem ich wesentlich mehr am Schärfeknopf drehen muss als beim Fujinon der Fall.

CS

Serenitatis

P.S.: Ich merke mir nur die lateinischen Namen. Danke für die Übersetzung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Re: Docter vs. Fujinon

Am Knopf drehen hat aber nichts damit zu tun, wie groß die Schärfentiefe ist! Die Fokusknöpfe sind doch verschieden übersetzt, so dass man je nach Glas mehr oder weniger drehen muss.
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hi Friedel,

damit meine ich natürlich im übertragenden Sinne, wie häufig ich die Schärfe nachregulieren muss. Und je größer die Schärfentiefe, desto weniger muss ich nachstellen.

CS

Serenitatis
 
Re: Docter vs. Fujinon

Schaut`s Leute, und deswegen nehmen die richtigen Vogelbeobachter, um nicht auch wieder ins Latein zu verfallen, Zeiss-Gläser. Die haben nämlich 2 Fokusierer, einen für das schnelle Verstellen und einen für das feinfühlige. Allerdings, und da kommen wir ja vom Thema ab, in einer anderen Preisliga.

Ich hab`s ja vorhin gepostet: Es kann ebensowenig ein Idealglas für alle Gegebenheiten geben wie ein Ideal-Teleskop. Jeder ist im "falschen Bereich" eben ein Kompromiß und der Käufer muß alleine wissen, wie und ob er damit umgehen kann. Ich liebe mein ICS 10x50 für die Vögel (weil ich mir auch kein Zeiss leisten kann) und für die Astronomie mein 20x77 Miyauchi.
Und zu aller Freude habe ich noch ein uraltes NoName Glas, mit dem mir mein Vater vor 50 Jahren den Orion gezeigt hat.

Gruß
Winfried
 
Hallo!

Ich möchte mich zuerst Mal bei all denen bedanken, die mir bei meiner Suche geholfen haben.javascript:void(0)
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grknie.gif" alt="" /> Ich habe hier so viele Informationen sammeln können, die ich mir alle durch den Kopf gehen lassen muss...momentan bin ich völlig unschlüssig, ob es jetzt ein 10x mit Stativ oder lieber ein leichtes 8x32 oder was auch immer sein soll. Vielleicht versuche ich mal einen Händler dazu zu bewegen, mir ein paar Gläser zur Probe zuzuschicken; das scheint ja nicht unüblich zu sein. Die Händler hier vor Ort (Aachen) sind leider nicht das Wahre...javascript:void(0)
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />

Bis bald und Gute Nacht

Ingo
 
Hallo Ingi,

nein, so unüblich ist das nicht, siehe Nachbarthread "3xSwift".

CS und gute Wahl
*entfernt*
 
Hallo Serenitatis,

na das ist ja eine Aufregung, die ich nicht ganz verstehe!

Dann hast Du mich missverstanden, bis jetzt habe ich mich nur geäußert, wenn ich mich aufrege hört sich das anders an... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Also, wenn es um Ornithologie geht, dann sind oft Entfernungen zwischen ca. 3 und 15m spannend, es sei denn man beobachtet eben wesentlich weiter entfernte Vögel. Für diese Entfernungen halte ich eben das Fujinon 10X50 für nicht geeignet.


Worin besteht denn der Unterschied zwischen einem Fujinon 10x50 und einem Fujinon 16x70, Jürgen? Wieso soll das 10x50 für die Vogelbeobachtung nicht geeignet sein, das 16x70 hingegen doch? Einzelokulareinstellung haben beide.

Der Unterschied besteht in den Entfernungen, aber das habe ich in meinem Posting auch geschrieben:

Auf große Entfernungen nutze ich allerdings gerne mein Fujinon 16x70 auf einem Stativ, z.B. im Urlaub als Spektiversatz. Damit habe ich schon stundenlang Gemsen, Steinböcke und einen Adlerhorst beobachtet. Hier ändert sich aber die Entfernung kaum

Ansonsten halte ich aber Dein Fujinon 10x50 für ein tolles Glas und wenn es Dir eben auch damit Spaß macht Vögel im Nahbereich zu beobachten und ein 1,5kg schweres Glas bei Wanderungen mitzuschleppen, möchte ich Dir das keinesfalls vermiesen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Der Fragesteller sucht ja eigentlich einen Kompromiß zwischen Natrubeobachtung und Astronomie. Außerdem beobchtet er die Sterne unter hellem Himmel.
Er sucht also die eilegende Wollmilchsau <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Mein Kompromißvorschlag für Ihn würde folgendes beinhalten:

- Ca. 40mm Öffnung (Mehr sind oft zu schwer, weniger ist zu wenig für Astronomie)
- 8-10x Vergrößerung (Ergibt eine AP von 4-5mm)
- Dachkantglas wäre toll, da für Wanderungen kompakter und oft leichter.
-Nicht mehr als 600 Euro

Meines Erachtens gibt es dafür genau zwei Vorschläge:

- Docter 8x42 BC/F oder 10x42 BC/F

- Als Porroprismenglas würde ich mir mal das Swift Audubon 8,5X44 ED näher anschauen.

Viele Grüße, Jürgen
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hallo Serenitatis,

ich hab' mir gerade mal die Gebrauchsanweisung meiner Fujinons durchgeschaut, aber keine Angabe zur geringsten Naheinstellung gefunden - auch auf der Fujinon Web-Site nicht. Ich kann mir die Unterschiede in unseren Angaben (Du 6m, ich 15m) nur durch ein stark unterschiedliches Akkomodationsvermögen unserer Augen erklären.

In Punkto Schärfentiefe ist das Fujinon 7x50 natürlich wesentlich flexibler als das 10x50 und durch die Naheinstellgrenze von 6,50 m auch besser geeignet für die gelegentliche Beobachtung von Kleintieren. Dank der großen Okulardurchmesser, dem griffigen Gummirändel und der guten Verstellbarkeit der Okulare (kein Vergleich zu den schwergängigen Okularen an meinem Zeiss 6x42 Skipper) ist es auch kein Problem, die Okulare während des Durchschauens gleichmäßig zu verstellen - eine gewisse Geschicklichkeit vorausgesetzt!



Gruß Bernhard
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hallo Winfried,

Du schreibst:

Schaut`s Leute, und deswegen nehmen die richtigen Vogelbeobachter, um nicht auch wieder ins Latein zu verfallen, Zeiss-Gläser. Die haben nämlich 2 Fokusierer, einen für das schnelle Verstellen und einen für das feinfühlige.

Das mit den zwei "Fokussierern" ist mir neu! So etwas ähnliches kenn' ich von meinem Labornetzgerät: Ein Drehknopf für die Grobeistellung und ein zweiter für die Feineinstellung - bei einem Fernglas hab' ich aber soetwas noch nicht gesehen. Könnte es sein, dass Du die Zentralfokussierung und den Dioptrieausgleich in einen Topf wirfst? Diesen Mechanismus hat aber jedes halbwegs ernstzunehmende Fernglas mit Zentralfokussierung - egal ob Dachkant, Porro, Zeiss oder sonstetwas!

Aber dem mit der Fernglastechnik unvertrauten Mitleser wird dadurch vermittelt: "Richtige Vogelbeobachter benützen nur Zeiss-Gläser, denn nur die haben eine "doppelte" Fokussierung" - das kannst Du nicht wirklich gemeint haben! Das klingt dann ungefähr so, wie die Werbung von Steiner mit dem Sports-Auto-Focus!

Ich denke, grundsätzlich kann man sagen: Zur Vogel und Tierbeobachtung eignet sich jedes Fernglas! Je höherwetiger, desto besser. Ob Dachkant, Porro, Einzel- oder Zentralfokussierung, ob leicht oder schwer - das alles ist von der Beobachtungssituation abhängig: Für den Pirschgänger, der jeden Kleinvogel und Schmetterling bestimmen möchte, ist ein Porro-Glas mit 1400 Gramm, Einzelfokussierung und ein Naheinstellgrenze von 15 m vollkommen unbrauchbar! Für den Ornithologen der aus einem Beobachtungszelt einen Horst in großer Entfernung beobachtet, könnte z.B. ein Fujinon 16x70 auf einem Stativ genau das richtige sein! Die Beispiele ließen sich fortführen.....

Gruß Bernhard
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hallo Bernhard,

habe noch mal nachgeschaut. Du hast recht. Der zweite Knopf ist für den Dioptrienausgleich. Ich hatte das mit dem Spektiv verwechsels, das hat die beiden Möglichkeiten. Wenn man dauernd ein anderes Teil in der Hand hat, verwechselt man das schon mal. Habe gerade die Spektive von Leitz, Zeiss und Swarovski hier und zusätzlich das Victory FL 10x56 von Zeiss und teste herum.
Verzeihung,

Winfried
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hallo Winfried,

da möcht' man gern dabei sein, beim testen dieser tollen Auswahl; gerade das 10x56 FL soll ja ein Hammer-Glas sein. Berichte bitte über Deine Beobachtungen!

Gruß Bernhard
 
Re: Docter vs. Fujinon

Hallo,

ICS veranstaltet am 7.7. einen "Tag der offenen Tür". Ich plane vorbeizuschauen. Sind die Spektive und das 10x56 bis zum 7.7. wieder in Augsburg?

Freundlichst - Jens
 
Re: Docter vs. Fujinon

Au Sch...
Ja, Jens, die gehen morgen wieder zurück nach Augsburg.
Hatte den "kerl" noch mal da, aber der wartet noch auf da neue Leitz, und das kommt wohl erst "irgendwann".
Versprochen, ich bin ja auch dort, die Spektive kommen aber wirklich morgen auf die Post!

Gruß
Winfried
 
Re: Docter vs. Fujinon

> ich bin ja auch dort

Schön! Freue mich auf einen interessanten Tag.

Jens
 
Re: Docter vs. Fujinon

Zu Bernhard, noch einmal.

Habe meinen eigenen Beitrag nicht mehr gefunden, also nochmals in Kurzform:
Zum Test erschienen die 3 Marktführer unter des Spektiven: Leitz, Swarovski und Zeiss, jeweils die größte Ausführung mit Zoomokular 30-60x
Erster Eindruck Verarbeitung:
Alle 3 Gläser sind vor seitens der Verarbeitung erwartungsgemäß auf dem höchsten Stand und die Bedienung gleicht sich in allen Bereichen, außer dem Swarovski. Letzteres Wird wie ein Teleobjektiv am Gehäuse scharfgestellt, wohingegen Zeiss und Leitz an speziellen Reglern an der Oberseite eingestellt werden.

Optik:
Auch nach einem Tag mit 8 Stunden Tag- und 2 Stunden Dämmerungsbeobachtung konnten keine gravierenden Unterschiede bezüglich Schärfe und Ausleuchtung festgestellt werden. Alle 3 Geräte waren absolut randscharf und zeigten keinerlei Farbsäume, auch wollte man bewußt danach suchen.

Trotz Fast-Gleichheit gibt es für mich einen Testsieger:
Das Zeiss konnte mit einem erheblich besseren Bildfeld aufwarten und schlug damit die beiden anderen Spektive.

Parallel dazu hatte ich noch das neue Zeiss Victory FL 10x56 dabei. Mangels anderer Gläser musste es zusammen mit dem ICS 10x50 antreten, ansich ein Vergleich, der in die Hose gehen muß, da man ein (gutes) FG für ca. 350 Euro nicht mit einem Spitzengerät für 1499 Euro vergleichen dürfte.

So war es denn auch.
Das ICS, mein eigenes Glas, das ich nur noch zum Duschen ablege, obwohl es stickstoffgefüllt und wasserfest ist, zeigt in der Mitte ein farbreines, scharfes Bild, das bis zu 80% des Bildes scharf bleibt und dann etwas abfällt. Die Farbreinheit ist in der Bildmitte bis zu 75% gegeben. Am Mond zeigen sich leichte Farbsäume, die ich bei diesem Preis akzeptiere (ähnliche Abbildung wie beim größeren Miyauchi 20x77).
Zum Zeiss Victory 10x56:
Der erste Durchblick verschlägt einem ansich die Sprache. Eine Schärfe, bei der sich der Brillenlose fragen muß, ob er denn eine brauche. Solch ein brillantes ind knackescharfes Bild habe ich durch noch kein einzoges FG gesehen. Ansich war ich zuvor überzeugt, ein 10x50 Swarovski sei durch nichts zu toppen. Ich wurde eines besseren belehrt. Farbsäume (in allen lagen und Richtungen gesucht) nicht vorhanden. Randschärfe: Das Auge (auch einäugig) in die letzten Rundungen gezwängt, kein Schärfeabfall.
Handhabung: extrem gut, etwas stört bei längerem Gebrauch das Gewicht, das beim ICS 50% weniger beträgt.
Resumeé: Das bislang beste Glas, durch das ich jemals geschaut habe. Es hat mich umgehauen und der Preis von 1499 Euro ist zwar nicht unbedingt ein Schnäppchen, aber im Vergleich zu den einzigen Mitbewerbern, die hier noch mithalten können (Leitz und Swarovski) mehr als gerechtfertigt.

So, dies war mein SUBJEKTIVER Bericht aus Sicht des "Durchschauenden", nicht des Technikers.

Gruß
Winfried
 
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