Welches Fernglas zur Planetenbeobachtung?

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Astronaut

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Hallo!

welches fernglas eignet sich gut zur planetenbeobachtung wie zb. mars, jupiter und saturn?

damit meine ich vergrößerung, durchmesser usw.

gruß

Astronaut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />


Betreff ergänzt vom Boardmaster
 
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Re: Welches Fernglas

Hallo Astronaut

Also den Linsendurchmesser kannst du anfänglich getrost außer Acht lassen.
Schon ein 15x80 Großfernglas hätte vom Durchmesser seiner Optik her die Berechtigung zu einem halbwegs gutem Planetengerät(man nehme z.B den Vixen 80L Refraktor)

Das weitaus größere Problem stellt bei den Ferngläsern die Vergrößerung dar. Die meisten Modelle, egal ob jetzt mit Fixvergrößerung oder mit eingebautem Zoom, schaffen es maximal auf so 40 - 75 fach.
Das ist für ein Fernglas zwar schon recht ordentlich, für Planeten aber noch nicht das Optimale <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Im Grunde genommen kann man sagen dass es höchstens 2, maximal 3 Ferngläser auf dem Markt gibt, mit denen wirkliche Planetenbeobachtungen durchgeführt werden können.

1. Vixen BT 125, das größte Fernglas welches von Vixen hergestellt wird. Bei diesem Gerät kann man so ziemlich jedes 1,25" Okular(inkl. Standardfilter) verwenden, da die Fixokulare durch Helikalfokussierer ersetzt wurden; 45 Grad Einblick

2. Vixen BT 80. In gewisser Weise das Gleiche wie das oben genannte BT 125, jedoch mit nur 80mm Linsen und einem integriertem Barlowelement um die Brennweite trotz gleichbleibender Länge erhöhen zu können. Ob dieses Gerät jedoch noch immer produziert wird weiß ich nicht genau!
(ebenfalls 45 Grad Einblick)

3. Das 100mm Oberwerk, eigentlich ein für astronomische Zwecke umgebautes chinesisches Grenzschutz- und Artilleriefernglas. Meines Wissens vom Aufbau her ident mit dem "TS-Gigant"(bis auf die Möglichkeit zum Okularwechsel) Wurde ebenfalls mit Helikal-Fokussierern ausgerüstet; geradsichtig

Ich persönlich hätte ja gern das BT 125, doch ca. 5000 Euro sind schon ein ordentliches Sümmchen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

mfg und c.s.
Nico
 
Re: Welches Fernglas

Hallo Astronaut,

Wenn man nicht mehrere 1000 Euro auf dem Bankkonto hat, dann waere vielleicht
das Kronos 26x70 als Einstieg gar nicht so schlecht. Das gibt es z.B. bei
http://www.lekon-service.com/shop/fernglaeserfs.html fuer 288 Euro, auf E-bay
auch schon mal billiger. Bei Lekon gibt es auch ein sog. Yukon 30x50, und
dessen 30 fache Vergroesserung deutet auch darauf hin, dass man es fuer Planeten
nutzen koennte (es gibt einen Stativadapter dafuer). Es kostet nur 113 Euro,
allerdings weiss ich wirklich nicht, wie ein Planet durch so ein Ding aussieht
(chromatische Aberration etc.). Vielleicht kennt es ja jemand hier im Forum?
Das Kronos hat jedenfalls einen ganz passablen Ruf.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Welches Fernglas

Hallo Holger!

Ein bißchen kann man mit den von dir erwähnten Ferngläsern schon sehen, vorausgesetzt die Qualität stimmt!

Ich selbst habe ein Vixen 15x80 und sehe damit

1. bei Jupiter auf jeden Fall die 4 Hauptmonde und die Hauptbänder,

2. bei Saturn bereits halbwegs gut die Trennung von Planet und Ring

3. bei Mars dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Stern handelt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Da die meisten Ferngläser in der Regel schnelle Achromaten sind(es gibt aber auch welche mit ED-Glas und sogar Fluorit) bleibt einem dabei ein leichter Farbfehler nicht erspart

Wenn wir aber mal ehrlich sind ist das Haupteinsatzgebiet des Fernglases die Betrachtung großer ausgedehnter Nebel und Galaxien sowie der Milchstrasse mit all Ihren Schönheiten. Das einzige was ich mir da von den Planeten erwarten kann ist ein ästethischer Anblick desselbigen inmitten der Sternenfelder.

Wer sich ernsthaft mit Planeten beschäftigen will muss sich ein richtiges Teleskop zulegen. Ob jetzt SC, Mak, Newton, MN, Apo oder gewöhnlicher Frauenhofer bleibt dann im Grunde genommen jedem selbst überlassen!

mfg
Nico
 
Hi Astronaut,
hatte schon mal die Gelegenheit durch das Riesenfujinon mit 150 mm Öffnung zu schauen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Wenn man das noch als FG bezeichnet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> , dann gibts wohl kaum was besseres. Aber selbst damit fand ich Planetenbeobachtung nicht wirklich toll, wenngleich das GF und die Bildqualität super waren.
Folglich halte ich kein FG für sinnvoll, wenn Du Oberflächenbeobachtungen machen willst.
Möchtest Du nur den Planeten in seiner Umgebung sehen und die Monde erkennen willst, ist sowas wie 20x80 oder das Kronos warscheinlich nicht verkehrt.
Das gleiche Ergebnis erhälst Du , wenn auch monokular, jedoch auch mit nem kleinen Refraktor. z.B. 80/400er mit nem 15 WW Oku.
CS
Antares

 
Mein Kronos 26x70 habe ich von Fa. Hupra, Berlin ( http://www.hupra.com/ ):

http://www.hupra.com/GIGANT_26_70_20_60_info_de.htm

Wird auf der Homopage als "Gigant" vermarktet, auf dem Glas steht aber Kronos eingraviert (zumindest auf meinem). Ich habe 190,- Euro bezahlt.

Das Glas ist sehr ordentlich für den Preis. Gute Schärfe, leichtgängige und sehr genaue Einzelokulareinstellung, gute Vergütung (sehr "dick aufgetragen"). Ganz leichte Farbverfälschung in Richtung gelb-grün (nur am Tage sichtbar). Reflexe gut gedämpft (nur bei ganz hellen Objekten wie Laternen, Mond etc. als leicht diffuse Spiegelungen sichtbar).

Planeten beobachten geht so halbwegs mit diesem Fernglas. Die Vergrößerung ist eigentlich nicht ausreichend, obwohl schon 26-fach:
Mars ist nur als rosa-rotes Scheibchen, also mehr als ein Nadelpunkt, zu sehen, von Venus sieht man wunderbar die Phasen. Der Hammer ist Saturn. Das Ringsystem ist klar aufgelöst, also vom Planeten getrennt sichtbar. Einzelringe natürlich nicht. Seine Monde sind als Pünktchen drumherum sichtbar. Richtig nett.

Wenn Geld nicht so die große Rolle spielt gibt es noch die 30x80-Gläser (z.B. Vixen).


Von Soligor ( http://www.soligor.de/ )

gibt es ein Alpex 30x60, welches von der Qualität der Optik für den Preis (gut 100,- Euro) schon brauchbar ist.

Unter anderem bei

http://www.fernglasshop-berlin.de/

kann man das Teil erwerben (--> siehe "Alpex"). Für Planetenbeobachtung wäre sowas schon ausreichend.


Das Optimale wäre natürlich ein hochvergrößerndes Teleskop. Da bekommt man dann mehr Details zu sehen.
 
also liebe Forumskollegen, jetzt muß ich mich doch schon sehr über Euch wundern:

die Antwort ist doch ganz eindeutig: KEINES!!!!

Für Planeten braucht man Minimum 100fach, besser so ab 200fach und das gibt es bei Ferngläsern nicht!!!
Für Mond können Ferngläser noch als brauchbar diskutiert werden (20fach und höher) aber bei Planeten
gibt es meiner Meinung nach absolut nichts zu zweifeln! Da ist jedes 50x600 Billigstteleskop
geeigneter!!!

Einzige Ausnahme: Auffinden von Merkur und anderen Planeten in der Dämmerung (und da geht jedes Fernglas)

Gruß

 
Hallo Hanz

Hast ja recht!

Auch wenn man mit den 2 Vixen-Geräten und dem Oberwerk die
Fähigkeit besitzt beliebige Okulare einzusetzen so bleiben sie trotzdem vom Typ her schnelle Achromaten welche bei der Planetenbeobachtung einen mordsmässigen Farbfehler erzeugen würden.

Ich hab jedoch noch ein Ass im Ärmel, ein Fernglas welches mit Sicherheit auch für die Planetenbeobachtung eingesetzt werden kann

Bilder plus einer ausführlichen Beschreibung gibts hier:

http://www.cloudynights.com/breviews/borg.htm

Ich finde das Teil sieht richtig geil aus, wenn ich mich mal so ausdrücken darf.
Den Preis möchte ich jedoch nicht wissen!

mfg
Nico
 
Hallo Smilie,

das Teil sieht ja recht gut aus (allerdings gegen die Miyauchis auch nicht soooo anders) - aber die Monti, auf der
es sitzt finde ich echt interessant (an sowas überlege ich nämlich gerade rum). Bino-Tubus-Fernrohre baut sogar
jemand in Europa kommerziell in kleinen Stückzahlen selbst (mit "richtigen" langbrennweitigen Objektiven) - die
Frage ist, was das dann wirklich bringt, weil die Stereo-Basis für 3D-Sehen recht klein wird (und ja wohl von
der Entfernung her überhaupt bloß am Mond wirklich was bringt) - vielleicht ist der Vorteil die Möglichkeit, einfach
mehr Licht in die Rezeptoren der 2 Augen pumpen zu können und damit ins Hirn (2mal Pupille 7 statt 1mal)???

Aber das bringt halt bei Planeten alles nix sondern nur bei anderen Objekten. Meine Meinung bei Planeten:

Newton ca. 8" (weniger bringt zu wenig Auflösung, mehr ist zu schwer) parallaktisch montiert - kostet deutlich
weniger als ein "Top" Fernglas (so ab 700€ ohne Okulare und Nachführung gegen 1000€)

Für Anfänger kann man auch den "Lidl" Refraktor empfehlen (aber nicht den "Aldi",
parallaktische Monti muß schon sein bei Planeten!!)

Gruß
 
Hallo Hanz,

die Stereo-Basis ist bei allen Astro Objekten selbstverstaendlich viel zu klein,
um irgendeinen Effekt zu bewirken. Das schliesst den Mond ein. Dieser scheinbare 3D
Effekt ist in der Tat eine Taeuschung, weil das Gehirn mehr hinein interpretiert als
das Auge sieht. Der Effekt tritt auch auf, wenn man ein Teleskop mit binokularem
Aufsatz verwendet, der Lichtstrahl also einfach aufgespalten und auf beide Augen
gesendet wird. In diesem Falle sieht jedes Auge nur noch halb soviel Licht, was einem
kleineren Teleskop entsprechen wuerde, aber Tests haben ergeben, dass man dennoch
mehr sieht als diese verkleinerte Groesse erwarten laesst. Es gelingt dem visuellen
System, die Informationen beider Augen zu ergaenzen. Man sagt, dass man mit zwei
Augen genauso schwache Objekte sieht wie mit einem Auge und 30% groesserer
Objektivflaeche.
Zurueck zur Planetenbeobachtung:
Vielleicht sollte Astronaut seine Frage noch einmal praezisieren: Ich hatte sie so
interpretiert, dass er nach einem Fernglas sucht, in dem man einen Planeten als
solchen erkennen kann, und dafuer sind 30x ja schon ok. Um genaue Studien der
Planetenoberflaechen durchzufuehren, greift man natuerlich zum Teleskop mit einer
stabilen Montierung und Nachfuehrung.

Viele Gruesse,
Holger
 
Hallo zusammen,

also ich würde mir nie ein Großbino kaufen, um damit vorwiegend Planeten zu beobachten, da gibt es Billigeres und Besseres (Newton oder langbrennweitigen Refraktor).
Der Hauptzweck eines Binos sind deep sky und richfield.

Die Borg-Binos von Astromeccanica spielen natürlich in der Oberliga, das aber auch beim Preis. Da ist man schnell bei
10 000€ und mehr. Vom Praktischen her haben sie zum Auffinden von Objekten per starhopping einen entscheidenden Nachteil, nämlich das rechts-links-verkehrte Bild.

Ich habe mir deshalb ein 6" f/5 Bino (Achromaten) mit den EMS-Teilen von Matsumoto zugelegt, die mit mit zwei Spiegeln ein seitenrichtiges, aufrechtes Bild erzeugen und okularseitig das gesamte Zubehör ermöglichen.
Nach ersten Erfahrungen stellt es gegenüber einem 37x100 Miyauchi, mit dem ich jahrelang beobachtet habe, einen Quantensprung dar, auch wenn Kontrast und Schärfe nicht an meinen 10" GSO Newton heranreichen.
Natürlich möchte ich auch mal zwischendurch Planetengucken, was aber nur mit einer Abblendung auf mindestens f/10 sinnvoll ist, weil ansonsten der Farbfehler den Kontrast verschmiert.
Der Vorteil eines Binos (auch an Planeten) ist weniger der vielbeschworene 3D Effekt (ohnehin nur physiologisch), sondern das natürliche, bequeme Beobachten mit beiden Augen, was eine deutliche Wahrnehmungssteigerung mit sich bringt. Mit dem Bino sind für Planeten nicht unbedingt 200fach nötig, weil durch die Verarbeitung der beiden Bilder im Gehirn der subjektive Vergrößerungseindruck um mindestens ein Drittel höher ist gegenüber monokularer Betrachtung.

Also, Planeten sind mit Großbinos (bei Achromaten abgeblendet) durchaus sinnvoll und mit Gewinn zu beobachten, aber in keiner Weise deren eigentlicher Verwendungszweck.

Klare Nächte wünscht
Klaus
 
Hallo,

wie Hanz schon schrieb keins! Die Vergrößerung von Ferngläsern ist viel zu klein für
ernsthafte Planetenbeobachtung. Zum Auffinden der Planeten kannst Du natürlich Ferngläser
schon einsetzten. Mit meinem Aldi 10x50 sieht man, bei ganz ruhiger Hand, die 4 Monde
des Jupiters und beim Saturn ansatzweise den Ring. Außerdem sieht man von Merkur bis
Jupiter eben, daß es keine Punkte sondern Scheiben sind. Das war es dann aber schon.
Mit Neptun und Uranus habe ich keine Fernrohrerfahrung, schätze aber das man sie sieht,
aber auch schon fast sternförmig in blau und grün. Pluto geht wohl nie, dafür braucht man
so ab 10" Teleskope.
 
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