Welches Glas/Reisesetup für sehr dunklen Himmel

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mimizar

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Hallo liebe Astrogemeinde,
ich fliege Ende November nach Boa Vista(Kapverden) und möchte dort natürlich auch den Himmel anschauen.
Am liebsten beidäugig ( gern mit Filter). Nebel, Galaxien...
Mein flugreisetaugliches Equipment umfasst einen Ined 70/420, Traveller Stativ Carbon von Rollei, Canon 10x30 IS II , Visionking 5x25, Baader OIII in 1,25“, UHC in 2 und 1,25“ und ein Fernglasadapter für nen Stativ.
Da es da unten ja schön dunkel ist kann man ja eine AP von 6-7 voll ausnutzen. Meine Überlegung ist, mir ein entsprechendes Fernglas zuzulegen oder zu leihen wo die AP erreicht wird und ich die Filter nutzen kann. In wieweit spielt da jetzt die Öffnung eine Rolle? Ich verstehe das so, dass, egal wie groß die Öffnung ist, die Flächenhelligkeit bei einer gegeben AP immer gleich ist.
Für den Ined müsste ich mir eine neue kleine Monti a la Giro Mini besorgen...
Mit Zenitspiegel und ggf. Gegengewicht komme ich schon an die Grenzen des Handgepäcks. (hab ja noch Kamera und anderes Gedöns fürs Handgepäck;-)
Oder evtl. ein Spektiv wo mit Wechselokularen betrieben werden kann. Da kann ich ja dann auch die Filter reinschrauben.
Ich bin gespannt auf eure Empfehlungen, Meinungen und Erfahrungen.
 
Hallo,

es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Zuerst zu den Filtern. Diese helfen „nur“ für Nebel (nicht für Galaxien) und wenn man das ernsthaft betreiben will, also verschiedene Filter für unterschiedliche Nebeltypen, sollte man meiner Ansicht nach auf die beidäugige Option verzichten. Beschränkt man sich auf einen Filtertyp (z.B. UHC), kann man auch über Frontfilter für ein größeres Fernglas nachdenken.

Ich persönlich finde geradsichtige Ferngläser für mehr als kurze Blicke unbequem, aber man kann sich mit Liegestühlen oder Isomatten und ggf. Haltevorrichtungen wie dem Manfrotto Magic Arm behelfen. Eine gute Mischung aus großer AP und nicht zu geringer Vergrößerung wäre dann z.B. das APM 11x70 ED, über das viel gutes zu lesen ist. Oder eine Nummer kleiner ein Zeiss Conquest 10x56. Hier musste man jeweils schauen, welche Filterlösung sich adaptieren liesse.

Bei einem Verzicht auf die beidäugige Beobachtung stellte sich für mich zuerst die Frage, ob der kleine ED auch 2“ Okulare akzeptiert. Mit einem 35mm Okular würde man ihn dann auf eine AP von knapp 6mm bringen können, bei 12-facher Vergrößerung. Da wäre dann mit Zenitspiegel und 2“ Filtern eine bequeme Beobachtung möglich.

Ein kleines Fernglas mit abgewinkeltem Einblick (z.B. Miyauchi 60 oder TS 70mm oder APM 70mm) ist von Größe und Gewicht her schon nicht mehr unproblematisch (3-5kg) und überfordert wahrscheinlich auch das kleine Rollei-Stativ. Auch das Filtern ist hier nicht so einfach wie beim vorhandenen 70er.

Spektiv ist eher was für ‚dual use‘, hier gehen nicht so weite Felder wie beim kleinen Refraktor mit 2“, dafür ist alles aufrecht und seitenrichtig wie im Fernglas und es ist robust.

Nur so meine Gedanken, vielleicht hilft ja etwas davon.

Viele Grüße
Sebastian
 
Der Ined hat einen 2“ Auszug. Ich habe bisher nur ein 30mm 2“ Okular von GSO. Ein TeleVue 40mm 1,25“ kann ich leihen.
 
Hallo Tanja,

ich nehme auf Reisen das leica APO Televid 82mm Spektiv
und dazu das 15x85 (BA8) Fernglas, Teleskop-Express: TS-Optics 15x85 MX MARINE Großfernglas - stickstoffgefüllt und gummiarmiert , ideal für die größeren galaktischen Nebel geignet.
Die Fernglasokulare haben ein 1.25" Gewinde für die Nebelfilter. Ich kann es noch mit den Händen halten, oder ich nehme eine Stütze

Ich wünsche Dir eine wunderschöne Reise,
Jiri
 
Der Sinn von Filtern für rein visuellen Einsatz unter einem guten Himmel erschließt sich mir nicht. Die Unterdrückung von Lichtverschmutzung sollte da ja keine Rolle spielen, und der Einsatz von Breitband- oder Schmalbandfiltern macht eigentlich auch nur photographisch Sinn. Wenn ich mit einem schmalbandigen Filter kaum noch Sterne sehe, würde mich das eher irritieren. Also, was willst Du damit erreichen?
 
Hallo Peter,

Auch unter einem sehr guten Himmel hast Du immer noch einen leichten Rest Aufhellung. Dieser kann durchaus natürlichen Ursprung haben, namentlich Skyglow und Zodiakallicht. Bei der Beobachtung lichtschwacher Emissionsnebel ist ein Nebelfilter dadurch immer noch gewinnbringend. Allerdings tut es in diesem Fall auch ein breitbandiger Filter, wie der oft gescholtene CLS-Filter.

Bis dann:
Marcus
 
Die schmalbandigen Filter OIII und H-Beta sind auch unter einem klaren Nachthimmel gut geeignet, wenn man das Licht der hellen Sterne abschwächen will.
Ein Beispiel dazu sind die Gamma Cassiopeiae Nebel, die sonst ohne einen H-Beta Filter überstrahlt werden können.

Jiri
 
Ob ein Filter sinnvoll ist oder nicht, muss nicht breit diskutiert werden. Die nehmen im Gepäck nicht viel Platz weg.
 
Der Ined hat einen 2“ Auszug. Ich habe bisher nur ein 30mm 2“ Okular von GSO. Ein TeleVue 40mm 1,25“ kann ich leihen.

Mit Deinem GSO Superview kommst Du immerhin auf eine AP von 5mm (bei 14x) und hast ein angenehm großes Feld. Das 40er TeleVue Plössl bringt Dir zwar eine größere AP (ca. 6,7mm bei 10,5x) aber wegen des 1,25" Anschlusses einen sehr tunneligen Blick mit einem scheinbaren Gesichtsfeld von nur 43°.

Der Punkt ist, sowohl mit Ferngläsern als auch mit dem kompakten Refraktor wird Dich eher die mögliche Vergrößerung (bei großen AP) einschränken. Viel mehr als 10-12x für eine AP > 5mm erscheint mir reisetauglich nicht realistisch. Welche Objekte willst Du damit ansehen und erkennst Du dann auch genug mit diesen Vergrößerungen?

Eventuell lohnt es sich auch, die Aufgaben zu teilen. Ein 7x42mm Fernglas bietet immerhin 6mm AP und zeigt ganze Milchstraßenabschnitte samt der dort zu findenden Dunkelnebel (wenn auch ziemlich klein). Aber es wäre gut handgehalten verwendbar und auch tagsüber bis in die Dämmerung hinein zu gebrauchen. Dein kleiner Refraktor könnte dann mit Okularen von 30mm bis vielleicht 5mm den genaueren, ruhigen Blick auf einzelne Objekte ermöglichen.

Oder man setzt komplett auf universelle Einsatzmöglichkeit und kombiniert das Fernglas mit einem ED- bzw. Apo-Spektiv mit ca. 20...25 - 50...60-facher Vergrößerung, nutzbar tags wie nachts.

Viele Grüße
Sebastian
 
Hallo,

also ich für meinen Teil würde mich ja ärgern sackdunklem Himmel mit mickrigen 70mm entgegenzutreten und beherzt schnell noch einen günstigen gebrauchten 8-10 Zöller zerlegen bzw. reisetauglich machen.

Beschränkt man sich auf 70mm, sehe ich deine Ausrüstung schon als ziemlich optimal. Eine noch größere AP als die bereits vorhandenen 5mm bringt dir bei der resultierend kleinen Vergrößerung auch nicht unbedingt große Vorteile. Klar ist das Bild dann heller, aber Details kriegt man mit zB 12x nur bei den wenigsten Objekten, und praktisch immer dürfte mehr Vergrößerung mehr Details bringen ohne dass das Objekt direkt absäuft.

Da würde ich mir eher Zeit nehmen schöne Objekte vorzumerken. Sprich: Nicht zu klein, nicht zu dunkel und von hier aus schlecht oder gar nicht zu beobachten. Gute Vorbereitung bringt dir am Ende mehr Beobachtungsfreude als wildes Gekaufe.

VG Klaus
 
Hallo,

beidäugig kann ich gut nachvollziehen, ein Zyklopeninstrument käme für mich auch nicht in Frage, egal wie groß.
Und unter solchen Bedingungen ist die Größe eh sekundär.

Dennoch würde ich was Größe und Gewicht angeht ans binokulare Limit gehen wollen
Für mich wäre das ganz klar das APM MS 25X100 ED Magnesium.
4.2 Kilo, dazu ein kleines Stativ und einen kleinen Kopf Und Du hast Spass ohne Ende

Grüße Jochen
 
@Klaus: Karkoschka und den Deep Sky Reiseführer habe ich schon zurechtgelegt;-)

Oha, die vorgeschlagenen Gerätschaften übersteigen leider mein Budget. Was macht da hauptsächlich den Preis aus? Sternenpüncktchen bis zum Rand? Mich stört das nicht, wenn die am Rand verzerren. Ich bin ein Mittengucker:oops: ...wenn da etwas aus der untereren Preiskategorie taugt...

Die Idee mit dem Magic Arm gefällt mir sehr gut. Den werde ich mir morgen mal in natura ansehen.
Auch schau ich mal nach Bildern der Hotelumgebung im Netz. Was bringen Liegen am Strand bei Hotelbeleuchtung. Falls ich weiter wegstapfen muss, hab ich Angst vor den Skorpionen die mich piksen können, wenn ich am Boden liege:sick:
 
Das 10x30 IS wird Dir gute Dienste leisten - eine Ergänzung mit großen Austrittspupillen kann dennoch nützlich sein. Hier wäre schon ein altes 7x50 Binoctem von Zeiss Jena tauglich, falls Du ohne Brille beobachtest. In einer höheren Liga spielen die 7x50 Porros von APM, die dann auch brillentauglich wären. Sehr gut auch ein gebrauchtes 8x50 Octarem (oder Nobilem) von Zeiss Jena bzw. Docter.

Unter dunklem Himmel macht jedes Instrument Spaß, Du kannst daher die Suche nach dem optimalen Fernglas locker nehmen ...

Viele Grüße,
Holger
 
Jiri, Du meinst wohl die Gamma Cygni Nebel?
CS, Christopher

Hallo Christopher und danke für Deine Frage.

Die letzte Beobachtung der Gamma Cassiopeiae IC 59 und IC 63 war hier,

und die letzte Beobachtung der Gamma Cygni Nebel war hier

Die ganzen Berichte sind in dem blauen Forum, das leider irgendwie geht unter.
Die Sharpless, Lynd und DWB Nebel sind immer noch auf meinem Programm.

Klaren Nachthimmel,
Jiri
 
Die Idee mit dem Magic Arm gefällt mir sehr gut. Den werde ich mir morgen mal in natura ansehen.
Die Kombination 10x50 mit einem Manfrotto Magic Arm funktioniert gut. An der Armlehne der Liege, an der Rückenlehne eines Campingstuhles oder an einer Bank oder Fensterbrett.

Es gibt da zwei Varianten - eine mit Hebel bei der die Verriegelung auf oder zu ist.
Und die Variante mit Drehknopf - Modell 244 bei der die Friktion einstellbar ist. Meines Erachtens die bessere Lösung.

Ich habe die Tage zufällig im Netz irgendwo die Kombi Manfrotto 244 mit Klammer und Schnellwechselplatte für 101 EUR gesehen. Musst Mal googeln. Kostet normal um einiges mehr.

Viele Grüße

Andreas
 
Ich schmeiß nochmal die Fotografie durchs Teleskop in die Runde(hab auch einen Post im entsprechenden Forum gemacht, bisher ohne Rückmeldung)
 
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