Welches SCT für Mond- und Planetenfotografie?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

elBavaro

Aktives Mitglied
Hallo Community,
nachdem sich mein Deep Sky Setup bald auf den Weg nach Spanien macht, suche ich nach einer neuen "vor Ort" Betätigung. Mein Interesse ist hierbei auf Mond und Planeten gefallen und ich bitte die Profis hier um einen kleinen Rat bei der Auswahl des richtigen Teleskops.

Was ist vorhanden:
Derzeit ohne Aufgabe steht die kleine Umi Lite im Eck und könnte wohl so 10-13kg ohne Gegengewicht ab.

Geplantes Setup:
8" oder 9.25" SCT auf dem Harmonic Drive Mount mit ZWO ASI 678MC. Mein derzeitiger Wissensstand ist: Pixelgröße x 5 ~ F Zahl Teleskop was ja bei den F10 Celestrons ganz gut passen würde und relativ schnell auf und abgebaut wäre.

Frage an euch:
Lohnt sich bei dem Thema Mond und Planeten mit entsprechend kleinem Sensor der Sprung zur EdgeHD Reihe oder wird man auch mit den XLTs gute Ergebnisse erzielen? Ich bin dem Gebrauchtkauf nicht abgeneigt und habe schon ein paar preislich attraktive XLT Systeme gesehen. Lohnt der Sprung auf das 9.25". Beim XLT soll hier ja ein recht großer Sekundärspiegel verbaut sein.

Vielen Dank vorab und CS
Oliver
 
Hallo Oliver,
Bislang hatte ich nur XLT SCTs in Gebrauch....mit, wie ich finde, sehr guten Ergebnissen in der Planetenfotografie.
Ob ein EdgeHd Gerät auf der Achse eine bessere Auflösung bringt, kann ich nicht sagen. Ich denke mal, nein!

Auf jeden Fall würde ich das 9,25 " SCT vorziehen. Öffnung bringt Auflösung....

cs
Volker
 
Hi Oliver,
Der Arbeitsabstand bei Planeten u. Mond ist nicht so wichtig. Er bestimmt nur den Vergrößerungsfaktor.

Fokussieren immer am Objekt, nicht mit der Bahtinovmaske.

cs
Volker
 
Hi Volker,
danke für die Info. Wenn ich das richtig verstehe, wird durch das fokussieren mit dem Haupspiegel aber ja das Öffnungsverhältnis verändert.
Daher würde ich gern nahe an den Original F10 bleiben. Die Tri Bahtinov werde ich nicht zum fokussieren nehmen. Hab hier nur die Empfehlung bekommen, damit noch den Sekundärspiegel zu justieren (Bob Knobs sind dran).
Wie lang lässt du dein SCT vorher akklimatisieren?

CS
Oliver
 
ich zitieren mich mal selber aus einem anderen Beitrag:
ich verwende seit dreissig Jahren ein 12" SCT und seit drei Jahren ein 16" SCT von Meade. Für die normale Kollimation reicht die Methode der konzentrischen Beugungsringe vollkommen aus. Mit Hilfe einer kleinen Videokamera (damals noch analog, jetzt digital) und vielleicht noch einer App wie CollimationCircles geht das bequem und problemlos. Traurige Wahrheit bei SCTs ist aber die begrenzte Stabilität dieser Kollimierung in Abhängigkeit von der Lage des Geräts. Für das letzte Quentchen an Qualität (zB für Planeten) muss in der Nähe der Beobachtungsposition nochmal mit Hilfe der Beugungsfigur eines fokussierten Sterns feinstjustiert werden. Das geht sehr gut mit Metaguide. Irgendwelche spezielle Gerätschaften sind nach meiner Erfahrung für SCTs überflüssig. Kann man natürlich verwenden, braucht es aber nicht.
Es gibt einzelne Gurken bei SCTs die grössere Abweichungen haben. Da muss dann einmal auf der optischen Bank zB der Fangspiegelhalter in der Schmidtplatte justiert werden und evtl. auch die Blendenrohre und der Auszug. Ist das mal gemacht herscht Ruhe und obige Prozedur reicht völlig aus.

Früher stand mein SCT tageweise immer draussen, jetzt in einer Schiebedachsternwarte. Das 16" SCT hat eine Tubuslüftung. Wichtig wäre noch eine Ummantelung des Tubus mit einer Dämmmatte mit reflektierender Oberfläche um das Tubusseeing zu unterdrücken wenn man im Freien steht und/oder keine Tubuslüftung hat.

CS, Markus
 
Hi Markus,
danke für die ausführlichen Hinweise. Tubus ist vom Vorbesitzer schon isoliert worden.
Jetzt heißt es noch warten, bis Kamera und die restlichen Puzzleteile (ClickLock SC-2“ etc. gebraucht gefunden) alle bei mir eintrudeln.

CS
Oliver
 
Hi Oliver,

Wie von Markus beschrieben, reicht die Kollimation am Stern vollkommen aus. Bei meinem 8" SCT ist die Justage auch sehr stabil.
Ich stelle das Gerät in der Dämmerung raus . Dann ist es so nach etwa 1 Std ausgekühlt. Im Winter ca. 1,5 Std. Den Tubus habe ich mit Isolierfolie ummantelt.

Ich glaube Focal macht der Backfokus in Bezug auf die eff. Brennweite nicht so viel aus.
Was richtig das Öffnungsverhältis ändert, ist der Einsatz einer Barlowlinse....über den nominellen Wert hinaus.

Wenn ich bei meinem Gerät meine 2x Ultima Barlow einsetze, komme ich auf ca. f28 und nicht, wie man denkt, auf F20.! Da kommt der Backfocus zum Tragen...
Probiere das mal aus....

Auch halte ich bei der Planetenfotografie die allgemeine Formel: Pixelgröße der Farbkamera x 5 = optimales Öffnungsverhältnis, für mich zumindest, nicht für optimal.
Bei meiner ASI 178 (2,4mü) wäre es demnach f 12. Meine Aufnahmen bei ca. f20 - f25 brachte im Endeffekt mehr Details in der Weiterverarbeitung....

cs
Volker
 
ohje, die endlose Diskussion und die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis. Die besten Ergebnisse habe ich auch mit dem 1,5 Barlow gesehen auf IMX462. Mit der neuen IMX751 Kamera versuche ich es in der kommenden Planetensaison mal ohne und mit im Wechsel.

CS, Markus
 
Danke für die Infos. Das eine simple Formel wie F-Zahl / 5 nicht die volle Komplexität von verschiedenen Teleskopen, Seeing und Sensoren abbilden kann, ist mir bewusst. Irgendwo muss man aber starten :D
Eine IMX751 kann ich mir über einen Freund leihen. Dann kann ich mal beide Konfigurationen gegeneinander testen.

CS, Oliver
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben