Welches Teleskop für Deep sky in Berlin?

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CarDi

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Hallo,

ich habe mir vor einigen Monaten einen Billigrefraktor gekauft und mich etwas in den Sternenhimmel eingearbeitet. Mittlerweile habe ich mir Mond, Mars, Jupiter und Saturn angeschaut.
Die Sternenbilder Richtung Balkon sind nun auch kein Problem mehr ;-)

Ich möchte mir nun ein anständiges Gerät kaufen, mit dem ich vom Balkon aus Deepsky-Fotografie betreiben kann.
Für Berlin wohne ich in einer relativ dunklen Gegend, also nicht direkt in der Innenstadt. Ein kleiner Park ist ebenfalls in der Nähe.

Meine Preisvorstellung liegt mittlerweile bei 2500 Euro. Dafür müsste ich noch ein bisschen sparen, aber bevor ich mich wieder (wie bei dem Billigrefraktor) für ein sehr günstiges Gerät entscheide, spare ich lieber etwas länger.

Bisher habe ich an ein Newton-Teleskop gedacht, in etwa sowas:
http://www.astroshop.de/orion-teleskop-n-254-1200-atlas-goto/p,13878

Konkreter: Ich würde gerne Nebel und Galaxien fotografieren. Mit meiner Eos 450d. Die Montierung müsste also auch stabil sein.

Eine Frage hätte ich noch: Kann ich vom Balkon aus eine GoTo-Steuerung einstellen? Oder muss ich dafür bestimmte Sterne (Polarstern etc.) ansteuern? Der Balkon zeigt Richtung Osten...

Ich hätte auch die Möglichkeit, für 700 Euro ein 8" Gerät von Celestron und einen 90mm Refraktor gebraucht zu kaufen, mit Zubehör, allerdings ca. 15 Jahre als.

 
Eine dunkle Gegend in Berlin, geschützt vor direktem Licht, erzeugt noch keinen dunklen Himmel. Die Himmelsaufhellung ist gewaltig. Kontrastschwache Ziele werden einfach verschluckt. Galaxien gehören dazu, es gibt nur wenige Exemplare hoher Flächenhelligkeit.

Bei Nebeln unterscheidet man Reflexions- und Emissionsnebel. Für erstere gilt dasselbe wie für Galaxien: Nur wenige lassen sich mehr als spurenhaft ablichten, ganz gleich mit welcher Optik. Der Kontrast von Emmissionsnebeln hingegen kann durch Filter verbessert werden. Dennoch wird man weit hinter den Ergebnissen jener Fotografen bleiben, die unter dunklem Himmel arbeiten können. Wieder ganz gleich wie groß die Optik ist.

Wenn du niocht ins Dunkle fahren kannst, empfehle ich, dich auf andere Beobachtungsziele auszurichten.
 
Ich würde schon gerne ins Dunkle fahren. Allerdings habe ich kein Auto. Ich müsste wohl eine Mitfahrgelegenheit suchen oder mit Bus/Bahn etc. fahren und ein Zelt mitnehmen :-)

Falls jemand in Berlin regelmäßig rausfährt, ich würde mich gerne an den Benzinpreisen beteiligen ;-)

 
... ja, ich gebe Uwe völlig Recht. In Berlin wirst du mit einem 80 mm Refraktor die Möglichkeiten voll ausschöpfen können. Da solltest du dein Budget besser in Schärfe und Kontrast eines ED als in mehr Öffnung lenken, und einen Skyglow-Neodymium-Filter nicht vergessen.

Das mit Bus und Bahn würde ich mal ganz schnell vergessen, wenn ich da so in meinen Kofferraum gucke wenn es los geht möchte ich das nicht über einen Bahnsteig schleppen ... und so ein Bus fährt auch nur zu einer Ecke mit Straßenlaterne.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Bei astronomicum.de habe ich netterweise von VTSB ein Angebot zusammengestellt bekommen. Das wäre wohl die perfekte Ausrüstung für meine Wünsche :-)

Vielen Dank für den Hinweis!
 
Also ich musste heute knapp 30 Kilometer landeinwärts fahren um einen einigermassen schwarzen Himmel zu haben. 10 Euro Fahrtkosten können manchmal fruchtbarer sein als 1000 Euro mehr fürs Teleskop auszugeben.

Wenn Du nicht grad im Süden Berlins wohnst, kann das also eine ganz ordentliche Strecke werden.

Bevor Du Dir also hier für 2500 Euro einen Achtzöller kaufst, rechne Dir vorher zusammen, was Du Dir da auflädst. Allein für die Montierung inkl Stativ und Gewichten auf Deinem Beispiel kannst Du 35 Kilo ansetzen. Dazu kommen Teleskop (10kg), Koffer, Okulare etc.pp. Ohne Auto ist das nicht zu machen und für den Balkon unter Stadthimmel ist das Perlen vor die Säue.

 
Hallo CarDi,
Ich beobachte auch häufiger vom Balkon aus und das aus Berlin-Kreuzberg also mittendrin. Die Lichtverschmutzung ist gar nicht so extrem hoch wie man im Vergleich zu anderen Grossstaedten vermuten wuerde. Mein SQM-L Geraet misst haeufig 18.50 was eher einer kleineren Stadt entspricht. Mein Balkoninstrument ist ein 150/750 Newton mit UHC bzw. OIII Filter. Hauptbeobachtungsziele sind natuerlich Planeten und der Mond. Aber auch Planetarische Nebel Doppelsterne und Sternhaufen/Asterismen und Natuerlich der Orionnebel sind einigermaßen vom Stadtbalkon aus zu beobachten. Natuerlich ist das wirklich kaum ein Vergleich zum Sternenhimmel Brandenburgs. Ich fahre mit meinem Hauptgeraet einem 16zoll Dobson regelmaessig aus der Stadt zum beobachten.

CS
Kai
 
Hallo cardi,

ich schließe mich Sebastian an, dass ein großes Gerät von 2K-Euro zur Deepskyknipserei in Berlin Perlen vor die Säue sind. Treffender kann man das nicht formulieren. Gerade Berlin ist glücklicherweise entgegen vieler anderer Großstädte von weitesgehend dunkler Flur umringt.

Es ist deutlich sinnvoller, sich einen kurzbrennweitigen Refraktor zu holen (bis 90 mm Öffnung)oder nen 150er f/5 Newton und dann bei dunklem guten Himmel zu agieren. Je nachdem wo man wohnt, ist man auch mit Bahn in einer Stunde in brauchbaren Gegenden, von denen der Ruhpott nur träumen kann.

Mit Bahn wird das natürlich sportlich, daher würde ich einen kleinen Refraktor bevorzugen. Wenn ich sehe, was manche da schon mit 80 mm an Bildern herzaubern...

Solange man nicht irgendwelche Gebrechen hat, kann man auch einen Vierzöller mit Montierung in bus und Bahn umherschleppen, aber das ist echt grenzwertig. Ich habe das jahrelang mit einer AZIMUTALEN Montierung gemacht und hatte da gerade so noch Platz für Getränke, warme Sachen und Okularkoffer. Das Stativ baumelte bei mir immer an meinem Fahrrad und hinten am Rucksack. Aber eine dicke fette parallaktische...

Du musst auch bedenken, dass jede Haltestation auch noch Zivilisation bedeutet und da auch noch Licht ist, vor dem Du fliehen musst!
Ach ich seh grad, hat Avner schon geschrieben...

Viel Erfolg bei der Organisisation deines Equipments und dessen Transport (eine ohne Auto immer herausfordernde Angelegenheit)!

Norman
der aktuell 30 kg mit dem ÖPNV transportiert
 
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