Ja das ist schon etwas besonderes wenn man den Jupiter live und in blassgelblicher Farbe vor sich herumzappeln sieht, Gratulation! Wenn zwei Bänder auf dem kleinen Scheibchen erkennbar sind, dann ist das auf jeden Fall der Jupiter. Ein Problem, dass man als Anfänger und ich auch als Fortgeschrittener hat ist, dass man trainieren muss, Details zu erkennen. Das muss man mit Konzentration richtig lernen, bis man perfekt wie der binoviewer ist!
Ein weiteres spezielles Problem gerade bei der Planetenbeobachtung ist das sogenannte Seeing, das Luftschwirren, dass man jeden Sommer auf aufgehitzten Strassen mit blossem Auge beobachten kann. Ein Teleskop vergrössert nun diese Luftschwirrung, die eigentlich immer mehr oder weniger vorhanden ist. Dieses Seeing ist wetter- und standortabhängig, so werden die Sterne über einer warmen Quelle wie einen Schornstein dadurch effektiv herumzittern oder funkeln , bei Planeten wird das Bild durch das Herumgezappel unscharf. Profis reicht meisten eine halbe Sekunde Luftruhe, um eine Vielzahl von Details zu erkennen, wir beide benötigen dafür besseres = ruhiges Wetter. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Wenn man mit einem kurzbrennweitigen Okular (bei dir sind noch etwa 5mm sinnvoll) weiter vergrößert (5mm vergrössert bei deinem Teleskop um den Faktor 180), dan vergrösserst du auch den Effekt des Seeing. Man benötigt bei solchen Vergrösserungen also prima Wetter und eine gute Justage des Spiegels (Dein Teleskop ist glücklicherweise wenig justieranfällig), um das kurzbrennweitige Okular noch sinnvoll nutzen zu können. Welches Okular man am besten nimmt, ist eine sehr individuelle, komplexe Entscheidung (ich habe ein altes Vixen-Ortho, was nicht unbedingt mein Fall ist)
Schau dir mal diesen
Okular-Tread zu diesem Thema an!
Zurück zum Jupiter: Wenn du etwas schräg neben den Jupiter schaust, wirst du meistens 4 kleine Sternchen wie auf einer Perlenschnur aufgezogen erkennen können. Dies sind die Jupitermonde Io, Europa, Ganimed und Callisto, die den Jupiter umkreisen.
Die aktuelle Stellung der Monde kann man
übrigens hier nachlesen!
Die Monde bewegen sich während einer Nacht merklich, speziell Io, vielleicht zeichnest du dir die Position der Monde bezogen auf Jupiter zum Vergleich mit späteren Beobachtungen auf!
Ich würde mir übrigens heute auch die Mühe machen, den Orionnebel zu finden, für mich persönlich
das Paradeobjekt des Himmels schlechthin. Versuche dazu abends am Südhimmel in "halbhoher" Höhe folgendes Sternmuster aufzufinden:
Link zur Grafik:
http://www.planets.org/px/orion.gif
Speziell die drei gleich hellen, bläulichen Gürtelsterne, die auf einer Linie in gleichem Abstand stehen sind sehr markant und unverwechselbar, in natura sind die scheinbar weiter auseinander als das Bild suggeriert.
Weiter unten (=südlich) vom mittleren Gürtelstern findet man den Orionnebel (great nebula of orion, s Karte oben), der mit deinem guten Instrument schon wunderbar zu sehen sein sollte. Dieser Nebel ist eine Geburtsstätte für junge Sterne, dort entstehen also gerade jetzt neue Sterne, die die umgebenden Gaswolken so faszinierend anleuchten!
Dann würde ich mir dann auch den oberen linken Stern des Orion (Betelgeuze) im Teleskop anschauen, weil dessen rote Farbe sehr deutlich erkennbar ist. Die Sterne sind nämlich alle farbig und nicht nur weiß.
Viel Spass heute!