Wer kann mir beim Kauf für Astrofotografie helfen?

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robertmk

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erst einmal Hallo. Ich bin neu in diesem Forum und komme aus Dortmund. Ich habe gestern Nacht mal wieder den Mond mit meiner DSLR fotografiert und als ich so durch die Kamera schaute, hat es mich wieder einmal angeregt mich intensiever mit der Astrofotografie zu beschäftigen. Ich hatte bis jetzt noch nie mit einem Teleskop, Reflektor oder Refraktor zu tun. Deshalb habe ich gestern nach langer Suche mich hier angemeldet. Ich habe wirklich null Ahnung davon. Also ich habe vor mir einen "Sternengucker" zu kaufen.

Damit ihr mir helfen könnt, folgendes: Ich möchte erst einmal Planeten fotografieren. Habe gesehen, dass ich mit meiner Nikon so nicht große Probleme haben werde, die an eines der Geräte anzuschließen. Weiterhin wohne ich in der Stadt und das heißt dann wohl immer mit dem Ding rausfahren. Deshalb sollte es nicht zu schwer und leicht zu transportieren sein.

Achso vielleicht das wichtigste: Ich möchte gerne etwas vernünftiges kaufen, also es muß nicht unbedingt 200€ kosten (heißt natürlich nicht, dass ich was günstiges nicht kaufen würde). Es geht mir nur darum, dass ich auch noch in einem Jahr etwas damit anfangen kann und nicht plötzlich feststelle, dass es dafür nicht ausreicht.

Was ist den bei der Astrofotografie zu beachten? Gibt es da besonderheiten, wenn ich da eine Kamera aschließen will? Oder sind (immer vorausgesetzt die Kamera kann angeschlossen werden) allle gleich gut?

Ich habe mal durchs Netz gesurft und das Orion Star Max gefunden. Würde mich zwischen 300 und 700€ kosten (Je nach ausführung). Lohnt sich so etwas für meine Zwecke? Oder gibt es etwas anderes und / oder sinnvolleres? Soll ich lieger mehr ausgeben und in einen Newton investieren. Ich habe gelesen, dass sich das star max gut für Planeten eignet. Was ist, wenn ich jetzt nun Deepsky fotografieren will, muss ich dann ein neues anschaffen? Außerdem würde mich natürlich auch interessieren, was für Zubehör ich noch brauchen sollte.

So ich glaube das ist erst mal genug. Ich freue mich jetzt schon auf Eure Antworten. Besten Dank und schönen Gruß Robert
 
Re: Wer kann mir beim Kauf für Astrofotografie hel

Hallo Robert,

meiner persönlichen Meinung nach ist die DSLR nicht so sehr für Planeten geeignet. Die meiner Meinung nach besten Bilder werden mit Webcams erzeugt, da hier eine Menge Bilder aufgenommen werden, aus denen die Besten ausgesucht und weiterverarbeitet werden. Die Chips der Webcams sind auch ausreichend gross, der Deiner DSLR ist viel zu gross. Die ist schon besser für Mond und Sonne (natürlich mit geeigneten Filtern) geeignet. Ein weiterer Vorteil der Webcam ist, dass Du nicht die bestmögliche Montierung brauchst und auch die Polausrichtung nicht so genau sein braucht. Dies liegt eben an den kurzen Belichtungszeiten.
Für überwiegend Planetenaufnahmen soltest Du darauf achten, dass das Teleskop eine längere Brennweite hat. Die Aufnahmebrennweite für Planeten sollte schon 4 - 5 m betragen und je höher die Brennweite des Teleskops ist, desto weniger musst Du diese verlängern, logisch. Eine starke Verlängerung ist zwar möglich, aber eben nicht optimal. Wenn Du dagegen (evtl. später) Deepsky Aufnahmen machen möchtest, wirst du ein Teleskop mit kurzer Brennweite bevorzugen und Deine Anforderungen an die Montierung steigen. Du siehst, die Frage ist nicht so einfach zu beantworten und das optimale Teleskop für alle Belange und mit grosser Zukunftssicherheit gibt es nicht. Schliesslich weisst du nicht, was Du in einem oder zwei Jahren machen möchtest. Sinnvollerweise schliesst du Dich einer Gruppe an, wo du verschieden Teleskope erstmal begutachten und die Besitzer ausfragen kannst. Wir haben eine solche Gruppe in Deiner Nähe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Schau mal auf unsere Homepage. Dort gibt es auch ein Forum, wo wir uns austauschen und auch schon mal zum gemeinsamen Beaobachten verabreden. Alle zwei Monate machen wir auch einen kleinen Stammtisch in Hagen.

Gruß
Torsten
 
Hi Erich,

vielen Dank für den Link. Die Seite finde ich für mich, als Neueinsteiger, leider weniger für meinen Kauf hilfreich, da mir nicht alle Fragen beantwortet werden. Aber als Einstig trotzdem informativ.

Robert
 
Re: Wer kann mir beim Kauf für Astrofotografie hel

Hi Torsten,

erst einmal vielen Dank für Deine Antwort. Mhh so ganz verstehe ich das nicht mit der Webcam? Wieso sollte eine Webcam schlechter als meine DSLR (wir sprechen hier übrigens über die Nikon D200) sein? Generell ist doch die Auflösung um einiges besser!? Naja das mit der Montierung und der Polausrichtung kann ich mir gut vorstellen. Aber das ist nicht so tragisch, dass werde ich schon lernen. Und noch eine Sache, die ja doch eher nachteilig an der Webcam ist, dass ich dann immer einen Computer mit mir herumschleppen muss. Außerdem konnte ich bis jetzt leider keine Mac OS X Software finden. Oder gibt es da etwas? ;-)

Ok dachte ich mir schon, dass es die Eierlegendewollmichsau nicht gibt. Gut dann möchte ich als erste mal Planeten beobachten und fotografieren! Was könnt ihr mir als Anfänger empfehlen? Wie ist z.B. diese Star Max? Oder was gibt es? Was benutzt du den so? Ich kann einfach niegends brauchbare Infos finden, was nun für die Planeten und Fotografie den geeignet ist. Was gibt es? Was kostet es?

Werde mir Eure HP mal genauer ansehen. Gibt es in Dortmund oder Umgebung eigentlich auch einen kompetenten Laden?

So ich hoffe Du oder irgendjemand kann mir weiterhelfen.

Gruß Robert
 
Re: Wer kann mir beim Kauf für Astrofotografie hel

Hallo Robert,

ich wollte mich eigentlich zurückhalten in diesem Thread, aber nu muss es raus, deine Schuld!:D

Werde mir Eure HP mal genauer ansehen. Gibt es in Dortmund oder Umgebung eigentlich auch einen kompetenten Laden?

Es gibt einen Laden, genannt OSDV in Bergkamen am Schacht Grillo1, der ist sogar sehr kompetent Dir dein Geld aus der Tasche zu ziehen! Das Problem mit OSDV ist, daß wenn Du ganz genau weist was Du willst, sie für Dich das Zeug beim Ransburg bestellen können <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />!
Ich hoffe Du verstehst was ich meine....oder muss ich deutlicher werden!

Spass beiseite, es gibt nur eine richtige und unverbindliche Beratung, und die heist lesen, fragen, anschauen und miterleben.

Ich kann einfach niegends brauchbare Infos finden, was nun für die Planeten und Fotografie den geeignet ist. Was gibt es? Was kostet es?

Du hättest auch gleich die Frage nach dem Universum und Allem drum herum stellen können! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />
Aber jetzt mal wirklich Spass beiseite. Planetenfotografie geht eindeutig nur mit einer WebCam, da die große Zahl der Bilder eines Videos (und genau das nimmst Du auf) dem Seeing, also der Bewegung der Luft in den einzelnen Schichten unserer Atmosphäre, ein Schnippchen schlägt. Fast alle guten Planetenaufnahmen sind mit WebCams gemacht. Das Teleskop spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Ok, zu klein ist nichts, zu groß bringt aber auch nicht wirklich etwas. Ideal sind teleskope so um die 150-250mm Durchmesser der Linse oder des Spiegels. Die Montierung des Teleskops muss es gestatten, den Planeten, der ja bei sehr hoher Vergrößerung aufgenommen wird, einige Minuten im Blickfeld zu halten. Dazu sind fast alle motorisierten Steuerungen geeignet. Aber Bedenke, die Bengels sind schnell abgeknipst, und dann willst Du die schönen DeepSky-Objekte ablichten. Dann ist die WebCam für die Katz und die Monti muss auch mehr können!

Das Problem ist, daß Du einfach noch sehr wenig Wissen auf dem Gebiet angesammelt hast. Du musst unbedingt dieses Forum mit den Unterforen bezüglich Fotografie sowie die des Nachbarforums (google mal nach Astrotreff, ich bin mir nicht sicher ob ich hier nicht eine gelatscht bekomme wenn ich den namen Astrotreff.de hier schreibe) (ups) durchlesen. Dann hast Du zumindest schon einmal einen Überblick.

Der nächste Schritt ist es entweder mit uns hier im Raum Bottrop/Niederrhein oder mit den Jungs der ARS (ab und zu bin ich auch da dabei) mal auf den Acker zu fahren und sich über das ganze wie, wo, was usw. zu informieren. Ich stehe auch unter der Woche entweder in Kirchhellen oder in Lembeck und versuche so ein bischen rumzuknipsen. Einfach nur so, zur Gaudi!

Eines wird Dir vermutlich ganz schnell klar werden, die Meinungen bezüglich der Ausrüstung gehen da extrem weit auseinander. Eines ist aber klar, Planetenfotografie oder die für mich viel interessantere DeepSky-Fotografie, sind Disziplinen die eine Mindestinvestition von etwa 1000 Euro notwendig machen, egal wierum Du es drehst. Dazu gehört ein vernünftig dimensioniertes Teleskop daß auch visuell Spass macht sowie eine kleine Montierung. Na sagen wir mal besser so um die 1300, dann ist aber auch schon ein satz guter Okus mit drin. Die Montierung trägt dein Teleskop und dient dazu die Erdrotation auszugleichen. Und jetzt kann es fast losgehen. Das kleine Leitrohr, das Fadenkreuzokular, die Barlow, die leitrohrschellen, das gibt es spottbillig zum Preis von etwa knapp 500 Talerchen.
Und jetzt geht die Hatz ab! Ab nun herrscht der Pleitegeier <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/erschreck.gif" alt="" />, jetzt bekommst Du neue Freunde (meist im Händlerbereich!). Das Problem ist, daß mit steigender Erfahrung die Ansprüche an das Equipment immer weiter steigen. Im der ersten Endausbaustufe hast Du dann so insgesamt (mit allem Zeugs was man so braucht, glaubt zu brauchen oder einfach nur kauft) um die 2000 Euro hingeblättert. Dann geht man der Frage nach einer größeren Montierung, einem besseren Teleskop usw. nach. Und siehe da, die Tausender sind schneller weg als man gucken kann, abhängig vom eigenen Ehrgeiz und der Neigung auch mal richtig Geld für Top-Edel-Qualität hinzulegen.

Das klingt jetzt alles sooooooo fuuuurchtbaaaaar, ist es aber nicht. Mit einer vernünftig dimensionierten Startausrüstung hast Du erst einmal jahrelang richtig zu tun. Neben der Fotofgrafie sollte nömlich unbedingt das visuelle Beobachten nicht zu kurz kommen. Schließlich musst Du die Biester da oben erst mal finden. Ok, da gibt es Goto, kostet reichlich und verhindert ziemlich wirkungsvoll die Erlangung von Kenntnissen über das was da über uns ist! War ein Witz, aber ich bin ein Gegner von Goto für Anfänger!
In der ARS gibt es Einen, der hat irgendein Objekt schneller im Okular als Du deine Gotokiste überhaupt anschmeissen kannst.
Dann bleibt da noch die Fixierung auf Planetenfotografie.
Ich denke mal das liegt daran, daß wir uns eher vorstellen können die nahen Planeten zu knipsen als die unendlich weit entfernten DeepSky-Objekte. Verdeutliche Dir mal folgendes: Um beim Saturn die Ringe zu sehen musst Du um die 200fach vergrößern. Alleine die Andromedagalaxie ist aber so groß wie der Mond, nur ist sie zu lichtschwach für unsere Augen...nicht aber für eine Kamera. Nun scheint klar zu werden was einfacher ist, eine hohe Vergrößerung oder eine sehr geringe Vergrößerung zu händeln!
Planetenfotografie geht wie gesagt nur mit einer WegCam und einem Laptop mit frischesten und neuesten Batterien. Sonst nippelt der Siliziumtrottel nach 15min. bei -13° ab, mir vorgestern passiert! Da ist DeepSky-DFotografie viel einfacher und ungleich spannender. Hunderte Objekte warten nur darauf von Dir abgelichtet zu werden. Und wenn ich mich anschaue, ein paar hundert hab ich schon, so einige Dutzend M42, eine handvoll Andromedagalaxien und eine Festplatte voll mit M33-Müll. Man konzentriert sich unweigerlich auf die hellen Objekte und es macht zumindest mir einen Heidenspass selbst bei widrigen Bedingungen zu testen was man so noch rausholen kann.

WICHTIG: Nimm das oben geschriebene nicht zu ernst. Die Preise sind zwar schon irgendwie richtig, aber das ergibt sich so Schritt für Schritt. Nur billig ist Astrofotografie nicht, wer anderes behauptet verschweigt die wirklich entstehenden Kosten. Aber dafür macht es unglaublich viel Spass!

Ich plapper hier rum! Ich mach mal Schluss hier.

CS
 
Re: Wer kann mir beim Kauf für Astrofotografie hel

Hallo,

also, wenn schon Torsten und Uli ihren Senf dazu geben, kann ich ja einfach nicht nur zusehen ;-)

Möchte Dir mal einige Erfahrungen meinerseits berichten:

Angefangen mit der Planetenfotografie habe ich mit dem Lidl-Skylux-Refraktor 70/700 und der berühmten Webcam.
Notebook daneben und schn funzt der ganze Kram.
es wird irgendwie versucht, den Planeten auf dem Chip zu halten, was mit den biegsamen Wellen sogar ganz gut funktioniert.
Such hier mal nach BinoViewer (Tom), der hat mal Planeten vom feinsten mit dem Lidl gemacht.

Also es geht - wenn man nur will.

Ebenso habe ich mit einer normalen Analog-mechanischen SLR auf der Gegengewichtsstange des Lidl mit Astrofotografie angefangen.
Auch das geht! Du musst einfach mit dem Lidl und dem Auge am Okular nachführen und bis 200mm Brennweite auf der Kamera hast Du echt kein Problem damit.

Das tolle daran: Hast Du erstmal die ersten Dias an der Wand, auf denen (dank der immensen Rotstärke eine Kodak Elitechrome 200) sogar der Pferdekopfnebel herausschaut, packt dich der Virus richtig.

Erst dann geht es mit den von Uli genannten Investitionen erst richtig los.

Eines ist aber gaaaaanz entscheidend bei der Fotografie:
Die Montierung ist 1000x wichtiger als das Teleskop!
Man kann auch mit 70, 80mm Öffnung irre Fotos machen (schau mal die Bilder im "Eigene Bilder" Forum, welche mit 80mm ED-Apos gemacht wurden an!
Aber dann beachte bitte, welche Montierungen hierfür verwendet wurden.

Fazit: Die Optik darf eigentlich ruhig klein und mickrig sein für die Fotografie, die Montierung allerdings nicht.

Gruss,
Max
 
Re: Wer kann mir beim Kauf für Astrofotografie hel

Hallo,

super vielen Dank Euch beiden, dass ihr Euch nicht zurückgehalten habt ;-) Solche Erfahrungen finde ich sehr hilfreich. Ich glaube das beste ist erst mal wirklich, dass ich mir noch mal ein oder zwei Bücher besorge und noch mehr im Internet lese. Und dann besorge ich mir erst mal etwas einfaches. Und sicherlich (wie bei jedem Hobby) kommt dann auch schnell das von Uli gennate auf mich zu. Aber bis dahin, ist noch ein bisschen. Also heißt erst mal lesen, lesen, lesen.

Ich habe deshalb an Planeten gedacht, weil ich mir das tatsächlich viel besser vorstellen kann und ich so erst mal was zu gucken bekomme. Ich versuche das immer mit meiner Kamera, aber da fehlt mir einfach die Brennweite und das lichstarke Objektiv. Und alles auf einmal ist eh viel zu viel, deshalb muss ich ja halt mal igendwo anfangen und dann schauma mal.

Das ganze mit der Webcam habe ich jetzt verstanden. Das heißt für mich dann natürlich, ich muss noch ein Notebook PC kaufen! *nerv* Ich arbeite nämlich ausschließlich am Mac und bin eigentlich froh vom Windows weg zu sein. Außerdem sind das dann gleich mal mindestens 500-600euronen mehr.

Ich denke wenn ich mehr wissen angesammelt habe, werde ich mich noch einmal mit dem Kauf beschäftigen. Mal sehen vielleicht habe ich auch mal die Zeit mit auf das eine oder ander Treffen zu kommen. Werde jetzt erst mal durchs Netz surfen.

Soweit erst mal vielen Dank Robert
 
Re: Wer kann mir beim Kauf für Astrofotografie hel

Hi,

mit der Webcam hattest du mich evtl. missverstanden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Vielleicht war ich aber zu knapp, Schreiben ist so langweilig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Wenn Du möchtest, schick mir Deine email adresse, dann sage ich dir Bescheid, wann unser nächster Stammtisch ist (wie gesagt, in Hagen, ich glaube, im Februar ist es wieder soweit). In zwei Stunden Plaudern kann man doch mehr Infos austauschen, finde ich. Meist hat auch einer ein Laptop dabei, um Bilder zu zeigen.
Zum Thema Mac: ich habe mal kurz nach 'webcam astro mac' gegoogelt und der dritte Treffer klingt schon ganz interessant Link

Gruß
Torsten
 
Re: Wer kann mir beim Kauf für Astrofotografie hel

Hallo miteinander,

so hat etwas gedauert, aber da bin ich wieder. Hatte leider wenig Zeit.

@Torsten: Vielen Dank für den Link. Mhh da hätte ich auch gleich drauf kommen können. Also wird das kein Problem mit meinem Mac.

Ich habe mir 3 Bücher und eine Sternkarte im Buchladen besorgt und nun ist mir das alle schon viel viel klarer. Mitlerweile verstehe ich auch die Unterschiede der Teleskope und wie man sie einsetzt. Ja und nun ist es soweit: Ich habe mich in Intes Micro verguckt :-) … Seit heute habe ich einen Newton Reflektor von Bresser Optik 114/900. Das Dingen stand in der Verwandtschaft nur rum und da habe ich es mir mal kurzerhand ausgeliehen. Die Montierung und das Stativ ist ziemlich wackelig und alles sehr verstaubt. Ich hoffe, dass der Reflektor noch ok ist und nicht komplett schief oder dejustiert. Ich denke für die Astrofotografie brauche ich auf jeden Fall ein anderes Stativ und Montierung. Das Teil kippelt schon beim anschauen.

Leider habe ich für das Teil überhaupt keine Anleitung! Kann ich die irgendwo im Netz bekommen? Noch besser hat die jemand? Bzw. brauche ich die eigentlich? Mir sind nur die Schrauben am Teleskop etwas unklar. Ist vielleicht zum justieren? … Heute ist das Wetter nicht wirklcih gut, also werde ich die Tage mal ausprobieren, ob man überhaupt was sieht ;-) Und bis ich mir nun ein Intes kaufen kann muss das hier erst einmal reichen.

Robert
 
Hallo robertmk. Ich bin auch anfänger,also wenn du Planeten Fhoptographieren willst dann würde ich dir eine Webcam empfehlen.Die ist relativ billig.Allerdings um einigermaßen grße Planetenscheibchen auf den Chip zu bekommen solltest du mit min 2000mm brennweite Arbeiten .Ich habe bei der Marsoposition,je nach seeing mit 4ooo bis 6000mm meine besten ergebnisse erzielt.DA brauchst du aber eine Montierung die sauber und genau Arbeitet.Ich würde sagen ab 500euro aufwärts
 
Hallo! Bin auch neu, habe Deinen Hilferuf gelesen. Ich fotografiere aber schon seit Jahren Sternchen. Prinzipiell gibt's mehrere Techniken zum Knipsen, die jeweils vom Objekt abhängen.
1. Größere, helle Objekte (Mond, Sonne) knipst man mit dem Fernrohr (ohne Okular) als "Teleobjektiv" vor der Kamera (wir reden hier von Spiegelreflex - egal ob chemisch oder digital). Der Anschluß erfolgt mit einem Adapter (meistens T2) an das jeweilige Kamerabajonett. Bei so ca. 1m Brennweite sind solche Objekte mit dieser Technik formatfüllend. Wenn man digital fotografiert, sollte man aber was dagegen tun, daß der Sensor etwa den Staub aus dem Fernrohr aufsammelt - ich habe dazu einen Adapter M42 auf Nikon F, mit dem man M42-Objektive anschließen kann, welcher eine Linse zur Verschiebung des Brennpunkts mitbringt. Völlig ausreichend.
2. Kleine, helle Objekte (Planeten). Die Billigmethode ist die Webcam (da haben sich andere in diesem Forum schon drüber ausgelassen, das wiederhole ich nicht). Durch den kleinen Chip bekommt man fantastische Brennweiten - bezogen aufs Kleinbildformat. Ich bevorzuge aber den Trick mit der Okularprojektion - Okular bleibt im Fernrohr un man projiziert das Bild (wie bei Sonnenprojektion) auf den Film/Sensor. Damit man die Kamera ans Fernrohr dranbekommt, muß man sich einen Adapter basteln, der das Einstecken des Okulars ins Fernrohr erlaubt und den Anschluß der Kamera am T2-Anschluß ermöglicht. Den Abstand Kamera-Okular macht man mit ein paar Zwischenringen passend. Ein Problem könnte der Spiegelschlag beim Auslösen sein - die ansonsten unmerkliche Erschütterung, wenn die Kamera den Spiegel hochklappt, könnte das Bild verwackeln. Hilfreich ist da eine Spiegelvorauslösung. Canon baut die mittlerweile in jede Kamera ein (die EOS300D hat keine), Nikon nur in die "dickeren" Geräte (D100, D1H/x, D2H/x, D200).
3. Deep Sky. Die meisten Objekte sind groß, leider aber sehr lichtschwach. Zum fotografieren benutzt man lichtstarke Teleobjektive (f2,8 oder heller), Brennweiten von ca. 135 bis 400mm. Festbrennweiten sind den Zooms erstens in Lichtstärke und zweitens in Abbildungsleistung überlegen. Mein Traum wäre das f2,0/200mm von Nikon - leider kann ich mich nicht entscheiden, welche Bank ich vorher ausrauben muß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />. Bei den erforderlichen Belichtungszeiten muß man unbedingt eine parallaktische Montierung verwenden und das Objekt nachführen. Am schluß noch ein kleiner Hinweis bezüglich Digitalkameras: die sind "rotblind". Wenn man mit einer Digicam einen Emissionsnebel fotografiert, wird man hinterher enttäuscht auf ein blaßlila Fleckchen sehen anstatt auf den knallroten Nebel. Das Problem sind die IR-Filter vor dem Sensor - die sperren aber auch das Licht der H-alpha-Linie (656,3nm) zum größten Teil, so daß man im Bild vorwiegend das Licht der H-beta, OIII und He-Linien sieht. Da gibt's Alternativen. Entweder man benutzt Film. Oder man macht den IR-Filter runter. In der SuW (ich glaube 12/05) hat mal jemand beschrieben, wie man den bei der EOS300D rausmacht - das Ding ist aber so aufbruchsicher aufgebaut, daß die den Filter dabei zerdeppert haben. Bei der D70 dauert der Eingriff 5 Minuten und ist auch noch ziemlich einfach. Mit einer so frisierten D-SLR kann man am Tag nicht mehr fotografieren, erstens paßt die Farbwiedergabe nicht mehr und zweitens stimmt der Fokus nicht (man hat ja ein Stück Glas aus dem Lichweg genommen). Das Fokusproblem läßt sich aber lösen - die meisten Objektive lassen sich beim manuell fokussieren über die Unendlichstellung weiterdrehen. Wenn man nun nachts auf den Himmel hält, haut's einen um! Die Empfindlichkeit bei H-alpha steigt so ca. um den Faktor 20. Mit ein paar Sekunden bei 400ISO hat man z.B. den Orionnebel einigermaßen erwischt. Ausnahme ist die EOS20Da - von Canon vorfrisiert. Die kann man "normal" benutzen, der IR-Filter ist aber so ausgelegt, daß der das H-alpha-Licht einigermaßen durchläßt. Wenn man digital fotografiert, ist das RAW-Format Pflichtprogramm - kein Problem, können alle DSLR. Kleines Problem bei der D70, was sich aber mit einem Trick beseitigen läßt: die bügelt auch ohne Rauschunterdrückung im Bild rum. Da Nikon meistens CCDs benutzt, haben die natürlich ein paar "hot pixel" (naja - sagen wir mal "lauwarm"), die wegzubügeln sind. Die Kamera hat in den Einstellungen einen Eintrag "Langzeitbelichtung". Schaltet man den ein, macht die Kamera nach der Belichtung automatisch einen "dark frame", der vom Bild abgezogen wird. Das geht natürlich besser im "Labor" - die Einstellung ist aber der "Trick", bei dem die D70 dazu zu bewegen ist, die Finger vom Bild zu lassen. Wenn die Kamera nach der Belichtung den Dark Frame erstellt, schaltet man sie einfach aus - dann landet das ungebügelte RAW auf der Karte. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

So. Wie Du siehst, ist deine Frage ein komplexes Thema. Aber Du siehst, daß man mit jedem Fernrohr im Prinzip jedes Objekt fotografieren kann - man muß nur den richtigen Trick benutzen.
 
Hallöchen,

also das mit dem Teleskop wird erst mal nicht hinhauen: alles ab 2000mm kostet ja doch schon einiges. Ich werde erst einmal diese Newton Teil hier benutzen. Aber ich brauche jetzt schon eine bessere Montierung. Diese hier ist so etwas von wackelig, dass macht keinen Spaß. Naja der Reflektor ist auch nciht der beste, aber damit werde ich erst mal leben können. Für den Anfang.

Mhh ich habe hier ien Buch über die Astrofotografie liegen. Da habe ich auch so etwas gelesen, mit dem IR geschichten. Ich denke ich muss halt mal meine DSLR ausprobieren, ob das was bringt. Daran herumdocktern werde ich aber auf keinen Fall. Dann besorge ich mir lieber eine gebrauchte oder eine Webcam. Aber genaueres kann ich dann erst sagen, wenn ich die ersten Bilder gemacht habe. Aber erst mal brauche ich wie gesagt noch die Montierung, Adapter und Halterung für die Kamera.

Danke Alex für die ausführliche Erläuterung der Technik. Das mit der Langzeitbelichtung und der Spiegelvorauslösung ist mir aus der Fotografie schon bekannt. Ich probiers mit meine cam einfach aus. Das ist die beste Methode, um herauszufinden obs klappt.

Wenn ich mal alle Teile zusammen habe und das WEtter auch mitspielt, versuche ich mich mal in einige Bilder. Melde mich dann nochmal

Besten Dank Robert
 
Hallo,
wie ihr seht ist das mein erster post in diesem Forum obwohl ich schon seit über einem Jahr interessierter Leser des Forums bin. Mit der Astronomie als Hobby beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren, in die praktische Beobachtung bin ich erst vor etwas mehr als einem Jahr eingestiegen.

Vieleicht nicht ganz der richtige thread aber ich habe ebenfalls eine kleine Frage zur Astrofotografie. Ich möchte mit meiner anlogen SLR ein paar Übersichtsaufnahmen machen und jetzt würde mich interessieren wie lange ich belichten kann ohne das es zu den Strichspuren kommt. Ich spreche jetzt von ganz gewöhnlichen Aufnahmen ohne jegliche Vergrößerung. Ab welcher Belichtungszeit fällt das bei einer solchen Aufnahme störend auf?

Gruß Benny
 
Re: Wer kann mir beim Kauf für Astrofotografie hel

Hallo Alex,

ich hoffe Du erlaubst ein, zwei Einsprüche <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Kleine, helle Objekte (Planeten). Die Billigmethode ist die Webcam [..]. Durch den kleinen Chip bekommt man fantastische Brennweiten - bezogen aufs Kleinbildformat. Ich bevorzuge aber den Trick mit der Okularprojektion

Da liegst Du nämlich glaub ich nicht ganz richtig. Die Webcam-Aufnahme ist nicht die Billigmethode sondern DIE Methode. Die dabei erreichte Qualität ist nicht zu vergleichen mit derjenigen, die man mit Digiknipse oder DSLR erhält. Der Grund hierfür ist nicht in der "Brennweitenverlängerung" durch den kleine Chip zu suchen.

Um vernünftige (d.h. detailreiche) Planetenfotos zu erstellen muss man nicht nur mächtig Brennweite hinlegen sondern v.a. viele viele Einzelfotos machen, wie ja bereits erwähnt wurde (Thema Seeing).

Sagen wir 1500 Stück (plus evtl. nochmal soviele für IR). Bis eine nicht-Webcam 1500 Bilder geschossen hat, hat sich der Planet entweder schon vom Himmel verabschiedet oder zumindest schon so stark gedreht, daß man die Einzelbilder nicht mehr zu einem Bild zusammenstecken kann. Bei Mars muß man z.B. je nach Brennweite alle Aufnahmen in einem Zeitraum zwischen 10 und 30 Minuten gemacht haben, danach ist die Rotation zu auffällig.

Bei der Webcam (nennen wir das Kind beim Namen: ToUCam) wird etwas sehr gerne missverstanden. Es wird auf die niedrige Auflösung hingewiesen verglichen mit digitalen (Standbild)Kameras.

Die Auflösung ist nicht nur ausreichend! Bei dem für die Planetenfotografie verwendeten Öffnungsverhältnis von (pimaldaumen) f/25 bis f/40 nutzt die ToUCam sogar das maximale Auflösungsvermögen der Optik aus. Sprich: mehr Auflösung bringt nicht mehr Details. Selbst wenn man mit 6 Megapixel soviele Aufnahmen in so kurzer Zeit aufnehmen könnte, so würde dieses Bild genauso viel (oder wenig) Details zeigen wie das Webcam-Bild. Die Physik (Optik) lässt sich leider nicht mit Megapixeln reinlegen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />.

Dazu kommt noch, daß die ToUCam recht empfindlich ist, d.h. es sind nur kurze Belichtungszeiten notwendig ("Seeing einfrieren").

Auch wenn es unangenehm ist (ich finds auch nicht gerade Klasse, immer einen Notebook mit rumzuschleifen) - es führt kein Weg daran vorbei wenn man halbwegs vernünftige Aufnahmen der Planeten machen will.

Fazit:
  • Planet braucht viel Brennweite
  • viel Brennweite macht Seeing unübersehbar
  • Seeing nur durch viele kurzbelichtete Aufnahmen zu überlisten
  • viele Aufnahmen derzeit nur durch Webcam oder Planetencam (spez. Astrokamera, auch nur eine ToUcam zu höherem Preis) erreichbar

Dasselbe gilt übrigens auch für Detailaufnahmen am Mond.

Anwendung DSLR sehe ich eindeutig im Deep-Sky-Bereich und bei Übersichtsaufnahmen von Sonne und Mond. Die letzten beiden sind auch mit der Digiknipse afokal möglich. Die Webcam kann man übrigens auch in Okularprojektion ans Teleskop bringen, aber da fehlt mir die Erfahrung zu (noch, den Adapter hab ich schon <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> ).

Viele Grüße,
Michael
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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