Wie berechnet sich die minimalste Vergrößerung?

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Barista

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Hallo,

in diversen Beiträgen habe ich gelesen, dass man die maximale Vergrößerung auf den doppelten Linsendurchmesser in mm (besser sogar nur das 1,5-fache) beschränken soll.
Wie ist das denn bei der minimalen Vegrößerung, gibt es da auch empfehlenswerte (oder gar berechenbare) Untergrenzen, damit ich noch ein scharfes Bild bekomme?
 
Re: Wie berechnet sich die minimalste Vergrößerung

Hallo,

die sinnvolle Minimalvergrößerung ist diejenige bei der die
Austrittspupille (Deinem) max. Augenpupillendurchmesser bei
Nacht entspricht. Dieser ist etwas altersabhängig und rangiert
idR. zwischen 5-8mm. Sagen wir mal 8mm.

Dann ist die sinnvolle Minimalvergrößerung

Vmin = Objektivdurchmesser [mm] / 8 [mm]

Rein technisch kann man geringer vergrößern, aber dnn nutzt man
den vollen Objektivdurchmesser beim Lichtsammeln nicht mehr aus,
da ein Teil des Lichtes aus der Teleskopaustrittspupille nicht mehr
in Dein Auge gelangt.


MfG Coyote
 
Hi Barista,
über die Austrittspupille z.B.
Die AP beträgt maximal gemeinhin ca. 7mm.
AP errechnet sich aus Okluarbrennweite mal Öffnungsverhältnis Teleskop.
Beim LIDL = 7mm AP = 70mm Oku mal f/10
Hier siehst Du aber, das eine weitere Berechnung ggf. erforderlich wird.
Ein 70mm Okular paßt nicht an den LIDL, gibts ohnehin kaum und wenn dann mit 2" Steckmaß. Da der LIDL nur 1,25 hat, hätte ein fiktives 70mm 1,25" Oku ein scheinbares Minigesichtsfeld - Tunnelblick.
Über das Gesichtsfeld ergibt sich, das für einen LIDL ein 32mm Plössl das maximale wahre GF ( Himmelsausschnitt ) , welches mit 1,25" möglich ist, zeigt und das bei einem scheinbaren GF von knapp 50 Grad, was als Standartgesichtsfeld gilt und keinen Tunnelblick liefert.

Zurück zur AP. Ich vertrete die Auffassung, das man die AP an der Himmelsqualität orientieren sollte. Wirklich nutzbar ist nach meinen Erfahrungen eine AP die etwa der Grenzgröße des Himmels, ggf. etwas darüber, entspricht.
Bsp: Hast Du nur 4 mag Grenzgröße, macht eine AP von 7mm keinen Sinn. Nutzbar sind hier bestenfalls etwa 4 mm AP.

Etwas detaillierter stehts auf der HP. Außerdem findest Du dort ein Excel Rechentool für diese Dinge. Schau doch mal rein.
CS
 
Hallo Barista,

der Wert 1fach bis 2fach Objektivdurchmesser entspricht der maximal sinnvollen Vergrößerung. Diese Angabe ist aber lediglich als erster Richtwert zu sehen und nicht immer zutreffend. Vor allem muss zwischen punktförmigen und flächigen Objekten differenziert werden. Bei punktförmigen Objekten ist ein grober Anhaltswert derjenige, dass die AP etwa 0,7mm entsprechen sollte. Bei flächigen Objekten einfach testen. Die Angaben sind natürlich Seeing abhängig und von weiteren Bedingungen.

Zur minimal sinnvolle Vergrößerung wurde bereits einiges geschrieben. Der Tipp von Antares, dass auch die minimale Vergrößerung von den Bedingungen abhängen sollte, halte ich für sehr wichtig. Die AP sollte aber nicht 7mm (etwa) überschreiten, da ansonsten Licht verschenkt wird (nicht mehr ins Auge gelangt). Interessant ist auch der Aspekt, dass ein Objekte mit 7mm AP ("Minimalvergrößerung") prinzipiell genau so hell ist, wie mit bloßem Auge!

Liebe Grüße, Christoph Lohuis.

Praktischer astronomischer Samstag - PaS
 
Ciao,

an einfachsten finde ich, ist es folgendes zu merken:
Die maximale Brennweite eines Okulars an einem gegebenen Teleskop ist
f_okular_max = f-Zahl der Teleskops x 7mm

Also an einem 'langsamen' f/10 SC Teleskop: ca 70mm
An einem 'schnellen' f/4 Newton : ca 28mm
f-Zahl = Teleskop-Brennweite / Teleskop-Objektiv-Durchmesser
(entspricht übrigens der Blendenzahl bei der Fotokamera)

Was heisst MINIMALE Vergrösserung = MAXIMALE Okularbrennweite überhaupt ?
Längere Okularbrennweiten erzeugen geringere Vergrösserungen + eventuell grössere wahre Gesichts-Felder, aber sie führen zu Lichtverlust (Strahlbündel ins Auge ist dann grösser als 7mm Durchmesser = maximaler Irisdurchmesser).

D.h. hast Du ein Nagler 31mm (:-), dann kannst Du es zwar am f/4 Newton benutzen, aber Du hast (leichten Lichtverlust. An Deinem C14 ist das Okular aber ohne Lichtverlust einsetzbar. Die Verg. rechnest Du jeweils mit der Okular und Teleskopbrennweite aus.

Schöne Grüsse,
Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
wen stört der Lichtverlust ..

... wenn eine AP von > 7mm rauskommt ? In dem Fall wird das Bild eben nicht mehr heller, es dürfte dann wohl eh reichen. Der gesehene Himmelsausschnitt wird dabei aber doch größer sein, wenn der nicht gerade durch den OAZ oder das Okular beschränkt wird. Ich vermute also dass >7mm AP im Einzelfall durchaus nicht ganz unsinnig sind.
Korrigiert mich wenn ich da falsch liege.

Grüße
Ralf
 
Re: wen stört der Lichtverlust ..

Hallo Ralf,

jo, bitte, dann korrigiere ich Dich mal <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Der Lichtverlust ist erstmal nicht das eigentliche Problem, aber bei einem Spiegelteleskop ist die drastische Zunahme der Obstruktion das Problem und daraus ergibt sich ein problematischer Einblick und ein Verlust an wahrgenommener Bildhelligkeit. Beim Refraktor ist es tatsächlich wurscht.

Clear Skies
Sven
 
Re: wen stört der Lichtverlust ..

Hallo Sven,
ich verstehe, die Pupille blendet ab und das Verhältnis von Öffnung (diesmal hinten begrenzt) zu Obstruktion wird dadurch schlechter. Um die 3 Ecken hatte ich nicht gedacht.
Ich bin eher davon ausgegangen, dass sich vieleicht jemand so einfach den Sucher spart, und stattdessen ein entsprechendes Okular nimmt wenn sich das technisch anbietet, und dass da die Ansprüche an die Optik bei so wenig Vergrößerung wohl nicht so hoch sein würden.

Grüße
Ralf
 
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