Wie sehr unterscheiden sich Kameramodelle aus der gleichen Serie?

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AstroGerdt

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Hallo zusammen,

das ist eine Frage, die mich seit längerem beschäftigt, auf die ich bisher aber keine gute Antwort finden konnte.

Natürlich wird es eine gewisse Serienstreuung zwischen Modellen aus einer Serie geben. Das bleibt, denke ich, trotz Qualitätskontrolle und so weiter nicht aus. Aber wie stark ist die wirklich?

Ich habe häufiger gelesen, dass manche mehrere Kameramodelle einer Serie haben, und sich diese in der Anzahl der Hotpixel unterscheiden sollen. Aber solche Aussagen sind eben meistens sehr wage, das kann zwischen einem messbaren, aber nicht relevanten Unterschied, und eine brauchbar, eine komplett unbrauchbar, alles sein. Habt ihr vielleicht genauere Erfahrungen oder Daten dazu, wie stark diese Unterschiede ausfallen können?

Des Weiteren wäre es interessant, in welchen Metriken die Kameras stärker schwanken. Betreffen die Unterschiede nur das Dunkelstromrauschen oder auch andere Bereiche wie das Ausleserauschen oder die QE und FW?

Falls die Unterschiede gravierend sein können, macht es Sinn, Modelle zu kaufen, die aus der späteren Zeit der Serienproduktion sind? Bei anderen Produkten kommt es ja gelegentlich vor, dass zum Anfang der Serienproduktion noch gelegentliche Probleme und Ungenauigkeiten auftreten können, die erst später erkannt und beseitigt werden. Das wäre dann ein Argument dafür, vor dem Kauf einer neuen Kamera zu prüfen, dass man ein möglichst neues Modell einer Serie bekommt.

Vielleicht könnt ihr mich hier ja mit praktischen Erfahrungen unterstützen.

Freundliche Grüße und CS
Gerrit
 
Hallo Gerrit, das sind alles spannende Fragen, die ich leider nicht beantworten kann. Ich kann aber zu meinen beiden EOS M100 folgendes sagen: Sie unterscheiden sich messbar bei Kameratemperatur und entsprechend im Dunkelstromrauschen. Bei einem Darks-Test unter vergleichbaren Bedingungen hat die eine Kamera konstant größere Dateien produziert und sich stärker aufgeheizt. Weitere Vergleiche habe ich noch nicht angestellt.

Woran das liegt würde mich auch interessieren. Ich habe aber Zweifel, ob es genügend Daten dazu gibt, um belastbare Aussagen treffen zu können, welcher Produktionszeitpunkt der beste ist.
 
Danke für deine Einschätzung.

Das entspricht ungefähr dem, was ich bisher online lesen konnte. Ich nehme aber an, dass die Menge an Leuten, die die gleiche Kamera mehrfach haben, zu gering ist, als dass es wirklich aussagekräftige Untersuchungen dazu gibt.

Dennoch wäre es durchaus interessant, das zu wissen, gerade wenn man eine neue gebrauchte kaufen will.

CS Gerrit
 
Hallo Gerrit,

ich hatte schon einige Canon EOS in Händen und wann immer ich eine in die Finger bekomme, mache ich Darks und Bias-Aufnahmen, die ich dann auswerte.
Dabei konnte ich feststellen, dass das Ausleserauschen recht stabil ist, für die 600D lag es z.B. bei ISO 800 fast immer zwischen 11 und 12 ADU. Daraus lässt sich auch schließen, dass QE und FW nicht stärker schwanken sollten.
Auch die Zahl der Hotpixel ist ziemlich stabil. Das liegt allerdings nicht nur daran, dass die interpoliert werden (bei Canon zum Glück ab Werkseinstellung, nicht durch Bildaufbereitung). Bei den 20-Minuten-Darks, die ich bei Zimmertemperatur aufnehme, gibt das so grob 100 bis 150 gesättigte Pixel. Wenn man diese Interpolation umgeht, ist die Streuung auch nicht viel größer, meist liegt der Wert dann zwischen 5000 und 15000.
Der mittlere Dunkelstrom schwankt auch nicht übermäßig stark, für die 600D habe ich Werte zwischen 46 und 56 ADU (20 min, ISO 800, hochgerechnet auf 29°C Sensortemperatur) gemessen.
Die Erwärmung des Sensors (über 2 bis 3 Stunden) kann etwas mehr ausmachen: 12 bis 16 °C (wieder für die 600D) bedeutet immerhin fast einen Faktor zwei im Dunkelstrom.
Noch mehr fällt allerdings ins Gewicht, wie viele Pixel einen leicht oder sehr leicht erhöhten Dunkelstrom haben, weil die den ungeliebten WPN verursachen, wenn man nicht sorgfältig mit Darks korrigiert, was ja wegen der Erwärmung + Abkühlung während einer Aufnahmereihe nicht ganz einfach ist. Und hier sind die Unterschiede wirklich groß: Bei der 600D habe ich zwischen 10000 und 100000 'Warmpixel' gesehen.

Natürlich liegt die Vermutung nahe, dass Sensoren am Anfang ihres Produktionszyklus' schlechter abschneiden. Ich habe aber keine Idee, wieviel Schwankungen aufgrund anderer Ursachen beitragen, einfach deshalb, weil ich die Herstelldaten nicht kenne. Trotzdem würde ich von einer frühen Kamera eher die Finder lassen.

Gruß, Erwin
 
Hi Erwin,

vielen Dank für deine Antwort, das ist eine Art der Analyse wie ich es gesucht hatte!

Die Unterschiede sind, gerade bei den warmen Pixeln, deutlich stärker als ich es erwartet hätte. Ich dachte tatsächlich, dass die Hersteller da eine gleichmäßigere Fertigung hinbekommen würden. Andererseits reden wir hier dennoch über verdammt geringe absolute Änderungen zwischen den Pixeln....

Mit deiner Antwort hast du mir auf jeden Fall weitergeholfen.

CS Gerrit
 
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