Kay
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Kennt ihr das? Monatelange Bewölkung, Regen, Trübsal – und dann am 17.3. ein ganzer Nachmittag mit blauem Himmel, Sonnenschein, ein Wetterbericht, der eine „weitgehend klare Nacht“ verspricht? Da größere Aktionen aus familiären und beruflichen Gründen ausfielen, sollte doch wenigstens vor der Haustür gespechtelt werden, worauf die ganze „Brut“ schon eingeschworen wurde. Doch es kam natürlich anders: um neun die Kleinsten im Bett, die Großen den PC gedimmt (Streulicht in Siedlungsnähe...), meine Frau hatte ein spannendes Buch ausgesucht, aber der Himmel auf einmal zugezogen.
War wieder schön, über mit meiner Frau über Gott und ihre Welt zu reden, aber ich wollte sie eigentlich mit eigenen Augen betrachten (die Welt jenseits des Sonnensystems...)! Gegen zehn endlich ein größeres Himmelssegment „sternig“, also raus und den 14,5er aus dem Schuppen. Sucher justiert an Saturn, doch der wurde plötzlich schwächer... Wolken.
So ging es eine halbe Stunde, immer wieder Wolken, dann ein verlockend klarer Himmel, dann ... huhu, auf einmal Regentropfen! Der Dobson, der offene Okularkoffer, das Fernglas auf dem Tisch, Atlanten und Ausdrucke! Hüüülfe!
Nachdem alles in Haus und Schuppen gesichert war, richtig, sternenklarer Himmel. Als Astrominimalist kann ich mir die Zeit natürlich auch ganz gut mit meinen Augen und dem 10x50er Jenoptem vertreiben. Es gibt ja noch über 20 Messierobjekte, die ich mit letzterem nicht gesehen habe.
Da das große Auto (schon mächtich alt, gips da eigentlich Abwrackprämie für?) im Zenit stand, musste ich doch gleich gucken, ob ich was spektakuläres sehe. Und richtig, der Eulennebel M 97 war eindeutig erkennbar. Wenn auch nicht einfach. Aber M 108 kriege ich nicht hin, das sieht immer nur so aus, als ob da vielleicht irgendwie ein bisschen was partiell aufblitzen täte... nein! Zählt nicht, der Ball war auf der Linie! Da wir in der Region sind, M 109 war ganz leicht... Pustekuchen! Immer wieder falle ich auf den Stern herein, der dort leuchtet, wo Erich (Karkoschka) die Galaxie hingemalt hat, wo als in Wirklichkeit knapp daneben scheint – wie Klinsi sich wohl ausdrücken würde. Aber das weiß ich auch nur nach dem Kontrollblick auf das Foto in Ronald Stoyans „Deep Sky Reiseverführer“.
Aber nun doch: wenigstens M 40 ist eineindeutig, wenn auch im freihandzittrigen 10x50 nicht als Doppelstern erkennbar. Ach so, M 82/82 und 101 in Ursa Majoran sind im Fernglas kein Problem und längst „abgehakt“ auf meiner M-Liste. Und die Grenzgröße im Zenit, da oben bei Mizar und Co. war mit Sicherheit 5,7 mag, wenn nicht sogar 6,0 mag. Klar habt ihr mehr in den Alpen oder beim HTT, aber ich werde dafür nachts um halb zwei von meinem fünfjährigen Sohn überrascht mit den Worten: „Papa, ist das Fernglas ein Linsenfernrohr? – Ach ja, und außerdem habe ich ein bisschen eingepullert.“
Aber da war doch der Löwe... ist nicht NGC dreitausend-dingsda (3628), die schwächste Galaxie im Leo-Triplett demnächst „Objekt der Saison“ bei Interstellarums? Jedenfalls waren M 66 und auch M 65 leicht und direkt zu sehen im 10x50. Aber die dritte des flotten Dreiers? Erstmal nix, und auch im Laufe des Abends nichts eindeutiges. Kann sein, dass einige Photonen wirklich aus der Ecke kamen, aber ich bin mir nicht sicher. Ebenso bei M 105, die ja so schön im Nichts liegt. Laut Karkoschka kann es eigentlich nur das Galaxium gewesen sein, aber guckt man in Ausdrucke mit höherer Grenzgröße, so kommen einige Zweifel auf ob der vielen Sternlein in der Nähe... Das alte Lied des visuellen Beobachter. Wenn ich ganz knapp was sehe, kann es ein neuer Universumsrekord sein – oder auch pure Einbildung! Denn ich weiß ja, wie es auf dem Foto leuchtet.
Ähnlich erging es mir, wo wir schon mal beim Löwen wildern, mit M 105 und M 96, die mir auch noch fehlen in meiner Messiersammlung mit dem 10x50er. Dummerweise hatte ich den Stativadapter für das Glas nicht zur Hand, um vielleicht noch etwas mehr Ruhe und vielleicht ein Mü mehr an Grenzgröße zu gewinnen. Jedenfalls nervte mich dieser Zustand, nicht zu wissen, ob ich unaufgelöste Sterngruppen oder Galaxien sehe, und holte – nein, nicht den Dobson, das war mir dann doch zu viel Arbeit nach Mitternacht, vor allem der Krach für die Nachbarn - sondern meinen 80/400er Achromaten raus. NGC 3628 war damit schön und eindeutig zu sehen, im gleichen Feld wie M 65/66, wenn auch wesentlich schwächer.
M 105 und M 96 konnte ich nicht mehr sehen, weil sie hinter unserem Apfelbaum verschwanden. Also noch mal zur Bärin: M 97 war leicht zu sehen, im UHC natürlich noch besser, wenn auch ohne Einzelheiten. Da in der Staubkappe des 80ers in der Mitte ein 40 mm großes Loch ist, musste ich doch gleich ausprobieren, ob denn... und der Eulennebel war auch im 40/400er eindeutig erkennbar, sogar ohne UHC! M 108 ganz schwach, allerdings nur mit 80mm Öffnung, am besten im 13er LVW. M 109 konnte ich nicht erkennen, aber das lag auch daran, dass ich mir die Augen an unserer weißen Hauswand „verblitzt“ habe, die so schön von einer neuen Straßenlaterne angestrahlt wird. Also erst mal was leichteres: M 53. Und daneben ist doch irgendwo NGC 5053? Aber was ist das? Wolken.
Zeit zum Abbauen, aber endlich mal wieder Sterne gesehen.
War wieder schön, über mit meiner Frau über Gott und ihre Welt zu reden, aber ich wollte sie eigentlich mit eigenen Augen betrachten (die Welt jenseits des Sonnensystems...)! Gegen zehn endlich ein größeres Himmelssegment „sternig“, also raus und den 14,5er aus dem Schuppen. Sucher justiert an Saturn, doch der wurde plötzlich schwächer... Wolken.
So ging es eine halbe Stunde, immer wieder Wolken, dann ein verlockend klarer Himmel, dann ... huhu, auf einmal Regentropfen! Der Dobson, der offene Okularkoffer, das Fernglas auf dem Tisch, Atlanten und Ausdrucke! Hüüülfe!
Nachdem alles in Haus und Schuppen gesichert war, richtig, sternenklarer Himmel. Als Astrominimalist kann ich mir die Zeit natürlich auch ganz gut mit meinen Augen und dem 10x50er Jenoptem vertreiben. Es gibt ja noch über 20 Messierobjekte, die ich mit letzterem nicht gesehen habe.
Da das große Auto (schon mächtich alt, gips da eigentlich Abwrackprämie für?) im Zenit stand, musste ich doch gleich gucken, ob ich was spektakuläres sehe. Und richtig, der Eulennebel M 97 war eindeutig erkennbar. Wenn auch nicht einfach. Aber M 108 kriege ich nicht hin, das sieht immer nur so aus, als ob da vielleicht irgendwie ein bisschen was partiell aufblitzen täte... nein! Zählt nicht, der Ball war auf der Linie! Da wir in der Region sind, M 109 war ganz leicht... Pustekuchen! Immer wieder falle ich auf den Stern herein, der dort leuchtet, wo Erich (Karkoschka) die Galaxie hingemalt hat, wo als in Wirklichkeit knapp daneben scheint – wie Klinsi sich wohl ausdrücken würde. Aber das weiß ich auch nur nach dem Kontrollblick auf das Foto in Ronald Stoyans „Deep Sky Reiseverführer“.
Aber nun doch: wenigstens M 40 ist eineindeutig, wenn auch im freihandzittrigen 10x50 nicht als Doppelstern erkennbar. Ach so, M 82/82 und 101 in Ursa Majoran sind im Fernglas kein Problem und längst „abgehakt“ auf meiner M-Liste. Und die Grenzgröße im Zenit, da oben bei Mizar und Co. war mit Sicherheit 5,7 mag, wenn nicht sogar 6,0 mag. Klar habt ihr mehr in den Alpen oder beim HTT, aber ich werde dafür nachts um halb zwei von meinem fünfjährigen Sohn überrascht mit den Worten: „Papa, ist das Fernglas ein Linsenfernrohr? – Ach ja, und außerdem habe ich ein bisschen eingepullert.“
Aber da war doch der Löwe... ist nicht NGC dreitausend-dingsda (3628), die schwächste Galaxie im Leo-Triplett demnächst „Objekt der Saison“ bei Interstellarums? Jedenfalls waren M 66 und auch M 65 leicht und direkt zu sehen im 10x50. Aber die dritte des flotten Dreiers? Erstmal nix, und auch im Laufe des Abends nichts eindeutiges. Kann sein, dass einige Photonen wirklich aus der Ecke kamen, aber ich bin mir nicht sicher. Ebenso bei M 105, die ja so schön im Nichts liegt. Laut Karkoschka kann es eigentlich nur das Galaxium gewesen sein, aber guckt man in Ausdrucke mit höherer Grenzgröße, so kommen einige Zweifel auf ob der vielen Sternlein in der Nähe... Das alte Lied des visuellen Beobachter. Wenn ich ganz knapp was sehe, kann es ein neuer Universumsrekord sein – oder auch pure Einbildung! Denn ich weiß ja, wie es auf dem Foto leuchtet.
Ähnlich erging es mir, wo wir schon mal beim Löwen wildern, mit M 105 und M 96, die mir auch noch fehlen in meiner Messiersammlung mit dem 10x50er. Dummerweise hatte ich den Stativadapter für das Glas nicht zur Hand, um vielleicht noch etwas mehr Ruhe und vielleicht ein Mü mehr an Grenzgröße zu gewinnen. Jedenfalls nervte mich dieser Zustand, nicht zu wissen, ob ich unaufgelöste Sterngruppen oder Galaxien sehe, und holte – nein, nicht den Dobson, das war mir dann doch zu viel Arbeit nach Mitternacht, vor allem der Krach für die Nachbarn - sondern meinen 80/400er Achromaten raus. NGC 3628 war damit schön und eindeutig zu sehen, im gleichen Feld wie M 65/66, wenn auch wesentlich schwächer.
M 105 und M 96 konnte ich nicht mehr sehen, weil sie hinter unserem Apfelbaum verschwanden. Also noch mal zur Bärin: M 97 war leicht zu sehen, im UHC natürlich noch besser, wenn auch ohne Einzelheiten. Da in der Staubkappe des 80ers in der Mitte ein 40 mm großes Loch ist, musste ich doch gleich ausprobieren, ob denn... und der Eulennebel war auch im 40/400er eindeutig erkennbar, sogar ohne UHC! M 108 ganz schwach, allerdings nur mit 80mm Öffnung, am besten im 13er LVW. M 109 konnte ich nicht erkennen, aber das lag auch daran, dass ich mir die Augen an unserer weißen Hauswand „verblitzt“ habe, die so schön von einer neuen Straßenlaterne angestrahlt wird. Also erst mal was leichteres: M 53. Und daneben ist doch irgendwo NGC 5053? Aber was ist das? Wolken.
Zeit zum Abbauen, aber endlich mal wieder Sterne gesehen.