Wirksamer Innendurchmesser im Newton-Tubus

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Rolf_Geissinger

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Hallo,

ich plane, meinen Dobson Tubus teilbar zu machen. Je nach Konstruktion würde dabei der Innendurchmnesser des Tubus an einer Stelle etwas eingeengt werden. Genügt es, wenn der lichte Innendurchmesser im Tubus den gleichen Durchmesser wie der Hautpsiegel hat, oder muss der Durchlass größer als der Spiegel sein? Normalerweise ist ja der Innendurchmesser des Tubus schon etwas größer als der HS-Duchmesser.
Kann man annehmen, dass nur die parallel einfallenden Lichtstrahlen "zählen" ?

Danke und viele Grüße
Rolf
 
Hallo,

Nein, ein klares "Nein!" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Der Innendurchmesser des Tubus muß größer als der HS sein, sonst vignettiert die Eintrittsöffnung (oder deine "Einschnürung") das Gesichtsfeld.

Die Begründung ist relativ einfach: Du willst mit deinem Okular ja einen Winkel am Himmel sehen, und keinen Punkt, daher muß der Tubus wenigstens so groß sein, das die Strahlen auch unter jenem Winkel eintreffen und den HS "beglücken" können.

Zusätzlich kommt hinzu, das ein zu enger Newtontubus das Tubusseing merkbar verschlechtert, weil er die aufsteigende Warmluft zwingt, in den Strahlengang zu fließen. Gemeinhin sagt man daher als Faustregel, das der HS rechts und links ein Zoll (ca. 25mm) Platz haben soll. Ein 10-Zöller HS wird daher gerne in einem 12-Zöller Tubus untergebracht. Das sich einige kommerzielle Hersteller nicht an diese Regel halten, sagt übrigens nichts über ihre Richtigkeit aus. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
(Es gibt kommerzielle Ware, da ist zwischen HS und Tubus 10mm Platz. Das ist IMHO viel zu wenig und auf schwäbisch gsagt, "d'Leut verars..." - ist aber ein anderes Thema.)

Wenn du es genau wissen willst, dann hol dir das Programm NEWT (googeln), und laß dir deinen Newton damit simulieren. Da kann man das schön sehen, wann was wie vignettiert...
 
Hallo Rolf,
bei unserem nächsten Stammtisch der Backnanger Sterngucker können wir Dein Vorhaben in Ruhe erörtern.
Bringe mein Laptop und Newt mit.
Der Aussage vom Frank kann ich mich nur anschließen.

Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de
 
Hallo Rolf,

eine sehr einfache Regel könntest Du anwenden:

der Öffnungswinkel bei 100%iger Ausleuchtung kann nicht größer sein als vom Hauptspiegelrand zum Rand der Teleskopöffnung. Wenn Du außerhalb dieses Stahlengang bleibst, kann nichts passieren. Das bedeutet: wenn Du die Engstelle an einer bestimmten Position im Tubus anbringst, die axial (längsrichtung) einen gewissen Anteil a (0 < a < 1) der Entfernung vom Hauptspiegel zur Öffnung beträgt, DANN muss der Rand dieser Engstelle radial (Querrichtung) denselben Anteil a der Radiusdifferenz von Öffnung und Hauptspiegel weiter außen liegen als der Hauptspiegelrand.

Kompliziert ausgedrückt, aber nur ganz einfacher Strahlensatz:

<pre><font class="small">code:</font><hr>
||\
|| \
|| \
|| \
Tubus|| \maximal schräger Strahlengang
|| \
|| \
|| \
|| \
|==========\
|Engstelle \
|| \
|| \
|| \
|| \
|| \
|| \_________
|| | Spiegel
|| |
</pre><hr>

Gruß, Henning
 
Hallo Henning,

ein Bild sagt eben mehr als tausend Worte. Die Zeichnung ist Klasse, da wird mir jetzt einiges klarer. Demnach kann der Tubusdurchmesser ja gar nicht groß genug sein. Meine Kontruktion sieht eventuell vor, dass in der Tubusmitte innen jeweils ein Verstärkungsring eingebracht werden soll. Ich denke, wenn dieser eine Wandstärke von ca 10mm hat, dürfte sich dies noch nicht auswirken. Vielleicht komme ich aber ganz ohne aus, das wird sich dann zeigen.

Danke und viele Grüße
Rolf
 
Hi Rolf,

Demnach kann der Tubusdurchmesser ja gar nicht groß genug sein.

das stimmt nicht ganz. Ich habe einen Punkt der Erklärung unterschlagen, weil er für Dein Problem nicht so relevant ist:

Man sieht im Teleskop ein Bild (und nicht nur einen zentralen Punkt), weil es einen bestimmten Winkelbereich des Himmels abbildet. Daher müssen parallele Strahlenbündel auch von schräg einfallen können. Diese haben ihren Brennpunkt neben der optischen Achse beim Okular, weswegen dieses auch eine bestimmte Öffnung haben muss. Allerdings ist durch gleich mehrere technische Parameter dieser Winkelbereich begrenzt: die Okularöffnung, den Fangspiegeldurchmesser, die Tubusöffnung, und die noch sinnvolle Funktion des parabolischen Hauptspiegels bei schrägen Winkeln.

Die Tubusöffnung muss also nicht so gross wie irgendwie möglich sein, sondern nur so wie der Rest der Optik auch Sinn macht.

Nur für den Fall, dass Deine Tubusöffnung sowieso schon größer ist als nötig, kann Deine Engstelle noch enger sein als in dem Bild. Aber ob sich diese Berechnung für Dich lohnt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Das können Dir dann die anderen mit Newt vorführen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Grüße, Henning
 
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