Mojo
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Am Freitag dem 13. packte mich spontan das Beobachtungsfieber, und ich beschloss, dem Hoch über Frankreich entgegen zu fahren. Der Col du Donon wurde mir von Michael Kohl als exzellenter Standort empfohlen.
Nach 2 Stunden Fahrt begrüßte mich ein wolkenloser Abendhimmel auf knapp 800m Höhe. Schnell ein Zimmer gesucht und dann raus ins Feld. Und dort bestätigten sich Michael's Erfahrungen: mein 6.2m Prüfstern in Gemini war sofort indirekt nach dem Aussteigen aus dem Auto sichtbar. In Erwarung einer langen, klaren Nacht, habe ich dann leider ziemlich viel Zeit mit technischen Dingen vertrödelt, bis ich mich gegen 21:00 auf die Suche nach McNeil's Nebel in M78 machte. Als Aufsuchhilfe standen mir Skymap Pro 10 sowie das Entdeckungsfoto von Jay McNeil zur Verfügung. Ersteres zeigte aber leider einige Sterne falsch an und der Ausschnitt auf dem Foto war zu klein, so daß ich nach 1 Stunde aufgab. (Wen's interessiert, hier habe ich das Problem grafisch illustriert) Dummerweise rollten jetzt Wolken rein und mein Fangspiegel war schon vereist, so daß ich zusammen packen mußte.
Für's Wochenende war das Hotel Donon ausgebucht und die Wetterprognose dort ohnehin mies, so daß ich mich auf den Weg in die Berner Voralpen machte. Zusammen mit meinem Sternfreund Willi aus Neuchatel kam ich gegen 21:00 auf dem 1600m hohen Gurnigel an. Mein 6.2m Prüfstern sprang mir regelrecht ins Gesicht, die Milchstraße war ununterbrochen von Horizont zu Horizont und sehr hell zu sehen. Der Grund dafür war einfach: eine dicke Nebelschicht in 800-1200m Höhe blockierte die Lichtverschmutzung fast komplett. Da der Gurnigel sehr beliebt ist, hatten bei unserer Ankunft schon ein halbes Dutzend Schweizer Sternfreunde aufgebaut.
Anfangs war das Seeing dort auch sehr gut, nur wurde es im Laufe der Zeit immer schlechter. Als Grund dafür stellte sich die ununterbrochen laufende Standheizung eines 3m entfernten Campers heraus.
Die Folgenacht war neblig, so daß ich erst wieder am Montagabend beobachten konnte. Der Wind hatte mittlerweile gedreht und brachte extrem feuchte Luft, unter der die Durchsicht litt. Da die Vorhersage für den Rest der Woche sehr schlecht war, trat ich am Dienstag die Heimreise an.
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Instrument: AOM Dobson 500/2000mm
Okulare: Panoptic 27mm (74x), Pextax XL 14mm (143x), NaglerT2 7mm (286x) und Radian 4mm (500x)
Filter: Astronomik UHC 2", O[III] 1.25", Lumicon UHC 1.25"
13.2.2004 (Col du Donon, 800m, Vogesen, fst ca. 6.3m)
14.2.2004 (Gurnigel, 1600m, Berner Voralpen, fst ca. 6.6m)
16.2.2004 (Gurnigel, fst ca. 6.1m)
Außerdem habe ich in jeder Nacht auch noch Saturn, Jupiter und M42 angeschaut.
-Udo.
Nach 2 Stunden Fahrt begrüßte mich ein wolkenloser Abendhimmel auf knapp 800m Höhe. Schnell ein Zimmer gesucht und dann raus ins Feld. Und dort bestätigten sich Michael's Erfahrungen: mein 6.2m Prüfstern in Gemini war sofort indirekt nach dem Aussteigen aus dem Auto sichtbar. In Erwarung einer langen, klaren Nacht, habe ich dann leider ziemlich viel Zeit mit technischen Dingen vertrödelt, bis ich mich gegen 21:00 auf die Suche nach McNeil's Nebel in M78 machte. Als Aufsuchhilfe standen mir Skymap Pro 10 sowie das Entdeckungsfoto von Jay McNeil zur Verfügung. Ersteres zeigte aber leider einige Sterne falsch an und der Ausschnitt auf dem Foto war zu klein, so daß ich nach 1 Stunde aufgab. (Wen's interessiert, hier habe ich das Problem grafisch illustriert) Dummerweise rollten jetzt Wolken rein und mein Fangspiegel war schon vereist, so daß ich zusammen packen mußte.
Für's Wochenende war das Hotel Donon ausgebucht und die Wetterprognose dort ohnehin mies, so daß ich mich auf den Weg in die Berner Voralpen machte. Zusammen mit meinem Sternfreund Willi aus Neuchatel kam ich gegen 21:00 auf dem 1600m hohen Gurnigel an. Mein 6.2m Prüfstern sprang mir regelrecht ins Gesicht, die Milchstraße war ununterbrochen von Horizont zu Horizont und sehr hell zu sehen. Der Grund dafür war einfach: eine dicke Nebelschicht in 800-1200m Höhe blockierte die Lichtverschmutzung fast komplett. Da der Gurnigel sehr beliebt ist, hatten bei unserer Ankunft schon ein halbes Dutzend Schweizer Sternfreunde aufgebaut.
Anfangs war das Seeing dort auch sehr gut, nur wurde es im Laufe der Zeit immer schlechter. Als Grund dafür stellte sich die ununterbrochen laufende Standheizung eines 3m entfernten Campers heraus.
Die Folgenacht war neblig, so daß ich erst wieder am Montagabend beobachten konnte. Der Wind hatte mittlerweile gedreht und brachte extrem feuchte Luft, unter der die Durchsicht litt. Da die Vorhersage für den Rest der Woche sehr schlecht war, trat ich am Dienstag die Heimreise an.
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Instrument: AOM Dobson 500/2000mm
Okulare: Panoptic 27mm (74x), Pextax XL 14mm (143x), NaglerT2 7mm (286x) und Radian 4mm (500x)
Filter: Astronomik UHC 2", O[III] 1.25", Lumicon UHC 1.25"
13.2.2004 (Col du Donon, 800m, Vogesen, fst ca. 6.3m)
- B33 (Pferdekopf) bei 74x mit UHC indirekt schwach sichtbar
- M78 drei Sterne im Nebel sichtbar, nördlicher Rand scharf begrenzt, nach süden langsam in den Hintergrund übergehend
14.2.2004 (Gurnigel, 1600m, Berner Voralpen, fst ca. 6.6m)
- B33 (Pferdekopf) bei 74x mit UHC indirekt schwach sichtbar. Mit dem Astronomik Hbeta-Filter eines Schweizer Sternfreundes zieht sich IC434 direkt als Band durch das Gesichtsfeld und B33 ist ein einfaches Objekt.
- M3 prächtiger Anblick. Gemottelt, allerdings konnten wir den Kern nicht auflösen. Später stellte sich heraus, daß sich der Fangspiegel von selbst ziemlich stark verstellt hatte.
- NGC 2438, ein PN in M46. Zentralstern sofort sichtbar, zweiter schwächerer Stern etwa 30% gehalten. Dunkles, nicht ganz rundes Loch in der Mitte.
- M51 zwei helle, stark strukturierte Spiralarme winden sich um einen relativ gleichmäßig hellen, flächigen Kern.
- M104 (Sombrero) Edge-on Galaxie,strukturiertes Dunkelband. Indirekt ist der Bulge erkennbar.
16.2.2004 (Gurnigel, fst ca. 6.1m)
- NGC 2683 Edge-on Galaxie, diffuser Kern, ansatzweise Struktur auf der nordöstl. Seite des Kerns sichtbar
- NGC 3242 Sehr heller Planetarischer Nebel, Form wie ein Football, mehrere Schalen, die äußerste ist strukturiert, die innerste hat bei 500x eine zentrale Aufhellung. Zentralstern nicht gesehen. Spricht kaum auf den O[III] an.
- NGC 2392 Eskimonebel, zunächst homogene innere Scheibe um den hellen Zentralstern, mit konzentrischem 'Pelzkragen', nach längerer Beobachtung erscheinen einige Bereiche des 'Gesichts' blickweise etwas dunkler.
- M50 bei 143x ca. 110 Sterne gezählt. Der Anblick einer Gruppe hellerer Sterne erinnert mich an das Sternbild Schwan.
- NGC 2359 ein sehr interessanter planetarischer Nebel, zweigeteilt: ein runder, nach osten hin etwas etwas schwächer werdender Teil mit einem zentralen länglichen dunklen Fleck, in dem sich zwei Sterne befinden, der östlichere recht hell, der westliche nur indirekt sichtbar. Sowie ein länglicher Teil, der den runden Teil am Südende berührt. Bester Anblick im O[III].
Außerdem habe ich in jeder Nacht auch noch Saturn, Jupiter und M42 angeschaut.
-Udo.