Zeiss Drehfoskussierer M52: Wieviel toter Gang?

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Eikonal

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Hi!

Ich habe gestern ein Selbstbau-Teleskop mit Drehfokussierer M52 von Zeiss (Teile noch aus DDR-Produktion) erstanden, das ich als Selbstbauprojekt restaurieren werde.
Der Fokussierer scheint mechanisch OK zu sein; lediglich der Lack auf der Skala ist etwas abgegegriffen und muß erneut werden. Es ist kein Seitenspiel vorhanden, aber gemäß der Skala des Fokussierers beträgt der tote Gang etwa 0.15 mm, was mir eigentlich etwas viel erscheint.
Ich kann mir aber anderseits auch nicht vorstellen, daß das Gewinde in irgendeiner Form ausgeschliffen sein könnte. Im Wesentlichen ist der Fokussierer ja nicht mechanisch belastet, und die mechanischen Teile von Zeiss sind ja eigentlich dafür ausgelegt, auch direktem Granatbeschuß standzuhalten.

Deshalb habe ich zwei Fragen:
1) Wie groß sollte der tote Gang maximal sein?
2) Auch wenn ich eigentlich davon ausgehe, daß es nicht möglich ist: Gibt es eine Möglichkeit, den toten Gang einzustellen?

Weiß irgendjemand etwas zum Thema?

Gruß,
Kai.
 
Das Problem ist wahrscheinlich gelöst!

Unter größter Vorsicht habe ich in der feinmechanischen Werkstatt des Instituts, in dem ich arbeite, den Fokussierer geöffnet (was garnicht so leicht war, denn Zeiss hatte eine M2er Madenschraube mit hochfester Schraubensicherung eingeklebt und die rührte sich nicht- es blieben nur zwei Möglichkeiten: Ausbohren oder Auserodieren. Mit größter Vorsicht habe ich ersteres mit einem 1.6er Bohrer gemacht, und anschließend das Gewinde nachgeschnitten).

Der Grund für das beobachtete Spiel war der folgende:
Im Drehgriff läuft ein Gewindeeinsatz aus Aluminium, der mit großem Spiel über die Hülse des Auszugs geschoben wird. Die Führung dieses Einsatzes geschieht über eine Schraube und einen Kulissenstein, der in einer Nut im Körper des Auszugs geführt wird. Die Schraube stellt die Verbindung zwischen Auszugrohr und Gewindeeinsatz her und ist deshalb in eine M4er Gewindebohrung im Auszugrohr eingeschraubt.
Ihr ahnt es bereits:
Der Gewindeeinsatz läuft ohne irgendwelches Spiel. Lediglich die besagte Schraube ist locker gewesen!

Weil ich bei meinem kleinen Drehfokussierer von Borg damit sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, habe ich dann (in einem gewissen feinmechanischen Übermut) den Auszug mit dem bei uns im Instititut üblichen Hochvakuumfett (ein sehr zähes, aber extrem beständiges Silikonfett), das wir so ziemlich überall einzetzen (auch bei den Optiken für unsere Hochgeschwindigkeitskameras), eingefettet.
Das Ergebnis war, daß sich nach dem Zusammenbau erstmal garnichts mehr rührte, weil die Toleranzen offenbar sehr eng sind und das Fett zu zäh ist, um in dem verbleibenden Zwischenraum noch fließen zu können. Ich werde also alles nochmal reinigen und dann das Gewinde dünn mit Waffenöl einreiben. Dann sollte eigentlich alles wieder ganz leicht und ohne Spiel gehen.

Erkenntnis: Offenbar sind die Toleranzen bei den (übrigens ganz exzellenten) Drehfokussierern von Borg doch etwas großzügiger gewählt, als bei Zeiss-Bauteilen.
 
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