Zeiss Jena 7x50 Doppelbild

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Astro-Micha

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Hallo ich bin Micha,
Eigentlich bin ich Mechaniker für großes Gerät ( Land- und Baumaschinen) jetzt mal für ein Fernglas.

kur zur Geschichte,
Ein Fernglas hat im Haushalt noch gefehlt , DDR Qualität war doch immer gut, allso Zeiss Jena soll es sein.

Ergattert habe ich ein 7x50 BINOCTEM

kurze Bestandsaufnahme:
das Glas klebt und stinkt total nach alten Qualm
Linsen verschmutzt
das linke Objektiv ist verkannte in das Gewinde gewürgt
das Glas hat einen Sturzschaden, rechts oben der Blechdeckel , darunter sitzt das Prisma
an dem Prisma ist die Kante abgesplittert , ist beim berachten durch das Objektiv sichtbar
Federspangen für die Prismen sind alle rostig

Ich hatte das Glas vorichtig zerlegt, wobei die Schrauben für die Federspangen extrem festgerostet waren
Gehäuseteile äußerlich gereinigt
die Linsen und Prismen mit Isopropanol gereinigt
das orginale Schmierfett am Fokus und den Okularen habe ich erhalten, es dient sicher als Staubabdichtung und sicher ein spezielles Fett

Im Nahbereich hat man gute Sicht durch das Glas.
Aber ca. 1 km weg steht ein Gittermast, den sehe ich doppelt und höhenversetzt.

Nun ist die große Frage wie geht das zu justieren ?
An den Prismen sind keine Stellschrauben
Eben ist mir aufgefallen, wenn ich das linke Objektiv eine halbe Umdrehung löse , wir der Mast eins.

Grüße Micha
 
Die Objektive sind exzentrisch gelagert und drehbar.
Durch Drehen der Objektive kann eine Justierung erreicht werden.
Jedenfalls in gewissem Rahmen ...
Schau dir das mal genau an, dann wirst du die Konstruktion erkennen.
 
Hallo Micha,

es ist schade, dass Menschen mit Ferngläsern irgendwann so umgegangen sind! Meine ältesten Ferngläser sind über 100 Jahre alt und noch gut an- und durchzusehen.

Zum Justieren über exzentrisch gelagerte Objektive gibt es Anleitungen auf You toube. Das funktioniert bei allen Fabrikaten, die so etwas haben, ähnlich. Falls du nichts finden kannst, schicke ich dir einen Link.

Jetzt habe ich gerade mal bei meinem Binoctar (aus den 1950ern oder frühen 1960ern), das ist das 7x50 mit Einzelfokusierung, nachgeschaut. Da gibt es außen am Gehäuse kleine Justierungsschrauben, über die man minimal jeweils das vordere und hintere Prisma zum Justieren verkippen kann. Die sind unter der Belederung versteckt, bei genauem hinsehen aber zu finden. Die vordere befindet sich auf der Oberseite des Gehäuses neben der vorderen Befestigung der Knickbrücke, nah am blechernen Gehäusedeckel. Die hintere Justierschraube ist auf der Unterseite in Flucht mit der Okularaufnahme und der Befestigungslasche des Traggurtes.

Das Zeiss musste ich noch nie justieren, bei anderen älteren Gläsern habe ich das aber schon über die Prismen gemacht. Die Schrauben erreichst du mit einem Uhrmacher Schraubendreher (beim Binoctar Kreuzschlitz). Minimale Drehung ergibt schon einen deutlichen Effekt. Ich mache die Feinjustage am Stern. Im linken Tubus stelle ich den Stern scharf, rechts als kleines Scheibchen ein. Dann sorge ich dafür, dass der punktförmige Stern in die Mitte der Scheibe kommt. So vermeidet man das Zusammenschieben der Bilder im Gehirn, was das bei leichten Doppelbildern gerne macht.

Viel Erfolg und ruf notfalls noch mal um Hilfe.

CS Gerhard
 
Hallo
Danke euch für die Antworten.

Allso Einstellschrauben für die Prismen hat das Glas nicht, hätte ich beim zerlegen gesehen.
Ganz unten an den Objektiven sind ja noch Blechringe geschraubt, darunter eine Dichtung und Gewinde zu erkennen.

Scheinbar geht da was mit kleinen Haken- oder Nutenschlüssel zum verstellen.
Aber wie ? bevor ich alles total verstelle.

Die Objektive hatte ich heute mal untereinander getauscht...grauenhafter Durchblick. allso schnell zurück.

Grüße
 
Im linken Tubus stelle ich den Stern scharf, rechts als kleines Scheibchen ein. Dann sorge ich dafür, dass der punktförmige Stern in die Mitte der Scheibe kommt. So vermeidet man das Zusammenschieben der Bilder im Gehirn, was das bei leichten Doppelbildern gerne macht.
Das ist ein super Tip, muss ich mir merken.

@Astro-Micha
Schau mal im Netz nach Bildern "Justage Fernglas" dann wird das klar ...
 
Da ich ja durch verdehen vom linken Objektiv eine Verbesserung hatte , was das mein Ansatzpunkt.
Gestern Abend hatte ich das schon zerlegt und die Einstellung markiert.
Ohne eine Grundstellung bzw. die Funktion der Ringe zu kennen habe ich drauflos gestellt.

Gestern hatte im Nahberreich ca. 8m ein Objekt auf dem Fensterbrett super deckungsgleich gestellt.

Heute bei Tageslicht mal zu dem Gittermast geschaut....ohhh heute zwei Gittermasten in unterschidlicher höhe.
Allso total verstellt:n:
Mehr oder weniger durch Zufall habe ich durch drehen an dem anderen Ring eine optimale Einstellung gefunden.

Im Nah- und Fernberreich keine Doppelbilder, ich kann mit dem Glas hin und her schwenken, kreisen...alles super.

Für meine Ansprüche genügt es erstmal.

Konzentriere ich mich außen auf schwarzen Rand, erscheint da kein voller schwarzer Kreis.
Hier sind zwei überlagerte Kreise , Schnittpunke oben und unten zu sehen. Sollte das noch ein Fehler sein ?

Grüße
 
Hallo Micha,

zu einem perfekt justierten Fernglas gehört eigentlich:
1.) Dass in jedem der beiden "Fernrohre" die optischen Achsen der Objektiv und Okular Linsen zusammen fallen, jede Seite in sich also justiert ist.
2.) Dass die Bilder der beiden Seiten nicht gegeneinander verdreht oder in der Höhe oder seitlich verschoben sind.

Wenn wir die Bilder zur Deckung bringen, indem wir die optische Achse des Objektivs mittels Exzenterringen verschieben oder die Prismen verkippen, ist die Voraussetzung 1 nicht mehr exakt erfüllt. Da leidet die Abbildung etwas und es entstehen Effekte, wie du sie schilderst. Besser bekommen wir das als Amateure mit normalen Hilfsmitteln aber nicht hin, und meist genügt es.

Beste Grüße Gerhard
 
Ich denke, ohne Fackkentnisse ist das Ergebniss für mich erstmal super.
Sicher würde ein richtiger Fachmann die Hände über dem Kopf zusammenschlagen._affeaugen:

Zu den DDR Zeiss Jena habe ich noch weitere Fragen.

Was macht eigentlich den Hype und die Gebrauchtpreise um die Gläser aus ?
Worin unterscheiden sich die Typen binoctem octarem jenoptem dekarem ???

Grüße Micha
 
Was macht eigentlich den Hype und die Gebrauchtpreise um die Gläser aus ?
Das sind sehr ordentliche Gläser, keine Frage.
Daher werden sie teils relativ hoch gehandelt.
Der Name "Zeiss" schlägt nochmal einiges oben drauf :)

Ich hab ein 10x50W und ein 8x30 und bin immer wieder sehr angetan ...
Beide allerdings vor vielen Jahren gekauf, da waren die Preise noch nicht so abgehoben.
 
Hallo Micha, hier gibt es schon mal ein wenig Futter zu den 'Unterschieden' bei den Zeiss Jena Ferngläsern:
Ich habe ebenfalls ein Jenoptem 10x50W und kann die positive Resonanz auf die Zeiss Jena Gläser teilen.
Viele Grüße
Kay
 
Was macht eigentlich den Hype und die Gebrauchtpreise um die Gläser aus ?
Weis auch nicht so recht. Nostalgie, weil ich mir so ein Ding zu DDR Zeiten nicht leisten konnte. Weil es so schön nach DDR Leder riecht.
Weil ich ein gutes Glas wollte und nicht zu viel ausgeben wollte und weil ich mich jedes mal freue, wenn ich das Teil in den Himmel halte. Erst Gestern Abend am Kometen ZTF. Macht einfach Freude!
Ich habe das Glas ( 7x50W) schon eine Weile und gebraucht im perfekten Zustand gekauft. Laut Seriennummer ein Modell kurz vor der Wende.
Ich lagere es im Wohzimmer in einem Schrank trocken und wohltemperiert und ich bin mir sicher, da können noch Generationen dran freude haben wenn sie nicht so mit umgehen wie die Vorbesitzer deines Glases.

@ Kay: Danke für den Link! Zeitreise, sehr interessant!

Gruß Thomas
 
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