Zenitspiegel oder Amiciprisma am Refraktor?

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faktor0a

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Hallo miteinander!

Ich hatte das Glück am Wochenende eine Nacht im Garten zu beobachten und ich hatte wirklich viel spaß.
Leider ist mir am Tag darauf der Zenitspiegel runtergefallen, nun brauche ich ersatz.

Da ich mir noch nicht genau sicher bin wollte ich mir hier nocheinmal Rat holen.

Denn bisher wurde ich hier immer sehr gut beraten!


Ich hatte vorher einen TS 2" Zenitspiegel - 91% Reflektion, der Zenitspiegel passt in jede 2" Steckhülse und kann 1,25" und 2" Zubehör aufnehmen.

Nun könnte ich ihn ja eins zu eins austauschen, aber mir kam die Überlegung vielleicht auf ein Amiciprisma zu wechseln. Damit das Bild aufgerichtet ist, und auch identisch mit den Sternenkarten ist, die ich nutze.
Macht sowas Sinn oder eher nicht?



Ich habe ein Vixen ED 80/600. Ein kleiner Refraktor also.
Kann man dort problemlos ein Amiciprisma nutzen, oder ist das nicht wirklich möglich/praktisch, da es ja eben keine 90Grad sind sondern 45Grad?


Das Prisma oder der Spiegel müsste in eine 2" Steckhülse passen und 1,25" sowie 2" Zubehör aufnehmen können.

(Ich habe gesehen das es auch ein Amiciprisma mit 90Grad gibt, kostet aber wieder sehr viel, 298€).


MFG Dan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Dan,

erst Mal Beileid :Trost: aber du lernst vermutlich was draus, man sollte die Schraube immer schön anziehen damit nichts von selbst rausfallen kann- oder ist es dir aus der Hand gefallen?

Wie auch immer- passiert is es ja schon.

Prisma gegen Spiegel- der astronimische Einblick mit dem Spiegel ist eigentlich normal. Mit dem Prisma drehst du dir das Bild halt wieder herum.
Nachteil: Beim Spiegel ist nur eine Oberfläche am arbeiten, beim Prisma geht das Licht durch das Glas durch und wird an den Innenflächen reflektiert.

Da kann mehr passieren bis hin zu Farbfehlern bzw. es ist auch mehr verlustbehaftet.

Ich würde mir einen guten Spiegel zulegen, 91% Reflektion ist nicht gerade viel, schau dir mal die Spiegel von William an, da kriegst du einen der bis 99% geht, kostet zwar a bisserl mehr, aber auch deutlich weniger Verlust.
http://www.astro-markt.de/markt-zubehoer.html
http://www.teleskop-service.de/AstroTS/PrismenSpiegel/prismen.htm#ZS2TS

Den William hab ich selbst in Nutzung, um wieviel besser oder auch nicht als die von TS mit 99% kann ich nicht sagen, aber einen mit 91% würde ich nicht nehmen.

Was nutzen gute Okus und ein gutes Rohr wenn du einen "schlechten" Spiegel dazwischen hast?

Gruß
Stefan
 
Hi!

Im Prinzip nimmt sich das nichts, aber...
Amiciprismen stehen in dem Ruf, vor allem bei hellen Objekten in der Bildmitte Reflexionen o.ä. zu erzeugen, da auch der "Winkel", der quer durch's Prisma geht, genau in der Bildmitte liegt. Ich hab's nei ausprobiert, glaube das aber gerne.

Hier kam außerdem mal die Diskussion auf, dass auch bei einigen ED-Refraktoren der Glasweg des (normalen) Prismas eingerechnet wäre, wobei ich bei meinem Celestron-ED80 mit Zenitspiegel davon noch nichts bemerkt habe - vielleicht mach ich heut Abend mal den direkten Vergleich. Wobei diese Berechnung von einem normalen Prisma ausgeht.

Prismen sind schwerer als Spiegel, schließen den Tubus dafür aber auch in den paar Sekunden des Okularwechsels gegen Staub ab. Letztlich ein vernachlässiger Nutzen.

Nutzbar ist ein Amiciprisma am Refraktor, auch wenn der Einblick in Zenitnähe sehr unbequem wird, weil Du schräg von unten reinschaust. Ich kenne den Einblick von einem großen Refraktor - Wenn Du dich auf einem Stuhl zurücklehnen kannst und am besten an der Montierung abstützen/festhalten kannst, geht das ganz gut. Ansonsten wird's so ab 60° über dem Horizont langsam unbequem, wenn das Teleskop nicht sehr hoch steht (über deinem Kopf). Das hängt von deiner Montierung/Säule ab, aber ich befürchte, dein Teleskop steht "normal" hoch.

Den Zusatznutzen des aufrechten Bildfelds habe ich bislang noch nicht vermißt, wobei der zum Aufsuchen mit Leuchtpunktsucher eh egal ist.

Ich hab's jedenfalls nicht bereut, einen 2"-Spiegel gekauft zu haben. Das Original-1,25"-Amiciprisma liegt zurzeit im Schrank und sammelt Staub, für den Fall, dass ich dochmal bei Tag beobachten will.

Gruß,
Alex
 
Zitat von stefan_h:
Den William hab ich selbst in Nutzung, um wieviel besser oder auch nicht als die von TS mit 99% kann ich nicht sagen, aber einen mit 91% würde ich nicht nehmen.

Hi!

Ja, gerade bei kleinen Öffnungen lohnen sich 99% - 91%-Spiegel ersetzen einen Graufilter mit 10% Dämpfung....

Am letzten ATT hatte ich an Wolfis Stand den 99% von TS und von Williams in der Hand - ich hatte nach dem Unterschied gefragt, und Wolfi meinte, beide hätten den selben Spiegel. Allerdings kam mir das Bild im Willi deutlich blaustichiger vor, der TS war farbreiner beim Test an den Neonröhren der Decke. Daher muss das nicht stimmen bzw. hat sich eventuell nur auf die identische 99%-Reflexion bezogen... ATT ist Streß pur, zumindest für die Aussteller.

Auf der Sternwarte haben wir beide, wobei die beiden Exemplare sich von der optischen Qualität nichts nehmen. Der Williams gefällt mir mechanisch besser, er ist glatter und das 1,25"-Reduzierstück ist frei drehbar - beim TS versinkt die Schraube der Okularklemme in einer Aussparung und sitzt auf der selben Höhe wie die vom Reduzierstück. Dadurch ist es im Dunkeln nicht ganz so einfach zu erkennen, welche Schraube das Reduzierstück und welche das Okular löst. Aber das ist letztlich Geschmackssache.

Privat hab ich den MaxBright von Baader, der sich noch ein Stück hochwertiger anfühlt und langzeitstabiler sein soll - frag mich in 20 Jahren nochmal, ob Willi und TS dann erblinden. Der einzige "Nachteil" vom Baader ist die solide 2"-Okularklemme, durch die ich bei einigen Okularen Fokusprobleme hatte - mit langbrennweitigen 2"-TSWA-Okularen, um genau zu sein. 2" Erfle mit 40mm und das 36mm-Hyperion waren dagegen kein Problem, kürzere Brennweiten auch nicht. Das hängt übrigens völlig vom Teleskop ab: Beim praktisch baugleichen ED80 von Orion gab's keine Fokus-Probleme, das ist etwa einen halben Zentimeter kürzer.

Gruß,
Alex
 
Hallo
Habe bei meinen Ed80 von Skywatcher ein 45 Amiciprisma drauf für Erdbeobachtungen, geht gut.
Bis denn
Marcus
 
Hi Marcus,

dafür ist das schon klar und auch sinnvoll, aber wie ich schon erwähnte, für Sternegucken schluckt das Teil mehr Licht und bringt unter Umständen auch Farbfehler.

Vrsuch es mal mit sehr hoher Vergrößerung und nimm dir ein kontrastreiches Objekt als Ziel- dünner Ast oder so- und dann schau dir das mal mit und mal ohne Zenitprisma an.

Solltest du einen Unterschied sehen (oder falls keinen) dann schreib uns das mal, ich kann es nicht ausprobieren, ich hab kein Amici.

Gruß
Stefan
 
hallo Dan,

Ein Amiciprisma hat konstruktionsbedingt den Nachteil, dass das Bild an der Dachkante in zwei Teile gespalten wird und dann wieder passgenau zusammengefügt werden muss. Das ist nur mit hochgenauen Prismen und Phasenkorrekturbeschichtungen zu schaffen, und die sind teuer. Deshalb liefern "normale" Amiciprismen so ab 80x Vergrösserung ein Doppelbild, was natürlich Käse ist. Das ist nicht Theorie, sondern der Grund warum ich meine Amici ausgesondert habe. Wer hat denn nicht gern ein aufrechtes seitenrichtiges Bild?

Ausserdem hat das Licht mehr Glasweg im Amiciprisma und darunter leidet die Transmission.

Ich rate daher zum Spiegel, am besten in der dielektrischen 99% Variante: Wenn er nicht runterfällt, hast ihn ein Leben lang... :-)

lg Tommy
 
Hallo,
vielen Dank für die vielen Antworten.
Ein 90 Grad Amiciprisma gibt es ja auch ist mir aber zu teuer.

Ich werde dann wohl zum Zenitspiegel 99% Greifen.
Bleibt vielleicht noch die Frage welcher?

Mir gefällt der TS 2" Zenitspiegel - 99% Reflektion, der oben ja schon erwähnt wurde zu 99€.

Dann gibt es ja auch einen William Optics Zenitspiegel - 2" - Kohlefaser 99% Reflektion - 1,25" Reduzierung für 159€.

Lohnt sich der Mehrpreis, von 50€?
Alex hat ja angesprochen das der TS augenscheinlich sogar besser war.

Ich habe gesehen den TS Spiegel gibt es auch in Quarz ausführung für 39€ mehr, welchen Vorteil bringt soetwas?

MFG Dan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi DAn,

der Alex zog ja einen Vergleich, wobei er auch erwähnte das der William mechanisch besser aufgebaut ist.

Das mit Kohlefaser würde ich nicht als Entscheidung gelten lassen, auf den Bildern schaut es so aus als ob nur jeweils das Seitenteil aus einer kleinen CF Platte gamacht ist, bringt also so gut wie nichts, außer das es gut aussieht :)

Den 2" William gibt es auch in normaler Ausführung, also nicht mit Kohlefaser, was kostet der im Vergleich?

Gruß
Stefan
 
Hi!

Das bezog sich in erster Linie auf die beiden Exemplare an Wolfis Stand am ATT. Der TS und der Willi, die wir auf der Sternwarte haben, nehmen sich optisch nichts.
Funny fact: Auf dem ATT haben beide gleich viel gekostet - warte am besten noch zwei Wochen und schau mal nach, was es dann für Messeschnäppchen gibt, Ende Mai ist ja wieder ATT.

Dann kannst Du dir auch beide live anschauen und vergleichen, ob es dich stören würde, dass das Reduzierstück nicht drehbar ist. Die Nachteile dieser Konstruktion sind
- schwerer unterscheidbar, welche Schraube was löst
- Reduzierstück lässt sich nicht drehen. Das kann problematisch sein, wenn Du einen 2"-Polfilter im Reduzierstück und einen weiteren vor dem Zenitprisma hast, ansonsten ist's eigentlich egal - zumindest fällt mir sonst kein Anwendungsfall ein, bei dem ich das Reduzierstück oder einen 2"-Filter drehen will.

Von der Konstruktion gefällt mir Williams besser, die abgerundete Okularhülse geht besser in den Auszug und er ist generell weniger kantig. Ob das 50 Euro mehr wert ist, mußt letztlich Du entscheiden, andererseits hält so ein Zenitspiegel im Idealfall auch ein Leben lang, was den Aufpreis relativiert.

Aber wie gesagt: Du hast den ATT vor deiner Haustür, du Glücklicher, nutze es aus.

Gruß,
Alex
 
Hallo,
den Williams habe ich ohne Kohlefaser garnicht gefunden?

Ich habe gesehen den TS Spiegel gibt es auch in Quarz ausführung für 39€ mehr, welchen Vorteil bringt soetwas?


MFG Dan
 
Hallo Dan,

Quarz hat den Voteil temperaturunempfindlicher zu sein, das bedeutet die Spiegeloberfläche bleibt auch bei starker Temperaturschwankung in ihrer idealen Form.

Übrigens, wenn du deinen ED 80/600 perfekt ausnutzen willst brauchst du beides, einen hochreflektiven 2"-Zenitspiegel und ein qualitativ hochwertiges 1,25"-Zenitprisma (zb. von Vixen). Den Zenitspiegel nimmst du für geringe Vergrößerungen, das Zenitprisma für hohe Vergrößerungen, denn das Prisma reduziert den Farbfehler des ED 80/600 noch weiter und liefert daher gerade bei hohen Vergrößerungen kontrastreichere Bilder.

Bino-Tom
 
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