Zum ersten Mal: Sonnenhalo + irisierende Wolken(?)

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

blue_scape

Aktives Mitglied
Hallo,

vorgestern ging es zu Tag 2 der Rallye-WM in der Nähe von Idar-Oberstein und St. Wendel. Kurz vor 8:00 MESZ fuhren wir los. Ich saß auf der Rückbank und konnte so durch die getönten Heckscheiben (endlich waren sie zu etwas nütze) ein bisschen Seitenscheibenastronomie betreiben. Es war locker bewölkt und die Sonne strahlte an einem blauen Himmel. Auch der weiter abnehmende Halbmond (grob 15 Stunden nach dem letzten Viertel) stand hoch am späten Augusthimmel. Zeitweise war ein richtiger Reigen aus kleinen und großen Wolken um die Sonnenscheibe.

Irisierende Wolken?

Und dann fiel mir auch etwas Farbiges auf. Ich kann das Gesehene jetzt schlecht wiedergeben, aber mich erinnerte es sofort an Bilder von irisierenden Wolken. Sehr wohl konnte ich auch zwischendurch rötliche und bläuliche Töne in der Sonnenumgebung erkennen. Dann dachte ich wieder, es seien einfach typische Verfärbungen von Wolken, die sich in unmittelbarer Nähe zur Sonne aufhalten, da sich am längsten ein heller, rötlicher Farbton hielt. Wie kann ich es genauer beschreiben? Ich dachte einfach, es könnte sich um einen normalen, durch die dünnen Wolken verursachten, Sonnenhof handeln. Doch dann zeichneten sich z.B. an einer Wolkengrenze auch wieder schwache bläulich-grüne Töne ab. Immer wieder dachte ich, meine Augen täuschen mich, doch dann war ich mir wieder sicher.

Im Internet habe ich mich gestern zu den Phänomenen ein wenig schlau gemacht. Aber ob ich nun irisierende Wolken, oder aber einfach einen Sonnenkranz sah, kann ich nicht beurteilen. Dazu habe ich auch einen separaten Thread aufgemacht. Ein farbiger Ring/Kranz war es jedenfalls nicht, da die Wolken nur locker um die Sonne verteilt waren und vorbeizogen. Und an eine bestimmte Anordnung der sichtbaren Farben kann ich mich leider auch nicht mehr erinnern.

Nebeltunnel auf der A1

Irgendwo vor Wittlich verschwand von einer Minute zur anderen die Sonne. Wir fuhren in eine riesige Nebelbank. Komischerweise konnte man auf der Autobahn für sonstige nebulöse Ereignisse weit sehen, nur um uns herum existierte keine Welt mehr. Keine Hügel, keine Sonne. Es war rein gar nichts mehr erkennbar. Wir kamen auch an einem Dorf vorbei, welches sich an einen Hügel lehnt und das auch von Nebelschwaden bedeckt war. In den Lichtkegeln der vorbeifahrenden Autos konnte man leicht angedeutet einige Nebelfetzen vorbeihuschen sehen.

Es muss wohl am Dreieck Moseltal gewesen sein. Unmittelbar vor dem Autobahndreieck geht es über eine Talbrücke und als wir das alles hinter uns gelassen hatten, konnte man rückblickend ein gewaltiges(!) Wolkenmeer im breiten Moseltal erkennen. Einfach nur unglaublich! An den Ufern erhoben sich hohe Hügel und dazwischen war nur ein weißer Ozean zu sehen. Und ich kann mit Sicherheit sagen: Ich hab sowas meinen Lebtag noch nicht gesehen! Man hätte meinen können, man befindet sich auf 4.000 Kilometer Höhe oder überfliegt gerade in einem Golf 2 irgendein Mittelgebirge. Wunderschön!

Wie gerne wäre ich nur auf den Parkplatz gefahren, doch wenn sich dieser auf der anderen Seite der A1 befindet, ist das nicht so einfach zu bewerkstelligen. Das wären unbeschreibliche Bilder geworden. Nach diesem wunderbaren Ereignis schaute die Sonne auch schon wieder öfter durch die Nebelwand und von einer auf die andere Minute war sie auch wieder vollständig da.

Ein Lichtring entsteht

Während der letzten Strecke tauchten zwar keine UBWs (unidentifizierbare bunte Wolken) auf, dafür konnte ich aber bei der Bildung von Nebensonnen zuschauen. Sie kamen und gingen - Nebensonnen in allen Varianten. Mit der Zeit schien sich auch ein Bogen zu formen. Zuerst war es nur sehr, sehr schwach zu erkennen. Nun hing ich endgültig an der Seitenscheibe. Ich sagte den anderen Bescheid, aber für sie war es einfach zu grell. Dann halt nicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Vorne ist natürlich keine Tönfolie festgeklebt. Endlich war sie zu etwas gebrauchen und ich presste weiterhin meine Nase an die Scheibe.

Dazu muss ich noch sagen, dass ich mittlerweile dachte, da ich nach jahrelanger Suche nach Halos noch keines gesehen hatte, es sei nur fotografisch festzuhalten und man könne es nicht optisch wahrnehmen. Wie oft ich die Sonne auch schon abblendete, ein Ring wurde nie sichtbar.

Welcher Zirkumzenitalbogen?

Zwischenzeitlich war schon ein Halbkreis auszumachen. Und plötzlich fiel mir noch etwas viel schöneres auf! Fast über mir (ich weiß nur, dass ich halb meinen Hals verrenken musste) war ein kleiner Bogen sichtbar und dann sah ich sogar Farben angedeutet. Nun kann ich aber nicht sagen, zu welchem Halo der Berührungsbogen gehörte, da ich mir leider nicht den Abstand zur Sonne eingeprägt habe. Auf Fotos erscheint der obere Berührungsbogen vom 22° Halo irgendwie v-förmig. Was ich aber sah, war ein richtig schöner Bogen (etwa so).

Lange hielt sich der nicht zuordbare Bogen jedoch nicht, dafür wurde der halbe 22° Halo-Bogen durch die getönte Scheibe immer markanter. Irgendwann kam ich auch endlich auf die Idee - Schmutz hin oder her - Fotos durch die Scheibe zu machen. So machte ich noch bis zur Ankunft bei der ersten Wertungsprüfung zahlreiche Bilder.

Mein erstes vollständiges 360° Sonnenhalo

Der 22° Lichtring der Sonne vervollständigte sich in der Zeit immer weiter. Und irgendwann war er dann komplett. Er ging einmal ringsherum. Nebensonnen hingegen tauchten aber nur selten auf. Man kann wirklich sagen, dass das Halo sich den ganzen Vormittag über hielt. Mal leuchteten einige Haloabschnitte richtig hell und auch Farben konnten erkannt werden. Mal war es komplett verschwunden, oder es waren nur Halbkreise sichtbar. Doch später, bei der letzten von uns besuchten WP, kam es langsam raus und erschien als erstes wieder nur teilweise. Es würde mich nicht wundern, wenn ich am Samstag mehr Halo-Fotos als Rallye-Bilder gemacht hab. Ein bisschen merkwürdig muss es für die richtigen Fans schon ausgesehen haben. Alle versuchen Loeb, Grönholm und Solberg vor die Linse zu bekommen und ich stehe mit dem Rücken zur staubigen Piste gewandt und halte die Sonne mit einem Daumen verdeckt.

Wolkenstrahlen am Horizont

So ging ruckzuck auch dieser Rallye-Tag vorüber. Auf der Heimfahrt waren auch noch Wolkenstrahlen im Westen zu sehen. Sonnenstrahlen brachen durch große, dunkelgraue Wolken und fielen auf den Rand der Welt. Gegen 19:40 MESZ standen wir dann wieder vor der Haustür.

Alles in allem

Auf alle Fälle hat sich der Ausflug gelohnt. Schon nach dem ersten Tag war ich von diesem Sport nicht sonderlich angetan, aber am Samstag wurde ich für alles entschädigt. Klasse! Trotz der unidentifizierbaren Himmelsphänomene (Zirkumzenitalbogen und irisierende Wolken), erkannte ich eines auf Anhieb: Mein erstes vollständiges 22° Sonnenhalo. Den ganzen Tag schaute ich überaus begeistert Richtung (abgeblendeter) Sonne. Mal sehen, ob die Bilder was geworden sind.

Hoffentlich könnt ihr meine Begeisterung für diese Beobachungen nachvollziehen und vielleicht schreibt der eine oder andere etwas zu seinen ersten Halosichtungen. Zu den nicht zuordbaren Erscheinungen habe ich bereits ein anderes Thema eröffnet.

- Sonnenhöfe, -kränze und irisierende Wolken

Und eines wurde mir besonders klar: Ab sofort gehe ich nur noch mit Sonnenbrille raus. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> So erkennt man das Halo besser.

CS
Gruß - Nico
 
Mein erstes digitales Sonnenhalo

Hallo,

hier ein kleiner Bericht zu meiner Beobachtung am vergangenen Freitag (tagsüber). Den Text verfasste ich übrigens schon am Samstag, 25. Februar.

Freitagmorgen

7:30 MEZ. Ich sah aus dem Fenster und schaute auf eine sich in dieser Minute vom Horizont lösende rote Scheibe. Durch das riesige Wolkenfront - nur in Horizontnähe zeigte sich ein leicht aufgehellter, schmaler Streifen - schien es mir wirklich so, als ob dahinten ein Fesselballon aufsteigen würde. Durch den Kontrast dieses vielleicht hellgrau erscheinenden Streifens, war die emporsteigende Scheibe in einem wunderbaren Rotton zu beobachten. So konnte ich seit einer Woche wieder einer zumindest nicht ganz wolkenverhangenen Morgendämmerung zusehen. Nach 10, 15 Minuten tauchte der führerlose Gasball auch schon in die dichten Wolkenmeere ein.

Kurze Zeit später klarte es verhältnismäßig wieder auf und es war ein schöner Vormittag im Februar.

Freitagmittag

12:45 MEZ. Es sah nach Halowetter aus: etwas diesig (Cirrostratus nebulosus), so dass noch genug Sonne durchschien. Ein Blick Richtung Sonne bestätigte meine Annahme und sofort war ich hin und weg. War es doch erst mein zweites Halophänomen.

Zwar war am vergangenen Freitag ebenfalls eins zu sehen, aber dabei konnte man visuell nur schwach einen kleinen Teil des oberen Bogens erkennen. Ich denke aber schon, dass es sich ebenso um ein 22° Halo handelte. Doch zurück zu gestern.

Mit Sonnenbrille (hilft sehr gut) und Kamera verbrachte ich den frühen Nachmittag dann größenteils unter der Dachschräge sitzend und nahm in mehrfacher Ausführung immer wieder das gleiche Motiv auf. Nachdem das Halo nach einer längeren Pause immer noch unseren Stern (fast) umringte, musste ich einfach nochmal nach oben und später nahm ich auch die Farben - vor allem im oberen Teil - wahr. Kurzzeitig zeigte sich eine westliche Nebensonne, die aber nicht sehr ausgeprägt war. Der Lichtring hingegen war schätzungsweise für 3 Stunden beobachtbar. In dieser Zeit variierte die Helligkeit und Intensität, und die Form sah ich meistens als 180°- bzw. 270°-Ring. Danach wurde die Wolkendecke noch dichter; es zog sich richtig zu und die Sonne verschwand wieder hinten den dunklen Wolken.

Aber zuvor konnte ich noch eine andere Beobachtung machen. Die Sonnenbrille half wieder super gegen die blendend helle Sonne und auch beim Erspähen des Zirkumzenitalbogens. Schon vorher fielen einige meiner Blicke Richtung Zenit und suchten etwas Farbiges. Etwa um 14:00 MEZ erwischte ich ihn. Mit Sonnenbrille trat deutlich ein Farbstreifen hervor, doch ich fand keinen geeigneten Platz zum Fotografieren. Nach nur 5 Minuten war er schon nicht mehr auffindbar. Zumindest wurde meine Suche belohnt.

Freitagabend

Bevor das Himmelsschauspiel zu Ende war, hatte ich etwas mehr als 40 Bilder im Kasten. Nach einer genauen Auswertung werde ich einige auswählen und hier posten.

Entgegen der Vorhersage lockerte es sich zum Abend nicht mehr auf. Dafür sieht es heute auf alle Fälle wolkenloser aus, obwohl es auch kein sattes Himmelblau zu sehen gibt. Abwarten, was der Samstagabend bringt.

CS
Gruß - Nico
 
Mein zweites digitales Sonnenhalo

Hallo,

für vielleicht 2 Stunden konnte heute am frühen Nachmittag ein wunderbares Halo-Ereignis beobachtet werden. Kaum war ich zuhause, schon bemerkte ich Teile eines auffallenden 22°-Rings im Fenster. Also wieder raus.

Ein geschlossenes Sonnenhalo konnte ich nicht beobachten, dafür aber schienen der obere und untere Bogen des 22°-Halos überaus hell und farbig. Es entstanden 23 Bilder, die mir allesamt besser gefallen, als die meiner Halobeobachtung vom 24. Februar. Liegt wohl auch daran, dass der Himmel heute nur leicht mit Zirren bedeckt war. So war neben den ausgeprägten Bögen über einen langen Zeitraum auch eine rechte Nebensonne sichtbar. Die linke kam fast gar nicht zum Vorschein. Das aufregendste kommt aber noch.

Bei ungefähr 1 Uhr spaltete sich der obere helle Bogen auf. Auf den Fotos meine ich sogar diese Teilung ansatzweise auf der linken Seite zu sehen. Was konnte das sein? Offenbar handelt es sich dabei um ein sogenanntes umschriebenes Halo ("circumscribed halo").

Sehr interessant! Es gibt immer etwas zu entdecken.

Gruß - Nico
 
Re: Mein zweites digitales Sonnenhalo

Auf den Fotos meine ich sogar diese Teilung ansatzweise auf der linken Seite zu sehen.

Hi Nico,

zeig doch mal bitte das Foto. Bin gespannt. Hab so einen Bogen noch nie beobachtet.
Kannst es gern der Spechtlerin ungeschrumpft schicken.
Ich hatte heute Vormittag Halo- Zeit. Nichts Wildes, aber es reichte, um Freude aufkommen zu lassen :-)

In diesem Sinne

Sabine
 
Re: Mein zweites digitales Sonnenhalo

Hallo Sabine,

okay, aber nur weil ich gerade noch das Programm offen hatte. Als Vorgeschmack hier 25% verkleinerte Ansicht von genau dem Foto. Ob du es dann noch größer möchtest, kannst du selbst entscheiden.

Die Teilung rechts des Bogens ist nicht zu übersehen, und ich meine eben, dass es leicht angedeutet auch auf der linken Seite zu sehen ist. Wenn du so willst, sieht es aus wie ein Halo mit angelegten Ohren. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Um 12:21 MEZ:
Link zur Grafik: http://xs72.xs.to/pics/06113/15.03.2006_Halo_1.jpg

Gruß - Nico
 
Re: Mein zweites digitales Sonnenhalo

Du hast wirklich so ein Teil beobachtet, Nico,

toll :-)
Der 22°- Ring ist bei Mitternacht (am Tag wäre es 12 Uhr) außerdem, also oben, heller und scheint gerade.

Und vielen Dank, dass du so prompt geantwortet hast, denn ich hätte mir heute Nacht Gedanken gemacht, was das wohl noch hätte sein können......

In diesem Sinne

Sabine

P.S.: Liebe Grüße an Gem.
 
Re: Mein zweites digitales Sonnenhalo

Nichts Wildes, aber es reichte, um Freude aufkommen zu lassen :-)
Hallo Sabine,

mir geht es ebenso. Halos, Nebensonnen, Höfe mit oder ohne Kränzen, irisierende Wolken, Regenbögen oder Lichtsäulen sind eben "nur" Naturschauspiele, aber jedes Mal gibt es kein Halten und die Kamera muss her. Letztens (06. März) hat es endlich geklappt, dass ich einigermaßen brauchbare - soll heißen vorzeigbare - Bilder von irisierenden Wolken mit der Digitalkamera hinbekommen habe.

Bei der Sonne war es - ich glaube am selben Tag - nicht anders. Heiter war es, aber es reichte, dass ich den Dobson auf die Terrasse gestellt habe. Wer die Wolkenlücke nicht ehrt ...

Ich betrachtete unsere Sonne wieder formatfüllend in einem UWA-Okular und mit dem Grünfilter trat wieder etwas besser die Körnigkeit der Photosphäre hervor. Was für ein Durcheinander. Ungefähr in der Sonnenmitte entdeckte ich kaum sichtbar eine handvoll minimal dunklerer Punkte. Das Seeing war ja auch nicht optimal, aber da war etwas.

Es muss sich dabei eindeutig um die Überreste von 0856 handeln. Im grellen Weißlicht wäre mir diese kleine Struktur bestimmt nicht aufgefallen, aber im etwas dunkleren und eingefärbten Bild, war etwas zu sehen.

Nach maximal 10 Minuten häuften sich die Wolken und kurze Zeit später kamen sogar ein paar kleine Flocken runter. Also den Dobson wieder ins Wohnzimmer geschoben. Eine Stunde später sah es genauso wie eine Stunde zuvor aus. Heiter. Das nenne ich mal wechselhaft.

Soweit zu meinem Wolkenlückenkurzspechtelerlebnis, dass auch Freude aufkommen ließ. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gruß - Nico
 
Re: Mein zweites digitales Sonnenhalo

Hi Nico,

zuerst eine Frage: Wie färbst du deine Bilder ein? Ziehst du an der Tonwertkorrektur?

Und nun möchte ich mich für deinen Wolkenlückenkurzspechtelerlebnisbericht bedanken.

Für dich war es wechselhaft.
Ich fand es abwechslungsreich ;-)
Sehr gern mehr davon :-)

In diesem Sinne


Sabine

P.S.: Es ist etwas Schreckliches passiert: Mein abonnierter Newsletter ;-) hat Funkstille!
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben