FireWok
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Passau, den 05.02.2011
Zwischen Einhorn und Achterschiff – Eine nächtliche Rundreis mit kleiner Öffnung.
Da nachmittags der Hochnebel dem Föhn der Alpen wich, wurde uns heute Abend ein wunderbarer dunstfreier Himmel zuteil. Grund genug, gegen 20 Uhr meinen Lomo-Apo 80/480 samt Manfrotto475 ins Auto zu packen und eine viertelstündige Fahrt ins Passauer Hinterland anzutreten. Der ausgesuchte Platz lag zwischen verstreut stehenden Bauernhäusern die zwar vereinzelt Licht in den Fenstern hatten, aber gegen 22 Uhr wurde es auch dort dunkel. Der Himmel war, wie gesagt, glasklar bei mäßigem Wind und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Die Himmelshelligkeit hatte Klasse 3 mit Tendenz zu 4 auf der Bortle-Skala.
Während der Akkommodationsphase suchte ich zwei hellere Objekte auf: Plejaden und Hyaden. Mit dem verwendeten 31er Nagler waren diese Objekte mit über 5° Gesichtsfeld wunderschön als abgegrenzte Struktur gegen den sternärmeren Hintergrund erkennbar.
Da ich jedoch nur ca. 2 Stunden zur Verfügung hatte, beschloss ich, mich auf einen relativ kleinen Bereich zu beschränken.
Meine Reise begann im Orionnebel, wo mit OIII-Filter und ca. 25-facher Vergrößerung M42 und M43 strukturreich und hell strahlend erschienen das Trapez in M42 war allerdings ohne Filter deutlicher zu sehen und setzte sich sehr schön gegen den grünlichen Nebel ab. Danach folgte der Reflexionsnebel M78, der im 31mm-Okular klar erkennbar war, aber bei weiterer Vergrößerung schnell an Helligkeit verlor und bei ca. 30-40-fach ein guter Kompromiss bzgl Detailerkennung und Helligkeit gefunden war.
Da meine Augen inzwischen ausreichend akkommodiert waren, verließ ich den Orion und suchte den Rosettennebel im Einhorn auf. Ohne Filter mit 31er war lediglich dessen Zentrum NGC 2244 zu sehen. Der UHC-Filter brachte bei indirektem Sehen schließlich die Umrisse des Nebels langsam hervor. Der OIII-Filter zeigte das beste Ergebnis. Die äußere Nebelgrenze war klar erkennbar und nach einiger Zeit konnte man unterschiedlich dichte Bereiche innerhalb des Nebels wahrnehmen. Auch hier war das 31er mit nur 15-facher Vergrößerung die beste Wahl.
Ohne Filter ging´s weiter zu Sternenkette NGC 2301, die im Pentax 8-24 Zoom bei ca. 50-facher Vergrößerung am besten wirkte. M50 folgte bei derselben Vergrößerung unter ca. 2° Gesichtsfeld.
Damit verließ ich das Einhorn und sprang aufs Achterschiff um den offenen Sternenhaufen einen Besuch abzustatten.
NGC 2539 ließ sich sehr gut bei ca.50-facher Vergrößerung mit dem Pentax Zoom auflösen, die unterschiedlich hellen und verschieden dicht gepackten Regionen sind schön zu erkennen. Eine weitere Vergrößerung bringt keinen merklichen Detailgewinn, nur einen Verlust an Bildhelligkeit.
M47 dagegen ist dank der größeren Helligkeit seiner Sterne sehr gut zu vergrößern; allerdings wirkt er bedeutend weniger spektakulär als sein um einiges schwächerer Nachbar M46, der bereits im 31er Übersichtsokular seine Fülle an dicht gepackten Sternen erahnen lässt und ab ca. 40-facher Vergrößerung gut aufgelöst ist. Ein sehr schöner offener Haufen, der in seiner Helligkeit und Sterndichte etwa NGC 2539 entspricht. Den in M46 enthaltenen planetaren Nebel konnte ich leider nicht ausmachen, da mit zunehmender Vergrößerung das Bild zu dunkel wurde und auch ein UHC und OIII-Filter keine brauchbaren Ergebnisse bei schwacher Vergrößerung lieferten. Einen etwas helleren Punkt in der nordwestlichen Region habe ich allerdings in Verdacht ;-)
Mit einem Blick auf den klar erkennbaren, aber sonst eher weniger spannenden NGC 2423 beendete ich meinen Besuch auf dem Achterschiff und betrachtete NGC 2360 im Canis Major. Im 31er bei 15-facher Vergrößerung wirkt dieser OS vergleichsweise hell, wird aber nicht aufgelöst. Erst bei ca. 40-60-facher Vergrößerung sieht man wie dicht die Sterne hier wiederum gepackt sind. Allerdings wird es bei 80mm Öffnung hier schnell wieder ziemlich dunkel im Okular. Dennoch bei indirekter Sicht gut zu beobachten.
Seinen Nachbarn NGC 2359 beobachte ich mit UHC und OIII Filter, wobei der Nebel mit dem UHC kaum wahrnehmbar ist und der OIII-Filter doch ansatzweise Strukturen erahnen lässt. Insgesamt wirkt der Gasnebel relativ schwach, ist aber ähnlich wie bei den Plejaden in seiner Gesamtheit durchaus (indirekt) sichtbar.
Erst als plötzlich alle Sterne im Okular verschwunden waren bemerkte ich, dass inzwischen wieder der Hochnebel massiv von Nordosten herüberzog. Mit einem letzten Blick auf den Orionnebel beendete ich meine nächtliche Rundreise am Himmel und kehrte mit einem Kopf voller schöner Eindrücke gegen 22.45 nach Hause zurück.
Resumé: DeepSky macht auch mit 80mm Öffnung und Fotostativ ordentlich Spaß.
CS, Tilo
Zwischen Einhorn und Achterschiff – Eine nächtliche Rundreis mit kleiner Öffnung.
Da nachmittags der Hochnebel dem Föhn der Alpen wich, wurde uns heute Abend ein wunderbarer dunstfreier Himmel zuteil. Grund genug, gegen 20 Uhr meinen Lomo-Apo 80/480 samt Manfrotto475 ins Auto zu packen und eine viertelstündige Fahrt ins Passauer Hinterland anzutreten. Der ausgesuchte Platz lag zwischen verstreut stehenden Bauernhäusern die zwar vereinzelt Licht in den Fenstern hatten, aber gegen 22 Uhr wurde es auch dort dunkel. Der Himmel war, wie gesagt, glasklar bei mäßigem Wind und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Die Himmelshelligkeit hatte Klasse 3 mit Tendenz zu 4 auf der Bortle-Skala.
Während der Akkommodationsphase suchte ich zwei hellere Objekte auf: Plejaden und Hyaden. Mit dem verwendeten 31er Nagler waren diese Objekte mit über 5° Gesichtsfeld wunderschön als abgegrenzte Struktur gegen den sternärmeren Hintergrund erkennbar.
Da ich jedoch nur ca. 2 Stunden zur Verfügung hatte, beschloss ich, mich auf einen relativ kleinen Bereich zu beschränken.
Meine Reise begann im Orionnebel, wo mit OIII-Filter und ca. 25-facher Vergrößerung M42 und M43 strukturreich und hell strahlend erschienen das Trapez in M42 war allerdings ohne Filter deutlicher zu sehen und setzte sich sehr schön gegen den grünlichen Nebel ab. Danach folgte der Reflexionsnebel M78, der im 31mm-Okular klar erkennbar war, aber bei weiterer Vergrößerung schnell an Helligkeit verlor und bei ca. 30-40-fach ein guter Kompromiss bzgl Detailerkennung und Helligkeit gefunden war.
Da meine Augen inzwischen ausreichend akkommodiert waren, verließ ich den Orion und suchte den Rosettennebel im Einhorn auf. Ohne Filter mit 31er war lediglich dessen Zentrum NGC 2244 zu sehen. Der UHC-Filter brachte bei indirektem Sehen schließlich die Umrisse des Nebels langsam hervor. Der OIII-Filter zeigte das beste Ergebnis. Die äußere Nebelgrenze war klar erkennbar und nach einiger Zeit konnte man unterschiedlich dichte Bereiche innerhalb des Nebels wahrnehmen. Auch hier war das 31er mit nur 15-facher Vergrößerung die beste Wahl.
Ohne Filter ging´s weiter zu Sternenkette NGC 2301, die im Pentax 8-24 Zoom bei ca. 50-facher Vergrößerung am besten wirkte. M50 folgte bei derselben Vergrößerung unter ca. 2° Gesichtsfeld.
Damit verließ ich das Einhorn und sprang aufs Achterschiff um den offenen Sternenhaufen einen Besuch abzustatten.
NGC 2539 ließ sich sehr gut bei ca.50-facher Vergrößerung mit dem Pentax Zoom auflösen, die unterschiedlich hellen und verschieden dicht gepackten Regionen sind schön zu erkennen. Eine weitere Vergrößerung bringt keinen merklichen Detailgewinn, nur einen Verlust an Bildhelligkeit.
M47 dagegen ist dank der größeren Helligkeit seiner Sterne sehr gut zu vergrößern; allerdings wirkt er bedeutend weniger spektakulär als sein um einiges schwächerer Nachbar M46, der bereits im 31er Übersichtsokular seine Fülle an dicht gepackten Sternen erahnen lässt und ab ca. 40-facher Vergrößerung gut aufgelöst ist. Ein sehr schöner offener Haufen, der in seiner Helligkeit und Sterndichte etwa NGC 2539 entspricht. Den in M46 enthaltenen planetaren Nebel konnte ich leider nicht ausmachen, da mit zunehmender Vergrößerung das Bild zu dunkel wurde und auch ein UHC und OIII-Filter keine brauchbaren Ergebnisse bei schwacher Vergrößerung lieferten. Einen etwas helleren Punkt in der nordwestlichen Region habe ich allerdings in Verdacht ;-)
Mit einem Blick auf den klar erkennbaren, aber sonst eher weniger spannenden NGC 2423 beendete ich meinen Besuch auf dem Achterschiff und betrachtete NGC 2360 im Canis Major. Im 31er bei 15-facher Vergrößerung wirkt dieser OS vergleichsweise hell, wird aber nicht aufgelöst. Erst bei ca. 40-60-facher Vergrößerung sieht man wie dicht die Sterne hier wiederum gepackt sind. Allerdings wird es bei 80mm Öffnung hier schnell wieder ziemlich dunkel im Okular. Dennoch bei indirekter Sicht gut zu beobachten.
Seinen Nachbarn NGC 2359 beobachte ich mit UHC und OIII Filter, wobei der Nebel mit dem UHC kaum wahrnehmbar ist und der OIII-Filter doch ansatzweise Strukturen erahnen lässt. Insgesamt wirkt der Gasnebel relativ schwach, ist aber ähnlich wie bei den Plejaden in seiner Gesamtheit durchaus (indirekt) sichtbar.
Erst als plötzlich alle Sterne im Okular verschwunden waren bemerkte ich, dass inzwischen wieder der Hochnebel massiv von Nordosten herüberzog. Mit einem letzten Blick auf den Orionnebel beendete ich meine nächtliche Rundreise am Himmel und kehrte mit einem Kopf voller schöner Eindrücke gegen 22.45 nach Hause zurück.
Resumé: DeepSky macht auch mit 80mm Öffnung und Fotostativ ordentlich Spaß.
CS, Tilo
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