Gross-Fernglas auf iOptron Cube-Pro?

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silver

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geht das irgendwie?
Am CubePro kann man auch die mitgelieferte Gegengewichtstange anbringen und wäre dann nicht begrenzt auf den Vixen-type dove tail saddle (wie heisst das einklich auf dt?), der ja direkt am Cube-Kopf dransteckt. Traglast ist 4kg.

Falls ich meinen jetzigen Binoviewer nicht ans Laufen bekommen sollte, möchte ich mir ein
Spar-Ziel setzen für eine andere zweiäugige Sternfeldbetrachtungsweise.
Ich nehme an, einen besseren Binoviewer anzuschaffen, macht nicht so viel Sinn bei mir, da ich sowieso monetär ge-challenged bin. Denn ein schwererer Binoviewer macht auch einen stabileren Okularauszug notwendig und einen 1st class Binoviewer auf ein SW 102/500 zu setzen... zieht $$$ Okularnotwendigkeiten nach sich, die dann sicher auch ein besseres $$$ Scope wollen.

So. Wiewohl ich die [1st class] Binoviewer-Option noch nicht abgeschrieben habe... weil die Versatilität mich immernoch stark anspricht,
nehme ich nun auch ein Grossfernglas 45* oder 90* !mit Wechselokularaufnahme! in die Wachstumsplanung auf.

Sehr gerne würde ich meinen wunderschönen Cube-Pro *Doppel-Herzchensmiley* mit dem bequemem Goto *Herzchensmiley* dafür weiter verwenden können.

Aber wie montiert man ein Grossfernglas dadrauf?
 
Die wahrscheinlich einfachste Variante wäre ein L-Winkel an Deiner Vixen Schwalbenschwanz-Klemmung. Natürlich heißt sowas heutzutage ‚l-bracket‘ aber es bleibt im einfachsten Fall ein simpler Winkel.

Das Problem ist tatsächlich die dabei entstehende Schwerpunktlage. Das könnte den kleinen Cube mit einem 4kg-Fernglas echt an seine Grenzen bringen. Zudem sind manche L-Winkel einfach nicht stabil genug (also wackelig) und/oder ziemlich teuer.

Die von Maximilian gezeigte Selbstbaulösung ist daher sehr sinnvoll, der Schwerpunkt wandert in die Mitte der Drehachsen und außerdem bewegt sich das Fernglas weniger ausladend im Raum.

Etwas ähnliches bietet Berlebach an, allerdings wäre es schon ein Wunder, wenn der Abstand der beiden Schwalbenschwanzprofile für den Cube passen würde.

Vielleicht kann Dir ein Metallbaubetrieb helfen, wenn Du die Holzarbeiten zu schwierig oder unseriös findest. Allerdings brauchst Du auf jeden Fall die zweite Aufnahme auf der anderen Seite.

Aber nochmal auf Los: Für 15-fach brauchst Du m.M.n. kein Goto. Mein „Fernglas“ bietet mir 12- bis 160-fach (mit Okularpärchen zwischen 34 und 2,5mm) und bis mindestens 32-fach genügt das grobe Peilen über das Fernglas. Erst ab ca. 100-fach gehe ich meistens den etwas umständlichen Weg über ein Okularpaar zum Aufsuchen und dann den Wechsel auf die höher vergrößernden. Erst da würde sich also Goto bezahlt machen.

Aber der Wunsch nach gewinnbringendem Einsatz der bereits erfolgten Investition ist wiederum völlig verständlich. Also los, vielleicht findet sich ja eine praktikable Lösung. Dem Richfielder würde so eine Montierung ja auch nicht schaden.

Viele Grüße,
Sebastian
 
ah ja, sehr schön. merci! Sind auch beide nach demselben Prinzip. Toll, dass es sowas zu kaufen gibt. DIY trau ich mir nicht zu, schon weil ich weiss, dass ich zuwenig weiss.

Die Berlebach-Sache wiegt 3kg. Der Cube mit Gewicht an beiden Seiten kann 7,2kg stemmen. Bleiben also noch 4kg für das Fernglas?
Oder verändert sich das Limit wohl bei dieser speziellen Belastung mit den beiden Armen und dem mittig angeordneten Gewicht?

Dann muss ich jetzt nur noch ein 80-100mm Fernglas mit Wechselokularaufnahme finden, das 4kg wiegt - und dann weiss ich, was das Sparziel in €€€ ausgedrückt sein muss.
Schade, dass die Onlineshops nich nach Gewicht durchsuchbar sind, sogar Astroshop nicht, und die haben schon die beste Suchfunktion.
 
Aber nochmal auf Los: Für 15-fach brauchst Du m.M.n. kein Goto. Mein „Fernglas“ bietet mir 12- bis 160-fach (mit Okularpärchen zwischen 34 und 2,5mm) und bis mindestens 32-fach genügt das grobe Peilen über das Fernglas. Erst ab ca. 100-fach gehe ich meistens den etwas umständlichen Weg über ein Okularpaar zum Aufsuchen und dann den Wechsel auf die höher vergrößernden. Erst da würde sich also Goto bezahlt machen.
Ach so. Das hab ich jetzt ganz ignoriert...


Also zurück auf Anfang. N Tripod hab ich. Der Omega-Kopf Spica geht da auch drauf. Das Design sieht auch etwas eleganter aus als die Teile von APM, die mich an schweissbedeckte, ölverschmierte Bohrinselarbeiter erinnern ;) Gut, dann hab ich jetzt so oder so ne Hausnummer zum Sparen. Das dauert aber. Puuh. Bis durch die nächste Herbst-Wintersaison durch... ui. Na gut. Wenn ich das vorher weiss, dass ich dann aber auch das Richtige in Besitz nehmen kann, löst es jetzt Vorfreude aus und keinen Frust. Herzlichen Dank an Euch beide!

In the meantime: back to my bino
 
Der Cube mit Gewicht an beiden Seiten kann 7,2kg stemmen. Bleiben also noch 4kg für das Fernglas?

Das mit dem Gewicht ist so eine Sache. Der Hersteller garantiert Dir bei den angegebenen Gewicht, dass seine Montierung damit noch sauber nachführt. Ein oder zwei Kilo mehr werden der Montierung nicht schaden, bei bestimmten Winkeln schaffen die Motoren halt nicht mehr jeden Schritt und man verliert nach und nach das Alignment. Bei einem Fernglas mit großem Gesichtsfeld ist das aber kein wirkliches Problem.
Wichtiger als das absolute Gewicht ist die Schwerpunktlage, aber wenn diese iOptron Steuerung so ist wie meine, dann hilft sie Dir mit einem grafischen Display beim Ausbalancieren. Ein Kinderspiel!

Grüße
Maximilian
 
bei bestimmten Winkeln schaffen die Motoren halt nicht mehr jeden Schritt
ja, genau. Das ist sowas, was ich mir nicht vorstellen kann. Ich habe keine geübte "Empathie für Mechanik". Aber wenn die Motoren nicht Schritt halten, fressen die auch die Messingrädchen auf, nehme ich an. Ungenauigkeit wär mir egal. Pi mal Daumen reicht. Aber Messingfrass ist ungesund.


Das Gestell bleibt ja nicht mittig oben. Die beiden Arme führen das grosse Gewicht dann fast insgesamt nach hinten weg. Nu kann ich hier sowieso nicht den Zenit anpeilen, es geht für mich nur bis ca. 60*.
Ich vermute nur, dass die Belastung nicht nur anders, sondern gar schlimmer ist, als z.B. bei 2 jeweils seitlich angebrachten Refraktoren. Die wiegen ja hinten und vorne ~ gleich viel...
 
Hallo!

Das Gestell bleibt ja nicht mittig oben. Die beiden Arme führen das grosse Gewicht dann fast insgesamt nach hinten weg. Nu kann ich hier sowieso nicht den Zenit anpeilen, es geht für mich nur bis ca. 60*.
Ich vermute nur, dass die Belastung nicht nur anders, sondern gar schlimmer ist, als z.B. bei 2 jeweils seitlich angebrachten Refraktoren. Die wiegen ja hinten und vorne ~ gleich viel...

Keine Sorge, so stark sind die Motoren nicht, dass sie die Zahnräder beschädigen können. Die müssen es auch überleben wenn man das Ende vom Teleskop gegen ein Bein des Stativs stösst.

Und das mittig aufgesetzte Fernglas lässt sich viel leichter ausbalancieren als zwei unterschiedliche Fernrohre, mit jeweils auch noch unterschiedlichem Zubehör, an den Seiten. Wenn Du diese Eigenbaukonstruktion anschaust wirst Du sehen, dass am unteren Ende der Seitenteile verschiebbare Gegengewichte sind, mit denen sich das ganze präzise austarieren lässt.

ah. Gegengewichte... (y)

(n)noch mehr Gewicht :D

Die Gegengewichte werden normalerweise bei der Belastung der Montierung nicht mitgezählt, die gehören sozusagen zur Montierung. Und egal wie Du es machst, bei einem schweren Fernglas wirst Du ohne ein Gegengewicht nie auskommen wenn Du es mit Motoren bewegen willst.

Grüße
Maximilian
 
Ja, ich wollte auch nicht suggerieren, dass Du den Berlebach-Kopf kaufen sollst. Der hat nur das gleiche Prinzip wie die Holzkonstruktion.

Beides dient dazu, dass nachher der Schwerpunkt genau in der Kippachse liegt. Fernglas oben, Gewichte unten seitlich. Egal wie man kippt, im Idealfall gleichen sich die Massen aus.

Und damit, dass das Fernglas oben mittig sitzt und die Gewichte rechts und links gleichmäßig befestigt sind, ist auch für die Drehachse keine Unwucht zu bewältigen.

Aber für ein 15x70 als Beispiel ist das ganze überdimensioniert. Da reicht auch ein Winkel, den man schlauerweise auch noch „verkehrt herum“ anklemmen kann, so dass das Fernglas wiederum oben über der Montierung sitzt.

Wechselokulare haben bisher hauptsächlich Ferngläser mit Winkeleinblick. Bis ca. 40x tun es da die Semi-Apos, willst Du mal über 60x gehen, müsstest Du auf ein ED-Apo Fernglas sparen.

Viele Grüße,
Sebastian
 
müsstest Du auf ein ED-Apo Fernglas sparen.
ja, das ist ja mein Begehr. Wechselokus, Winkeleinblick, ED. Bis auf deren Gewicht... Obwohl. Das APM 70mm ED wiegt nur 3.5kg, seh ich grade... Hatte ich noch gar nicht erwogen, denn 70mm am Teleskop is ja gaaar nix visuell. Aber beidäugig? Vll muss es nicht 100mm sein?
Sag mal, Sebastian. Gewicht jetzt mal beiseite, was gibt mir in der Stadt das 100mm, das mir das 70 nicht gibt?


na, das ist ja mal ne Info. Warum können die nicht mehr? Explodieren die dann mit
blauem Feuerwerk?
 
Das ist natürlich nur ein Richtwert. Jeder ist da unterschiedlich sensibel. Aber irgendwann kommt Farbe ins Spiel. So ein Semi-Apo-Grossfernglas besteht ja auch aus schnellen
Achromaten.

Den Unterschied zwischen 70 und 100mm kann man ganz gut an der Größe der Austrittspupille veranschaulichen. Beim 70er Glas bekommst Du ca. 4 mm AP bei 17-facher Vergrößerung. Beim 100er hast Du da schon 25x. Man kann also sagen, je größer der Durchmesser, um so höher kann man bei gleicher Lichtmenge vergrößern.

Allerdings hilft ein kleines Glas bei der Realisierung weiter Gesichtsfelder (weil auch die Brennweite entsprechend kürzer ist). Am 70er kommst Du z.B. mit den APM UF 24mm Okularen auf ca. 3,8°, am 100er bleiben nur noch 3° übrig.

Viele Grüße,
Sebastian
 
ahja. Herzlichen Dank. Das sind noch Bücher mit ca. 5 Komma 5 Sigeln, weil ich die theoretischen Worte und Werte noch nicht mit erlebter Wirklichkeit in Bezug setzen kann.
Die letzte eingeplante Investition der Binoviewerausstattung, ein (oder 2) weiteres Okularpärchen, ist gerade auf den Weg gegangen, 2x 15mm und/oder 2x 12mm. Von diesen Okularen werde ich die theoretischen "Werte" wissen und kann dann (auch einäugig, falls Bino nicht funktioniert) selbst erfahren, was das alles bedeutet: AP und FOV und TFOV.
Momentan hab ich je ein uraltes, abgeliebtes 40mm Celestron "K", Kelner wohl. und 15mm Meade Superplossel, wovon ich sonst nix Theoretisches weiss. Das 40mm mag ich gerne. Alles ist ganz schwarz und die Sterne sind feine Nadelpunkte und scharf bis zum Rand. Ausserdem hat es, weil ich es damals immer in die Hosentasche zum Kleingeld propfte, sobald ich meine Kamera auf den 8" f5 gesetzt hatte, feine Risse. Die wirken wie hauchdünne, erahnbare Konstellationslinien zwischen den Sternen. Das ist ein ziemlich schönes feature, wie ich ganz im Ernst finde.

Explodiert ist noch nix beim Durchgucken bei diesen 12,5x.

Meine Kamera hat aber beim Scharfstellen mit dem Sprengmeister bereits Bekanntschaft gemacht. Auf 127 Farben beschränkt, sieht das so aus :D :


dori-127colours18frames.gif
 
Ja, Dein 40er Kellner (Du kannst es ja wegen seines einzigartigen Features zum Oberkellner befördern...) gibt Dir an Deinem Reichfelder sehr reichliche 8mm Austrittspupille (Öffnung geteilt durch Vergrößerung). Da schränkt Dich also Dein Teleskop bei der Lichtaufnahme nicht ein, eher noch Dein Auge. Selbst mit den eher mageren 45° Eigengesichtsfeld eines Kellner-Okulars kommst Du immer noch auf etwa 3,6° wahres Feld (Eigengesichtsfeld geteilt durch Vergrößerung -> Achtung, das ist nur eine grobe Vereinfachung).

Mit Bino, falls Du das gezähmt bekommst, wird der Durchlass etwas beschränkt, so dass ein 40er-Pärchen nicht mehr sinnvoll wäre. Mit den 15ern und/oder 12ern hättest Du da gar keine Probleme, nur wird das Feld bei ca. 33- bzw. 40-facher Vergrößerung eben auch schon enger. Viele Binonutzer berichten davon, dass sie Weitfeld mit einem Okular schauen und höhere Vergrößerungen dann beidäugig.

Mit einem Großfernglas gehen dann eben auch größere Felder beidäugig. Drüben im anderen Forum wurde gerade ein Fernglas ins Spiel gebracht, das fast zu gut klingt, um wahr zu sein: 15x70 (ergibt eine AP von immerhin knapp 4,7mm) mit 4,7° wahrem Gesichtsfeld. Da passen ja fast die Hyaden ganz rein! Dazu wiegt es nur 1,4 kg und ist nicht teuer. Celestron Cavalry heißt das Teil. Passend zum berittenen Militär wird es in grün verkauft...

Vom Pferd aus wäre mir das trotzdem zu wackelig. Aber mittels L-Winkel und Fernglashalter auf Deinen Cube geschnallt würde es Deinen Reichfelder mit 40er Oberkellner in den Feierabend entlassen können...

Viele Grüße,
Sebastian

PS: Sehr hübsch, dass Du mit den Bildern von Dorie jetzt einen Tanzfilm zusammengestellt hast!
 
Oberkellner = gleich adoptiert ;)

Deine Erklärungen sind so gut *Medaillen-Smiley*, *Blümchen-Smiley*,
dass sie gleich wieder neue Fragen aufwerfen. Wenn größeres Gesichtsfeld sichtbar ist, ist doch damit das Objekt der Begierde zwangsläufig kleiner in der Wahrnehmung. Also z.B. der Mond, der ~1* ausmacht (oder?) - wenn der in einem Gesichtsfeld von 4* steht, ist der doch kleiner als wenn das GF sowieso nur 1* ist? Bei 4* muss man doch dann "näher ran" wollen?
Ich hab den Mond hier noch nicht vor's Rohr bekommen, seit ich es mein Eigen nenne, also noch keinen erlebten Bezug. Die nä Woche geht er in meinem westl. Fensterausschnitt unter, vll beantwortet sich die Frage dann, wo auch die beiden Werte-bekannten Oku-Paare hier sein werden.


Bei Deinem Celestron-Kavallerie-Vorschlag hab ich zynisch gegrinst: "Vom Regen in die Traufe. Oder von einem Dejustage-Schlachfeld ins nächste."
Das Gerücht, dass quasi alle Celestron-Gläser dejustiert ankommen, kennst Du sicher auch.
Aber Zynismus beiseite: selbst wenn, dann wäre das Glas mglw. so designed, dass User-Justage möglich ist. Von daher wäre die Schlacht per design zu gewinnen. Bei Arcturus / BST ist sie hingegen per design verloren.
Du hast schon recht mit Deinem Vorschlag generell: die nächsten 16-20 Monate nur einäugig zu bleiben, um konzentriert auf beidäugig sparen zu können, ist nur wirklich realistisch, wenn man unrealistischer Weise annimmt, dass man ewig lebt und sich auch keine ungeahnten Stolpersteine in den 20 Monaten ergeben.
Der Spatz in der Hand... mein Binoviewer ist höchstwahrscheinlich ein toter Spatz in der Hand. Als Taube war er nicht gedacht. Einen lebendigen Spatz anzuschaffen, um die Zeit zu überbrücken, gefällt mir. Allerdings ist das dann eine ganz andere Fragestellung... diese müsste ich mir erst mal überlegen, um dann in einem Forum dazu Empfehlungen oder Argumente einzuholen.


Noch eine andere Frage, wenn ich darf?
Es gibt doch diese neumodischen Glas-Erfindungen, die Refraktor-Teleskope nun sowohl leichter als auch billiger machen. FPL-irgendwas und Lanthanium?
Wie lange wird es wohl dauern, bis diese Glasart bei APM in den 100+mm verbaut wird? Und wird das re Gewicht überhaupt bemerkbar sein? Also wirklich, k.A., so 2kg einsparen?



Was Du im anderen Forum zu Deinem Fernglas schreibst, dass Du damit Sternenfeld- und Mondspaziergänge bei 100+fach machen kannst, das würde ich [evtl. später] auch eben auch wollen. Entweder mit Fernglas. Oder mit Binoviewer. Jedenfalls beidäugig. Die Frage des Entweder Oders werde ich noch mal aufwärmen, sobald ich das Zwischensparziel eines 1st class Binoviewers erreicht habe. Bis dahin hab ich ein bisschen visuelle Erfahrung unter der Haube und kann Erklärungen zu für und wider besser einordnen als heute. Gut ist, dass das auch erst nach der nächsten Saison erreicht sein wird. Ich werde also keine Beobachtungszeit "verlieren" und somit nicht gestresst sein bei der Beantwortung der Frage. = kein überstürzter Kauf :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Auweia, mit Wahrnehmung machst Du noch ein ganz neues Feld auf. Aber fangen wir mal vorne an.

Beim Blick durch Deinen Oberkellner solltest Du ja einiges an schwarzem Rand um die Sterne herum wahrnehmen. Ein größeres scheinbares Gesichtsfeld verändert bei gleicher Brennweite nicht die Vergrößerung, sondern vergrößert nur Dein Bild auf Kosten des schwarzen Randes (der dann kleiner wird).

Das geht aber nur in bestimmten Grenzen. Soll das Gesichtsfeld bei gleicher Vergrößerung wachsen, muss vor allem Dein Okular wachsen. Der Durchlass (Feldblende) muss größer werden und wenn Du mit der Pupille nicht am Okular kleben willst, muss auch die Augenlinse größer ausfallen. Ich habe ein Paar 34mm 2"-Okulare mit 65° Eigengesichtsfeld, die haben eine Augenlinse mit 36mm Durchmesser. :oops: Wenn Du eines davon an Deinem Reichfelder betreibst, erhälst Du 14,7-fache Vergrößerung und ein wahres Gesichtsfeld von ca. 4,4°. Im Vergleich zum Kellner also mehr wahres Feld bei gleichzeitig mehr Vergrößerung.

Irgendwann haben wir es aber schwer, das größere Gesichtsfeld gut wahrzunehmen. Wir müssen bei sehr großen Gesichtsfeldern nicht nur unsere Pupillen, sondern den ganzen Kopf bewegen, um an den Rändern etwas zu erkennen, weil der Bereich, in dem unsere Augen scharf sehen, deutlich kleiner als das scheinbare Gesichtsfeld eines Superweitwinkelokulars ist. Daher legen viele Beobachter Wert auf die Kombination von großem scheinbaren Gesichtsfeld und weitem Pupillenabstand (was aber eben aufwendiger und teurer ist als nur eines von beiden).

Man muss also durch ausprobieren herausfinden, welche Kombination aus scheinbarem Gesichtsfeld und Pupillenabstand einen angenehmen Einblick ermöglicht. Bei Ferngläsern ist das tendenziell noch etwas schwieriger, weil man z.B. das Auge nicht schräg an ein Okular anlegen kann und bei zwei Okularen vielleicht auch noch die Nase dazwischen passen soll.

Kurz noch zur Wahrnehmung: Ich habe Aussagen gefunden, dass ein Objekt kleiner erscheinen soll, wenn sehr viel Raum darum herum zu sehen ist. Nachvollziehen kann ich das nicht, auch weil ja immer irgendwas drumherum ist: entweder Weltall mit Sternen oder eben schwarzes Teleskop von innen... Was ich hingegen nachvollziehen konnte: Ein Objekt erscheint größer, wenn es mit zwei Augen beobachtet wird. Kneife ich am Fernglas ein Auge zu, kann ich den Unterschied erkennen, das könnten so zwanzig bis dreißig Prozent Größenunterschied ausmachen.

Zu den Linsen und Ferngläsern später mehr.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Ich schon wieder...

Wie versprochen, noch kurz zu den Gläsern.

So ganz weiß ich nicht, woher Du ableitest, dass bestimmte neue Gläser leichter und günstiger als bisherige sein sollen. Flourionenglas (also Flour-Ionen-Glas) ist besonders hochbrechend, daher lassen sich damit tendenziell kurzbrennweitigere (und somit leichtere) Refraktoren bauen. Zudem ist es günstiger als die Fluoritkristalle, die sonst gerne als hochbrechendes Medium verwendet werden. Lanthanglas ist ein gut geeignetes Partnerglas für Flourionenglas, zusammen lassen sich so zweilinsige Objektive bauen, die in der Qualität den meisten Dreilinsern nicht nachstehen. Zwei ist wiederum leichter als drei. Insofern stimmt das im Prinzip, was Du schreibst.

Nur das gibt es eben schon. Das 82mm ED Apo Fernglas von APM hat zweilinsige Objektive mit Flourionenglas. Es ist auch erheblich günstiger als das Vorbild von Kowa aus Japan mit Fluoritkristalllinsen und auch leichter. Das hat aber jeweils mehr mit China vs. Japan (Preis) und solide vs. noch solider (Gewicht) zu tun.

Ich hoffe, Du darfst den toten Spatz noch zurückgeben. Aber als nächstes einen High-End-Binoviewer für Deinen Reichfelder anschaffen? Ich bin nicht sicher, ob das der passende Weg ist.

Ich würde mir das Teleskop erstmal mit verschiedenen Okularen monokular genau ansehen: Wie hoch kann ich gehen, ohne, dass mir das Bild zu flau oder die Farbe zu dominant wird? Was gefällt mir am meisten: der Anblick von Praesepe (M 44) oder von der Dreiecksgalaxie (M 33)? Will ich Raum um die Objekte oder lieber Sterne im Zentrum von Kugelsternhaufen erkennen? Ich weiß, üblicherweise alles... Deswegen (weil ich "alles" wollte) ist mein Fernglas so teuer geworden.

Aber dann wüsstest Du vielleicht die grobe Richtung: Ein eher längeres Teleskop für hohe Vergrößerungen samt gutem Binoviewer oder doch eher ein Großfernglas für weite Felder und mittlere Vergrößerungen. Ein 5-Zoll-Mak mit Bino wird bestimmt noch von Deinem Cube getragen, ein mittleres Großfernglas sicher auch.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Taaag,

ich bin immernoch zugange mit dem Kongruent-Kriegen von Theorie&Praxis bei Okus, FOV und so. Dazu gucke ich auch immer mal wieder in Sebastians letzten beiden Postings. Es arbeitet noch.

Derweil ist mir ein L-Winkel mit Gegengewicht aufgefallen, der so aussieht, als ob er das täte, was Maximilian und Sebastian verlinkten. Aber ich kapier da was nicht: L-Winkel f. Az-montis von TS.

Die Langstange, die samt GG an der Cube-Klemme hängt, wird ja genauso bewegt, als sei sie mein Refraktor. Von der aufrechten Zero-Position aus dreht sich der Cube nach Westen und senkt dann die Lang-Stange vorne ab, von 90* auf bspw. 45*. Nech. Wenn die Langstange mein Scope wär, würde dessen Öffnung nun auch auf 45* gucken - und das, nach hinten weg angehobene GG entspricht meinem OAZ.

Aber: die Langstange endet oben in einem Winkelstück ¬ . Auf dem das FG liegt. Das Winkelstück senkt sich zusammen mit der Langstange auf 45*. Die Liegefläche des Winkelstücks selbst guckt nun auch nach 45*.
Aber mein Fernglas, das drauf liegt, guckt nach unten.
Und nicht wie das Ende der Langstange nach 45* schräg oben, wo es hingucken soll, eben wie ein Teleskop.

Ich muss da wohl einen Knick in der Vorstellungskraft haben. Wenn mir jemand Glaubwürdiges bestätigt, dass das FG dann auch nach 45* schräg oben guckt, glaub ich das. Aber ohne Bestätigung hänge ich in limbo.

LG silver
 
Hi,

mit Goto kenne ich mich nicht aus. Als Fernglasgucker bin ich vollmanuell unterwegs.

Meine Annahme wäre, dass man die Nullstellung des CubePro irgendwo festlegen kann. Oder viellleicht die Klemmaufnahme abschrauben und um 90° versetzt wieder anschrauben kann.

Kannst Du in der Hinsicht was heraus bekommen? Sonst sieht dieser L-Winkel ja sehr gut geeignet für Ferngläser aus.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Danke Sebastian. mit Deinem Tipp, ob die Klemme um 180* gedreht werden soll, geh ich jetzt schwanger und im I-Net suchen. Im Handbuch steht erst mal nix davon. Merci! :)
 
Hi Taizon,

ich nehm mal Deinen Link und stell das Bild hierhin.
Link zur Grafik: https://www.teleskop-express.de/shop/Bilder/shop/ts-montierung/prismenschiene/azt6-lhaltert-montierung-anwendungsbeispiel-1000.jpg

Und den Goto-CubePro gleich darunter
Link zur Grafik: https://cdn3.volusion.com/wlcsk.dppva/v/vspfiles/photos/8205-2.jpg?1531900697

An dem Bild mit dem TS-L-Halter ist die Langstange analog zum Refraktor im unteren Bild. Die Monti dreht und neigt die Langstange beim Goto also von 90* Zero-Position auf bspw. 270* und 45*. Dann schaut die Langstange wie die Öffnung des Scopes auch auf 270* / 45*.

Die Auflagefläche des Winkels wird mit geneigt. Auch sie schaut dann auf 270 / 5* .
Bloss das Fernglas nicht, das auf der Winkel-Fläche angebracht ist. Das gut dann nach unten auf -45*.

TS beschreibt 1. Kompatibilität mit dem CubePro - und 2. beschreibt auch: "Mit dem AZT6-Lhalter wird Ihre GoTo-Montierung von Skywatcher oder iOptron zur idealen Basis für die Beobachtung mit großen Ferngläsern und Doppelrefraktoren. Beobachten Sie lichtschwache Nebel mit beiden Augen, die GoTo-Montierung führt sie perfekt zum Objekt"
Also muss ich ja einen Knick in der Denke haben. Oder sowas nicht wissen, was Sebastian als leichte Vermutung äusserte: die Klemmung umdrehen... die Monti also austricksen oder sowas.
 
Hallo!

... die Monti also austricksen oder sowas.

Du denkst zuviel :) (hat mir vor mehr Jahren als ich mich erinnern kann mal jemand gesagt um mich dazu zu animieren, mehr nach Gefühl zu handeln). Die Montierung weiß schon, was sie zu tun hat. Du befestigst Dein Instrument wie Du willst und fährst zwei Sterne Deiner Wahl am Himmel an und schon kümmert sie sich auf magische Weise um den Rest. Ob Du dabei von oben, unten, vorne, hinten oder unter einem Winkel von 45° in Dein Fernrohr/glas schaust ist dem Computer egal.

Viele Grüße
Maximilian
 
Genau! ;)

Der Klemmschiene an der Monti ist völlig wurscht, in welcher Orientierung zum Montigehäuse sie am Anfang des Alignments steht. Einfach die L-Halterung drin befestigen und das Ganze samt Fernglas in die gewünschte Position bringen und ein Alignment machen. Bei mir reicht für visuelle Zwecke immer ein One-Star-Alignment. Da musst Du gar nichts austricksen.

Gruß,
Taizon

PS.: Auf Bildern ist die Klemmschiene meiner Monti z.B. immer so abgebildet, dass die Klemmschraube nach unten zeigt. Keine Ahnung warum, vermutlich aus ästhetischen Gründen. Finde ich aber total unpraktisch, da verbiegt man sich beim Tubuwechsel nur unnötig die Finger, und muss den Tubus auch noch unpraktisch nach oben drücken beim Einsetzen, weil die Klemmbacke dann von unten drückt. Weshalb ich die Schiene immer andersrum betreibe, Klemmschraube nach oben, so daß die Klemmbacke von oben drückt und der Tubus auf der dann unteren festen Seite der Schiene aufliegt. Über diesen Betrieb "auf dem Kopf" hat sich auch schon mal einer lustig gemacht, der sich sicher war, um 180° verdreht könne das mit dem GoTo ja nie was werden, typischer Anfängerfehler! Aber der hat eben auch zuviel gedacht...:LOL:
 
meint iHr nicht auch, dass die Software vom GPS und Gedeh Nutzen zieht und u.a. davon ausgeht, dass im Alt-Az-Modus der Monti auch das Scope in "zero" steht, wie sie es nennen?
Im Handbuch liest sich die Zero-Stelle so wichtig wie mit 5 Ausrufungszeichen.
 
ich will hier nicht Recht haben.

Aber Ihr geht gar nicht auf meine Knickdenke ein, sodass ich nicht überzeugt bin, dass Ihr den Knick nachvollziehen könnt. Ihr mögt ja Recht haben. Aber der Knick ist die Herausforderung. Mir den mit Logik weg zu reden, wär hilfreich.
Da Ihr nicht auf den Knick eingeht, hab ich kein Vertrauen in Eure Aussagen. :)
 
Hallo,

über das GPS holt die sich die Koordinaten und die Ortszeit, dann weiß sie, wie der Himmel über Dir gerade aussieht. Und dann musst Du ihr nur noch sagen, wohin das Teleskop gerade guckt und dann weiß sie Bescheid und danach geht alles automatisch. Dazu muß die Monti im Alt-Az Betrieb allerdings unbedingt waagerecht stehen, das ist sehr wichtig - kann es sein, dass die mit "Zero"(Level?) das meinen?

Gruß
T.
 
nee. hinter Leveling stehen noch mal extra 10 Ausrufezeichen. Zero heisst bei denen, dass das Scope in 90* in der Klemmung steckt.
Wobei die exakten 90* natürlich auch vom präzisen Leveling abhängen. Aber eben auch von der Stellung der Klemmung und dem Teleskop darin.
Die Software, die mit diesen mechanischen Vorgaben und den GPS-Parametern arbeitet, ist ja halb-schlau, nehme ich an. Die will das so - und nicht anders.
Und das Fernglas guckt dann nach unten.

Ich frag TS morgen per Mail nach meinem Knick in der Denke. :)
 
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