Verschwommene Sterne

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Mesarthim

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Ich bin in Marokko am Rande der Wüste Sahara, nahe der Stadt Zagora. Ich beobachte jede Nacht vom Dach meines Hotels aus (Le Sauvage Noble). Mit bloßem Auge wirken schwächere Sterne irgendwie verschwommen, durchs Teleskop bei 16x sehen sie normal aus. Ich glaube, das Seeing ist eher bescheiden (mir fehlt die Erfahrung, um das zu beurteilen), kann es daran liegen? Außerdem ist mir aufgefallen, dass gamma Arietis, den ich sonst als weißen Doppelstern kenne, hier einen Gelbstich hat. Kann das auch am Seeing liegen oder sind andere Faktoren im Spiel?
 
Hallo Mesarthim
Erstmal Seeing - darunter versteht man mormalerweise die Luftunruhe - Flimmern, wabern etc. der Sterne. Mit bloßem Auge sieht man den Stern dann flackern und glitzern.
Im Fernrohr bei hohen Vergrößerungen wird das Bild verschmiert und dadurch unschärfer. Mit dem Auge allein sieht man diese Unschärfe normal noch nicht - auch meist nicht im Fernglas.

Wenn das Bild mit freihem Auge insgesamt "weich "aussieht liegt das am Auge selbst.
Unsere Augen sind nicht perfekt und grad bei offener Pupille gibt es erheblich sphärische Abberation - was heißt das nicht alle Strahlen im Brennpunkt landen - die am Rand der Pupille einfallenden Strahlen haben eine kürzere Schnittweite und erzeugen einen Hof oder Strahlenkranz um die Sterne.
Dazu kommt ein erheblicher Farbfehler, der die blauen Strahlen kürzer fallen läßt als die gelben.
Beides zusammen führt tendenziell zu einer Nachtkurzsichtigkeit die man mit einer Brille mit etwas mehr Minus Stärke verbessern kann.
Die genannten Fehler sieht man auch am Fernrohr bei niedriger Vergrößerung/ große Austrittspupille - hier kann man aber wenigstens die Kurzsichtigkeit wegfokussieren.
Was anderes wäre ein Grauer Star, der mit dem Alter kommen kann - dann wird die Linse langsam trüb und man sieht alles wie durch einen Schleier. Das wäre durch einen Augenarzt abzuklären und läßt sich durch eine Kunstlinse beheben.
Ich hoffe ich konnte helfen.
Gruß Felix
PS: Gelber könnten die Sterne sein falls viel Staub in der Atmosphäre wär der dann das blaue licht stärker dämpft. In der Wüste kann das schon vorkommen.
 
Servus,

Es kann durchaus Wüstenstaub sein, was deine beschriebenen Beobachtungen auslöst.
Meteoblue meldet zwar nur eine geringe Wüstenstaubkonzentration, leider steht aber im Archiv nicht, wie es in den vergangenen Tagen war.
Wind war zumindest genug vorhanden, um Staubteilchen aufzuwirbeln und in die Atmosphäre einzutragen.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Danke für eure Antworten! Ich denke es ist der Wüstenstaub. Gestern habe ich in der Wüste gezeltet und trotz sehr geringer Lichtverschmutzung konnte ich Alcor im (tief stehenden) großen Wagen kaum erkennen, während ich die (hoch stehenden) Plejaden gut sehen konnte. Das deutet auf Staub hin.
 
Hallo!

Ich glaube, das Seeing ist eher bescheiden (mir fehlt die Erfahrung, um das zu beurteilen), kann es daran liegen?
Da ist eine Ferndiagnose schwierig. Eine Beurteilung des Seeings ist nicht so einfach. Wir Amateure beurteilen das meist nach der Antoniadi-Skala von I bis V.

Größere Öffnungen reagieren empfindlicher auf Luftunruhe als kleinere Optiken. Besondere Umgebungen wie z.B. in der Wüste, an alpinen Orten oder in der Großstadt haben auch auf das Seeing besonderen Einfluss.

Für mich klingt das eher nach Extinktion, dass also tiefer stehende Sterne röter wirken und auch die Grenzgröße dort erkennbar niedriger ist. Das kann durch den in der Luft vorhandenen Staub dann noch verstärkt werden.

salü, volker.
 
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