25 CVn im Brennpunkt

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Specht

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Hallo!

Als ich vor Jahren einmal eine Galaxientour durch die Jagdhunde plante, fiel mir etwa sechs Grad östlich vom Galaxienpaar NGC 5005/5033 auf der Karte der Stern 25 CVn auf. Durch den Querstrich als Doppelstern entlarvt, beschloss ich dann während des Beobachtens, ihn einmal aufzusuchen. Was für ein Prachtkerl, wow! Die beiden Komponenten (5.0m/6.9m) bildeten ein enges, sehr ästhetisches Paar. Es war wohl zu dieser Zeit, als meine Begeisterung für Doppelsterne so richtig begann. Beide Sterne würde ich als blassgelblichweiß beschreiben, der leichte Gelbton wird deutlicher, wenn man das Objekt leicht unscharf stellt. Damit ihr jetzt nicht ans Regal müsst, um eine Karte zu holen, hier eine kleine Übersichtskarte mit der Position von 25 CVn:

cvn.png


Neuerdings fiel mir auf, dass die Angaben in Büchern zu Abstand und Positionswinkel je nach Quelle leicht unterschiedlich sind, was meist auf ein physisches System hinweist. Und wirklich fand ich im Sixth Catalog of Orbits of Visual Binary Stars die Bahnelemente von 25 CVn. Mit diesen Werten habe ich dann einige Abstände und Positionswinkel berechnet:

2000.0 1.8" 99°
2010.0 1.7" 97°
2020.0 1.7" 94°
2030.0 1.6" 90°

Ich habe auch eine komplette Bahnberechnung seit dem Jahr 1900 durchgeführt und die aktuelle Position eingetragen. Das Periastron wird demnach im Jahr 2092 erfolgen:

25cvn.png


Was mich natürlich interessiert, sind eure Beobachtungen von 25 CVn, besonders mit kleineren Refraktoren...

salü, volker.
 
Hallo zusammen,

auch dieses Jahr habe ich schon einige Beobachtungen von 25 CVn gemacht. Bei teilweise richtig gutem Seeing konnte ich den engen Doppelstern mit 10" bei V=250x und V=360x sauber trennen. Der leichte Gelbton der Komponenten war dabei stets erkennbar. Interessant wäre, ab welcher Öffnung der DS zu trennen ist...

salü, volker.
 
Lieber Volker,

schön, dass du drangeblieben bist, denn der Doppelstern ist mir im letzten Jahr wohl entgangen. Heute Abend, trotz Mondschein und mäßiger Luftruhe, habe ich mich hinter meinen 4-Zoll f/11 ED-Refraktor gesetzt und wollte es wissen:

STF1768 (AB): Bei 160x trotz mäßiger Luftruhe ist der deutlich schwächere Begleiter sofort auffällig als kleine, rundliche Aufhellung dicht am ersten Beugungsring der Hauptkomponente. Bei 224x erschien der Begleiter teils leicht länglich. Insgesamt recht einfach.

Kurz: Mit 4-Zoll kein Problem :giggle:

Liebe Grüße,
Robert
 
Ich komme gerade von einer weiteren Beobachtung von 25 CVn. Bereits zuvor hatte ich zweimal mit dem 70mm ED-Refraktor auf diesen Doppelstern mit 133-facher Vergrößerung gehalten. Meine Beobachtung halte ich aber im Nachhinein für zweifelhaft. Heute habe ich noch einmal den 4-Zoll f/11 ED-Refraktor genutzt und mir aus schwarzem Fotokarton Blenden mit 90, 80, 70 & 60mm zurechtgeschnitten. Die Luft war ziemlich ruhig (Seeing 4/5). Ich habe bei allen Öffnungen eine Vergrößerung von 160-fach (7mm DeLite) genutzt.

102mm (volle Öffnung)
Schwache Komponente deutlich als längliche Aufhellung des ersten Beugungsrings sichtbar. Der Beugungsring ist relativ gut sichtbar. Einfach für einen halbwegs erfahrenen Doppelsternbeobachter.

90mm
Begleiter noch immer recht deutlich als längliche Aufhellung des ersten Beugungsrings sichtbar. Der Beugungsring erscheint etwas schwächer.

80mm
Beugungsring nochmals schwächer, der Begleiter ist aber dauerhaft als längliche Aufhellung sichtbar.

70mm
Der Beugungsring nur schwach und nicht dauerhaft sichtbar. Der Begleiter zeigt sich als zarte Aufhellung, die ebenfalls nicht dauerhaft zu sehen ist.

60mm
Der Beugungsring selbst ist kaum wahrnehmbar. Zeitweise verrät sich der Begleiter als extrem schwache, deutlich langgezogene Aufhellung des Beugungsrings. Ich musste hier sehr genau hinschauen!

Die vorangegangen Beobachtungen mit dem 70mm ED-Refraktor fanden unter etwas schlechteren Bedingungen (Luftunruhe) statt. Bei den kleineren Öffnungen sollte das Instrument optisch keine nennenswerten Mängel aufweisen, allen voran Koma & natürlich Astigmatismus.

Ich bin selbst erstaunt, mit welch kleiner Öffnung sich dieser Doppelstern erfolgreich beobachten lässt.
 
Hallo Robert,

vielen Dank für diese ausgezeichnete Beobachtung, die Idee mit der stufenweisen Abblendung finde ich wirklich gut! (y)
Bei den kleineren Öffnungen sollte das Instrument optisch keine nennenswerten Mängel aufweisen, allen voran Koma & natürlich Astigmatismus.
Hier wären vlt. auch verspannte Optiken zu nennen, die man leistungsmäßig nach einer kleinen Lockerung oft nicht wiedererkennt. Erlebt habe ich da z.B. eine zu fest angebrummte Schmidtplatte eines C8. Oder auch Achromate, deren Linsen zu fest aneinander liegen oder deren Dicke der Abstandsplättchen nicht stimmte.

Motivieren möchte ich aber auch zu Beobachtungen mit Spiegeln, z.B. mit dem klassischen 114/900mm, mit einem 6" f/8 o.ä. Bei größeren Öffnungen macht sich zunehmend die Farbästhetik der Komponenten bemerkbar, die ich bei DS-Beobachtungen so faszinierend finde. Dabei gibt es auch immer wieder individuell unterschiedliche Farbwahrnehmungen.

salü, volker. :coffee:
 
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