Kann man mit einer CCD-Kamera mehr sehen?

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Elias_Myers

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Hallo zusammen,

seit einigen Jahren spiele ich mit dem Gedanken, mir ein ordentliches Teleskop zuzulegen.

Vor einigen Jahren hatte ich mal ein kleines Cassegrain von Meade von einem Bekannten zum Ausprobieren. Dieses war, so glaube ich, eine Sonderaktion von Aldi.

Es hatte vielleicht einen Durchmesser von ca. 100 mm.

Ok, Mondbeobachtungen waren interessant, aber viel mehr war nicht drin.

Alles andere sah man nur als weisse Punkte und der Spass war schnell vorbei.

Mir würde das Schmidt-Cassegrain 279/2800 von Celestron vorschweben.

Ich denke, dass ich mit diesem was ordentliches hätte und viel Spass dabei haben würde.

Und das für längere Zeit.

Am Anfang möchte ich mit der Beobachtung der Sonne und den Planeten unseres Sonnensystems anfangen und mich dann Pö a Pö weiter an Deep-Sky-Objekte rantasten.

Aber dazu hätte ich noch kurz die eine oder andere Frage.

Ist es richtig, dass man mit einer CCD-Kamera mehr sehen kann?

Ich meine damit, dass ja das menschliche Auge nur einen bestimmten Bereich des Spektrums sehen kann.

Wenn ich aber auf die technischen Daten von CCD-Kameras schaue, sehe ich, dass diese ein viel weiteres Spektrum abdecken können.

Man könnte doch dann mit einer Fotobearbeitungs-Software doch diese Bereiche dann "sichtbar" machen, oder?

Meine Tochter bekam von mir mal vor einigen Jahren eine digitale Spiegelreflex-Kamera.

Ich möchte demnächst mal ein paar Versuche damit starten, Astrofotographie zu betreiben.

Kann mir jemand von euch eine Software zur Bearbeitung empfehlen, welche ich kostenlos aus dem Net laden kann und diese in deutsch ist?

So könnte ich schon mal etwas damit rumspielen.

Für eure Hilfe und Unterstützung bedanke ich mich im Voraus und bis bald,

Tobias
 
Hallo Tobias,

zur Orientierung - wenn Du solchermaßen allgemeine Fragen hast -> Anfängerseiten ...

-> Astronomie Einsteiger-Ecke

Wir helfen hier im Forum gerne, aber Tante Google und Großtante Wikipedia beantworten Dir 90% Deines Posts, ein wenig eigene Recherche tut der Sache gut.

Nichts für Ungut,

Jörg
 
Mahlzeit,

Du willst mit knapp 3 Metern Brennweite einsteigen? Das halte ich für sehr ambitioniert. Welche Montierung schwebt Dir da vor die das auch noch fotografisch packt?

Ein SC ist meistens f=10. Das eignet sich kaum für Deepsky. Die Belichtungszeiten sind einfach zu lang. Es gibt aber Reducer die das auf erträgliche (für mich eher nicht) f=6.3 bringen.
Die älteren nicht ACF (advanced coma free) brauchen noch einen flattener.

Es gibt Kameras die ohne UV und IR Filter kommen. Die sehen dann auch noch Wellenlängen unter- und oberhalb des für uns sichtbaren Lichts. Aber das willst Du meistens gar nicht haben auf den Fotos. IR bläht Dir die Sterne auf, also hast Du in der Regel einen Filter drin der das heraus filtert. Natürlich könntest Du auch einen IR-Pass rein machen und damit IR Aufnahmen des Nachthimmels machen. Aber ob das so spannend ist?

Das hier nur mal in der kürze. Das Thema ist sehr komplex. Ich persönlich würde eher mit einem Newton 6-10" anfangen. Die sind deutlich günstiger, brauchen nicht eine extra lange auskühlungszeit wie ein sc, und lichtstärker bzw. weniger Brennweite. Dazu einen schönen Korrektor und ein paar Okulare für die Beobachtung.

ABER: als erstes sollte die Montierung kommen, und danach der Rest. Hier gilt NICHT das Motto "so viel wie nötig, so wenig wie möglich". Hier solltest Du auf keinen Fall sparen!

Gruß Markus
 
Ach Nachtrag: wenn Du mit einer Kamera beobachten willst, dann nennt sich das EAA electronically assisted astronomy. Statt eines Okulares kommt eine Kamera in den Auszug. Das Bild wird nahezu live auf dem Monitor angezeigt. Hiermit siehst Du natürlich eine ganze mehr als mit dem bloßen Auge. Das Auge kann keine Photonen aufaddieren, die Kamera bzw. der angeschlossene PC aber schon. Aber auch hier kommt in der Regel ein ir Filter zum Einsatz...

Schau mal hier:
Forums EAA Thread

Gruß Markus
 
Hallo Tobias

Ein Tool „zum rumspielen“ ist zB das hier. Da kann man etwa das Gesichtsfeld (FOV) mit den unterschiedlichsten Tuben / Okulare abschätzen. Es zeigt aber nicht das, was man wirklich sieht! Höchstens vielleicht was man unter idealen Sichtbedingungen sieht. Das Tool hilft bei der Wahl von Okularen/Barlows etc (Visual Mode) bzw bei der Wahl von Kameras und optischem Zubehör (Imaging Mode).

Dem interessierten „Vielleicht-Einsteiger“ zu empfehlen ist die bereits verlinkte Seite/Einsteiger-Ecke von Sven Wienstein. Nebst vielem Basiswissen vermittelt sie auch keine falsche Hoffnungen zu dem, was man dann wirklich sieht.

Wenn dich das Astro-Fieber trotz langem Lesen „grauer Theorie“ immer noch gepackt hat (was wir doch hoffen) und du eine Ahnung hast worauf du dich einlässt, dann lohnt es sich, hier im Forum Fragen zu Geräte (Teleskope, Montierungen, Okulare etc) zu stellen.

Gruss Martin
 
Hallo zusammen,

erst mal vielen vielen Dank für eure Unterstützung und Hilfe.

Als Montierung hätte ich die CGEM II 1100 GoTo gewählt.

Diese dürfte mit dem Gewicht klar kommen.

Aber was mich jetzt etwas verwirrt ist, was Markus geschrieben hat.

Wieso kann ich mit dem genannten Teleskop bei einem Brennweitenverhältnis von f/10 keine Deep-Sky-Beobachtungen machen? Je grösser die Öffnung ist, umso mehr Licht kann ich einfangen und je grösser die Brennweite ist, umso schärfer wird die Abbildung.

Habe ich da was missverstanden?

Bis bald,

Tobias
 
Hallo Tobias,

hier spielt das Öffnungsverhältnis eine große Rolle. Das SC ist f10, das ist schon sehr langsam. Klar für Mond, Planeten und Sonne ist das super. Aber für Deepsky ist das aus meiner Sicht weniger geeignet. Sternhaufen gehen damit sicher noch gut, aber Galaxien und Nebeln werden da sehr dunkel sein.
Als erstes solltes Du mir/uns mal erklären was Du vor hast. Möchtest Du visuell mit Okularen beobachten oder willst Du EAA betreiben? Oder auch Fotografieren? Das alles hast Du im Eingangspost erwähnt.

Für Visuell und EAA ist das SC schon sehr brauchbar. Aber denk daran das Du mit den knapp 3 Metern Brennweite nur einen sehr kleinen Himmelsausschnitt sehen kannst. Größere Nebelkomplexe wie den Orion-Nebel siehst Du damit nicht im ganzen sondern nur einen kleinen Ausschnitt. Für die meisten Galaxien wäre das aber gut, da diese oft recht klein sind.

Wenn Du auch Fotografieren willst, dann würde ich eher ein anderes Setup wählen. Astrofotos brauchen oft eine lange Belichtungszeit. Bei 3 Metern Brennweite muß alles passen damit die Sterne rund bleiben. Hier wirst Du dann um eine Guiding Lösung nicht herum kommen. Und diese Brennweite will erst mal sauber nachgeführt werden.

Zur Montierung: das SC wiegt etwas über 12kg. Dazu kommen noch ein paar Extras wie Sucher, Okular/Kamera und eventuell noch ein Okularauszug (das sc läßt sich fotografisch nur schwer fokusieren mit der Hauptspiegelfokusierung). Da bist Du relativ schnell bei 14-15kg. Die Cgem trägt bis zu 20kg, spielt also in der EQ6 Liga.
Ich habe einen 10" f4 Newton auf meiner EQ6. Der spielt zwar in der gleichen Gewichtsklasse und der Tubus ist etwas länger, aber halt nur 1/3 Brennweite. Bei mir darf kein Wind gehen, sonst wird das nichts mit Fotografieren. Das sagt mir das hier die Obergrenze schon längst erreicht ist. Bei Deiner Kombination mag das visuell und für EAA noch funktionieren, aber Fotografieren wird kein Spaß machen.

Gruß Markus
 
Wieso kann ich mit dem genannten Teleskop bei einem Brennweitenverhältnis von f/10 keine Deep-Sky-Beobachtungen machen? Je grösser die Öffnung ist, umso mehr Licht kann ich einfangen und je grösser die Brennweite ist, umso schärfer wird die Abbildung.
Hallo Tobias,
natürlich kannst Du mit 3m Brennweite und Öffnungsverhältnissen f/10 und langsamer
auch DeepSky - Aufnahmen machen.
Die Frage, warum das aber nicht als ideal angesehen wird, kannst Du Dir ganz einfach selbst
beantworten, indem Du Martins Hinweis folgst, und mal mit einem FOV-Calculator spielst.
Hier noch ein solches Werkzeug: Noch ein FOV-Calculator
Gib einfach mal Deine Teleskop-Kamera-Kombi ein, sowie ein paar DeepSky-Objekte,
dann wirst Du schnell bemerken, dass Du die meisten Objekte gar nicht auf dem Chip
unterbringen kannst. Die sind eben meistens recht groß.
Du hast Recht: Öffnung bringt Auflösungsvermögen. Nicht unwichtig.
Brennweite bringt Vergrößerung. Auch nicht unwichtig. An Mond und Planet.
Bei DeepSky -Fotografie ist neben Öffnung aber auch ein passendes Feld gefragt.
Und das wird meist mit sehr wenig Brennweite erreicht.
Die Crux dabei ist, dass bei den meisten Teleskopen mit der Öffnung auch die Brennweite
deutlich zunimmt, was der DeepSky-Fotografie eher nicht entgegen kommt,
zumal mit der Brennweite auch die Seeing-Anfälligkeit zunimmt.
Auch die Ansprüche an die Montierung und Nachführung (Guiding) nehmen zu.
Bei Cassegrains sind Öffnungsverhältnisse f/8 bis f/10 typisch, bei Maksutovs sogar
noch viel mehr. Für Mond und Planet ideal.
Newtons dagegen warten mit Öffnungsverhältnissen von f/5 und schneller auf.
Das verbindet eben große Öffnung mit brauchbarem Feld.
Daher wirst Du bei DeepSky-Fotografie neben relativ kleinen Linsenteleskopen
mit sehr kleinen Brennweiten, sehr oft Newtons finden.
Mit Reducern oder gar Fotografie im Primärfokus (z.B. mit Hyperstar) kannst Du zwar den
Einsatzbereich eines SC oder RC erweitern, doch es ist wie im richtigen Leben:
Wenn Du an einer Seite ziehst, musst Du an der andereren Seite nachgeben.
Keine der Optionen hat nur Vorteile.

Ganz klar, Du kannst mit fast jedem Teleskoptyp fast alles fotografieren.
Du kannst auch mit einem Transporter auf dem Nürburgring fahren,
und an einen Ferrari eine Anhängerkupplung bauen............geht alles......

CS

Dietmar
 
Danke nochmals.

Jetzt habe ich es kapiert! ;-)

Ich muss mal zusehen, dass ich einen Hobby-Astronomen hier in meiner Ecke finde und dem mal über die Schulter schaue.

Gewiss kann ich mir dann ein besseres Bild machen und eine Entscheidung für den Kauf eines Teleskopes besser treffen.

Bis bald,

Tobias
 
Hallo Tobias,
das mit dem „Über-die-Schulter-schauen“ ist schon mal eine gute Idee.
Auch entsprechende Vereine können Dir Einblicke in die Materie geben.
Ich weiß nicht, aus welcher Region Du kommst, aber z.B.
über die Vereinigung der Sternfreunde e.V. findest Du Sternwarten und Vereine
in Deiner Nähe. Hier ein Link für die Direktsuche: Verein in der Nähe finden
(Die Seite baut sich aktuell seeeeehr langsam auf, etwas Geduld ist da gefragt)

Aber eine weitere, extrem gute Gelegenheit steht direkt bevor:
Das ITV. Das Internationale Teleskoptreffen Vogelsberg. 29.05.- 02.06.
Da findest Du -zig fertig aufgebaute Fotosetups, und kannst
mit den Leuten über Vor- und Nachteile quatschen, und vor Allem
an den Erfahrungen, die Andere bereits gemacht haben, teilhaben.

CS

Dietmar
 
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