NGC 7822 - Das Fragezeichen

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cytrinox

Mitglied
Am großen Fragezeichen wollte ich mich auch mal versuchen :cool:

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Aufgenommen mit Astronomik Schmalbandfilter.

Total integration: 26 hours 58 minutes

Equipment:
  • Canon EF 200mm f/2.8L at f/3.5
  • Skywatcher H-EQ5
  • Canon EOS 1300Da
  • Lacerta M-Gen Autoguider
  • Astronomik Hα, OIII, SII filters
  • TS-Optics 60mm Guide tube

In Groß und mit Details: Photo: NGC 7822 - The question in Cepheus


Grüße
Daniel
 
Hallo Daniel,
einfach nur: WOW!!! (y)

Aber wenn ich die 3 Filter sehe die du benutzt hast, kommt bei mir wieder die Frage hoch, gibt es nicht einen Filter, der die 3 von dir benutzten vereint?

Oder noch besser:
Wenn ich dieses Filter Gewusel sehe.. ein guter Astrophotograf muss ja sehr viele davon haben..
Und je nachdem, welches Objekt aufgenommen werden soll, kommt dann wahrscheinlich eine bestimmte "Filterrezeptur" zum Einsatz.

Daher die Frage aller Filterfragen:
Gibt es nicht einfach - zumindest für die bekannteren Objekte - DEN einen zum jeweiligen Objekt passenden Filter zu kaufen?
Wieso kommt kein Hersteller auf diese Idee?
LG, Sebastian
 
Zuletzt bearbeitet:
Sehr schön tiefe Aufnahme und schön ausgearbeitete Details. Super!

@Sebatian
Die Aufnahme ist mit der sogenannten Hubble-Palette erstellt worden, einer Filterkombination aus

SII für die Farbe - Rot
Ha für die Farbe - Grün
OIII für die Farbe - Blau

sog. Falschfarbenaufnahme

genauer: 658 nm (rot), 656 nm (grün) und 502 nm (blau) für die Hubble-Filter (Quelle: Wikipedia)

Ich vereinfache mal ein wenig...
D.h., dass man die Anteile des Nebels, die im Licht der Schwefellinie (SII) strahlen der Frage Rot zuweist, die Ha Anteile der Farbe Grün und OII Blau. Jede Aufnahme ist dabei eine Graustufenaufnahme...Damit erhält man ein Farbbild im RGB-Modus, der für (fast) alle Bildschirmdarstellungen verwendet wird in einer Farbkombination die auch häufiger für Aufnahmen des Hubble-Teleskops verwendet worden ist – daher der Name...
Man könnte die Zuweisung auch anders machen, dann käme ein Bild mit einer anderen Farbkombination dabei heraus aber die genannte entspricht am ehesten der des Hubble-Teleskops...

Man kann auch nicht nur einen Filter verwenden, denn diese Darstellung funzt nur, wenn die einzelnen Kanäle entsprechenden Farbkanälen zugewiesen werden.
Wenn ein Hersteller diesen Filter erfinden würde, der das könnte – alle drei Kanäle in EINER Aufnahme, würde ich sofort in diese Firma investieren! ;)
Ein Filter für alle Objekte geht auch schlecht, da alle Objekte in unterschiedlichen Anteilen strahlen, das eine mit mehr Ha das nächste mehr OIII usw.

Und das RGB-Bild, was am Ende herauskommt braucht eben 3 Farbkanäle, damit es ein '"normales" Farbbild wird...

Hier ein Link der die (Bild)Kanalmontage exemplarisch detailliert beschreibt: Hubble Palette - Balkonauten Community
 
Man kann auch nicht nur einen Filter verwenden, denn diese Darstellung funzt nur, wenn die einzelnen Kanäle entsprechenden Farbkanälen zugewiesen werden.
Hallo HP, danke für die ausführliche Erklärung. Ich hatte nicht gewusst, dass eine Graustufenaufnahme gemacht wurde. Ich weiss zwar nicht was das ist, aber ich schätze mal das ist so ähnlich als wenn man eine mono Kamera benutzt und dann ein Filterrad mit rot, grün und gelb Filtern und man macht von jeder Farbe mehrere Frames.. Mir war nicht klar, dass man das auch ohne Monokamera bewerkstelligen kann..

Ein Filter für alle Objekte geht auch schlecht, da alle Objekte in unterschiedlichen Anteilen strahlen, das eine mit mehr Ha das nächste mehr OIII usw.

Da hast du mich falsch verstanden. Ich schrieb "DEN einen zum jeweiligen Objekt passenden Filter".
Sprich, z.B. einen "Orionnebel"-Filter, oder einen "Omeganebel"-Filter usw.
Es wundert mich sehr, dass es solche individuellen Objekt Filter nicht gibt.
LG
 
Hallo Sebastian,

Dein Vergleich mit dem Filterrad trifft es genau. Die Kamera ist allerdings meistens eine monochrome Kamera. Sonst bekämst du dabei ja R, G, B eingefärbte Aufnahmen. Ich habe dich schon richtig verstanden, glaube ich. Wenn, dann habe ich es nur nicht gut erklärt...:unsure:
Jedes Objekt strahlt eben in einer anderen Wellenlänge, je nachdem wie die Elemente im Nebel verteilt sind. Von daher sind alle Nebel höchst unterschiedlich. Jetzt kann man eine RGB (Farbaufnahme) davon mit einer Farbkamera machen sozusagen im sichtbaren Licht. Dann hängt es von der Empfindlichkeit der Kamera mit Bezug auf die einzelnen Farben ab, wie das spätere Bild aussieht. Die Chips der DSLR Kameras sind z.b. im Ha ziemlich unempfindlich, weswegen der Sperrfilter entfernt wird. Dann kommt diese Emissionslinie besser heraus und man hat mehr Ha Signal auf dem Bild, was einen höheren Kontrast erzeugt.
Da monochrome Kameras meist empfindlicher sind als Farbkameras werden sie für Astrofotografie hauptsächlich eingesetzt. Diese erzeugen aber immer nur ein Schwarz/Weißbild bzw. genauer Graustufenbild mit einer bestimmten Anzahl von Graustufen (8, 12, 16 Bit). hier wird das hervorragend erklärt:
Also muss man davon in der Regel bei RGB Aufnahmen drei Stück machen, jeweils durch ein Rot-, Grün-, und Blaufilter und diese Graustufenbilder je einem der drei Kanäle zuweisen. So entsteht daraus ein Farbbild. Dem Fingerspitzengefühl des Bildbearbeiters obliegt die Gewichtung der Kanäle, die er unterschiedlich gestalten kann, wenn er das möchte.

Ein Orionnebelfilter müsste also exakt die Emissionslinien durchlassen, in denen der Nebel strahlt um eine maximalen Effekt zu haben. Also z.B. einen Durchlass für 658 Nanometer (HAlpha), dann z.B. noch für Sauerstoff, Stickstoff und was sonst noch für Elemente dort vorkommen. Ein solcher Filter mit solcher Genauigkeit ist wahrscheinlich nicht produzierbar...oder im Ansatz höchstens als sog. Deepskyfilter (UHC o.ä.
), der eben nur bestimmte Wellenlängen passieren lässt, was aber nicht genau die Wellenlängen sind, in denen der Orionnebel auch genau strahlt...

Gruß Hans-Peter
 
Ein Orionnebelfilter müsste also exakt die Emissionslinien durchlassen, in denen der Nebel strahlt um eine maximalen Effekt zu haben. Also z.B. einen Durchlass für 658 Nanometer (HAlpha), dann z.B. noch für Sauerstoff, Stickstoff und was sonst noch für Elemente dort vorkommen. Ein solcher Filter mit solcher Genauigkeit ist wahrscheinlich nicht produzierbar...
Hallo Hans-Peter, genau darum geht es mir. Solch ein Filter.
Und gehen wir einmal von einer Astromodifizierten DSLR Kamera aus (die mit der höheren Ha Empfindlichkeit).

Ich kann mir schon vorstellen, dass es sehr teuer und vielleicht auch nicht machbar ist, einen Filter mit bestimmten und EXAKTEN Emmissions Wellenlängen herzustellen. Aber man könnte doch zumindest versuchen dem nahe zu kommen, indem man z.B. versucht, zumindest die Wellenlängen Bereiche (grob) zu blockieren, von denen man weiß, dass das Objekt (in unserm Beispiel der Orionnebel), sie so gut wie gar nicht emittiert. Das müsste doch machbar sein! (genau, eine Art UHC-Orionnebel Filter :)
Und für eine breite Masse im Bereich der Amateur-Fotoastronomie sicherlich interessant. Ich als Anfänger würde hier sofort zugreifen, bevor ich Stunden und Tage mit Internetrecherche verbringe "nur" um am Ende mit 5 Filtern parallel zu hantieren. Und beim nächsten (anderen) Objekt wieder 5 andere Filter..
Nee, dann lieber DEN Orionfilter kaufen :)
Sicherlich erziehlt man so keine perfekten Profibilder, aber doch deutlich bessere als ohne Filter.
Ist mein Wunsch nachvollziehbar?
LG, Sebastian
 
Hallo Sebastiana,

ja, nachvollziehbar, aber genau das machen z.B. UHC, CLS und andere Deepsky Filter, die man heute kaufen kann, eben mehr oder weniger universell. Eine Produktion mit genauestens auf die emittierten Wellenlängen abgestimmten Filtern wäre sicher sehr, sehr teuer. Die angesprochenen "universellen" Filter kosten schon zwischen 150 und 200 € je nach Ausführung. Wenn man, sagen wir mal, mit 300 € für den sog. "Orionnebelfilter" hinkäme, ist das schon ein teures Vergnügen.
Und wenn du mit einer SW Kamera arbeitest, was die meisten Astrofotografen im Deepskybereich tun, kommst du um die verschiedenen Schmalbandfilter nicht herum, wenn du den maximalen Kontrast für die unterschiedlichen Emissionslinien haben möchtest...das kann ein Filter imho nicht leisten...
Gruß Hans-Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo
Super....richtig gut getroffen.
Ich bin da auch gerade dran...hab aber erst die 8Std Ha Daten zusammen.
Hoffe das ich das Bild noch dieses Jahr zusammen bekomme.

Gruß Dieter
 
Na ja, die rel. neuen multi Schmalbandfilter liefern ja Ha, SII, OIII und Hb. Dafür aber auch zu einem Höllenpreis. Frank hat ja einen Film in seinem Cast dazu.

CS Jörg
 
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