Teuere Hubble Palette Filter vs. Bildbearbeitung

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Astro Steve

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Keine Frage mein erst kürzlich erworbener H Alpha Filter war die beste Investition die ich nicht bereue!
Ich persönlich bin immer von den "Falschfarben" Darstellungen fasziniert, weil das ständige rot für mich auf Dauer langweilig wirkt.
Daher überlege ich schon länger in Filter der Hubble Palette zu investieren.
Jetzt bin ich aber heute über einen interessanten Artikel gestoßen und habe das auch gleich mal an einem meiner Bilder ausprobiert.
Es ist eigentlich ganz simpel und nennt sich selektive Farbtonkorrektur der einzelnen Kanäle in Photoshop.
Und siehe da, mit wenig Aufwand habe ich meinen Nebel wenn ich mit Bildern aus dem Netz vergleiche zumindest sehr sehr nah
ein Ergebnis hinbekommen, das aussieht als hätte ich mit OIII , SII Filter aufgenommen.

Mir ist bewusst, dass das irgendwo "fake" ist, dennoch fürs Auge ist es völlig ok und man spart sich wieder mehrere Hundert Euros.
 
Hier mal kurz damit ihr seht was ich meinte.
Anbei mein Foto vom Wizardnebel in RBG und daneben mit kurzer Farbverschiebung via Photoshop:
Wizard HA.PNG
Wizard Hubble.PNG
 
Was heißt Fake.
Die Hubble Palette ist quasi der Fake.
Man ersetzt das Ha Rot gegen Grün um den Kontrast zu SII zu steigern.
Sprich, das ist auch bereits rein künstlerisch und über Geschmack kann man nicht streiten.

Ich finde den Goldton auch etwas schöner, weil es Dezenter ist.

Ich glaube aber Deine Variante geht Imprinzip nur dann, wenn nicht Ha und SII in einen Bild Geschossen wurden. Ansonsten wirds schwer das zu trennen. Mir würde da nur das Arbeiten von Luminanz Masken einfallen im roten Kanal, um das Dann ungefähr zu trennen.
 
Es bleibt ein Fake! Deine Sterne verraten es!
 
naja, es gibt schon einen beachtlichen Unterschied, ob man mit einer Mono-Kamera und Bi, oder Tricolor-Schmalband macht, mit anschließender Hubblepalette, oder ob man ein Ha-gepimptes RGB-Bild einfach umfärbt. Farblich mag es ähnlich aussehen, aber inhaltlich/Details sind mit entsprechenden Filtern eine ganz andere Welt!
Ich habe auch einen 12nm Ha-Filter für meine alte Canon, war damit aber nie zufrieden - ein CCD-CLS lieferte für mich nicht schlechtere Ergebnisse im Bereich des Ha und bringt nebenbei auch noch bissl Sternenfarbe, auch wenn diese etwas KnowHow bedarf um sie wieder hin zu biegen.
 
Moin,
bei der Hubble-Palette hat man aus der Not eine Tugend gemacht - zwei nahe beisammenliegende Farben, die unterschiedliche Information enthalten und beide am Rande des menschlichen Wahrnehmungsbereichs liegen, sichtbar zu machen. Was wäre eine natürliche Darstellung von Farben, die nicht im spektralbereich menschlicher Wahrnehmung liegen?
Meiner Ansicht nach spielt die menschliche Assoziation in die Farbwahl der Palette ein: OIII ist eher kontrastarm und eignet sich für eine transparent wirkende Hintergrundfarbe - Blau assoziieren wir mit Himmel, in dem sich ja häufig Wolken tummeln, das verstärkt einen dreidimensionalen EIndruck. Zudem ist OIII ja ohnehin schon blau. Die anderen beiden Kanäle enthalten mehr Struktur und lassen in Kombination eine plastische Darstellung der "Wolken" zu. Rot- und Gelbtöne wirken besonders organisch und geben einen natürlichen Look.

Ich finde es legitim und -zumindest bei Emissionsnebeln - meistens auch notwendig, von der natürlichen Farbgebung aubzuweichen, damit nicht alles in rot ersäuft. Unser Auge ist für ein breiteres Spektrum ausgelegt, das sich dort nicht wiederfindet. Und wenn man Strukturen sichtbar machen kann, die vorher nicht zu sehen waren, dann ist das für mich ein ausreichender Grund. Ob man jetzt einfach nur rot etwas zurücknimmt und die anderen Farben verstärkt, oder ob man es schafft eine andere harmonische Farbgebung zu verwenden, liegt in der künstlerischen Freiheit.

Die echten Farben der Sterne lassen sich ja übrigens durchaus beibehalten, seit Starnet++ so einfach wie nie zuvor.

CS Hoschie
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin,

rein optisch klappt das Umfärben, der eigentlich Sinn der Hubble Palette, mehr Details aus den Nebeln zu kitzeln, kann nicht erreicht werden, da dazu die passende Aufnahmetechnik fehlt. Das Problem der falschen Sternfarben ist lösbar.

Insofern ein nettes Gimmick.

CS
Jörg
 
der eigentlich Sinn der Hubble Palette, mehr Details aus den Nebeln zu kitzeln, kann nicht erreicht werden

Moin Jörg,
im Prinzip hast du recht - mehr Information als da ist, ist nicht da. Aber wenn ich mir die Bilder oben ansehe, dann ist in der hubbleartigen Darstellung mehr davon zu sehen. Finde ich. Was erstmal daran liegt, dass am Farbkontrast an sich optimiert wurde, das hätte man im RGB-Look auch hinbekommen. Im Gegenteil, wenn man anfängt, Farbkanäle zu vermischen, nur um die Hubble-Palette zu imitieren, dann vernichtet man sogar Farbkontrast.

Das mit dem Mischen machen übrigens auch Viele, die in Schmalband aufnehmen.

Aber wie oben geschrieben - auch wenn es nicht Schmalband ist finde ich es okay, alleine schon weil es einfach nicht so knallrot ist.

CS, Hoschie
 
Man muss dazu sagen dass ich es nur mal "schnell schnell" gemacht habe um hier zu zeigen was ich meine und das Bild oben lediglich zwei Stunden Belichtung war. Man kann hier mit Sicherheit wesentlich mehr rausholen.
@ Hoschie, ja Starnet hätte ich auch sehr gerne leider funktioniert es bei mir nicht es heißt immer die Anwendung konnte nicht gestartet werden und ich habe bis heute dazu leider keine Lösung gefunden.
 
Hallo,

Die Farbe der einzelnen Kanäle ist ja frei gestaltbar. Man könnte zum Beispiel Halpha gelb einfärben, O3 in pink, etc....

Am Ende kommt es mit den Filtern ja auf die Kontrasterhöhung und damit Sichtbarmachung von Details an, da die Filter ja nur einen engen Spektralbereich durchlassen.

Also finde ich kann man den Einsatz von Filtern nicht mit, wenn auch optisch ansprechend gelungen, einfärben mit PS etc vergleichen.

Viele Grüße,
Alex
 
Hallo Hoschie,

aus rein ästhetischen Gründen ist das "umfruchten" ja auch völlig OK, man muss sich nur bewußt werden - daher mein Einwurf - dass man das eigentliche Ziel der Hubble-Palette eben nur mit deren Anwendung wie in der ursprünglichen Methode gedacht auch den Mehrwert bringt.

CS
Jörg
 
Man muss dazu sagen dass ich es nur mal "schnell schnell" gemacht habe um hier zu zeigen was ich meine und das Bild oben lediglich zwei Stunden Belichtung war. Man kann hier mit Sicherheit wesentlich mehr rausholen.
Na, das wurde doch schon mehrfach geschrieben. Es ist keine Frage vom Zeitaufwand in der Bildbearbeitung. Du färbst ein RGB um, aber es bleibt ein RGB. Die Farbendarstellung im Schmalbandbereich ist ja nicht der Grund für die Filter, sondern das Resultat Ihrer Anwendung. Die Schmalbandfilter werden benutzt um die Kontraste zu erhöhen und Lichtverschmutzung aussen vor zu lassen. Das lässt sich nicht durch Bildbearbeitung erreichen. Du kannst die Farben in einem RGB nachstellen, - nur wozu? Viele Schmalbandfotografen versuchen doch es eher andersherum. Bei Halpha Beimischung ins RGB oder bei Bicolor-Aufnahmen die "natürlichen" Farben hinzubiegen.
CS Thomas
 
Moin,
ja, das mit dem Nachstellen "natürlicher" Farben in Bicolor kenne ich auch, ich finde das geht ganz gut. Ich habe mich auch schon mit anderen "Paletten" versucht - will sagen, ich habe alle möglichen Schmalband-Kanalzuweisungen durchpermutiert, und das Meiste sieht erstmal ziemlich abenteuerlich aus. Auch das SHO. Ohne eine Vorstellung, wie es fertig mal aussehen soll ,wäre das definitiv auch so geblieben. Hatte auch versucht, die Kanäle systematisch zu mischen, aber da verliert man schnell den Überblick. Wobei Pixinsight bei sowas sicherlich nicht seine Stärken hat, mit PS kommt man da einfacher zu Ergebnissen.

Demnächst versuche ich mich an einem HSO, die Aufnahmen sind bis auf die Darks schon im Kasten (fehlen ein paar Stunden, aber die Minusgrade der letzten Nächte war ich nicht mehr gewohnt). Mal gespannt, ob ich es so hinbekomme wie in meiner Vorstellung.

CS Hoschie
 
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